Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Sexuelle Aufklärung und Sittenlehre in der Kinder- und Jugendliteratur des 18. Jahrhunderts

Titel: Sexuelle Aufklärung und Sittenlehre in der Kinder- und Jugendliteratur des 18. Jahrhunderts

Hausarbeit , 2006 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Susan Waezi (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung

Kinder sind von Natur aus die neugierigsten Wesen, die es auf der Erde gibt. Sie kommen als „tabula rasa“ - als ein unbeschriebenes Blatt - zur Welt, und gehen dann auf eine sehr lange Entdeckungsreise. Denkt man heute an die Begriffe „Kind“ und „Kindheit“, so verknüpfen viele Menschen etwas beschauliches und unbeschwertes damit, und ordnen sie kleinen hilflosen Wesen zu, die wie eine zarte Blume gehegt und gepflegt werden und deren Lebensweg durch besondere Liebe und Hinwendung auf die Erwachsenenwelt geebnet wird. Die Kindheit und Jugend wird somit als die schönste und unbeschwerteste Zeit, die ein Mensch im Leben haben kann angesehen, aber wie unbeschwert kann sie sein, wenn sie von Moral und Sittenlehre überschattet wird?

Wenn Kinder heutzutage Bücher lesen, dann sind es häufig solche, die zu ihrer Unterhaltung dienen. So gibt es unterschiedliche Buchtypen für die sich Kinder und Jugendliche interessieren können: Erzählungen, Romane, Autobiographien, Bilderbücher, Comics, Krimis, Liebesbücher, Sach- und Geschlechtsbezogene Bücher. Für Heranwachsende besteht somit eine große Auswahl an Literatur für welche sie ihr Interesse nach und nach persönlich entfalten können. Geht man jedoch in die Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur zurück, so wird deutlich, dass es nicht immer eine solche Gattungsvielfalt gegeben hat.

Im Rahmen der folgenden Hausarbeit werde ich mich mit der Kinder- und Jugendliteratur der Frühen Neuzeit befassen, wobei ich besonders auf die Fragestellung eingehen werde, inwiefern den Kindern der damaligen Zeit sexuelle Aufklärung und Sittenlehre literarisch nähergebracht wurde beziehungsweise ob die frühe Kinderliteratur überhaupt eine belehrende Funktionalität aufweist. Um den Leser meiner Arbeit in das Kernthema einzuführen, werde ich zunächst einen groben Überblick über die soziale Differenzierung zwischen Heranwachsenden und Erwachsenen in der Frühen Neuzeit geben.

Hierbei werde ich mich jedoch auf den pädagogisch - sozialen Status des Kindes beschränken müssen, da eine ausführliche Darlegung des Kindheitsbegriffes in meinem Gesamtkonzept den geforderten Rahmen einer Hausarbeit weit übersteigen würde. Gleichzeitig werde ich den Charakter der Kinder- und Jugendliteratur des

18. Jahrhunderts kurz aufzeigen, um dann im darauffolgenden Schritt Kinderliteratur aus der damaligen Zeit vorzustellen und mich mit meiner Fragestellung ausein-ander zu setzen. Dies bildet den Schwerpunkt meiner Hausarbeit. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kind, Kindheit und Kinderliteratur in der Frühen Zeit

2.1 Kinderliteratur im 18. Jahrhundert

3. Sexuelle Aufklärung und Moral in Johann Bernhard Basedows „Elementarwerk“

4. Über die Schamteile – Joachim Heinrich Campe

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die pädagogische Funktion der Kinder- und Jugendliteratur im 18. Jahrhundert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der literarischen Vermittlung von Sittenlehre und sexueller Aufklärung im Kontext des Philanthropismus.

  • Soziale Stellung und Kindheitsbegriff in der Frühen Neuzeit
  • Die erzieherische Rolle der Literatur im 18. Jahrhundert
  • Johann Bernhard Basedows „Elementarwerk“ als erzieherisches Medium
  • Joachim Heinrich Campes Warnungen vor kindlicher Sexualität
  • Diskurs über Keuschheit, Onanie und moralische Erziehung

Auszug aus dem Buch

3. Sexuelle Aufklärung und Moral in Johann Bernhard Basedows „Elementarwerk“

Johann Bernhard Basedow war einer der wenigen pädagogischen Autoren, der den Mut hatte den Kindern in seinem Elementarwerk zu erklären, woher sie eigentlich kommen beziehungsweise wie sie „entstanden“ sind. Er schreibt über die „Gefahren der Unschuld“ und behandelt Themen wie Keuschheit und Geschlechtstrieb. Unter dem Begriff „Keuschheit“ wird generell der freiwillige Verzicht auf sexuelle Handlungen bei unverheirateten Paaren verstanden, und der Verzicht auf solche Handlungen mit jemand anderem außer dem Ehepartner. Dieser Verzicht ist in der heutigen Zeit tatsächlich freiwillig und jedem selbst überlassen, sofern man keinem bestimmten Glauben angehört, der dies vorschreibt. Zur damaligen Zeit jedoch, wurde diese Enthaltsamkeit den Kindern von Anfang an beigebracht, was nicht zuletzt im „Elementarwerk“ veranschaulicht wurde. Einleitend verdeutlicht Basedow im Kapitel über die „Keuschheit und Ehrbarkeit“ seines Werkes, wie sehr der Begriff der Ehrbarkeit eine große Rolle spielt:

„Übertritt in keiner Handlung die Ehrbarkeit. Wende die Augen ab von entblößten Körpern, vornehmlich des anderen Geschlechts.“

Ehrbarkeit ist beziehungsweise war das höchste Maß und durfte in keiner Weise überschritten werden. Für die damalige Zeit wurde sie bereits überschritten, wenn „entblößte Körper“ zur Schau gestellt beziehungsweise unerlaubt betrachtet wurden. Orte, so Basedow, sollten vermieden werden, in denen „das andere Geschlecht und das eigene auf eine ungewöhnliche Weise entblößt erschienen.“ Das „Zusammensein“ im selben Schlafraum sowie in anderen Räumlichkeiten mit dem anderen Geschlecht, besonders wenn man mit diesem dort „einsam“ war, wurde – oftmals betont – untersagt:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Sichtweise auf Kindheit im 18. Jahrhundert ein und umreißt die Fragestellung nach der belehrenden Funktionalität der damaligen Kinder- und Jugendliteratur.

2. Kind, Kindheit und Kinderliteratur in der Frühen Zeit: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Wandel des Kindheitsbegriffs und die Anfänge der Kinderliteratur, die sich zunehmend von der allgemeinen Erwachsenenliteratur abgrenzte.

2.1 Kinderliteratur im 18. Jahrhundert: Hier wird die Professionalisierung der Kinderbuchproduktion durch die Aufklärungspädagogen und der Fokus auf erzieherische Inhalte detailliert dargestellt.

3. Sexuelle Aufklärung und Moral in Johann Bernhard Basedows „Elementarwerk“: Die Analyse konzentriert sich auf Basedows moralische Unterweisungen, insbesondere im Hinblick auf Keuschheit und die Stigmatisierung von Masturbation.

4. Über die Schamteile – Joachim Heinrich Campe: Dieses Kapitel thematisiert Campes drastische Warnungen vor den „Gefahren“ der Körpererkundung und seine Versuche, Kinder durch Abschreckung zu kontrollieren.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Literatur des 18. Jahrhunderts weniger auf sachliche Aufklärung als vielmehr auf Disziplinierung und die Vermeidung von Triebhaftigkeit setzte.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur zur historischen und pädagogischen Einordnung.

Schlüsselwörter

Kindheit, 18. Jahrhundert, Kinderliteratur, Philanthropismus, Aufklärung, Johann Bernhard Basedow, Joachim Heinrich Campe, Elementarwerk, Sittenlehre, Keuschheit, Sexualerziehung, Onanie, Erziehung, Moral, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Kinder- und Jugendliteratur des 18. Jahrhunderts und untersucht, wie Autoren dieser Zeit moralische Werte und sexuelle Verhaltensregeln an Kinder vermittelten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind der Wandel des Kindheitsbegriffs, die Rolle des Philanthropismus in der Pädagogik sowie die Verbindung von Moral, Scham und Sexualerziehung im 18. Jahrhundert.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern Kindern der Frühen Neuzeit sexuelle Aufklärung und Sittenlehre literarisch nähergebracht wurden und ob die frühe Kinderliteratur primär eine belehrende Funktion erfüllte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturhistorische Analyse, die zentrale Quellentexte wie Basedows „Elementarwerk“ unter pädagogischen und zeitgeschichtlichen Aspekten auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gattungen der Kinderliteratur, die pädagogischen Ziele der Philanthropen und detailliert die spezifischen Erziehungstexte von Basedow und Campe zur Sexualmoral.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kindheitsgeschichte, Erziehungsideale der Aufklärung, moralische Disziplinierung und die historische Entwicklung des Kinderbuchs charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin den Umgang mit Sexualität in der damaligen Literatur?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es sich dabei weniger um Aufklärung als vielmehr um abschreckende Anti-Masturbations-Kampagnen handelte, die das Kind durch Angsterzeugung zu kontrollieren versuchten.

Welche Rolle spielt die „Ehe“ bei der Erziehung in diesen Texten?

Die Ehe wird in den analysierten Texten als einziger rechtmäßiger Rahmen für Sexualität und Familiengründung definiert, wobei jegliches Verhalten außerhalb dieses Rahmens als „Laster“ diffamiert wurde.

Warum wird im „Elementarwerk“ ein Dialog zwischen Mutter und Kind genutzt?

Die Gesprächsform diente dazu, die Inhalte für Kinder lebhafter und nachvollziehbarer zu gestalten und eine Identifikationsmöglichkeit zu schaffen, um so das gewünschte tugendhafte Verhalten zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexuelle Aufklärung und Sittenlehre in der Kinder- und Jugendliteratur des 18. Jahrhunderts
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut Universität Essen)
Veranstaltung
Kindheit im 18. Jahrhunderts
Note
2,3
Autor
Susan Waezi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V61699
ISBN (eBook)
9783638551038
ISBN (Buch)
9783656797906
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sexuelle Aufklärung Sittenlehre Kinder- Jugendliteratur Jahrhunderts Kindheit Jahrhunderts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susan Waezi (Autor:in), 2006, Sexuelle Aufklärung und Sittenlehre in der Kinder- und Jugendliteratur des 18. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61699
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum