Wir Menschen sind ständig von Klängen, Rhythmus und Melodien umgeben. Bereits im Mutterleib machen wir die ersten Erfahrungen mit dem, was wir später Musik nennen werden. Manche Erwachsene können sich sogar noch an die im Mutterleib gehörte Musik erinnern.
Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, die Wirkung von Musik auf das Ungeborene und das Baby - auch während der Geburt - zu erläutern. Dabei muss festgehalten werden, dass diese Themen massenweise Theorien umfassen und hier somit nur ein Streifzug gemacht werden kann. Ein besonderes Augenmerk wird auf das Thema Frühgeburten und deren Therapie mit Musik gelegt.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Musik im Mutterleib – die Urrhythmen
1.1. Allgemeines zur pränatalen Entwicklung des Menschen
1.2. Die pränatale Entwicklung des Gehörs
1.2.1. Aufbau des Gehörapparats
1.3. Das Hören vor der Geburt
1.3.1. Einleitung
1.3.2. Die Urrhytmen und die Stimme der Mutter
1.3.3. Der Einfluss von Lärm auf das Ungeborene
1.4. Musikalisches Lernen vor der Geburt
1.4.1. Musik für Ungeborene
1.5. Zusammenfassung
2. Geburt und erste Lebensmonate
2.1. Was erlebt ein Kind bei der Geburt?
2.1.1. Hören bei der Geburt
2.1.2. Der erste Schrei
2.1.3. Musik als Hilfe bei der Geburt
2.2. Musik und Stillen
2.3. Die ersten Monate
2.3.1. Musik und Spiele für Säuglinge
2.3.2. Schlaf- und Wiegenlieder
2.3.3. Der Moro-Reflex
2.3.4. Stadien der musikalischen Entwicklung des Babys
2.3.5. Spracherwerb
3. Förderung Frühgeborener mit Musik
3.1. Problemdarstellung
3.2. Geräuschstituation auf der Intensivstation
3.3. Therapeutische Ansätze in der Betreuung
3.3.1. Sanfte Pflege
3.3.2. Kangarooing
3.4. Musiktherapeutische Ansätze
3.4.1. Auditive Stimulierung mit Mutterstimme
3.4.2. Auditive Stimulation nach Schwartz & Ritchi
3.4.3. Auditive Stimulierung nach Rosalie Rebollo Pratt
3.4.4. Aktive Musiktherapie nach Helen Shoemark
3.4.5. Aktive Musiktherapie nach Monica Bissegger
Zielsetzung & Themen
Diese Abschlussarbeit untersucht die Bedeutung und Wirkung von Musik und Klang auf die Entwicklung von Ungeborenen sowie Neugeborenen, mit einem besonderen Fokus auf die therapeutischen Möglichkeiten bei Frühgeburten. Die zentrale Fragestellung ist, wie auditive Reize die neurologische Entwicklung, die Stressreduktion und die Eltern-Kind-Bindung unter extremen Bedingungen, wie etwa auf Intensivstationen, fördern können.
- Pränatale Wahrnehmung und frühe Hörprägung im Mutterleib.
- Einfluss von Musik während des Geburtsvorgangs und der ersten Lebensmonate.
- Die Problematik der Lärmbelastung auf Neugeborenen-Intensivstationen.
- Musiktherapeutische Methoden zur Unterstützung von Frühgeborenen.
- Förderung der Mutter-Kind-Interaktion durch gezielten Einsatz der Stimme.
Auszug aus dem Buch
3.4.1. Auditive Stimulierung mit Mutterstimme
Die Musiktherapie bietet als Hilfe für Mutter und Kind ein besonderes Medium an: die Mutterstimme. Mit ihr kann eine Brücke zwischen pränataler Zeit über die Intensivzeit hinweg bis nach Hause gebaut werden.
Der Therapieansatz von Marie Nöcker-Ribaupierre besteht im Grunde darin, dass die Mutter ein Tonband für ihr Kind bespricht, ihm dabei eine Geschichte vorliest oder ihm etwas vorsingt. Die Dauer sollte 30 Minuten nicht überschreiten. Die Mutter soll während der Aufnahme keine Unterbrechung am Apparat vornehmen, um Nebengeräusche zu vermeiden. Auch wird sie während der Aufnahme alleine gelassen, da dies ein sehr persönlicher und intimer Vorgang ist. Die Aufnahme sollte bei Bilingualität in der Sprache geschehen, in welcher die Mutter in der Schwangerschaft am häufigsten gesprochen hatte. Der Vater kann zusammen mit der Mutter überlegen, was auf das Band gesprochen werden soll, seine Stimme soll jedoch nicht aufgenommen werden, da durch die Mutterstimme dem Kind zu früh genommenes wenigstens teilweise ersetzt werden soll. Es geht also um die Klangmelodie der Mutterstimme, die das Baby wieder erkennt. Nach der Aufnahme wirken häufig auch die Mütter erleichtert, ruhiger und offen, aber auch sehr oft erschöpft. Letztendlich überwiegt aber das Gefühl, etwas für das Kind getan zu haben. Das Tonband wird dann im Inkubator bis zu 5mal täglich vorgespielt, allerdings nur, wenn keine pflegerischen oder medizinischen Behandlungen vorgenommen werden. Die Kinder sollen nicht lernen, die Mutterstimme mit Schmerz oder Störung zu verbinden.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von Klängen und Musik in der pränatalen Entwicklung und setzt einen Schwerpunkt auf die musiktherapeutische Unterstützung von Frühgeburten.
1. Musik im Mutterleib – die Urrhythmen: Dieses Kapitel erläutert die pränatale Gehörentwicklung und den Einfluss akustischer Reize sowie Lärm auf das Ungeborene.
2. Geburt und erste Lebensmonate: Hier wird der Einfluss von Musik auf den Geburtsverlauf, das Stillen und die musikalische Entwicklung in den ersten Lebensmonaten analysiert.
3. Förderung Frühgeborener mit Musik: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Probleme auf Intensivstationen und stellt verschiedene musiktherapeutische Konzepte zur Betreuung von Frühgeborenen vor.
Schlüsselwörter
Frühgeborene, Musiktherapie, pränatale Entwicklung, Gehörentwicklung, Mutterstimme, Intensivstation, auditive Stimulation, Kangarooing, Neugeborene, Bindung, Stressreduktion, Klangmelodie, akustische Reize, Entwicklung, Wiegenlieder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Musik und Klang auf den Menschen von der Zeit im Mutterleib bis zum Säuglingsalter und zeigt Möglichkeiten auf, wie Musik therapeutisch bei Frühgeburten eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der pränatalen Entwicklung des Gehörs, dem akustischen Erleben bei der Geburt, der Bedeutung von Musik in der frühen Mutter-Kind-Interaktion und der musiktherapeutischen Versorgung auf der Neugeborenen-Intensivstation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Wirkung von Musik zu erläutern und aufzuzeigen, wie Musik als hilfreiches Instrument – abseits von medizinischen Heilmitteln – zur Förderung von Frühgeborenen beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die einen Streifzug durch relevante musiktherapeutische Ansätze und wissenschaftliche Studien zum Thema pränatale Psychologie und Neonatologie macht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die auditive Welt des Ungeborenen, die Herausforderungen der Geräuschkulisse auf Intensivstationen und stellt spezifische Ansätze wie "Sanfte Pflege", "Kangarooing" und verschiedene musiktherapeutische Stimulierungsmodelle vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Frühgeborene, Musiktherapie, Mutterstimme, auditive Stimulation und die Entwicklung der Eltern-Kind-Bindung.
Wie wirkt sich laut der Arbeit die Mutterstimme auf ein Frühgeborenes aus?
Die Mutterstimme dient als vertrautes Medium, das eine Brücke zwischen der pränatalen Zeit und der schwierigen Zeit auf der Intensivstation schlägt, was sich positiv auf Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und die allgemeine Stabilität des Kindes auswirken kann.
Welche Gefahr besteht für Frühgeborene auf der Intensivstation bezüglich akustischer Reize?
Die Kinder sind oft unvorhersehbarem Umgebungslärm durch medizinische Geräte und Pflegehandlungen ausgesetzt, was zu einer gefährlichen Reizüberflutung führen kann, da sie noch nicht in der Lage sind, diese Reize angemessen zu filtern.
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- Gertraud Proßegger (Author), 2006, Musik im Rahmen der frühkindlichen Entwicklung bei Un-, Neu- und Frühgeborenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61747