Die Beschaffung ist, neben Produktion und Vertrieb, eine der betrieblichen Grundaufgaben und hat somit maßgeblichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Das Beschaffungsmanagement beschäftigt sich neben der Sicherstellung der Versorgung und der Kostenminimierung zunehmend auch mit der aktiven Ausschöpfung von Lieferanten- (Lief.), Kosten- und Innovationspotenzialen. So gestaltet es alle Strukturen und Abläufe im Zusammenhang mit der Planung, Steuerung, Umsetzung und Kontrolle der Beschaffung, wobei sich die strategische (strat.) Beschaffung schwerpunktmäßig mit der Gestaltung der Abnehmer-Lief.-Beziehung befasst und somit die Rahmenbedingungen für die Ausführung der operativen (op.) Beschaffung und der Beschaffungslogistik setzt.
Eine Schwierigkeit der Beschaffungsplanung liegt in der großen Anzahl unterschiedlicher, zu beschaffender Materialien. Da es unmöglich ist, für jedes Beschaffungsobjekt individuelle Beschaffungsstrategien zu entwickeln, ist es unabdingbar, die zu beschaffenden Güter zu standardisieren und zu Materialgruppen zusammenzufassen. Hierfür eignet sich das Einkaufsportfolio von Kraljic. Anschließend können für diese Materialkategorien individuelle Normstrategien und Beschaffungskonzepte gebildet werden. Je nach festgelegter Beschaffungsstrategie ermöglicht z.B. E-Procurement, mit seinen umfangreichen Anwendungsbereichen, eine wirksame Strategieumsetzung. Für eine effiziente op. Umsetzung des Beschaffungsprozesses eignen sich u.a. Desktop-Purchasing-Systeme (DPS).
Dieses sind nur einige Anhaltspunkte, die der Beschaffungsprozess in Unternehmen mit sich bringt. Die Hausarbeit erläutert diese und verschafft dem Leser einen Überblick über den Beschaffungsablauf von der Klassifizierung der Materialien bis zu der möglichen op. Umsetzung mittels DPS.
Gliederung
1. Einleitung
2. Sourcing als Aufgabe des strategischen Beschaffungsmanagements
2.1 Aufgaben und Ziele des Beschaffungsmanagements
2.2 Sourcing als Enabler der Beschaffungslogistik
3. Entwicklung von Beschaffungsstrategien
3.1 Aufbau des Einkaufs-Portfolios
3.2 Festlegung der Normstrategien und Beschaffungskonzepte
3.2.1 Strategische Kaufteile
3.2.2 Kern-Kaufteile
3.2.3 Engpass-Kaufteile
3.2.4 Standard-Kaufteile
3.3 E-Procurement als Enabler zur Strategieumsetzung
3.3.1 Entwicklung, Auswirkungen und Ziele des E-Procurements
3.3.2 Anwendungsbereiche des E-Procurements
3.3.2.1 E-Beschaffung / Elektronische Produktkataloge
3.3.2.2 Elektronische / Virtuelle Marktplätze
3.3.2.2.1 Grundlagen elektronischer Marktplätze
3.3.2.2.2 Buy-Side-Marktplätze
3.3.2.2.3 Sell-Side-Marktplätze
3.3.2.2.4 Neutrale Marktplätze / Broker-Plattform
3.3.2.2.5 Transaktionsmechanismen von el. Märkten
3.3.2.3 Auslagerung an Procurement-Service-Provider (PSP)
3.3.2.4 Weitere Anwendungsbereiche des E-Procurements
3.3.3 DPS als Enabler zur effizienten operativen Umsetzung des el. Beschaffungsprozesses
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die strategische Beschaffungsplanung mit einem Fokus auf Sourcing-Konzepte und E-Procurement-Lösungen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch Klassifizierung von Materialien und den gezielten Einsatz digitaler Beschaffungsinstrumente ihre Effizienz steigern und Strategien erfolgreich umsetzen können.
- Kategorisierung von Kaufteilen mittels der Portfolio-Analyse
- Entwicklung von Normstrategien für unterschiedliche Materialgruppen
- Einsatz von E-Procurement als Enabler zur Strategieumsetzung
- Analyse digitaler Anwendungsbereiche wie Marktplätze und DPS
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Strategische Kaufteile
Strat. Kaufteile sind A-Artikel im Unternehmen, mit einem hohen Versorgungsrisiko und einem großen Ergebniseinfluss (vgl. Abb. 1). In der Automobilindustrie können diese z.B. Getriebe oder komplette Module wie el. Bremssysteme sein.
Aufgrund dieser Vorraussetzungen stehen die Sicherstellung der Versorgung und die Erarbeitung von wirtschaftlich effizienten Koordinationsstrukturen zwischen Abnehmer und Lief. im Vordergrund. Durch das hohe Versorgungsrisiko ist eine enge, auf einen längeren Zeitraum ausgerichtete und vertraglich abgesicherte, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit wenigen, ausgewählten, Know-how-starken Lief. anzustreben. Die daraus folgende Normstrategie ist „vertikale Zusammenarbeit mit Lief.“ (vgl. Abb. 1). Diese Art der Zusammenarbeit ermöglicht die Ausnutzung synergetischer Vorteile, die beide Partner durch gemeinsames Handeln im Hinblick auf die verbesserte Koordination und Steuerung von Transaktionen in allen beschaffungsrelevanten Funktionsbereichen erreichen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Beschaffung als betriebliche Grundaufgabe ein und erläutert die Notwendigkeit der Materialstandardisierung sowie den Einsatz von E-Procurement.
2. Sourcing als Aufgabe des strategischen Beschaffungsmanagements: Das Kapitel definiert Aufgaben und Ziele des Beschaffungsmanagements und beschreibt Sourcing als wesentlichen Enabler der Beschaffungslogistik.
3. Entwicklung von Beschaffungsstrategien: Hier wird der Prozess der Portfolio-Analyse sowie die Ableitung von Normstrategien für verschiedene Kaufteil-Kategorien und die Rolle von E-Procurement detailliert analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Komplexität der Beschaffungsprozesse sowie das hohe, wenn auch noch nicht voll ausgeschöpfte Einsparungspotenzial digitaler Lösungen.
Schlüsselwörter
Beschaffungsmanagement, Sourcing, E-Procurement, Einkaufs-Portfolio, Normstrategien, Strategische Kaufteile, Kern-Kaufteile, Standard-Kaufteile, Virtuelle Marktplätze, DPS, Prozessoptimierung, Kostenreduktion, Supply-Chain-Management, Beschaffungslogistik, Materialstandardisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Beschaffungsplanung und untersucht, wie Sourcing-Konzepte und elektronische Beschaffungssysteme als Enabler zur Umsetzung von Unternehmensstrategien dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen das strategische Beschaffungsmanagement, die Portfolio-Analyse nach Kraljic, die Definition von Normstrategien für diverse Kaufteil-Kategorien sowie verschiedene E-Procurement-Anwendungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, einen Überblick über den modernen Beschaffungsablauf zu geben – von der Klassifizierung der Materialien bis zur operativen Umsetzung durch digitale Systeme wie Desktop-Purchasing-Systeme (DPS).
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und strukturierte Portfolio-Methodik, um Beschaffungsstrategien in Abhängigkeit von Versorgungsrisiken und Ergebniseinflüssen zu differenzieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die strategische Einordnung des Sourcings, die Portfolio-basierte Entwicklung von Beschaffungsstrategien sowie eine detaillierte Darstellung von E-Procurement-Anwendungsbereichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Beschaffungsmanagement, Sourcing, E-Procurement, Einkaufs-Portfolio, Normstrategien und Prozessoptimierung.
Warum ist die Klassifizierung der Materialien so wichtig?
Da es unmöglich ist, für jedes einzelne Beschaffungsobjekt eine eigene Strategie zu entwerfen, dient die Kategorisierung als Basis, um effiziente Normstrategien für Materialgruppen anzuwenden.
Wie unterstützen DPS die operative Beschaffung?
DPS (Desktop-Purchasing-Systeme) ermöglichen es Bedarfsträgern, Waren direkt am Arbeitsplatz über digitale Kataloge zu bestellen, wodurch der Einkaufsprozess beschleunigt und Verwaltungskosten gesenkt werden.
- Quote paper
- Dorothee Schramm (Author), 2005, Strategische Beschaffungsplanung - Sourcing-Konzepte und E-Procurement als Enabler zur Strategieumsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61706