Imitatio Alexandri des Pompeius - Historische Untersuchungen zur Alexanderverehrung des Pompeius


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
24 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Darstellungen und Schriftzüge auf Münzen
2.1. Das Münzrecht des Pompeius
2.2. Ein provinzialrömischer Aureus
2.3. Ein stadtrömischer Denar

3. Der Ehrentitel Magnus
3.1. Die Entstehung des Beinamens
3.2. Der Gebrauch des Titels

4. Parallelen im Lebenslauf
4.1. Lebensdaten
4.2. Städtegründungen
4.3. Äußerliche Ähnlichkeiten

5. Imitator Alexanders oder individualistischer Herrscher?
5.1. Die Nachahmungstheorie in der Forschung
5.2. Die Imitation als politisches Programm

6. Fazit

Literatur

Imitatio Alexandri des Pompeius

Historische Untersuchungen zur Alexanderverehrung des Pompeius

1. Einleitung

Schon seit frühester Kindheit soll der 106 v. Chr. geborene Feldherr Cnaeus Pompeius ein Verehrer Alexanders des Großen gewesen sein, welchem er, laut Meinung zahlreicher Forscher, Zeit seines Lebens nachzueifern versuchte.[1]

Diese Arbeit soll sich mit den Meinungen und Beweisführungen eben jener Forscher beschäftigen und beleuchten, inwieweit diese Behauptungen auf stichhaltigen Beweisen beruhen oder bloße Vermutungen sind.

Die Frage, ob der Beiname Magnus, den Pompeius bereits als 25jähriger erhielt, Rückschlüsse auf einen Bezug zum Leben Alexanders zulässt, wird ebenso zu untersuchen sein, wie Äußerungen seiner Zeitgenossen[2] und Vitenschreiber[3]. Darüber hinaus muss auch ein Blick auf verschiedene Münzdarstellungen geworfen werden, welche Anspielungen auf Alexander enthalten sollen.[4]

Zahlreiche Forschungsberichte zu diesem Thema zeigen, dass durchaus Parallelen zwischen den Lebensläufen der beiden Feldherren gezogen werden. Doch ob die Vermutung zulässig ist, Pompeius knüpfe an das Leben Alexanders an ist fraglich. Ebenso wäre es möglich, dass er sich auf eine wesentlich länger andauernde hellenistische Tradition beruft, welcher auch Alexander vor ihm nacheiferte.

Auch könnte die Tatsache zutreffen, dass zwar Pompeius’ Zeitgenossen sein Tun und Handeln als eine Imitation Alexanders begriffen und ihren Feldherrn auch gerne in dieser Tradition gesehen hätten, ein solcher Vergleich jedoch von Pompeius nie ernsthaft forciert wurde.

Es wird schwierig oder nahezu unmöglich sein, bei dieser Fragestellung zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Es soll jedoch der Versuch unternommen werden, Klarheit darüber zu erlangen, welchen Ansätzen stichhaltige Beweise zugrunde liegen und welche Behauptungen als eher spekulativ gelten können.

2. Die Darstellungen und Legenden auf Münzen

2.1. Das Münzrecht des Pompeius

Insbesondere in der Arbeit von Dorothea Michel werden zahlreiche Münzdarstellungen, welche sich auf Pompeius beziehen, auf Ihren Bezug zu Alexander untersucht[5] und auch in der Dissertation von Christoph Battenberg findet die Alexanderangleichung in den Darstellungen und Legenden der Münzen Erwähnung.[6]

Zur Besoldung seiner Truppen besaß Pompeius als Oberbefehlshaber und Prokonsul ein provinziales Münzrecht. Die Prägung der Münzen wurde jedoch zumeist von seinen Quästoren und Legaten zu seinen Ehren veranlasst. Auf den Münzen weist die Legende „PRO.COS.“ bzw. „MAGN.PRO.COS.“ auf den Befehlshaber hin. Da jedoch das römische Recht eine Prägung des Herrscherbildnisses untersagte, ist auf den Münzen nicht das Konterfei des Herrschers, sondern jeweils eine stellvertretende Abbildungen zu finden. Erst auf solchen Münzen, die die Söhne des Pompeius nach dessen Tod prägen ließen, ist auch sein Bildnis zu sehen.[7] Dazu jedoch mehr in Kapitel 4.3.

Zunächst sollen nun zwei Münzen betrachtet werden, welche mit einem starken Bezug zu Alexander interpretiert werden.

2.2. Ein provinzialrömischer Aureus

Die Prägung der meisten Münzen wurde, wie bereits erwähnt, durch Stellvertreter von Pompeius in Auftrag gegeben. Eine Münze jedoch, ein provinzialrömischer Aureus, weist nur die Inschrift „MAGNUS PRO:COS.“ ohne die weitere Abkürzung eines Prägers auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Abbildung: Aureus mit der Legende „MAGNUS“ (Provinzialrömisch)[8]

Diese Münze wird aufgrund der Revers-Abbildung im Allgemeinen auf die Zeit des dritten Triumphes von 61. v. Chr. datiert und laut Dorothea Michel handelt es sich hierbei um ein „direktes, zeitgenössisches Denkmal der Alexander-Nachahmung des Pompeius“[9]. Sie deutet das Bildmotiv des Kopfes im Elefantenrachen als eine beabsichtigte Anlehnung an ein durch Ptolemaios I. geprägtes Alexanderbildnis auf einer Goldmünze. Michel erwähnt jedoch auch, dass es sich bei dieser Abbildung um die personifizierte „Africa“ handele, welche auf den ersten Triumph des Feldherrn in Afrika anspielen soll.[10]

Somit könnte es ebenso gut ein Zufall sein, dass für die Personifikation des Erdteils Afrika dieselben Exuvien gewählt wurden mit denen auch Alexander dargestellt wurde.

Als weitere Andeutung auf Alexander wird hier natürlich die Legende „MAGNUS“ gewertet, welche in den meisten Fällen als unbedingte Angleichung an Alexander Magnus gedeutet wird, was später noch ausführlicher erläutert werden soll.[11]

2.3. Ein stadtrömischer Denar

Eine weitere Münze, die Dorothea Michel zur Untermauerung ihrer Theorie heranzieht, ist ein von Sullas Sohn Faustus geprägter Denar, welcher anhand von Münzfunden auf das Jahr 56 v. Chr. datiert wird[12]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Abbildung: Denar des Faustus (Stadtrömisch)[13]

Dem Revers der Münze wird kein direkter Bezug zu Alexander zugeschrieben, es werden mit Hilfe der drei kleineren Kränze vielmehr die drei Triumphe des Pompeius dargestellt.[14]

Michel führt in ihren Deutungen zunächst an, dass es sich bei dem auf dem Obvers abgebildeten Kopf um eine Hercules-Darstellung handelt. Sie deutet „das Tierfell als Löwenhaut und folglich den Kopf als einen Hercules“[15], dessen Darstellung darauf anspielen soll, „dass Pompeius wie Hercules in jungen Jahren die Welt eroberte“[16].

Ein Vergleich von Pompeius mit Hercules ist durchaus nachvollziehbar, da ein Vergleich mit einem ruhmreichen Halbgott für jeden Herrscher erstrebenswert gewesen sein muss.

[...]


[1] Vgl. Claudia Bohm: Imitatio Alexandri im Hellenismus: Untersuchungen zum politischen Nachwirken Alexanders des Großen in hoch- und späthellenistischen Monarchien. München: Florentz 1989. S. 99; Dorothea Michel: Alexander als Vorbild für Pompeius, Caesar und Marcus Antonius. Archäologische Untersuchungen. Collection Latomus Vol. XCIV. Brüssel 1967. S. 37 u.a.

[2] Vgl. Cic. Arch. u.a.

[3] Vgl. Plut. Pomp., App. Mithr. u.a.

[4] Vgl. Dorothea Michel; ebenso: Christoph Battenberg: Pompeius und Caesar: Persönlichkeit und Programm in ihrer Münzpropaganda. Diss. Marburg/Lahn 1980.

[5] Vgl. Dorothea Michel. S. 39-59, Tafel IX, XII.

[6] Vgl. Christoph Battenberg. S. 5-23.

[7] Vgl. Dorothea Michel. S. 39, 44, 46.

[8] Dorothea Michel. Tafel IX, Abbildung 1.

[9] Ebd. S. 41.

[10] Vgl. ebd. S. 43ff.

[11] Vgl. Kapitel 3.

[12] Vgl. Dorothea Michel. S. 51.

[13] Ebd. Tafel XII, Abbildung 3.

[14] Vgl. Christoph Battenberg. S. 10.

[15] Dorothea Michel. S. 52.

[16] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Imitatio Alexandri des Pompeius - Historische Untersuchungen zur Alexanderverehrung des Pompeius
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Orient und Okzident im Zeitalter des Hellenismus
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V61845
ISBN (eBook)
9783638552066
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beleuchtet die Frage inwiefern verschiedene Verhaltensweisen des Pompeius als direkte Verehrung Alexanders ausgelegt werden können, ob verschiedene Rituale bereits auf ältere Traditionen zurückgehen oder generell zum Herrschergebaren der Antike gezählt werden können.
Schlagworte
Imitatio, Alexandri, Pompeius, Historische, Untersuchungen, Alexanderverehrung, Orient, Okzident, Zeitalter, Hellenismus
Arbeit zitieren
Stefanie Driescher (Autor), 2005, Imitatio Alexandri des Pompeius - Historische Untersuchungen zur Alexanderverehrung des Pompeius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61845

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