Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Anglistik - Linguistik

Othello - Sichtweisen des Character Criticism und des Historical Criticism

Titel: Othello - Sichtweisen des Character Criticism und des Historical Criticism

Seminararbeit , 1996 , 26 Seiten

Autor:in: Thomas Glöckner (Autor:in)

Anglistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Shakespeares Othello gilt als eine seiner größten Tragödien. So ist es nicht verwunderlich, daß dieses Drama in verschiedenen Epochen von verschiedenen Kritikern immer wieder unterschiedlich aufgefaßt und interpretiert wurde.
Diese Arbeit greift dabei mit dem Character Criticism und dem Historical Criticism zwei bedeutende Kritikformen des frühen 20. Jahrhunderts heraus. Als Vertreter der erstgenannten Richtung wurde A.C. Bradley, der als Begründer des Character Criticism gilt mit seinem Werk Shakespearean Tragedy ausgewählt. Für den Historical Criticism soll E.E. Stoll mit seinem Werk Art and Artifice in Shakespeare stehen.
Bei der Behandlung des Character Criticism im ersten Teil dieser Arbeit wird zuerst die grundlegende Auffassung von Tragödie dieser Interpretationsrichtung recht ausführlich dargestellt. Die Besprechung des Dramas an sich zeigt dann vor allem die Anwendung der zuerst erläuterten Theorien und Grundsätze Bradleys in einem konkreten Fall.
Beim Historical Criticism fällt der einleitende Teil kürzer aus. Dafür bietet sich hier die Möglichkeit, Stolls Argumentation unmittelbar bei seiner exemplarischen Besprechung von Othello nachzuvollziehen, so daß sich in diesem Teil allgemeine Aussagen des Historical Criticism mit konkreten Analyseergebnissen des behandelten Dramas vermischen, was einen recht anschaulichen Einblick in Stolls Denkweise und seine Auffassung von Shakespeares Dramen erlaubt.
Im letzten Teil der Arbeit schließlich sollen die Aussagen der beiden Kritikformen nochmals zusammenfassend miteinander verglichen und gegeneinander abgewogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Othello aus der Sicht des Character Criticism (A.C. Bradley)

2.1 Prinzipien von Bradleys Character Criticism

2.1.1 Charakter als ausschlaggebendes Element der Tragödie

2.1.2 Tragik

2.1.3 Bauprinzipien Shakespearescher Tragödien

2.2 Das Drama

2.2.1 Besonderheiten im Aufbau

2.2.2 Besondere Wirkung von Othello

2.3 Die Charaktere

2.3.1 Othello

2.3.2 Desdemona

2.3.3 Cassio und Emilia

2.3.4 Iago

2.3.4.1 Iagos Eindruck auf seine Umwelt

2.3.4.2 Iagos Charakter

2.3.4.3 Gründe für Iagos Handeln

2.3.4.4 Iagos Fähigkeiten und Fehler

3 Othello aus der Sicht des Historical Criticism (E.E. Stoll)

3.1 Allgemeine Grundpositionen des Historical Criticism

3.2 Stolls exemplarische Analyse von Othello

3.2.1 Unwahrscheinlichkeiten und deren Effekt in der Welt des Dramas

3.2.2 Wahrscheinlichkeit versus Plausibilität

3.2.3 Konstruktionscharakter des Dramas

3.2.4 Shakespearekritik

4 Vergleich und Schluß

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Shakespeares Drama Othello durch die Analyse zweier gegensätzlicher literaturwissenschaftlicher Ansätze – des Character Criticism von A.C. Bradley und des Historical Criticism von E.E. Stoll – zu untersuchen und deren jeweilige Sichtweisen kritisch gegenüberzustellen.

  • Vergleich der konträren Methoden von Bradley und Stoll zur Interpretation von Shakespeare-Tragödien
  • Untersuchung von Charakterzeichnung und psychologischer Konsistenz nach Bradley
  • Analyse des dramatischen Konstruktionscharakters und der "Illusion" nach Stoll
  • Bewertung der Anwendbarkeit psychologischer Analysen auf literarische Figuren
  • Diskussion der Bedeutung von Wahrscheinlichkeit versus dramatischem Effekt

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Charakter als ausschlaggebendes Element der Tragödie

Im Mittelpunkt einer Tragödie steht fast immer eine bestimmte Figur, der hero, aus dessen Leben ein Ausschnitt erzählt wird. Auf den einfachsten Nenner gebracht handelt es sich bei diesem Ausschnitt um eine “story [which] depicts [...] the troubled part of the hero´s life“1, um eine “tale of suffering and calamity conducting to death“2.

Die erste Frage, die bei weiterem Nachdenken über den Aufbau einer Tragödie auftaucht ist die nach dem „Warum ?“. Was ist denn der Grund für das Leiden und den Tod des hero ? Bis ins Mittelalter hinein herrschte die Vorstellung vom Schicksal, das ohne besonderes Zutun der Personen seinen vorbestimmten Lauf nahm und aus heiterem Himmel den hero heimsuchte. Dies trifft für Shakespeares Tragödien eindeutig nicht mehr zu. Ausschlaggebend für die Katastrophe und den gesamten Verlauf der Handlung ist hier laut Bradley vor allem das Verhalten der Figuren und damit natürlich hauptsächlich das des Protagonisten. Im Verhalten der Figuren wiederum erkennt Bradley nun den Ausdruck ihrer individuellen Charaktere, so daß letztendlich der Charakter als das ursprünglich bedeutende Element für den Plot und damit für die ganze Tragödie betrachtet werden muß: ...the calamities and catastrophe follow inevitably from the deeds of men, and [...] the main source of these deeds is character...3

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der literaturwissenschaftlichen Interpretation von Shakespeares Othello und Vorstellung der zwei gewählten Kritikansätze.

2 Othello aus der Sicht des Character Criticism (A.C. Bradley): Detaillierte Darstellung von Bradleys psychologisch orientiertem Ansatz, der den Charakter als zentrales Element der Tragödie betrachtet und auf Othello anwendet.

3 Othello aus der Sicht des Historical Criticism (E.E. Stoll): Erläuterung von Stolls Gegenentwurf, der den Fokus auf die dramatische Konstruktion und den Effekt beim Publikum legt, statt auf realistische Psychologie.

4 Vergleich und Schluß: Kritische Gegenüberstellung und Synthese der beiden Theorien, wobei der Autor die Stärken beider Ansätze würdigt und eine Kombination für eine ganzheitliche Analyse vorschlägt.

Schlüsselwörter

Othello, Shakespeare, Character Criticism, Historical Criticism, A.C. Bradley, E.E. Stoll, Tragödie, Dramenanalyse, Psychologie, literarische Konstruktion, Charakterzeichnung, Publikumswirkung, literaturwissenschaftliche Methoden, Dramaturgie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Shakespeares Othello durch zwei unterschiedliche literaturwissenschaftliche Brillen – den Character Criticism und den Historical Criticism – interpretiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Frage nach der psychologischen Glaubwürdigkeit tragischer Figuren, die Bedeutung des historischen Kontextes des elisabethanischen Theaters und die dramatische Konstruktion eines Werkes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze von A.C. Bradley und E.E. Stoll zu erläutern und ihre Relevanz sowie ihre Grenzen in der praktischen Anwendung am Beispiel von Othello aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Literaturanalyse, bei der zentrale Thesen der beiden genannten Kritiker anhand des Primärtextes diskutiert und kritisch hinterfragt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Abschnitte: Zuerst wird Bradleys psychologische Analyse des Protagonisten und seines Umfelds dargestellt, danach folgt Stolls Analyse, die den Fokus auf die dramatische Inszenierung und den Verzicht auf psychologische Realistik legt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Othello, Shakespeare, Character Criticism, Historical Criticism, Dramenanalyse, Psychologie, Konstruktion und Wirkung geprägt.

Warum ist die Analyse von Iago laut Bradley für den Character Criticism so zentral?

Weil Bradley Iago als eine komplexe Figur begreift, deren Handeln aus einer spezifischen, in sich stimmigen psychologischen Motivation entspringt, die für das Verständnis der gesamten Tragödie unerlässlich ist.

Was bedeutet Stolls Konzept der "tragic illusion"?

Stoll postuliert, dass ein Drama nicht die reale Welt abbilden muss, sondern durch geschickte Konstruktion und dramatische Kniffe eine Illusion erzeugen soll, die das Publikum in ihren Bann zieht und emotional mitreißt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Othello - Sichtweisen des Character Criticism und des Historical Criticism
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für englische Philologie)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die Shakespeare-Philologie
Autor
Thomas Glöckner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
26
Katalognummer
V617
ISBN (eBook)
9783638104036
ISBN (Buch)
9783640737673
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Othello Sichtweisen Character Criticism Historical Criticism Proseminar Einführung Shakespeare-Philologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Glöckner (Autor:in), 1996, Othello - Sichtweisen des Character Criticism und des Historical Criticism, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/617
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum