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Die sprachliche Normalisierung des Katalanischen. Von der „Llei de Normalització Lingüística“ 1983 zur „Llei de Política Lingüística“ 1998

Title: Die sprachliche Normalisierung des Katalanischen. Von der „Llei de Normalització Lingüística“ 1983 zur „Llei de Política Lingüística“ 1998

Term Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Anna Füller (Author)

Romance Studies - Catalan Studies
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Summary Excerpt Details

Spanien ist ein Land, in dem neben dem Kastilischen noch einige andere Sprachen gesprochen werden. Während der Diktatur in Spanien wurden sie unterdrückt und aus dem öffentlichen Leben verbannt, seit dem Ende des Regimes leben sie neu auf.
Die Regierungen der betroffenen Autonomen Regionen Spaniens betreiben alle eine mehr oder weniger umfangreiche, zielgerichtete und erfolgreiche Sprachpolitik zur Förderung der einzelnen Sprachen. In Katalonien wurde 1983 das erste Gesetz zur Normalisierung des Katalanischen erlassen, ihm folgte eine Vielzahl von Dekreten, Erlassen etc. sowie 1998 ein überarbeitetes Gesetz zur Sprachpolitik. Auch dieses hat als formuliertes Ziel die sprachliche Normalisierung des Katalanischen.
Aber wie wird der Begriff der Normalisierung in der katalanischen Gesetzgebung verstanden, mit welchen Inhalten wird er gefüllt?
In dieser Hausarbeit möchte ich versuchen, Theorie und Gesetzgebung zur sprachlichen Normalisierung des Katalanischen zu verbinden und die beiden Gesetze im Hinblick auf die dahinter stehende Theorie der Normalisierung untersuchen.
Dazu wird im ersten Kapitel die Situation der Katalanischen Sprache nach dem Ende des Franco-Regimes kurz anhand einiger Zahlen aufgezeigt.
Das zweite Kapitel gibt eine knappe Übersicht über das in den sechziger und siebziger Jahren entwickelte theoretische Konzept der sprachlichen Normalisierung. Anschließend soll anhand der beiden Gesetze von 1983 und 1998 untersucht werden, wie die Theorie der Normalisierung in der Gesetzgebung verwirklicht wurde und ob (bzw. in welcher Weise) sich die Auslegung des Begriffs über die Zeit verändert hat.
In der Hauptsache stütze ich mich in dieser Arbeit auf die Werke von Thomas Gergen (2000) „Sprachgesetzgebung in Katalonien. Die Debatte um die „Llei de Política Lingüística“ vom 7. Januar 1998“ und Klaus Bochmann et al. 1993: „Sprachpolitik in der Romania.“, sowie auf diverses Material der Generalitat de Catalunya, welches auf deren Internetseite veröffentlicht ist (inklusive der beiden Gesetzestexte, welche ich dieser Arbeit nicht beifüge, da sie öffentlich zugänglich sind).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1: EINLEITUNG

2: DIE SITUATION DER KATALANISCHEN SPRACHE NACH DEM ENDE DES FRANCO-REGIMES: EINIGE ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

3: DAS KONZEPT DER SPRACHLICHEN NORMALISIERUNG

4: EINIGE EINLEITENDE WORTE ZU DEN GESETZEN

DIE „LLEI DE NORMALITZACIÓ LINGÜÍSTICA“ VON 1983

DIE „LLEI DE POLÍTICA LINGÜÍSTICA“ VON 1998

5: ASPEKTE DER NORMALISIERUNG IN DEN GESETZESTEXTEN: EIN VERGLEICH

EL CATALÀ, LLENGUA PRÒPIA

ERWEITERUNG DER ANWENDUNGSBEREICHE

Katalanisierung in der Verwaltung

Katalanisierung im Bildungswesen

Katalanisierung in Medien und Kultur

Katalanisierung in der Wirtschaft

SPRACHEINHEIT MIT ANDEREN KATALANISCHSPRACHIGEN REGIONEN

6: DIE ENTWICKLUNG DER NORMALISIERUNG: EINE RADIKALISIERUNG?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Prozess der sprachlichen Normalisierung des Katalanischen unter besonderer Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen von 1983 und 1998. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das theoretische Konzept der Normalisierung in der katalanischen Gesetzgebung widerspiegelt und ob sich die Auslegung dieses Begriffs über die Zeit hin zu einer stärkeren institutionellen Absicherung verändert hat.

  • Historischer Kontext der katalanischen Sprachsituation nach der Franco-Diktatur
  • Theoretische Fundierung des Konzepts der „sprachlichen Normalisierung“
  • Vergleichende Analyse der „Llei de Normalització Lingüística“ (1983) und der „Llei de Política Lingüística“ (1998)
  • Anwendungsbereiche der Sprachpolitik: Verwaltung, Bildung, Medien, Wirtschaft
  • Diskussion über eine mögliche Radikalisierung oder Bedeutungsverschiebung der Sprachpolitik

Auszug aus dem Buch

Katalanisierung in der Verwaltung

Die Verwaltung ist naturgemäß einer der ersten Bereiche, auf den im Normalisierungsprozess Einfluss genommen werden kann, da die Beschäftigten mehr oder minder direkt der Generalitat unterstellt sind.

Was Gesetze und Verordnungen betrifft, so geben beide Gesetze gleichermaßen vor, dass sie in den beiden offiziellen Sprachen abgefasst sein müssen (LNL: Art. 6 / LPL: Art. 9).

Die Artikel 9 und 10 LPL regeln, dass die Verwaltungssprache Katalanisch sein soll, alle Vorgänge, intern und zwischen einzelnen Verwaltungsorganen auf Katalanisch ablaufen sollen und auch die Kommunikation mit Individuen auf Katalanisch stattfinden soll, sofern die Person nicht ausdrücklich auf Kastilisch besteht. Auch sollen alle Antwortschreiben auf Katalanisch sein, selbst wenn die Anfrage auf Kastilisch gestellt wurde. Einzige Ausnahme: Der oder die Betroffene hat ausdrücklich vermerkt, auf einer kastilischen Antwort zu bestehen.

Eine solche Regelung sieht die LNL noch nicht vor, allerdings muss hier angemerkt werden, dass es bereits im Oktober 1983 in der lokalen Verwaltung Barcelonas ein Dekret gab, welches genau das gleiche vorsah (Brumme 1993: 418,419). Man könnte daraus schließen, dass die Änderung im Gesetz eine Anpassung an die Gegebenheiten war.

Eine bemerkenswerte Entwicklung ist in Bezug auf die Katalanisch-Kenntnisse von Beschäftigen der Verwaltung zu verzeichnen. Während Artikel 24 LNL ihnen Katalanisch-Unterricht garantiert, schreibt die LPL vor, dass alle Beschäftigten beide Sprachen sprechen und schreiben müssen und dass dafür Unterricht angeboten werden muss (LPL: Art. 11).

Zusammenfassung der Kapitel

1: EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die sprachpolitische Situation Kataloniens nach der Diktatur ein und definiert das Ziel, die Theorie der sprachlichen Normalisierung mit den Gesetzen von 1983 und 1998 zu verknüpfen.

2: DIE SITUATION DER KATALANISCHEN SPRACHE NACH DEM ENDE DES FRANCO-REGIMES: EINIGE ZAHLEN, DATEN, FAKTEN: Dieses Kapitel präsentiert statistische Daten zur Verbreitung und Beherrschung des Katalanischen, die einen deutlichen Aufschwung der Sprachkenntnisse nach den ersten gesetzlichen Maßnahmen belegen.

3: DAS KONZEPT DER SPRACHLICHEN NORMALISIERUNG: Hier wird der soziolinguistische Begriff der Normalisierung erläutert, der im katalanischen Kontext als Programm zur Emanzipation der Sprache aus einem Sprachkonflikt verstanden wird.

4: EINIGE EINLEITENDE WORTE ZU DEN GESETZEN: Die zentralen Merkmale und der historische Kontext der „Llei de Normalització Lingüística“ (1983) und der „Llei de Política Lingüística“ (1998) werden hier kurz vorgestellt.

5: ASPEKTE DER NORMALISIERUNG IN DEN GESETZESTEXTEN: EIN VERGLEICH: Das Kernstück der Arbeit vergleicht beide Gesetze hinsichtlich ihrer Anwendung in den Bereichen Verwaltung, Bildung, Medien und Wirtschaft, wobei eine zunehmende Detailtiefe und Verbindlichkeit der Maßnahmen festgestellt wird.

6: DIE ENTWICKLUNG DER NORMALISIERUNG: EINE RADIKALISIERUNG?: Das abschließende Kapitel diskutiert die Bedeutungsverschiebung des Normalisierungsbegriffs hin zu einer stärkeren institutionellen Vorherrschaft des Katalanischen und reflektiert die Auswirkungen auf kastilischsprachige Einwohner.

Schlüsselwörter

Katalanisch, Sprachpolitik, Normalisierung, Llei de Normalització Lingüística, Llei de Política Lingüística, Sprachkonflikt, Generalitat de Catalunya, Kastilisch, Sprachgesetzgebung, Soziolinguistik, Verwaltungssprache, Sprachförderung, Zweisprachigkeit, Spracheinheit, Autonomiestatut.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachpolitische Strategie der katalanischen Regierung nach dem Ende der Franco-Diktatur und untersucht, wie sich die Definition der „sprachlichen Normalisierung“ in zwei zentralen Gesetzen über 15 Jahre hinweg entwickelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Sprachbeherrschung, die theoretische Definition von Normalisierung sowie die praktische Umsetzung in den Bereichen Verwaltung, Schule, Medien und Wirtschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, in welcher Weise die beiden Gesetze von 1983 und 1998 die Theorie der Normalisierung umsetzen und ob eine Entwicklung hin zu einer radikaleren oder verbindlicheren Auslegung des Begriffs stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse der Gesetzestexte sowie einer fundierten Auswertung bestehender soziolinguistischer Literatur und statistischer Daten der Generalitat de Catalunya.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Normalisierungskonzept und einen detaillierten Vergleich der beiden Sprachgesetze, wobei insbesondere die Ausweitung der Anwendungsbereiche (Verwaltung, Bildung, Wirtschaft) analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Katalanisch, Sprachpolitik, Normalisierung, Sprachkonflikt und katalanische Gesetzgebung beschreiben.

Was unterscheidet das Gesetz von 1998 (LPL) maßgeblich von dem Gesetz aus dem Jahr 1983 (LNL)?

Das Gesetz von 1998 ist weitaus detaillierter und verbindlicher; es umfasst strengere Vorgaben für den sozioökonomischen Bereich (Wirtschaft, Werbung) und führt explizite Bedingungen für den Erhalt von Abschlusszeugnissen ein.

Gibt es Anzeichen für eine Radikalisierung der Sprachpolitik?

Die Autorin stellt fest, dass der Normalisierungsbegriff 1998 mit anderen Inhalten gefüllt wurde als 1983 und dass „freiwillige Basis“ zunehmend durch obligatorische Regelungen ersetzt wurde, was den Eindruck einer angestrebten Vorherrschaft des Katalanischen erweckt.

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Details

Title
Die sprachliche Normalisierung des Katalanischen. Von der „Llei de Normalització Lingüística“ 1983 zur „Llei de Política Lingüística“ 1998
College
University of Marburg  (Institut für Romanische Philologie)
Course
PS: Sprachpolitik in Spanien und Lateinamerika: Ziele, Maßnahmen, Diskurse
Grade
1,0
Author
M.A. Anna Füller (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V61690
ISBN (eBook)
9783638550963
ISBN (Book)
9783656816225
Language
German
Tags
Normalisierung Katalanischen Sprachpolitik Spanien Lateinamerika Ziele Maßnahmen Diskurse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Anna Füller (Author), 2005, Die sprachliche Normalisierung des Katalanischen. Von der „Llei de Normalització Lingüística“ 1983 zur „Llei de Política Lingüística“ 1998, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61690
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