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Symbolische Führung

Title: Symbolische Führung

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Pütz (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Ein Blick auf die letzten 100 Jahre zeigt, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Führungstheorien neben- und miteinander existiert, bei denen hauptsächlich Personeneigenschaften (Eigenschaftstheoretische Konzepte) und direkt beobachtbares Verhalten (Verhaltenstheoretische Konzepte) im Fokus stehen. Neuberger (1990, S. 2) spricht sogar von einem „unübersichtlichen Gelände“ der Führungstheorien und Theorieansätze, welches er in einem Schaubild historisch und perspektivisch einzuordnen versucht (Neuberger, 1990, S. 3). Einige in den 60ger und 70ger Jahren entstandene Modelle (z.Bsp. Verhaltensgitter von Blake/Mouton/McCanse) erfreuen sich aufgrund ihrer Einfachheit und plausibel wirkenden Grundannahmen „nach wie vor großer Beliebtheit und werden weiterentwickelt“ (Weibler, 2001, S. 385).

Symbole haben jedoch in der Führungsforschung zumindest bis Anfang der 80ger Jahre eine höchst untergeordnete Rolle gespielt (v. Rosenstiel, 2003). Erst die Überwindung rationalistischer und technokratischer Führungskonzep-tionen (Ulrich, 1990) hat die Betrachtungsperspektive dergestalt erweitert, dass „hinter dem Faktischen noch mehr verborgen zu sein scheint“ (Weibler, 1995, S. 1015) und hier eröffnet sich das Forschungsfeld der Symbolischen Führung. Glaubt man Neubergers Formulierung „Man kann nicht nicht symbolisch führen“ (Neuberger, 1990, S. 93), so hatten Symbole und Symbolisches immer schon eine „verhaltensbeeinflussende lebendige Bedeutung“ (Wiswede, 1990, S. 8) in der Führungspraxis.

Gegenstand der vorliegenden Arbeit soll nun die Darstellung des Ansatzes der Symbolischen Führung innerhalb der Führungstheorien sein. Aufbauend auf einer Begriffsbestimmung soll die historische und forschungstheoretische Einbettung der Theorie erfolgen, die aktuelle Theorie skizziert werden und die Grenzen und Möglichkeiten der Symbolischen Führung in der Führungspraxis aufgezeigt werden. Abschließend erfolgt in einem Fazit eine kritische Würdigung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung

2.1 Symbole in der menschlichen Interaktion

2.2 Symbolische Führung

3 Symbolische Führung innerhalb der Führungstheorien

3.1 Histrorische und forschungstheoretische Einbettung

3.2 Theorie der Symbolischen Führung

4 Grenzen und Möglichkeiten in der Führungspraxis

4.1 Vorgesetzte und Mitarbeiter

4.2 Organisation/Unternehmen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Ansatz der Symbolischen Führung in modernen Organisationen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Führungskräfte durch den bewussten Einsatz von Symbolen Sinn vermitteln und komplexe organisatorische Zusammenhänge beeinflussen können, um somit über klassische Führungsansätze hinaus Orientierung zu stiften.

  • Historische und theoretische Verortung der Symbolischen Führung
  • Differenzierung zwischen symbolisierter und symbolisierender Führung
  • Die Rolle des Vorgesetzten als "Sinn-Macher" und "Sense-Maker"
  • Bedeutung organisationaler "Tat-Sachen" für die Verhaltenssteuerung
  • Grenzen und ethische Implikationen symbolischer Einflussnahme

Auszug aus dem Buch

3.2 Theorie der Symbolischen Führung

Neuberger (1990) entwickelte einen Ansatz zur Symbolischen Führung als „erweiterte Hinsicht auf Führung“ (Neuberger, 1990, S. 93). Auf den vereinfachten Punkt gebracht, unterstützt er seinen Ansatz mit der Behauptung „Man kann nicht nicht symbolisch führen…man führt immer symbolisch“ (Neuberger, 1990, S. 93), die Frage sei lediglich, ob bewusst oder unbewusst. Unterstützung findet er bei Soeffner (1989, zitiert nach Neuberger, 2002, S. 644) durch die Feststellung, dass Führungskräfte nicht einfach handeln, sondern ihr Handeln inszenieren und mit Deutungs- und Regieanweisungen versehen, wobei hier eine bewusste (Führungs-) Handlung unterstellt wird.

Abweichend von der bisherigen Führungsstil-Diskussion einer unmittelbaren Mitarbeitersteuerung durch den Vorgesetzten, erweitert Neuberger (2002) seine Betrachtungsweise um zwei Effekte. Sein Kerngedanke ist es hierbei, dass einerseits zwischen Vorgesetzten und Mitabeiter eine symbolische Handlung X tritt, die vom Mitarbeiter interpretiert wird und ihn zu einem bestimmten Verhalten veranlasst und andererseits sei der Mitarbeiter anderen führungsgleichen Einflüssen Y ausgesetzt (z.B. Bezahlsystem, Vorschriften), die ebenfalls auf (erwünschte) Handlungen des Mitarbeiters einwirken. Der Begriff „Tat-Sachen (Fakten in des Wortes ursprünglicher Bedeutung als das – von Menschen – Gemachte)“ (Neuberger, 2002, S. 649), spielt in seinem Ansatz eine fundamentale Rolle, wobei er die Zweideutigkeit von Fakten – als die beiden Facetten Symbolischer Führung - betont.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass klassische Führungstheorien die Bedeutung von Symbolen lange Zeit vernachlässigten, und definiert das Ziel der Arbeit als theoretische Darstellung des Ansatzes der Symbolischen Führung.

2 Begriffsbestimmung: Es werden die Grundlagen symbolischer Interaktion erläutert und definiert, wie Symbole als "significant symbols" in Organisationen zur Sinnstiftung und Verhaltenssteuerung beitragen.

3 Symbolische Führung innerhalb der Führungstheorien: Dieser Abschnitt bettet den Ansatz historisch ein und diskutiert Neubergers Theorie der Symbolischen Führung sowie die Unterscheidung zwischen symbolisierter und symbolisierender Führung.

4 Grenzen und Möglichkeiten in der Führungspraxis: Hier wird der bewusste Einsatz von Symbolen durch Vorgesetzte reflektiert und die Rolle der Organisation als Rahmen für strukturelle Sinnvermittlung ("Symbolisches Management") analysiert.

5 Fazit: Das Fazit würdigt die Theorie als notwendige Erweiterung, weist jedoch auf das Defizit an empirischer Evidenz und die ethischen Bedenken hinsichtlich subtiler Machtausübung hin.

Schlüsselwörter

Symbolische Führung, Führungstheorie, Sinnstiftung, Symbolisches Management, Organisation, Organisationskultur, Interaktion, Neuberger, Handlungsorientierung, Sinn-Vermittlung, Führungspraxis, Artefakte, Sense-Making.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit dem theoretischen Konzept der Symbolischen Führung, das Führung nicht nur als unmittelbare Verhaltensbeeinflussung, sondern als Prozess der Sinnvermittlung und Deutung durch Symbole betrachtet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Einbettung des Konzepts, der Unterscheidung zwischen symbolisierter und symbolisierender Führung sowie der kritischen Betrachtung der Chancen und Risiken in der Führungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Ansatz der Symbolischen Führung innerhalb der bestehenden Führungstheorien darzustellen und aufzuzeigen, wie Vorgesetzte und Organisationen durch den bewussten Umgang mit Symbolen Einfluss auf das Denken und Handeln der Mitarbeiter nehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes zur A&O-Psychologie, insbesondere unter Einbeziehung von Modellen des symbolischen Interaktionismus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, die theoretische Einbettung, eine Analyse der Führungspraxis (unterteilt in Vorgesetztenebene und Organisationsebene) sowie die Differenzierung zum Begriff des Symbolischen Managements.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Symbolische Führung, Sinnstiftung, Organisationskultur, Symbolisches Management und Führungstheorie.

Wie unterscheidet der Autor zwischen „symbolisierter“ und „symbolisierender“ Führung?

Symbolisierte Führung beschreibt den eher passiven Aspekt, bei dem in vorhandenen organisationalen Fakten (Strukturen, Artefakte) bereits Führung "geronnen" ist; symbolisierende Führung hingegen bezeichnet das aktive Handeln der Führungskraft als kreativer Sinn-Macher.

Welche ethische Kritik wird an der Symbolischen Führung geübt?

Es wird die Sorge geäußert, dass Symbole als subtiles Machtinstrument genutzt werden könnten, um Mitarbeiter zu Handlungen zu bewegen, die primär im Interesse des Machtausübenden liegen, was bis hin zu einer Form der manipulativen Fremdherrschaft führen kann.

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Details

Title
Symbolische Führung
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Thomas Pütz (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V61874
ISBN (eBook)
9783638552295
ISBN (Book)
9783640336258
Language
German
Tags
Symbolische Führung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Pütz (Author), 2006, Symbolische Führung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61874
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