Die folgende Arbeit wird sich auseinandersetzen mit dem Thema psychische Störungen nach vorhergehender Extrembelastung. Grundlage für die Auseinandersetzung ist das medizinische Diagnosesystem ICD-10 . Dort werden reaktive Störungsbilder die im Zusammenhang mit einer vorhergehenden oder traumatisierenden Belastung auftreten können klassifiziert. Zunächst soll beschrieben werden welche Störungsbilder im Bereich der psychischen Störung nach Extrembelastung das ICD-10 vorsieht. Exemplarisch werden dann drei konkrete Störungsbilder genauer behandelt: die akute Belastungsreaktion (F43.0), die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie die dauerhafte Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung. Vertieft wird die posttraumatische Belastungsstörung diskutiert werden. Von der Klassifizierung aus werden dann Epidemiologie, Ätiologie, Komorbidität zu anderen Störungen und letztlich Therapieansätze für die posttraumatische Belastungsstörung vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mögliche Störungen nach Extrembelastung nach ICD-10
3. Definition und Symptomatik einzelner Störungen
3.1. Akute Belastungsreaktion
3.2. Posttraumatische Belastungsreaktion
3.2.1. Epidemiologische Daten
3.2.2. Ätiologie und Pathogenese
3.2.2.1. Genetik
3.2.2.2. Biochemische Faktoren
3.2.2.3. Psychodynamische Faktoren
3.2.2.4. Lerntheoretische und Verhaltenstherapeutische Faktoren
3.2.3. Differentialdiagnose
3.2.4. Therapie der PTBS
3.2.4.1. Krisenintervention
3.2.4.2. Exposition, Entspannungstechniken, Konfrontation
3.2.4.3. Pharmakotherapie
3.2.4.4. Soziale Unterstützung
3.3. Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
4. Schluss
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht verschiedene psychische Störungsbilder, die als direkte Folge von Extrembelastungen auftreten können. Der Fokus liegt dabei auf der Klassifizierung durch das ICD-10 sowie der detaillierten Betrachtung von Ätiologie, Epidemiologie und therapeutischen Ansätzen für die Posttraumatische Belastungsstörung.
- Klassifizierung psychischer Störungen nach ICD-10
- Differenzierung zwischen akuter Belastungsreaktion und PTBS
- Biologische, psychodynamische und lerntheoretische Ursachenforschung
- Therapeutische Strategien (Krisenintervention, Exposition, Pharmakotherapie)
- Langzeitfolgen wie die andauernde Persönlichkeitsänderung
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Epidemiologische Daten
Epidemiologisches Datenmaterial zur PTBS ist häufig sehr ungenau und variiert von Studie zu Studie teils sehr stark. Berger et.al. versuchen in ihrem Lehrbuch zentrale Ergebnisse wieder zu geben und ein Resümee zur Epidemiologie der PTBS zu fassen.
Studien zur Prävalenz der PTBS wurden sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch an speziellen Risikogruppen durchgeführt bei denen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit vorliegt eine PTBS zu erleiden (z.B. Vietnamveteranen, Katastrophenopfer).
Nach amerikanischen Studien stellt die PTBS die vierthäufigste psychische Störung dar. Diese Zahl dürfte wenig aussagekräftig sein da statistisch nur jeder zwanzigste Patient tatsächlich Hilfe aufsucht.
Zur Lebenszeitprävalenz kamen zwei amerikanische Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Während nach den Ergebnissen der Studie von Davidson und Fairbank lediglich 1% der Allgemeinbevölkerung einmal in ihrem Leben unter einer PTBS leiden, kommen Breslau et.al. zu einer Erkrankungsrate von 9,2% bei 39% der Erwachsenen einer US-amerikanischen Großstadt die einmal in ihrem Leben ein traumatisches Erlebnis durchleben. D.h. ein Viertel der Menschen die ein Trauma erleben entwickeln dieser Studie nach eine PTBS.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik der psychischen Störungen nach Extrembelastungen unter Berücksichtigung des ICD-10-Klassifikationssystems.
2. Mögliche Störungen nach Extrembelastung nach ICD-10: Erläuterung der psychischen Belastbarkeit und Definition von Extrembelastungen, die über die Anpassungskapazität des Menschen hinausgehen.
3. Definition und Symptomatik einzelner Störungen: Detaillierte Analyse der akuten Belastungsreaktion, der PTBS (inklusive Ätiologie und Therapie) sowie der andauernden Persönlichkeitsänderung.
4. Schluss: Synthese der Ergebnisse mit der Erkenntnis, dass trotz schwerer Traumatisierungen eine psychische Integration und Rückkehr in ein normales Leben oft möglich ist.
Schlüsselwörter
Extrembelastung, ICD-10, Akute Belastungsreaktion, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Ätiologie, Psychodynamik, Verhaltenstherapie, Pharmakotherapie, Krisenintervention, Persönlichkeitsänderung, Trauma, Epidemiologie, Komorbidität, Vulnerabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit psychischen Störungsbildern, die nach traumatischen Extrembelastungen auftreten, und analysiert deren Erscheinungsformen sowie Ursachen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der klinischen Differenzierung zwischen Akuter Belastungsreaktion, PTBS und der andauernden Persönlichkeitsänderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Spektrum der ICD-10-konformen Diagnosen für Traumafolgen darzustellen und die PTBS vertieft hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte und Behandlungsmöglichkeiten zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf medizinischen Diagnosemanualen (ICD-10) und psychiatrischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Störungen, epidemiologische Daten, Ätiologie (Genetik, Biochemie, Psychodynamik) und therapeutische Ansätze wie Expositionstraining.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Trauma, PTBS, Krisenintervention, Persönlichkeitsänderung und psychische Abwehrmechanismen.
Wie unterscheidet sich die "andauernde Persönlichkeitsänderung" von der PTBS?
Sie wird als eine Art Chronifizierung betrachtet, bei der die Charakterstruktur dauerhaft verändert ist und die soziale Integration oft stärker beeinträchtigt ist.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Akutphase und Verarbeitungsphase bei der Belastungsreaktion wichtig?
Sie hilft bei der diagnostischen Einordnung, da die Akutphase meist innerhalb von Stunden oder Tagen abklingt, während längere Verläufe auf eine posttraumatische Belastungsstörung hindeuten können.
- Citation du texte
- Thomas Meinhart (Auteur), 2006, Psychische Störungen nach Extrembelastung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61860