Die gegenwärtigen Verhältnisse im Kontext der Globalisierung stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Um auf Dauer betriebswirtschaftlich erfolgreich und wettbewerbsfähig zu sein, muss ein Unternehmen das Ziel der Wirtschaftlichkeit auf Dauer verfolgen und zugleich Anforderungen der ständigen Prozessgestaltung gerecht werden. Insbesondere im Bereich der Fertigung ist der Trend der Auslagerung von Wertschöpfungsprozessen in Länder mit geringerem Lohnniveau nachzuweisen. Arbeits- und lohnpolitische Rahmenbedingungen erhöhen die Bedeutung von Produktivitätsreserven und Kostensenkungspotentialen.
Zugleich sind Marktforderungen nach kundenindividueller Fertigung, kurzen Lieferfristen und großer Produktpalette verstärkt von Bedeutung und zwingen zur wirtschaftlichen Fertigung kleiner Lose. Das Rüsten, dessen Bedeutung während der letzten Jahrzehnte stark zugenommen hat, soll Beiträge zur innerbetrieblichen Forderungen nach hoher Flexibilität der Produktion, geringen Beständen und kürzeren Durchlaufzeiten leisten und wird mittlerweile als „Schlüssel für eine hohe Wettbewerbsfähigkeit“ angesehen.
Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, den auf der Wirtschaftlichkeit des Ablaufs von Fertigungsprozessen bestehenden Einfluss von Rüstvorgängen, zu analysieren und systematisieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Konzeption und Einleitung
2 Begriffsdefinitionen und Grundlagen
2.1 Der Fertigungsprozess
2.2 Der Rüstvorgang als Bestandteil der Durchlaufzeit
2.3 Der Begriff der Wirtschaftlichkeit
3 Analyse von Rüstabläufen in der Fertigung
3.1 Der Rüstvorgang im Rahmen von Vorgabezeiten des Arbeitsprozesses
3.1.1 Auftragszeit
3.1.2 Belegungszeit
3.1.3 Zusammenfassung und Beurteilung
3.2 Analytische Betrachtung des Rüstvorgangs
3.2.1 Einordnung und Vorbemerkung
3.2.2 Interne und externe Rüstzeit
3.2.3 Rüstabschnitte und Rüstelemente
3.2.3.1 Rüstabschnitte
3.2.3.2 Rüstelemente
3.3 Erweiterung der Definition nach REFA
4 Konzepte der Rüstzeitoptimierung
4.1 Ziel und Aufgabe der Rüstzeitoptimierung
4.2 Rüstkosten
4.3 Rüstzeitkonzepte
4.4 Maßnahmen effizienter Rüstreduzierung
4.4.1 Überblick
4.4.2 Dispositive Maßnahmen
4.4.3 Konstruktive Maßnahmen
4.4.4 Technologische Maßnahmen
4.4.5 Organisatorische Maßnahmen
4.4.6 Praxisbeispiel - Rüstzeitreduzierung in der spanenden Fertigung
4.5 SMED-Methode
4.5.1 Definition
4.5.2 Schritte der SMED-Methode
4.5.3 Erfolgsaussicht
5 Anwendung der Ergebnisse auf die Wirtschaftlichkeit
5.1 Erweiterung der Definition
5.2. Einflussfaktoren auf den Output / Input
5.2.1 Einflussfaktoren auf den Output
5.2.2 Einflussfaktoren auf den Input
5.3 Vorbemerkungen zur Zielstellung
5.3.1 Zeit als Ziel
5.3.2 CIM-Konzept
5.3.3 Aufgaben des Produktionscontrolling
5.3.4 Elektronischer Leitstand
5.4 Kostenreduzierung
5.4.1 Kapitalbindungskosten
5.4.1.1 Anlagevermögen (AV)
5.4.1.2 Umlaufvermögen (UV)
5.4.2 Materialkosten
5.4.2.1 Einkaufspreissenkung
5.4.2.2 Verbrauchsmengensenkung
5.4.3 Personalkosten
5.4.4 Fertigungskosten
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, den Einfluss von Rüstvorgängen auf die Wirtschaftlichkeit von Fertigungsprozessen zu analysieren und zu systematisieren, um Potentiale zur Kosten- und Zeitreduzierung aufzuzeigen.
- Grundlagen von Fertigungsprozessen und Rüstzeiten
- Methodische Analyse von Rüstabläufen
- Konzepte zur Rüstzeitoptimierung (insbesondere SMED)
- Einflussfaktoren auf Wirtschaftlichkeit und Produktivität
- Produktionscontrolling und elektronische Leitstände
- Kostenreduzierung durch Optimierung von Kapitalbindung und Materialkosten
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Interne und externe Rüstzeit
Die Rüstzeit umfasst Vorbereitungsarbeiten während der Fertigung vorstehender Lose bzw. Aufträge, erfordert Zeitanteile während des Stillstandes der Betriebsmittel sowie Arbeiten nach Anlaufen der Maschine. Folglich gewinnt die Zerlegung der Rüstzeit in interne und externe Bestandteile entscheidende Bedeutung.
Interne Rüstzeiten finden während des Produktionsstillstandes statt. Das Betriebsmittel kann in dem Zeitraum keine Fertigungsaufgabe im eigentlichen Sinne wahrnehmen. Im Gegensatz dazu können externe Rüstzeiten bei laufender Fertigung parallel vollzogen werden. Sie sind somit hauptzeitparallel durchführbar. Die Betrachtung dieser Tätigkeiten ermöglicht bereits Aussagen über die Qualität der Rüstorganisation.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Konzeption und Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Globalisierung und die daraus resultierende Notwendigkeit der Rüstzeitoptimierung ein und definiert die Teilziele sowie die Hypothesen der Arbeit.
2 Begriffsdefinitionen und Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe des Fertigungsprozesses, des Rüstvorgangs im Kontext der Durchlaufzeit und das Verständnis von Wirtschaftlichkeit theoretisch fundiert.
3 Analyse von Rüstabläufen in der Fertigung: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte systematische Gliederung der Rüstzeiten in Auftrags- und Belegungszeit sowie eine analytische Betrachtung von Rüstabschnitten und Rüstelementen.
4 Konzepte der Rüstzeitoptimierung: Hier werden verschiedene Ansätze zur Rüstzeitminimierung vorgestellt, darunter dispositive, konstruktive, technologische und organisatorische Maßnahmen sowie die spezifische SMED-Methode.
5 Anwendung der Ergebnisse auf die Wirtschaftlichkeit: Dieses Kapitel überträgt die erarbeiteten Konzepte auf die betriebswirtschaftliche Praxis, beleuchtet Einflussfaktoren auf Input und Output und zeigt Möglichkeiten zur Kostenreduzierung im Produktionscontrolling auf.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Würdigung der aufgestellten Hypothesen und einem Ausblick auf die Bedeutung der Datenaktualität für eine langfristige Wirtschaftlichkeit.
Schlüsselwörter
Rüstzeit, Rüstvorgang, Wirtschaftlichkeit, Fertigungsprozess, Durchlaufzeit, Rüstzeitoptimierung, SMED-Methode, Produktionscontrolling, Losgröße, Kostenreduzierung, Kapitalbindung, Fertigung, Arbeitssystem, Leistungsfähigkeit, CIM-Konzept
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Belegarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und systematisiert, welchen Einfluss Rüstvorgänge auf die Wirtschaftlichkeit von Fertigungsprozessen haben und wie diese durch gezielte Maßnahmen optimiert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Gliederung und Analyse von Rüstvorgängen, die Vorstellung von Rüstzeitkonzepten zur Effizienzsteigerung sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die betriebliche Wirtschaftlichkeit und Kostenrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Rüstvorgängen auf die Wirtschaftlichkeit des Ablaufes von Fertigungsprozessen zu analysieren und darzulegen, wie Unternehmen durch Rüstzeitreduzierung Wettbewerbsvorteile erzielen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literatur- und Internetrecherche, die verschiedene produktionstheoretische Modelle und Methoden wie die SMED-Methode aufarbeitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begriffe, die methodische Analyse der Rüstvorgänge (Rüstabschnitte/Rüstelemente) und die praktische Anwendung von Optimierungskonzepten sowie deren Wirkung auf Kennzahlen wie Durchlaufzeit und Kosten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Rüstzeitoptimierung, Durchlaufzeit, Wirtschaftlichkeit, SMED-Methode, Produktionscontrolling und Losgrößenplanung.
Welche Rolle spielt die SMED-Methode im Kontext der Arbeit?
Die SMED-Methode (Single Minute Exchange of Die) wird als ein zentraler systematischer Stufen-Plan zur Rüstzeitminimierung dargestellt, der durch die Überführung interner in externe Rüstvorgänge eine signifikante Rüstzeitreduzierung verspricht.
Warum ist die Trennung in interne und externe Rüstzeiten so wichtig?
Die Trennung ist entscheidend, da interne Rüstzeiten die Maschinenkapazität verzehren, während externe Rüstvorgänge bei laufender Fertigung (hauptzeitparallel) durchgeführt werden können, was eine Reduzierung der Stillstandszeiten ermöglicht.
Wie unterstützen elektronische Leitstände das Produktionscontrolling?
Elektronische Leitstände dienen als integraler Bestandteil von CIM-Konzepten dazu, eine umfangreiche Informationsbasis für die Planung, Steuerung und Kontrolle bereitzustellen, wodurch eine langfristige Wirtschaftlichkeit durch frühzeitige Kosteninformationen gesichert werden soll.
- Quote paper
- Matthias Wessel (Author), Kathrin Mathews (Author), 2006, Der Einfluss von Rüstvorgängen auf die Wirtschaftlichkeit des Ablaufes von Fertigungsprozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61534