Der Krieg im Osten vom Unternehmen "Zitadelle" bis zur Operation "Bagration"


Hausarbeit, 2005

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung der Ostfront vom Unternehmen „Zitadelle“ bis zur russischen Sommeroffensive 1944

3. Die Operation „Bagration“
3.1. Der Verlauf der Operation „Bagration“ und der Zerfall der Heeresgruppe Mitte
3.2. Folgen der Operation „Bagration“

4. Die Rolle der Partisanen beim Vormarsch der Roten Armee

5. Fehlentscheidungen auf deutscher Seite

6. Fazit

7. Literaturangaben

8. Anhang

1. Einleitung

Am 22. Juni 1941 startete das deutsche Unternehmen „Barbarossa“ und damit der Vernichtungskrieg. Hitler wollte den bolschewistischen „Untermenschen“ unterwerfen und Raum für sein eigenes Volk schaffen. Die ersten Kriegsmonate waren von militärischen Siegen und einem schnellen Vormarsch geprägt, der Gegner wurde quasi überrannt. Das Blatt wendete sich im Winter 1942/1943 mit der Niederlage von Stalingrad, wo etwa 150.000 deutsche Soldaten fielen und weitere 90.000 Soldaten in Gefangenschaft gerieten. Die Wehrmacht hatte im Osten die Initiative verloren, ein letzter Versuch war das Unternehmen „Zitadelle“ im Sommer 1943.

In der folgenden Arbeit werde ich mich den Entwicklungen an der Ostfront im Zeitrahmen Sommer 1943 bis Sommer 1944 und dem Verlauf der verschiedenen russischen Offensiven beschäftigen. Besondere Bedeutung kommt der Operation „Bagration“, der russischen Sommeroffensive von 1944, bei. In diesem Zusammenhang beschäftige ich mich mit dem Zerfall der Heeresgruppe Mitte, den Gründen hierfür und ihren Folgen. Weiterhin werde ich die Rolle der Partisanen beim russischen Vormarsch untersuchen und der Frage nachgehen, inwieweit die Entscheidungen und Weisungen Hitlers, der seit der Entlassung von Generalfeldmarschall von Brauchitsch im Winter 1941 Oberbefehlshaber des Heeres war, zum schnellen Vormarsch der russischen Armee beitrugen.

Die Literaturlage zu diesem Thema ist gut, es sind bis heute zahlreiche Publikationen erschienen. Ich beziehe mich hauptsächlich auf Veröffentlichungen von Lothar Gruchmann, Alexander Werth, Andreas Hillgruber und Thomas Kröker.

Im Anhang befindet sich eine Karte, um den Vormarsch der Roten Armee zu veranschaulichen.

2. Entwicklung der Ostfront vom Unternehmen „Zitadelle“ bis zur russischen Sommeroffensive 1944

Die letzte große deutsche Offensive, das Unternehmen „Zitadelle“, zur Begradigung des Frontbogens bei Kursk begann am 5. Juli 1943[1]. Die Offensive startete unter Einsatz zweier neuer Panzertypen, dem „Tiger“ und dem „Panther“, mit einer Zangenbewegung von Orel und Bjelgorod aus gegen die russischen Stellungen. Bereits nach wenigen Tagen hatte sich der deutsche Angriff in einem von der Roten Armee angelegten System aus Gräben und Panzersperren festgefahren. Nach nur 8 Tagen wurde das Unternehmen wegen der Landung der Alliierten auf Sizilien und einer russischen Gegenoffensive auf Orel eingestellt.

Am 17. Juli startete die russische Sommeroffensive auf einem 600 km breiten Frontabschnitt mit einem Zangenangriff gegen den Mius – Donez – Bogen, sie führte zur Gewinnung des Isyum – Brückenkopfes und zum Rückzug der Wehrmacht hinter die „Hagen – Stellung“ östlich von Brjansk. Anfang August folgte der Angriff gegen Bjelgorod und wenig später ein Vorstoß über Charkov in Richtung Dnjepr. Am 22.8. musste die bereits zweimal von den Deutschen eroberte Stadt Charkov aufgegeben werden, kurz darauf durchbrach die Rote Armee die deutsche Front. Hitler gestattete die Räumung des Donez – Gebietes und ließ seine Truppen an den unteren Dnjepr zurück weichen. Der Vormarsch der „Russen“ wurde jedoch durch das von Hitler befohlene Mittel der „verbrannten Erde“ erschwert, das bedeutet die Mitnahme oder Zerstörung aller Transportmittel sowie aller Unterkunfts- und Deckungsmöglichkeiten. Außerdem wurde die wehr- und arbeitsfähige Bevölkerung zwangsweise hinter die Front zurückgeführt. Nach einem erneuten Frontdurchbruch der Roten Armee auf dem Gebiet der Heeresgruppe Mitte zogen sich Ende September alle deutschen Armeen hinter die „Panther – Linie“, das heißt hinter den Dnjepr zurück. Damit war das Donez – Becken befreit.

Die russische Herbstoffensive begann mit am 23.10.1943 mit dem Vordringen in Richtung Dnjepr – Mündung am Schwarzen Meer. Die 17. Armee, die auf der Krim stationiert war, wurde darauf hin vom Rest des deutschen Heeres abgeschnitten. Danach stießen die „Russen“ weiter in Richtung rumänische Grenze. Ihr Ziel war es, den Südflügel der Front von den Nachschublinien östlich der Karpaten abzuschneiden und gen Rumänien zu treiben. Bei ihrem Vorstoß drang die Rote Armee insgesamt 130 km vor und nahm die Stadt Shitomir. Für die Deutschen bestand nun die Gefahr eines breiten Durchbruchs der Roten Armee, bei der eine riesige Lücke zwischen Heeresgruppe Mitte und Süd entstehen würde. Durch die Verlagerung von Kräften in den Norden der Heeresgruppe Süd konnte jedoch vorerst schlimmeres verhindert und Shitomir zurück erobert werden. Die Hauptkampfhandlungen während der Herbstoffensive beschränkten sich auf den südlichen Frontabschnitt, im Norden kam es lediglich zu kleineren Fesselangriffen, um die dortigen Kräfte zu binden.

Die personelle und materielle Übermacht der Roten Armee wurde bei dieser Offensive mehr als deutlich. Den 177 deutschen Divisionen, die ausgedünnt und so gut wie ohne Reserven waren, standen 860 kampfstarke russische Verbände mit nahezu frei verfügbaren Reserven gegenüber. Nicht nur, dass das Ostheer personell unterlegen war, ihm wurde auch die personelle und materielle Unterstützung entzogen. Hitler hatte am 3. November die „Weisung Nr. 51“ erlassen und damit dem westlichen Kriegsschauplatz Priorität eingeräumt. Er rechnete mit einer baldigen Landung der Alliierten in Westeuropa.

Die russische Winteroffensive begann am Heiligabend des Jahres 1943. Die Rote Armee durchbrach die deutsche Front im Raum Kiew, nahm Shitomir erneut und kämpfte sich nach Westen bis hinter die polnisch – sowjetische Grenze von 1939 vor. Nach 300 km stoppte sie und schwenkte nach Süden. Der Generalfeldmarschall Erich von Manstein forderte daraufhin von Hitler den Dnjepr – Bogen räumen zu lassen, um dem russischen Durchbruch entgegenwirken zu können. Hitler, der die Erzgruben in diesem Gebiet nicht aufgeben wollte, kam dieser Forderung nicht nach, entsandte jedoch eine Division zur Unterstützung. Mit Hilfe dieser zusätzlichen Division konnte von Manstein die Sowjet-Armee schließlich zurück treiben. Im Bereich der Heeresgruppen Mitte und Nord errichtete man ein großflächiges System aus Panzersperren, Gräben und Bunkern, um den Vormarsch der „Russen“ zu verlangsamen. Die schwersten Kämpfe gab es indes in der Ukraine, dem südlichen Frontabschnitt. Hier lagen sich an einem etwa 400 km breiten Frontabschnitt die stärksten Verbände beider Seiten gegenüber, insgesamt etwa 4 Millionen Soldaten. Anfang Februar 1944 unternahm die Rote Armee einen Zangenangriff gegen den Dnjepr – Bogen, dem die Wehrmacht nicht standhalten konnte. Die Erzgruben, die wenige Wochen zuvor gehalten werden sollten, mussten in Folge des Angriffes nun doch geräumt werden. Die „Russen“ hatten die Wehrmacht weit zurück getrieben, ein Teil der Front verlief mittlerweile fast gerade von West nach Ost. Eine Verkürzung der Front zugunsten einer Begradigung der Front von Nord nach Süd wurde von Hitler nicht gestattet. Die Folge waren verheerende Niederlagen der Heeresgruppe A und Süd.

Im Norden trieben seit Januar 3 sowjetische Armeen die personell stark geschwächte Heeresgruppe Nord - ihr fehlten mittlerweile 17 Divisionen – bis zur Grenze zum Baltikum zurück und befreiten das seit fast 900 Tagen belagerte Leningrad. Zur gleichen Zeit erließ Hitler seinen Führerbefehl Nr. 11 mit dem bestimmte Städte zu „festen Plätzen“ erklärt werden, die dann unbedingt bis zum letzten gehalten werden sollen. Doch dazu an späterer Stelle mehr.

[...]


[1] Im folgenden Kapitel über den Verlauf der Ostfront und die russischen Offensiven von Juli 1943 bis Juni 1944 beziehe ich mich ausschließlich auf:

Gruchmann, Lothar: Der Zweite Weltkrieg, Kriegführung und Politik. S.246 ff.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Krieg im Osten vom Unternehmen "Zitadelle" bis zur Operation "Bagration"
Hochschule
Universität Rostock
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V61565
ISBN (eBook)
9783638549974
ISBN (Buch)
9783638758307
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg, Osten, Unternehmen, Zitadelle, Operation, Bagration
Arbeit zitieren
Martin Jürgen (Autor), 2005, Der Krieg im Osten vom Unternehmen "Zitadelle" bis zur Operation "Bagration", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61565

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