Objektorientierte Datenbanksysteme1 (OODBS) sind im Laufe der 80er Jahre entwickelt worden und seit dem Jahr 1987 kommerziell verfügbar. Mit OODBS versucht man heute die Komplexität vieler Anwendungen in den Griff zu bekommen. Doch gibt es im Gegensatz zu relationalen Datenbanksystemen kein allgemein einheitliches Datenmodell, das allen OODBS zugrundeliegt. OODBS beinhalten eine Kombination von Konzepten aus Programmiersprachen und Datenbanksystemen. Die Entwicklung von objektorientierten Datenbanksystemen2 begann in beiden Gebieten, dem der semantischen Datenbanksysteme und dem der objektorientierten Programmiersprachen, sowie späteren Neuentwicklungen. Die Entwicklung objektorientierter Datenbanken stellt den bisher letzten Schritt in der Datenbank-Evolution dar und schafft die Grundlage für die objektorientierte Datenverarbeitung.
Beispiele für die unterschiedlichen Entwicklungsrichtungen von OODBS:
Erweiterung objektorientierter Programmiersprachen mit Datenbank Konzepten (OOPLs: z.B.: ObjektStore, GemStone, u.a.) um:
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Bedeutung Objektorientierter Datenbanksysteme
1.1. Einleitung
1.2. Vorteile Objektorientierter Datenbanksysteme
1.3. Anwendung Objektorientierter Datenbanksysteme
2. Inhalt Objektorientierter Datenbanksysteme
2.1. Definition Objektorientierter Datenbanksysteme
2.2. Anforderungen an Objektorientierte Datenbanksysteme
2.3. Konzepte und Eigenschaften Objektorientierter Datenbanksysteme
2.4. Grundprinzipien von Objektorientierte Datenbanksystemen
2.5. Objektorientierte Datenbanksprachen
2.6. Das Model OODBS
2.7. Interne Ebene und Speicherstruktur eines Objektorientierten Datenbanksystems
2.8. Der ODMG Standard
3. Beispiel Objektorientierter Datenbanksysteme
3.1. Fallszenario: Objektorientierte Datenbanksysteme: Anwendung im Klinikbereich
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen, die funktionale Bedeutung sowie praktische Einsatzmöglichkeiten von objektorientierten Datenbanksystemen (OODBS). Ziel ist es, die Architektur dieser Systeme darzustellen und ihre Eignung für komplexe Anforderungen, insbesondere im Krankenhausmanagement, zu evaluieren.
- Grundkonzepte und Definitionen von OODBS
- Vergleich zwischen objektorientierten und relationalen Datenbanksystemen
- Architekturschichten und Speicherstrukturen
- Standardisierungsansätze wie der ODMG-Standard
- Anwendungsbeispiele und Zukunftsperspektiven in der Telemedizin
Auszug aus dem Buch
2.1. Basisdefinition eines Objektorientierten Datenbanksystems
Ein objektorientiertes Datenbanksystem ist ein System, das • auf einem objektorientierten Datenbankmodell mit Strukturteil, Operationenteil und höheren Konzepten basiert • auf der konzeptuellen Ebene durch neue Datentypen und neue Funktionen erweiterbar ist • weitere Datenbank-Eigenschaften besitzt wie -Persistenz (Objekte sollen dauerhaft gespeichert werden können), -Speicherungsstrukturen und Zugriffspfade -Transaktionen und Currency-Control-Komponenten sowie -Recovery-Mechanismen und neben den Operationen des Operationsteils (Anfrage- und Datenmanipulationssprache) auch eine komplette Programmierumgebung beinhaltet.
Neben dieser von A. Heuer verfaßten Definition kann man ein OODBS bildhafter beschreiben, als einen flexiblen Datenbanktyp, der den Einsatz von abstrakten Datentypen, Objekten sowie Klassen unterstützt und eine Vielzahl unterschiedlicher Datenarten speichern kann, neben Texten und Zahlen auch Klänge, Videos und Grafiken.
Einige objektorientierte Datenbanken erlauben es, Daten auch außerhalb der physikalischen Datenbank (Datei) unterzubringen, was häufig wünschenswert ist, wenn die Dateien sehr groß werden. Dies ist beispielsweise in Verbindung mit Videodateien der Fall (z.B. Anwendung im Klinikbereich, siehe Kapitel 3. Fallszenario, Klinikanwendung).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedeutung Objektorientierter Datenbanksysteme: Dieses Kapitel führt in die Entstehung und Entwicklung von OODBS ein und beleuchtet deren Vorteile sowie grundlegende Anwendungsgebiete.
2. Inhalt Objektorientierter Datenbanksysteme: Hier werden die theoretischen Grundlagen, Anforderungen, Architekturkomponenten und die Spezifikationen nach dem ODMG-Standard detailliert definiert.
3. Beispiel Objektorientierter Datenbanksysteme: Das Kapitel veranschaulicht anhand eines Fallszenarios in der Klinikanwendung, wie OODBS in der Praxis eingesetzt werden können und welche Herausforderungen dabei bestehen.
Schlüsselwörter
Objektorientierte Datenbanksysteme, OODBS, Datenbankmanagement, Objektidentität, Vererbung, Kapselung, Polymorphismus, Persistence, ODMG-Standard, Krankenhausmanagement, Telemedizin, Java, Datenmodellierung, Software-Architektur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Analyse objektorientierter Datenbanksysteme (OODBS), ihren theoretischen Grundlagen, ihrer Funktionsweise und ihrem potenziellen Einsatz in komplexen technologischen Umgebungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Prinzipien der Objektorientierung in Datenbanken, den Unterschieden zu traditionellen relationalen Systemen, der Systemarchitektur und der praktischen Implementierung in klinischen Informationssystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für den Nutzen objektorientierter Datenmodelle zu schaffen und aufzuzeigen, wie diese zur Bewältigung komplexer Datenstrukturen beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die technische Konzepte durch Definitionen, strukturelle Beschreibungen und ein praxisnahes Fallszenario erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basisdefinition, die Erläuterung technischer Eigenschaften wie Vererbung und Polymorphismus sowie eine Fünf-Schichten-Architektur für OODBS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind OODBS, Objektidentität, Datenkapselung, Persistenz, ODMG-Standard und medizinische Informatik.
Warum ist das ODMG-Standard-Modell für OODBS wichtig?
Der ODMG-Standard dient dazu, die fehlende einheitliche Definition von OODBS zu überbrücken und eine gemeinsame Spezifikation für Objektmodelle und Abfragesprachen zu schaffen.
Welchen Vorteil bietet das OODB-Modell speziell für Krankenhäuser?
Das Modell ermöglicht eine bessere Skalierbarkeit, eine effiziente Verteilbarkeit von medizinischen Bilddaten und eine nahtlose Kopplung mit objektorientierten Programmiersprachen wie Java.
- Quote paper
- Christine Stocker (Author), 2002, Objektorientierte Datenbanksysteme Inhalt, Bedeutung und Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6165