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Bauerngarten - Tradition oder Erfindung

Title: Bauerngarten - Tradition oder Erfindung

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Sina Neumann (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Der „Bauerngarten“ – Tradition oder Erfindung? erscheint auf den ersten Blick eine Frage, die keiner Antwort bedarf. In einer Umfrage würde die Mehrheit der Befragten ohne viel überlegen zu müssen ein relativ homogenes Bild von einem „Bauerngarten“ entwerfen. Ein Meer aus Blumen, Gemüse und Kräuter zum Würzen, zwar in Beeten voneinander abgegrenzt, jedoch die Arten recht willkürlich im Garten vermischt, alte Sorten vor allem, ausgetretene Wege eventuell mit Holz ausgelegt, eine Vogelscheuche, ein alter Holzzaun und hier und da etwas Altes, Vergessenes oder Verrostetes, alles wahnsinnig idyllisch und scheinbar schon immer existent, über Jahre im Familienbesitz … die Beschreibung könnte so weiter geführt werden. Die Vermutung liegt also nahe, dass die Antwort nur „Tradition“ lauten kann.


Zu Beginn der Arbeit soll zunächst ein Einblick in die allgemeine Geschichte des Gartens gegeben werden. Daran anschließend wird immer mehr der Begriff des bäuerlichen Gartens eingeführt und damit eine Übersicht über seine Entwicklung seit seiner „Entstehung“ bis zum heutigen Tag angegliedert. Einen weiteren Abschnitt und das Kernstück dieser Arbeit stellt die Geburt und Renaissance des Typus „Bauerngarten“ im 19. Jahrhundert dar wie er neuzeitlich gebraucht wird und seine Präsenz in den jeweiligen Jahrzehnten bis in die heutige Zeit. Der Bezug zum bäuerlichen Garten soll dabei nicht aus den Augen gelassen werden. Als bereichernde Basisliteratur ist hier vor allem der Beitrag von Doris Schulmeyer-Torres „Bauerngärten. Historische Entwicklung und Charakterisierung des aktuellen Artenbestandes der ländlichen Gärten in West-Mitteleuropa anhand ökologischer und historisch-geografischer Merkmale“ zu nennen. So wird sich schließlich zeigen, ob der manifestierte Begriff des „Bauerngarten“ einer Tradition entspringt oder eine Erfindung der Neuzeit und somit ein künstlicher Begriff ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte des bäuerlichen beziehungsweise ländlichen Gartens und des „Bauerngartens“

2.1. Der bäuerliche beziehungsweise ländliche Garten bis zum Mittelalter

2.2. Der bäuerliche beziehungsweise ländliche Garten im Mittelalter

2.3. Der bäuerliche beziehungsweise ländliche Garten des 19. Jahrhunderts und die Entstehung des „Bauerngartens“

2.4. Der „Bauerngarten“ im Nationalsozialismus

2.5. Der bäuerliche beziehungsweise ländliche Garten in der Nachkriegszeit

2.6. Der „Bauerngarten“ zur Zeit des Wirtschaftswunders

2.7. Der „Bauerngarten“ seit dem Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre

3. Die Pflanzenwelt des „Bauerngarten“

4. Die mögliche Gestaltung des „Bauerngarten“

6. Die Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Bauerngartens, um zu klären, ob es sich dabei um eine authentische Tradition oder um eine bürgerliche Erfindung der Neuzeit handelt, die als Idealbild einer "heilen Welt" instrumentalisiert wurde.

  • Historische Evolution des ländlichen Gartens vom Mittelalter bis zur Moderne.
  • Die Entstehung des Typus "Bauerngarten" im 19. Jahrhundert als bürgerliche Neuerfindung.
  • Einfluss gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Faktoren auf die Gartengestaltung.
  • Analyse der Pflanzenwahl und der gestalterischen Prinzipien von Bauerngärten.
  • Vergleich zwischen traditioneller bäuerlicher Selbstversorgung und idealisierter Gartenästhetik.

Auszug aus dem Buch

2.3. Der bäuerliche beziehungsweise ländliche Garten des 19. Jahrhunderts und die Entstehung des „Bauerngarten“

Ende des 19. Jahrhunderts unterliegt Deutschland einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturwandel. Die technisch-industrielle Revolution und Bevölkerungsvermehrung prägen Stadt und Land. Daraus folgen Massenarbeitslosigkeit und Massenarmut und es kommt zur Landflucht. Daraus resultieren schließlich eine Idealisierung des Lebens auf dem Land und die feindliche Einstellung gegenüber der Großstadt in der Literatur und in der Folge auch in der (Garten)kunst. Die Lebensmittelknappheit und der fehlende Wohnraum sowie stetig steigende Zahl der Bevölkerung führen zu einem Umdenken auch im Bereich Gartengestaltung. Der Garten ist Symbol der Hoffnung Probleme einschränken beziehungsweise beheben zu können. Er soll von nun an „sachlich“, „benutzbar“, „zweckmäßig“ und „regelmäßig“ sein und zusammen mit dem Haus eine „architektonische Einheit“ bilden. Der „Hausgarten“ als Nutzgarten findet also seinen Zweck in der Selbstversorgung.

Nach vielen Forschungsreisen in andere Länder werden botanische Gärten immer beliebter, um die neu erworbenen Pflanzen und Erkenntnisse darbieten zu können. In einem von diesen „Idealgärten“ in Hamburg, der auf relativ kleiner Fläche nahezu alle möglichen Richtungen von Gartenkulturen vereint, entsteht 1913 der erste weithin bekannte „typische Bauerngarten“, der „Muttergarten“ aller heutigen „Bauerngärten“ also. Nach ihm orientieren sich die Menschen und sie kopieren seine artifizielle Form, ein Typus also, den es so zuvor nie gegeben hat. Es handelt sich um eine Fläche mit Nutz-, Heil- und Zierpflanzen nach ästhetischen Gesichtspunkten geordnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung formuliert die zentrale Fragestellung, ob der Bauerngarten eine gewachsene Tradition oder eine künstliche Erfindung ist, und skizziert das methodische Vorgehen der Untersuchung.

2. Die Geschichte des bäuerlichen beziehungsweise ländlichen Gartens und des „Bauerngartens“: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des ländlichen Gartens von der germanischen Siedlungszeit über das Mittelalter bis hin zur modernen, bürgerlich geprägten "Bauerngarten"-Ideologie in verschiedenen Epochen.

3. Die Pflanzenwelt des „Bauerngarten“: Hier wird die botanische Vielfalt und die ökologische Symbiose verschiedener Pflanzengruppen als wesentliches Merkmal des ländlichen Gartens dargelegt.

4. Die mögliche Gestaltung des „Bauerngarten“: Dieses Kapitel erläutert die formalen und gestalterischen Grundregeln, wie Wegführung, Beetanordnung und Ausstattung, die einen Bauerngarten charakterisieren.

6. Die Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der moderne Bauerngarten ein bürgerliches Konstrukt darstellt, das aus Nostalgie und dem Bedürfnis nach Heimatbewahrung entstanden ist.

Schlüsselwörter

Bauerngarten, Gartenbau, Kulturgeschichte, Tradition, Erfindung, Landleben, Selbstversorgung, Bürgertum, Gartenästhetik, Pflanzenkunde, Siedlungsgeschichte, Nostalgie, Heimat, Gartenkunst, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Herkunft des Bauerngartens und prüft, ob es sich dabei um eine historisch gewachsene Tradition oder eine im 19. Jahrhundert entstandene bürgerliche Erfindung handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gartenbaugeschichte, der soziokulturellen Bedeutung von Gärten in verschiedenen Epochen sowie der ästhetischen und praktischen Gestaltung ländlicher Gärten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Unterschied zwischen dem authentischen ländlichen Nutzgarten und dem idealisierten, oft romantisch verklärten Bild des "Bauerngartens" herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Literaturanalyse, bei der durch die Auswertung kulturhistorischer und gärtnerischer Quellen die Entwicklung des Gartenbegriffs nachgezeichnet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der Gartenentwicklung vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert sowie eine detaillierte Beschreibung der spezifischen Pflanzenwelt und Gestaltungselemente des Bauerngartens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bauerngarten, Tradition, Erfindung, Selbstversorgung, bürgerliche Idealisierung, Gartenkultur und historische Entwicklung.

Wie unterschied sich der frühe ländliche Garten von der heutigen Vorstellung?

Während der frühe Garten primär der reinen Lebensnotwendigkeit und Selbstversorgung diente, ist der moderne "Bauerngarten" meist ein gestalterisch geplantes, ästhetisch motiviertes Projekt des Bürgertums.

Welchen Einfluss hatte das Bürgertum auf das Bild des Bauerngartens?

Das Bürgertum instrumentalisierte den Bauerngarten ab dem 19. Jahrhundert als Fluchtpunkt in eine vermeintlich "heile Welt" und schuf durch Katalogisierung und Idealisierung eine künstliche Gartenform, die wenig mit der bäuerlichen Realität gemein hatte.

Welche Rolle spielten politische Strömungen wie der Nationalsozialismus für den Bauerngarten?

Im Nationalsozialismus wurde der Bauerngarten ideologisch für die Propaganda der "Liebe zur Scholle" und der wirtschaftlichen Unabhängigkeit instrumentalisiert, wodurch er seinen ursprünglichen Charakter verlor.

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Details

Title
Bauerngarten - Tradition oder Erfindung
College
http://www.uni-jena.de/  (Volkskunde/Kulturgeschichte)
Course
Kompaktseminar "Gartenkultur"
Grade
2,0
Author
M.A. Sina Neumann (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V61626
ISBN (eBook)
9783638550468
ISBN (Book)
9783638792813
Language
German
Tags
Bauerngarten Tradition Erfindung Kompaktseminar Gartenkultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Sina Neumann (Author), 2005, Bauerngarten - Tradition oder Erfindung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61626
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