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Gibt es eine deutsche Postmoderne? Versuch der Anwendung von A. Nünnings Theorie auf den 'König David Bericht' von Stefan Heym

Title: Gibt es eine deutsche Postmoderne? Versuch der Anwendung von A. Nünnings Theorie auf den 'König David Bericht' von Stefan Heym

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Jung (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf Analyse, der Fragestellung, ob es eigentlich eine deutschsprachige postmoderne Literatur gibt. Das theoretische Untersuchungsraster bildet die Typologie des historischen Romans von A. Nünning, deshalb soll dieses Raster hier eingeführt und erläutert werden. Dabei werden zuerst seine theoretischen Prämissen vorgestellt und danach seine fünf Typen des historischen Romans umrissen.
Im nächsten Schritt soll in die Postmoderne - Problematik eingeführt werden, zuerst werden die zentralen Prozesse und Problematiken der Postmoderne vorgestellt und danach wird der Versuch unternommen Parallelen zwischen den allgemeinen Annahmen zur Postmoderne und Nünnings postmodernen Typus, der expliziten historiographischen Metafiktion, aufzuzeigen.
Nach der Einführung in die Postmoderne - Thematik soll anhand Nünnings Merkmalsbündel zur expliziten historiographischen Metafiktion, was seine Beschreibung für den postmodernen Roman ist, untersucht werden, ob Untersuchungen zur angelsächsischen Postmoderne auch auf deutschsprachige Literatur übertragbar sind.
Exemplarisch für den deutschen postmodernen Roman soll in dieser Arbeit Stefan Heyms „Der König David Bericht“ untersucht werden, dieser Roman wird dann anhand Nünnings Typus dahingehend untersucht, ob er Merkmale der Postmoderne trägt und inwieweit dann von einem postmodernen Roman, nach Nünnings Definition, gesprochen werden kann.
Vorweg sei noch gesagt, dass die Darstellung und Argumentation in Kapitel 2 weit gehend Nünnings Argumentation folgt, die Kapitelüberschriften der Merkmalsbündel sind identisch mit den Überschriften in seiner Untersuchung, dies soll der Orientierung des Lesers dienlich sein. Da die Argumentation nahe an Nünnings Vorgehensweise orientiert ist, wird in dieser Arbeit meist auf eine Quellenangabe verzichte, ohne dass sich der Autor die Gedanken zu Eigen machen möchte, abweichende, wichtige oder direkte Zitate sind aber belegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nünnings Typologie der historischen Romane

2.1 Grundlagen

2.2 Klassifikationsmerkmale

2.2.1 Selektionsstruktur

2.2.2 Relationierung und Gestaltung der Erzählebenen

2.2.3 Dominanter Zeitbezug und Vermittlungsformen

2.2.4 Verhältnis zum Wissen der Historiographie

2.2.5 Dominante Illusionstypen und Funktionspotential

2.3 Fünf Typen historischer Romane

3. Was ist Postmoderne?

4. Anwendung des Rasters, der expliziten historiographischen Metafiktion auf Stefan Heyms „König David Bericht“

4.1 Selektionsstruktur

4.2 Relationierung und Gestaltung der Erzählebenen

4.4 Verhältnis zum Wissen der Historiographie

4.5 Dominante Illusionstypen und Funktionspotential

5. Fazit

6. Literaturangaben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, ob Stefan Heyms Roman „Der König David Bericht“ Merkmale der explizit historiographischen Metafiktion aufweist, wie sie von Ansgar Nünning definiert wurden, und inwieweit das Werk somit als deutschsprachige postmoderne Literatur klassifiziert werden kann.

  • Analyse der Typologie historischer Romane nach Ansgar Nünning.
  • Erörterung des Begriffs und der Problematik der Postmoderne.
  • Untersuchung der Anwendung postmoderner Kriterien auf Stefan Heyms „König David Bericht“.
  • Hinterfragung der Übertragbarkeit angelsächsischer Postmoderne-Konzepte auf die deutschsprachige Literatur.
  • Reflexion über das Verhältnis von Geschichte, Historiographie und Fiktion innerhalb des Romans.

Auszug aus dem Buch

4.2 Relationierung und Gestaltung der Erzählebenen

Im „König David Bericht“ steht nicht die szenische Darstellung von Geschichte im Zentrum sondern die Auseinandersetzung mit Historie, Historiographie, Ereignislogik, Chronologie, Kohärenz und Sinnhaftigkeit bzw. Kontingenz historischen Geschehens auf der Ebene der erzählerischen Vermittlung. Dies wird erreicht, indem historische Erkenntnisse, die innerhalb der Binnenhandlung erschlossen und durch ein hypodiegetisches Kommunikationsniveau dargeboten wurden, vom personalen Erzähler, Ethan, innerhalb der Rahmenhandlung problematisiert werden. Dieser Zusammenhang der Vermittlung von Geschichte in der Rahmenhandlung und der Problematisierung und kritischer Hinterfragung der Sinnhaftigkeit des Entdeckten und den angebotenen Varianten von wahrer Geschichte lässt sich repräsentativ an der David Passage zeigen.

Am Anfang der Rekonstruktion dieses Lebensabschnittes von David untersucht die Kommission wie es zur Salbung von David gekommen ist und stößt dann gleich auf Zweifel, ob sie überhaupt stattfand, besonders Ethan ist skeptisch und wird von Zadok dem Priester belehrt, „wo die Zwei Arten von Wahrheit nicht übereinstimmen, muss ich verlangen, dass wir der Lehre folgen.“ Worauf sich Josaphat zu Wort meldet und Zadok zustimmt, indem er sagt, dass „Traditionen, die über Jahre geheiligt und Teil unserer Überlieferung wurden, beachtet werden, selbst wo sie der Wirklichkeit zu widersprechen scheinen.“ Die Kommission kommt schließlich zu der Ansicht, dass sie einen „glücklichen Mittelweg wählen sollen, zwischen dem, was ist, und dem, was die Menschen glauben sollen.“ Damit wird die von Ethan angezweifelte Passage in den Bericht aufgenommen und Ethan soll lediglich den Bericht noch etwas beschönigen, die ‚Wahrheit’ der Kommission wird verwendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Existenz deutschsprachiger postmoderner Literatur vor und skizziert das theoretische Vorgehen anhand Nünnings Typologie des historischen Romans.

2. Nünnings Typologie der historischen Romane: Hier werden die theoretischen Grundlagen und Kriterien von Ansgar Nünning zur Differenzierung historischer Romane sowie seine fünf definierten Roman-Typen detailliert eingeführt.

3. Was ist Postmoderne?: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Ansätze zur Definition der Postmoderne und versucht, diese mit Nünnings Typus der expliziten historiographischen Metafiktion in Verbindung zu bringen.

4. Anwendung des Rasters, der expliziten historiographischen Metafiktion auf Stefan Heyms „König David Bericht“: In diesem Hauptteil wird der Roman von Stefan Heym anhand der zuvor erarbeiteten Kategorien auf seine postmoderne Struktur hin analysiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Roman viele Merkmale der expliziten historiographischen Metafiktion aufweist, weist jedoch auf die Problematik der Verallgemeinerung hin.

6. Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Postmoderne, Historischer Roman, Stefan Heym, König David Bericht, Ansgar Nünning, Explizite historiographische Metafiktion, Narrativik, Fiktionalität, Geschichtsschreibung, Autoreferentialität, Historiographie, Erzählebenen, Literaturtheorie, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob es eine deutschsprachige postmoderne Literatur gibt, indem sie den Roman „Der König David Bericht“ von Stefan Heym als Beispiel heranzieht.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Zentral sind die theoretische Bestimmung des historischen Romans nach Ansgar Nünning, die Definition der Postmoderne sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Historiographie und Fiktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Überprüfung, ob Stefan Heyms „König David Bericht“ die Merkmale einer expliziten historiographischen Metafiktion erfüllt und somit als postmodernes Werk klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit verwendet das von Ansgar Nünning entwickelte systematisierte Raster von Differenzierungskriterien, um den Roman formal-typologisch zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird der Roman „König David Bericht“ detailliert anhand der Kriterien Selektionsstruktur, Gestaltung der Erzählebenen, Zeitbezug, Verhältnis zum Wissen der Historiographie sowie Illusionstypen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Postmoderne, explizite historiographische Metafiktion, historischer Roman, Geschichtskritik, Fiktionalität und Autoreferentialität.

Warum ist laut der Arbeit eine rein stilistische Analyse der Postmoderne unzureichend?

Unter Berufung auf Peter V. Zima wird argumentiert, dass eine rein stilistische Analyse zu kurz greift, da sie historische, gesellschaftliche, politische und philosophische Entwicklungen ausklammert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich Stefan Heyms „König David Bericht“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Roman viele Merkmale der expliziten historiographischen Metafiktion aufweist, betont jedoch, dass die Übertragbarkeit auf andere deutsche Romane aufgrund der speziellen Entstehungsgeschichte von Heyms Werk noch weiterer Untersuchungen bedarf.

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Details

Title
Gibt es eine deutsche Postmoderne? Versuch der Anwendung von A. Nünnings Theorie auf den 'König David Bericht' von Stefan Heym
College
University of Hohenheim  (Literaturwissenschaft)
Course
Deutschsprachige Postmoderne
Grade
1,0
Author
Thomas Jung (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V61852
ISBN (eBook)
9783638552127
ISBN (Book)
9783638775540
Language
German
Tags
Gibt Postmoderne Versuch Anwendung Nünnings Theorie König David Bericht Stefan Heym Deutschsprachige Postmoderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Jung (Author), 2003, Gibt es eine deutsche Postmoderne? Versuch der Anwendung von A. Nünnings Theorie auf den 'König David Bericht' von Stefan Heym, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61852
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