Der Kommissarbefehl vom 6. Juni 1941 gehört zu einem Komplex „verbrecherischer Befehle“, die zum Beginn des Russlandfeldzuges ausgegeben wurden. Diese Befehle waren der Beginn des Vernichtungskrieges, eines Krieges ohne Regeln und Werte und eine Abkehr vom Völkerrecht.
Zu Beginn werde ich auf die Quelle an sich eingehen, um dann die historischen Zusammenhänge herauszufiltern und aufzuzeigen
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Quellenkritik
1.1. Quellenbeschreibung
1.2. Innere Kritik
1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung
1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung
2. Quelleninterpretation
2.1. Inhaltsangabe
2.2. Einordnung in den historischen Kontext
2.2.1. Der Russlandfeldzug: „Unternehmen Barbarossa“
2.2.2. Kriegsziele und Ideologie
2.2.3. Zur Entstehung des Kommissarbefehls
2.2.4. Ausführung und Folgen des Befehls
3. Ergebnis und Ausblick
4. Quellen und Literatur
5. Anhang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Kommissarbefehl“ vom 6. Juni 1941 als zentrales Dokument der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Das primäre Ziel ist es, durch eine quellenkritische Analyse und die Einordnung in den historischen Kontext des Ostfeldzuges aufzuzeigen, wie dieser Befehl die Wehrmacht als Instrument des ideologisch motivierten Vernichtungskrieges instrumentalisierte und zum Bruch mit dem Völkerrecht beitrug.
- Analyse der Entstehungsgeschichte des Kommissarbefehls innerhalb der Wehrmachtsführung.
- Untersuchung der nationalsozialistischen Ideologie als Rechtfertigung für den Vernichtungskrieg.
- Aufarbeitung der Befehlsumsetzung und der daraus resultierenden Folgen für die Kriegsführung.
- Kritische Reflexion über die Rolle der Wehrmacht bei Kriegsverbrechen an der Ostfront.
- Dokumentation des historischen Quellenmaterials.
Auszug aus dem Buch
Zur Entstehung des Kommissarbefehls
Mit der Planung des Russlandfeldzuges begann auch die Ausarbeitung von Anordnungen und Handlungsanweisungen für die Kriegführung und die Besatzungspolitik im zu erobernden Gebiet. Nach Hitlers Rede vom 31. März 1941 vor den Generälen und Stabsoffizieren, der für den Ostfeldzug vorgesehenen Verbände, folgte ein ganzer Komplex „verbrecherischer Befehle“, darunter die „Richtlinien zur Behandlung politischer Kommissare“.17 Hitler sprach vom Kampf zweier Weltanschauungen gegeneinander, von der Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz, die Kommissare seien Verbrecher und müssten als solche behandelt werden, man müsse vom soldatischen Kameradentum abrücken.
In den Wochen nach der Rede wurden die Befehle im OKW und OKH ohne weiteres Zutun Hitlers ausgearbeitet, beteiligt waren unter anderem die Abteilung Landesverteidigung (L) des Wehrmachtsführungsstabes (WFst.) mit Generalmajor Walter Warlimont und dem Chef des WFst, Generalmajor Alfred Jodl, und die Wehrmachtrechtsabteilung im OKW, sowie der General zur besonderen Verfügung (z.b.V.) beim Oberbefehlshaber des Heeres, Generalleutnant Eugen Müller, außerdem der Chef des OKW, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel. Die Initiative zur Formulierung und Weitergabe eines förmlichen Befehls an die Truppe, welcher die Erschießung der Kommissare fordert, ging von Generalstabschef Halder aus.18 Am 6. Mai übersandte Generalleutnant Müller einen ersten Entwurf mit einer ideologisch begründeten Einleitung, die, an die Rede Hitlers vom März angelehnt, besonders das Sicherheitsbedürfnis der Truppe ansprechen sollte, an die Abteilung Landesverteidigung.19 Bis zur Veröffentlichung am 6. Juni wurde der Befehlstext mehrfach verändert, stilistisch geglättet und vor allem der Truppe „angepasst“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Kommissarbefehls als Teil der verbrecherischen Befehle beim Überfall auf die Sowjetunion ein und legt die methodische Vorgehensweise dar.
1. Quellenkritik: Dieses Kapitel beinhaltet die formale Beschreibung der Quelle sowie eine sprachliche und sachliche Analyse der verwendeten Begriffe und historischen Gegebenheiten.
2. Quelleninterpretation: Hier erfolgt eine inhaltliche Analyse des Befehls sowie dessen Einordnung in den Kontext von „Unternehmen Barbarossa“, der NS-Ideologie, der Entstehung sowie der Umsetzung und Folgen des Befehls.
3. Ergebnis und Ausblick: Das Kapitel reflektiert die Schuld der Verantwortlichen und analysiert das Scheitern des Befehls sowie die Auswirkungen auf die Wehrmacht.
4. Quellen und Literatur: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen für die Analyse.
5. Anhang: Der Anhang enthält den Originalwortlaut des „Kommissarbefehls“ vom 6. Juni 1941 sowie die zugehörigen Richtlinien.
Schlüsselwörter
Kommissarbefehl, Unternehmen Barbarossa, Vernichtungskrieg, Wehrmacht, Nationalsozialismus, Völkerrecht, Bolschewismus, politische Kommissare, Rote Armee, Kriegsverbrechen, Ideologie, NS-Führung, Ostfeldzug, Geschichte, Quelleninterpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, dem Inhalt und den Auswirkungen des sogenannten „Kommissarbefehls“ der Wehrmacht vom Juni 1941 im Kontext des Zweiten Weltkriegs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Beteiligung der Wehrmacht an Vernichtungsbefehlen, die ideologische Vorbereitung des Krieges gegen die Sowjetunion und die Missachtung völkerrechtlicher Standards.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Rolle der Wehrmacht bei der Beseitigung politischer Gegner durch den Kommissarbefehl zu beleuchten und den systematischen Bruch mit moralischen und rechtlichen Normen historisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, ergänzt durch eine kontextuelle Einordnung anhand historischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Quellenkritik, die inhaltliche Interpretation des Befehls und die Einordnung in den historischen Kontext, inklusive der Entstehungsgeschichte und Folgen für die Truppe.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kommissarbefehl, Wehrmacht, Vernichtungskrieg, Bolschewismus und Völkerrechtsbruch.
Warum wird im Dokument betont, dass der Befehl „angepasst“ wurde?
Der Text erläutert, dass die Formulierungen während der Entstehung mehrfach geglättet wurden, um rechtliche Bedenken innerhalb der Truppe auszuräumen und den Befehl als notwendige Maßnahme darzustellen.
Was war das Schicksal der Verantwortlichen für diesen Befehl?
Die verantwortlichen Militärs wurden nach dem Krieg in OKW-Prozessen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt und zu teils hohen Haftstrafen oder dem Tod verurteilt.
- Quote paper
- Martin Jürgen (Author), 2004, Quelleninterpretation zum Thema: Der Kommissarbefehl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61558