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Berlinisch, die Vorstellung eines Dialektes

Title: Berlinisch, die Vorstellung eines Dialektes

Term Paper , 2006 , 20 Pages

Autor:in: Sandra Mäusling (Author), Nadine Töpsch (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Der Berliner Dialekt, kurz das Berlinische, ist einer der am besten untersuchten Stadtsprachen im deutschsprachigen Raum. 1 Jener Dialekt war im Laufe der Zeit vielen Veränderungen unterworfen. Besonders stark äußerten sich diese in den letzten Jahrzehnten. Dieser erste Teil der Arbeit wird sich mit den grundlegenden Merkmalen des Berliner Dialektes beschäftigen. Dabei sollen beispielsweise Fragen wie „Was genau ist das Berlinische?“ oder „Welche grammatikalischen Besonderheiten weißt das Berlinische auf?“ beantwortet werden. 2 Dazu soll sich zuerst in die Problematik „Dialekt“ hineingedacht werden. Ein Dialekt ist eine nicht kodifizierte Sprachform, die beispielsweise zur nicht- formellen Kommunikation innerhalb einer lockeren Sprachgemeinschaft verwendet wird; es kann sich um die lokale oder regionale Varietät einer Sprache handeln. Obwohl die Sprachform im Dialekt nicht formell kodifiziert ist, gibt es trotzdem im Dialekt strenge grammatische und phonetische Regeln, die sich von der Standardsprache in verschiedenem Grade unterscheiden. Es ist auf Grund eines Dialektes sehr leicht möglich herauszufinden, aus welcher Region ein Mensch stammt. Beim Berlinischen ist die Zuordnung besonders einfach. Bezeichnend für diese Aussage ist folgender Vers: [...] Anhand dieses Beispieles werden bereits bestimmte lautliche Besonderheiten aufgezeigt, welche in den nächsten Kapiteln genauer bestimmt und beschrieben werden soll. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliches zum Berliner Dialekt

3. Lautliche Besonderheiten des Berlinischen

4. Abstufungen des Berlinischen

5. Die Lexik des Berlinischen

6. Flexion, Wortbildung und Syntax

1. Entwicklungen vor 1945

2. Entwicklungen in der geteilten Stadt

2.1. Westberlin

2.2. Ostberlin

3. Sprachsituation nach 1989

4. Verteilung Berliner Lexikvarianten bei Ost- und Westberlinern (nach 1980)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Berliner Dialekt, das Berlinische, hinsichtlich seiner sprachlichen Merkmale sowie seiner historischen und soziolinguistischen Entwicklung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einfluss der politischen Teilung Berlins und der daraus resultierenden Unterschiede in der Verwendung und Bewertung der Sprachvarietät im Ost- und Westteil der Stadt.

  • Phonetische und grammatikalische Grundmerkmale des Berlinischen
  • Historische Entwicklung des Berliner Dialekts
  • Soziolinguistische Abstufungen und ihre soziale Konnotation
  • Sprachliche Unterschiede und Konvergenzprozesse nach 1989
  • Lexikalische Besonderheiten und ideologisch geprägte Sprachunterschiede

Auszug aus dem Buch

3. Lautliche Besonderheiten des Berlinischen

Der „Deutsche Sprachatlas“ weißt darauf hin, dass sich die phonetischen Merkmale des Berlinischen in unterschiedlichem Maße zur Abgrenzung des Berliner Dialektes zu anderen Dialekten eignen. So gibt es beispielsweise Entrundungen und Abschwächungen unbetonter Endsilben auch in anderen Dialekten und Umgangssprachen.

Aus diesem Grunde wird diese Arbeit zwar einige Merkmale beschreiben, aber nicht auf alle genauer eingehen.

Das Berlinische kann als eine substitutionelle Sprache beschrieben werden, denn viele Laute werden durch andere ersetzt. Dabei ist das Ersetzen des schriftsprachlichen Verschlusslautes g durch den Reibelaut j oder durch ch besonders charakteristisch. So spricht der Berliner: „Das jeht doch jar nich.“ anstelle von „Das geht doch gar nicht.“ Es ist zu beachten, dass die Aussprache des Lautes g immer von seiner Stellung im Wort abhängt. Zwischen hellen Vokalen (e, i, ei) und nach l beziehungsweise r spricht man ein stimmhaftes j anstelle eines gs. Das wird in den Beispielen „Kejel“, „Felje“ und „Morjen“ deutlich. Vor stimmlosen Konsonanten (s,t), sowie im Wortauslaut wird g zu einem stimmlosen ch, beispielsweise in „fliecht“ und „saacht“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Berlinische als eine der am besten untersuchten Stadtsprachen und skizziert die grundlegende Problematik des Dialektbegriffs sowie die Intention der Arbeit.

2. Geschichtliches zum Berliner Dialekt: Dieses Kapitel zeichnet die 500-jährige Entwicklung des Berlinischen als Mischung aus verschiedenen Dialekten und Einflüssen nach und beschreibt die Anfänge der dialektologischen Forschung.

3. Lautliche Besonderheiten des Berlinischen: Hier werden zentrale phonetische Phänomene wie die Lautsubstitution (g zu j/ch), Entrundung und Vokalkürzungen detailliert beschrieben.

4. Abstufungen des Berlinischen: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Niveaustufen, von der überregionalen Umgangssprache bis zum starken Berlinischen, und thematisiert deren soziale Einordnung.

5. Die Lexik des Berlinischen: Es wird in die lexikalischen Unterschiede des Berliner Dialekts eingeführt, wobei besonders auf die durch die politische Teilung entstandenen Dubletten hingewiesen wird.

6. Flexion, Wortbildung und Syntax: Dieses Kapitel erläutert grammatikalische Besonderheiten, wie den abweichenden Gebrauch von Kasus, die Verwendung des Passivs und spezifische Satzkonstruktionen.

1. Entwicklungen vor 1945: Es wird die historische Situation bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs analysiert, in der soziale Faktoren den Dialektgebrauch stark beeinflussten.

2. Entwicklungen in der geteilten Stadt: Das Kapitel kontrastiert die gegensätzliche Entwicklung der Sprachverwendung und der sozialen Bewertung des Berlinischen in West- und Ostberlin während der Teilung.

3. Sprachsituation nach 1989: Hier werden die Auswirkungen der Grenzöffnung auf die Kommunikation zwischen Ost- und Westberlinern sowie die Angleichungsprozesse in der Sprache untersucht.

4. Verteilung Berliner Lexikvarianten bei Ost- und Westberlinern (nach 1980): Abschließend werden konkrete lexikalische Unterschiede und deren Status im vereinten Berlin anhand von Beispielen gegenübergestellt.

Schlüsselwörter

Berlinisch, Berliner Dialekt, Stadtsprache, Soziolekt, Ost-West-Problematik, Sprachvarietät, Phonetische Merkmale, Lexik, Sprachwandel, Deutsche Teilung, Grammatik, Dialektologie, Identität, Soziale Konnotation, Sprachgebrauch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des Berliner Dialekts, seiner linguistischen Merkmale sowie seiner historischen und soziokulturellen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der politischen Teilung Berlins.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themenfelder sind die Phonetik, Lexik und Grammatik des Berlinischen, die Abstufungen der Sprachvarietät sowie der Einfluss soziopolitischer Gegebenheiten auf die Sprachverwendung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die grundlegenden Charakteristika des Berlinischen aufzuzeigen und zu analysieren, wie historische Ereignisse – insbesondere die Teilung der Stadt – die Sprachentwicklung und Bewertung des Dialekts beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenführung fachwissenschaftlicher Literatur und Forschungsergebnisse zur Stadtsprache Berlin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine linguistische Beschreibung (Lautlehre, Syntax, Lexik) und eine soziolinguistische Analyse, die die Entwicklung des Berlinischen vor, während und nach der Teilung Berlins beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Berlinisch, Stadtsprache, Sprachvarietät, Deutsche Teilung, Soziolekt und Sprachwandel charakterisiert.

Wie unterschied sich die Bewertung des Berlinischen in West- und Ostberlin?

In Westberlin war der Dialekt zunehmend negativ als „Proletendeutsch“ stigmatisiert, während er in Ostberlin ein höheres Prestige genoss und als Ausdruck von Identität und sozialer Zugehörigkeit bewusst gepflegt wurde.

Was sind typische lexikalische "Dubletten", die im geteilten Berlin existierten?

Typische Beispiele sind die Bezeichnungen für Alltagsgegenstände, wie etwa „Broiler“ (Ost) gegenüber „Grillhähnchen“ (West) oder „Plastebeutel“ (Ost) gegenüber „Plastiktüte“ (West).

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Details

Title
Berlinisch, die Vorstellung eines Dialektes
College
University of Rostock
Course
Sprachliche Varietäten des Deutschen
Authors
Sandra Mäusling (Author), Nadine Töpsch (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V61763
ISBN (eBook)
9783638551496
ISBN (Book)
9783656806035
Language
German
Tags
Berlinisch Vorstellung Dialektes Sprachliche Varietäten Deutschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Mäusling (Author), Nadine Töpsch (Author), 2006, Berlinisch, die Vorstellung eines Dialektes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61763
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