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Gottes Schwäche für den Menschen - Die Rede vom machtvollen Gott in Jürgen Werbicks Gotteslehre

Title: Gottes Schwäche für den Menschen - Die Rede vom machtvollen Gott in Jürgen Werbicks Gotteslehre

Seminar Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: als gut benotet

Autor:in: Maja Lengert (Author)

Theology - Systematic Theology
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Als ich Anfang dieses Semesters ein Proseminar mit dem Titel ‚Allmacht - ein problematisches Gottesprädikat’ belegte, ahnte ich noch nicht, wie wenig Gedanken ich mir bis dahin über dieses ‚Gottesprädikat’ gemacht hatte. Wie selbstverständlich schien es mir, dass Gott ‚allmächtig’ sein musste. Dass dieses Thema jedoch keineswegs eindeutig, sondern äußerst facettenreich ist, und wie viele Fragen es in mir aufwerfen würde, wurde mir erst im Laufe des Semesters bewusst. Schon nach einigen Sitzungen war mir klar, dass ich eigentlich gar nicht wusste, ob ich wirklich an einen ‚allmächtigen’ Gott glaubte - das Bekenntnis im Credo schien mir plötzlich nicht mehr selbstverständlich, sondern äußerst fragwürdig. Der ‚Gottesbegriff nach Auschwitz’ von Hans Jonas mit seinem Mythos gab mir noch mehr zu denken. Hans-Jonas Gedankengänge schienen zwar zuerst recht sinnvoll, warfen aber auch viele neue Fragen auf. Dazu kamen noch unzählige Zusatztexte, die zunächst mehr verwirrten als Klarheit schafften. Doch nach einiger weiterer Beschäftigung mit dem Thema erschloss sich mir langsam aber sicher der ‚rote Faden’ - die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Texten wurden klar und Gedankengänge verständlich. Mittlerweile habe ich viele Antworten gefunden, die jedoch wiederum neue Fragen aufwarfen. Diese Proseminararbeit soll also noch einmal dazu dienen auch auf diese Fragen wieder ein Stück weit Antwort zu finden. Dies zeigt sich auch in der Themenwahl. Da der ‚Gottesbegriff’ nach Hans Jonas und kritische Stimmen zu diesem im Proseminar selbst immer wieder Thema waren, sind viele Fragen hierzu schon durchdacht und teilweise auch beantwortet. Das hätte die Arbeit an einem solchen Text zwar wahrscheinlich erleichtert, aber nur wenig neue Ideen und Antworten eingebracht. Die Wahl sollte also auf eine eigenständige ‚Allmachts-Definition’ fallen. Hier schienen mir Karl Barth oder Jürgen Werbick am sympathischsten. Nachdem ich mich in beide Ansätze eingelesen hatte, fiel die Wahl dann auf Jürgen Werbicks Werk ‚Bilder sind Wege. Eine Gotteslehre’, dass 1992 veröffentlicht wurde. In vielen Punkten scheint Werbick in diesem Werk genau die Fragen aufzuwerfen, die ich mir ebenfalls stelle. Eine Auseinandersetzung mit seinen ‚Allmachtsgedanken’ im Rahmen dieser Proseminararbeit scheint mir also eine gute Gelegenheit auch auf meine Fragen Antworten oder zumindest Denkanstöße zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gottes Macht und Gottes Allmacht

1.1 Der Glaube an die Allmacht

1.2 Biblische Ursprünge des Allmachtsverständnisses

2. Jürgen Werbick – Bilder sind Wege. Eine Gotteslehre

2.1 Gottesmetaphern in der Bibel

2.1.1 Das Kommen Jahwes

2.1.2 Krieger und Herrscher

2.2 Erlöst Gott durch Schwäche?

2.3 Der Allmächtige Gott als Beziehungsgott

2.3.1 Absolutheit - Allmacht

2.3.2 Von der Absolutheit zur ‚Allmacht als Beziehungsmächtigkeit’

3. Zwischen totaler Allmacht und Ohnmacht

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der traditionellen Vorstellung von Gottes Allmacht und der biblisch begründeten Notwendigkeit, Gottes Handeln als ein liebevolles, beziehungsorientiertes Geschehen zu verstehen, wobei Jürgen Werbicks Konzept einer „Allmacht der Liebe“ im Zentrum der Analyse steht.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Gottesprädikat „Allmacht“.
  • Analyse biblischer Gottesmetaphern (Kommen Jahwes, Krieger, Herrscher).
  • Diskussion der Theodizee-Frage im Kontext göttlicher Schwäche.
  • Gegenüberstellung von totaler Allmacht und Ohnmacht bei Gott.
  • Entwicklung des Verständnisses von „Allmacht als Beziehungsmächtigkeit“.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Krieger und Herrscher

Hier stellt Werbick zwei ‚Eigenschaften’ des ‚Kommen Gottes’ heraus.

Die erste ist die des »Kriegers«. »Schon der Name Jahwe Zebaoth – Herr der Heerscharen – stellt Gott als Kriegsgott vor« (84). Den Sieg seiner Heerscharen erfährt Israel immer wieder – und dies gibt ihm neue Zuversicht in Zeiten der Not. Dennoch ist ‚Gottes Kommen’ als Krieger nicht willkürlich und von seinem Volk beeinflussbar. »Er ‚kommt’, wann er will« (85) - und er will nicht, wenn sein Volk sich gegen ihn wendet. »Wo Israel nicht mehr sein Eigentumsvolk sein will, da erfährt es Jahwe als Gegner« (85).

Die Metapher eines ‚Krieger-Gottes’ hat in der Geschichte immer wieder zu Missinterpretationen geführt. Das machtlose Opferlamm in der Johannesapokalypse wurde so immer wieder zum »Typus für die im Auftrag ‚des Lammes’ [...] zu führenden Kriege gegen die Mächte des Bösen und ihre irdischen Helfershelfer missbraucht« (86). Es schien als kämpfe Gott Seite an Seite mit den »kaiserlichen Heeren« (86) und als ereigne sich das ‚Jüngste Gericht’ im Krieg zwischen den Mächtigen der Welt und dem vermeintlich Bösen.

Dieser Einstellung stellt Werbick die These entgegen, dass Gottes ‚Krieg’ ein ‚Krieg’ des Glaubens und keiner der Waffen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gottes Macht und Gottes Allmacht: Einleitung in die Problematik des Gottesprädikats Allmacht und die Motivation zur Wahl von Jürgen Werbicks Gotteslehre als Untersuchungsgrundlage.

2. Jürgen Werbick – Bilder sind Wege. Eine Gotteslehre: Detaillierte Untersuchung biblischer Metaphern und die theologische Herleitung der „Allmacht als Beziehungsmächtigkeit“ bei Werbick.

3. Zwischen totaler Allmacht und Ohnmacht: Kritische Reflexion der diskutierten Gottesbilder und Versuch einer Synthese, die Gottes Liebe und Allmacht ohne Widerspruch zur Theodizee-Problematik zusammenführt.

Schlüsselwörter

Allmacht, Gotteslehre, Jürgen Werbick, Theodizee, Beziehungsmächtigkeit, Gottesmetaphern, Liebe Gottes, Ohnmacht, biblische Tradition, Transzendenz, Immanenz, Schöpfung, Leid, Erlösung, Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Es geht um die theologisch schwierige Frage, wie das Prädikat „allmächtig“ in Bezug auf Gott sinnvoll verstanden werden kann, ohne dabei die Liebe Gottes oder das Leid in der Welt zu ignorieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die biblischen Gottesbilder, das Konzept der absoluten Macht versus Beziehungsmacht sowie die Theodizee-Frage.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Begriff der Allmacht bei Jürgen Werbick neu zu definieren, um ihn mit der väterlichen Liebe Gottes versöhnbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literarische Analyse theologischer Texte, insbesondere Werbicks Werk „Bilder sind Wege“, ergänzt durch biblische Exegese und philosophische Denker wie Kierkegaard oder Hans Jonas.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die biblischen Metaphern Jahwes, hinterfragt die scholastische Absolutheitslehre und erarbeitet die Theorie der „Allmacht als Beziehungsmächtigkeit“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Allmacht, Gotteslehre, Liebe Gottes, Beziehungsmächtigkeit und Theodizee.

Wie unterscheidet sich Werbicks Ansatz von einem „ohnmächtigen Gott“?

Während ein „ohnmächtiger Gott“ (nach Hans Jonas) gar nicht eingreifen kann, zeichnet sich Werbicks Gott dadurch aus, dass er zwar die Macht hätte, aber aus Liebe die Freiheit des Menschen achtet und auf dessen Antwort hofft.

Warum wird das „Stein-Paradoxon“ im Text erwähnt?

Es dient als Beispiel für die logischen Grenzen traditioneller Vorstellungen einer „totalen Allmacht“, die oft in scholastischen Ansätzen diskutiert wurden.

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Details

Title
Gottes Schwäche für den Menschen - Die Rede vom machtvollen Gott in Jürgen Werbicks Gotteslehre
College
University of Paderborn  (Ev. Theologie)
Course
Allmacht - ein problematisches Gottesprädikat
Grade
als gut benotet
Author
Maja Lengert (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V61900
ISBN (eBook)
9783638552509
Language
German
Tags
Gottes Schwäche Menschen Rede Gott Jürgen Werbicks Gotteslehre Allmacht Gottesprädikat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maja Lengert (Author), 2004, Gottes Schwäche für den Menschen - Die Rede vom machtvollen Gott in Jürgen Werbicks Gotteslehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61900
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