Bildung im Kindergarten


Seminararbeit, 2006

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung

2.Der Kindergarten als Bildungseinrichtung
2.1.Bildung im Kindergarten
2.2.Der Bildungsauftrag des Kindergartens

3.Die veränderte Kindheit
3.1. Veränderte Aufgaben und Ziele der Kindergartenarbeit

4.Die Pyramide – die Methode

5.Schluss:

6.Literatur

7. Erklärung über die Urheberschaft meiner schriftlichen Arbeit

Bildung im Kindergarten

1.Einleitung

Mit dem Übergang der industriellen Gesellschaft in die so genannte Wissensgesellschaft ist Wissen zur zentralen Ressource für den Wertschöpfungsprozess geworden. Um mit den fortlaufenden Veränderungsprozessen Schritt zu halten, ist es erforderlich, sich immer wieder neues Wissen anzueignen. Kompetenzen zur Wissensaneignung werden somit zur zentralen Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können; lernmethodische Kompetenzen werden zu Schlüsselqualifikationen, die zum Erwerb dieses Wissens unabdingbar sind. Dabei ist allerdings Wissen mehr als nur Information, die bei Bedarf abgerufen werden kann; es umfasst auch die Fähigkeit, mit den Informationen Probleme konstruktiv und flexibel lösen zu können.

Lernen im Vorschulalter findet in verschiedenen Bildungsräumen statt und umfasst sowohl die Entwicklung und Schulung verschiedener Fähigkeiten durch formale Bildung als auch die Aneignung von Kenntnissen und Erschließung der Welt durch informelle Bildung. Das Lernen beinhaltet sowohl den Prozess der Selbstgestaltung und Eigenaktivität ,der sich über das ganze Leben erstrecken kann, als auch einen Prozess der Bildung und Wissensvermittlung durch Dritte.

Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, sich einen Überblick über den aktuellen Bildungsstand in dem deutschen Kindergarten in der Zeit nach den Ergebnissen der PISA zu verschaffen. - Studie. von 2002. Es wird versucht festzustellen, ob der Kindergarten seinen Platz als erste Stufe des Bildungssystems in Deutschland belegt.

Es werden, erwähnt aber nicht ausführlich analysiert, Probleme wie das niedrige Ausbildungsniveau der Fachkräfte, die starke Deregulierung im System und die fehlende Forschung im Kindergarten. Und das alles in bezug auf ein neues Bild des Kindes und die veränderten Aufgaben des Kindergartens. Zur Veranschaulichung wird es auch der Versuch für ein Vorschulprogramm, nämlich die Pyramide-Methode vorgestellt.

2.Der Kindergarten als Bildungseinrichtung

Nach den Ergebnissen der PISA - Studie wird immer wieder auf die Bedeutung der Vorschulzeit verwiesen. In der Bildungsdebatte wird auch der Vorschulbereich einbezogen. Den Kindergarten sollte man als erste Stufe des Bildungssystem anerkennen, denn in dieser Zeit werden die Grundbausteine für die kindliche Leistungsfähigkeit gelegt. Es ist schwer zu definieren, was genau unter Bildung im Kindergarten zu verstehen ist. Bildungsinhalte lassen sich nicht in überprüfbare Wissensbestände oder in einem „Wissenskanon“ erschöpfen. Bildung im Kindergarten ist in Prozessen konstruiert. Die Kinder bestimmen für sich, welche Bedeutungen das für sie hat, was sie erleben, in der sie also Sinn stiften, wobei sie auf ihr bereits vorhandenes Wissen zurückgreifen und ihr neu hinzugewonnenes Wissen ablagern. Manche Forscher vertreten die Meinung, dass Wissensaneignung von jungen Kindern vor allem dann unterstütz werden kann, wenn man weiß, wo genau das Kind gerade steht und was es schon zu begreifen vermag und welche Einsichten ihm noch nicht möglich sind. Wird das nicht beachtet, die von Seiten der Erwachsenen unternommenen Anstrengungen Bildungsprozesse der Kinder zu unterstützen, bleiben umsonst. G. Schäfer ist aber anderer Meinung: „ das Kind, von dem hier gesprochen wird, steht nicht irgendwo und wartet, bis es abgeholt wird, sondern es bewegt sich mit seinen Fähigkeiten selbstständig in seiner Welt und macht sich Bilder davon. Wir können also die Kinder nicht an einer bestimmten Stelle abholen, sondern wir müssen ihnen in ihren Welten begegnen.“1 Also daraus folgt, dass der Kindergarten als Bildungseinrichtung, den Kindern Räume zum Erforschen, Ausprobieren und Erleben bereiten soll und sie von gut ausgebildete Fachkräfte betreuen lassen, die ihre Welt, Interessen und Entwicklungen kennen und über die Fähigkeit verfügen es den Kindern zu vermitteln. Bildung soll ein verbindlicher Bestandteil der pädagogischen Konzeption jeder Kindertageseinrichtung sein und deutlich machen, wie die Bildung der Kinder begleitet, gefördert und kritisch überprüft wird. Der Bildungsprozess muss dokumentiert und das gesamte Bildungskonzept den Eltern näher gebracht werden.

In vielen Länder sind die Kindereinrichtungen als erste Bildungsstufe organisiert und erfüllen die Funktionen der eigentlichen Bildung und zwar: Organisieren, Unterrichten, Planen und Beraten. Die Lehrkräfte verfügen über Hochschulausbildung. In Deutschland ist das noch weit weg von der Realität.

2.1.Bildung im Kindergarten

In der tätigen Aneignung der Welt bildet sich auch das Kind. Bildung ist damit mehr als Information und mehr als Wissen; sie ist auch Erfahrung, die zu vorausschauendem und kompetentem Handeln befähigt. Indem das Kind ein Bild von der Welt erarbeitet, erarbeitet es auch ein Bild von der eigenen Person und entwickelt in diesem Selbstfindungsprozess seine soziale Identität. Wegen dieser wichtigen entwicklungspsychologischen Prozesse soll frühkindliche Bildung auch in Zukunft nicht darauf hinauslaufen, schulische Bildungsangebote vorzuverlagern (wie etwa der frühzeitige Umgang mit Zahlen und Buchstaben). Frühkindliche Bildung sollte eher Möglichkeiten erschließen, um die Entwicklung von Kompetenzen zu fördern, die eine Basis für die spätere schulische Entwicklung bilden. Da Bildungs- und Betreuungsangebote nur dann von den Kindern richtig wahrgenommen werden können, wenn sie in gut funktionierende Beziehungsstrukturen eingebettet sind, ist es für eine allgemeine Bildungsbereitschaft vor allem wichtig, dass das Kind soziale Beziehungen aufbaut und sich in diesen Beziehungen emotional sicher fühlt, um sie für die Wissensaneignung aktiv nutzen zu können. Bildung im Kindergarten bedeutet sowohl einen Prozess des kognitiven, moralischen, sozialen und emotionalen Lernens als auch das Resultat eigener "Studien".

Die moderne Pädagogik versteht heute unter Bildung "die Anregung aller Kräfte eines Menschen, damit sie sich entfalten (...) und zur tätigen Aneignung der Welt und einer sich selbst bestimmenden Individualität führen. Im Gegensatz zur Erwachsenen-Bildung, bei der das Bildungsangebot unmittelbar auf das Bildungsziel ausgerichtet werden kann, ist es in der frühen Kindheit und Vorschulzeit von entscheidender Bedeutung, in welcher Art und Weise die Vermittlung von Bildung auf die Bedürfnisse und die wachsenden Kompetenzen des Kindes Bezug nimmt. Es ist deshalb unstrittig, dass die Programmatik pädagogischen Handelns nur vom Kind ausgehen kann. Bildungs- und Betreuungskonzepte müssen infolgedessen die altersbedingten Besonderheiten – und zwar nicht nur in der Denkentwicklung, sondern auch in der Emotions- und Verhaltensentwicklung des Kindes – reflektieren.

Bildung im Kindergarten bedeutet noch : Das Kind will sich ein Bild von der Welt schaffen, erweitern und differenzieren. Das Kind will Zusammenhänge verstehen, und es will das, was um es herum geschieht, aufnehmen und zu inneren Bildern verarbeiten, das heißt,. Vorstellungen entwickeln. Für all das soll das Alltagsgeschehen innerhalb der Kindertageseinrichtung den Kindern vielfältige Erfahrungsräume zum Erforschen der Welt eröffnen. Bildung im Kindergarten umfasst viele Aspekte der Erwachsenenbildung. In Bildungsprozessen erlernen Kleinkinder die Sprache und entwickeln immer mehr Verständnis für deren Begriffe, Symbole, Bedeutungen und Kategorien - eine differenzierte Sprache fördert ein differenziertes Verstehen Durch Eigenaktivität und Selbsttätigkeit, aus eigener Motivation heraus, erkunden und erschließen sie ihre Welt, nehmen Kontakt zu anderen Menschen auf und lernen von ihnen - sie bilden sich selbst. In Bildungsprozessen entwickeln sich ihre einzigartige Persönlichkeit, ihr Charakter, ihre Identität, ihre Individualität.

[...]


1 Schäfer, Gerd: Bildung beginnt mit der Geburt 2004, 13

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Bildung im Kindergarten
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Proseminar
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V61609
ISBN (eBook)
9783638550345
ISBN (Buch)
9783638797238
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung, Kindergarten, Proseminar
Arbeit zitieren
Genka Yankova (Autor), 2006, Bildung im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61609

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