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Immobilienpreisblasen als wirtschaftspolitisches Problem. Der Fall Spanien

Title: Immobilienpreisblasen als wirtschaftspolitisches Problem. Der Fall Spanien

Diploma Thesis , 2006 , 105 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplomökonom Felix Genze (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Die Liberalisierung internationaler Finanzmärkte bewirkt starke Liquiditätsvolatilitäten und damit einhergehende Unsicherheiten auf den Finanzmärkten. Zwar ist es zu begrüßen, dass in den letzten zwei Jahrzehnten der Kampf gegen die Inflation weltweit Früchte zeigt, dies begünstigt beschriebenes Szenario aber stark. Märkte sind aufgrund fallender Transaktionskosten der Spekulation internationaler Investoren ausgeliefert. Auf die Existenz und gleichzeitig die Gefahr, welche hiervon ausgeht, wies vor knapp zehn Jahren Alan Greenspan, damaliger Präsident der US-Notenbank ‚Federal Reserve’ (Fed), hin. Dieser bezeichnete im Dezember 1996 die damaligen Vorgänge auf den Finanzmärkten als ‚irrationalen Überschwang’.

Trotz internationaler konjunktureller Abkühlung entwickeln sich Vermögenspreise, vor allem auf dem Immobilienmarkt, mit zweistelligen Wachstumsraten. Die Fed hat ihren Leitzinssatz im Juni 2006 auf 5,25% angehoben, im Euro-Währungsraum erwartet man, dass bis August die 3%-Marke erreicht wird - weitere Steigerungen sind vorgesehen.

Der Fokus vorliegender Arbeit liegt jedoch auf der anderen Seite des Atlantiks. Auch wenn Kassandra-Rufe, die spanische Immobilienblase platze in den nächsten Wochen, schon seit mehreren Jahren kursieren, so weisen mittlerweile doch sehr ernst zu nehmende Autoritäten wie die ‚Weltbank’ und der ‚Internationale Währungsfonds’ (IWF)‚ ‚The Economist’ oder die ‚Banco de España’ (BDE) auf die Bedrohlichkeit der Lage hin. Für seinen Ausspruch ‚España va bien’ (Spanien boomt) war der konservative spanische Ministerpräsident José Maria Aznar López bekannt, welcher im März 2004 von dem Sozialdemokraten José Luis Rodriguez Zapatero abgelöst wurde.

Gültigkeit besitzt diese Aussage auch heute noch – allerdings weniger für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Spaniens sondern eher für die auf dem Immobilienmarkt, der momentan hinsichtlich Preisentwicklung und Bautätigkeit den Rest Europas weit hinter sich lässt. Davon profitiert auch Daimler-Chrysler Spanien, dessen Chef Wolfgang Minet berichtet, dass sein Nutzfahrzeug-Geschäft hauptsächlich von Kipplastwagen getrieben werde. So sehr ihn das freut, so wenig vertraut Minet auf den Aufschwung: „Wir haben schon vor drei Jahren geglaubt, die Blase würde endlich platzen. Und je länger es bis dahin dauert, desto tiefer könnte der Fall werden.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Theorie spekulativer Blasen

2.1 Elementare Eigenschaften von Bubbles

2.2 Erwartungsbildung in spekulativen Märkten

2.3 (Ir-)Rationalität und Herdeneffekte

2.4 Die Ratio spekulativen Verhaltens

2.5 Empirische Erfahrung: Die Tulpenmanie in Holland

3 Die Charakterisierung der Immobilienpreisentwicklung

3.1 Angebot und Nachfrage im theoretischen Modell

3.2 Angebotsseitige Einflussparameter

3.2.1 Natürliche und künstlich erzeugte Knappheit

3.2.2 Ursprüngliche Kosteneinflussgrößen

3.2.3 Probleme bei der Wertermittlung

3.3 Nachfrageseitige Preisbestimmungsparameter

3.3.1 Demographische Faktoren

3.3.2 Direkte Besteuerung und Subventionierung

3.3.3 Die Wirkung von Transaktionskosten

3.3.4 Das Verhältnis von Miet- und Eigentumsmärkten

3.3.5 Psychologische Faktoren

3.4 Der Kreditmarkt

3.4.1 Feedback-Effekte auf dem Kreditmarkt

3.4.2 ‘Disaster Myopia’ und ‘Perverse Incentives’

3.4.3 Die Loan-to-Value-Ratio

3.4.4 Variable und fixe Zinssätze

3.4.5 Notwendigkeit zur Absicherung des Systems

3.5 Auswirkungen von Immobilienpreisänderungen

3.5.1 Konsumeffekte

3.5.2 Der Einfluss auf die Faktormobilität

3.6 Indikatoren zur Identifikation einer Immobilienpreisblase

3.7 Unterschiede zu anderen Vermögenspreisblasen

3.8 Der Einfluss der Geldpolitik

4 Der Fall Spanien

4.1 Analyse des spanischen Immobiliensektors

4.1.1 Ökonomische Bewertung Spaniens

4.1.2 Entwicklungen im Bausektor

4.1.3 Analyse der spanischen Wohneigentumspreise

4.1.4 Die PIR als Indikator der Überbewertung

4.2 Kreditmärkte als Nährboden der Immobilienpreisblase

4.2.1 Die Kreditwut in Spanien

4.2.2 Variable Verzinsung als Schuldenfalle

4.2.3 LTV-Ratios als Anker des Systems

4.2.4 Unterschiede in den Kreditrisiken

4.3 Effekte der Finanz- und Strukturpolitik

4.3.1 Fiskalische Anreize zum Eigenheimerwerb

4.3.2 Der spanische Mietmarkt

4.3.2.1 Einfluss gesetzlicher Regulierungen auf den Mietmarkt

4.3.2.2 Der Mietpreis als Überbewertungsindikator

4.3.3 Die soziale Wohnungsbaupolitik Spaniens

4.3.4 Die Baulandverordnung und ihre Auswirkungen

4.4 Psychologie, Demographie und Tradition

4.4.1 Spekulation auf dem Zweitwohnungsmarkt

4.4.2 Der sozio-demographische Wandel

5 Defizite & Handlungsmöglichkeiten

5.1 Benchmark: Der Immobiliencrash in Japan

5.2 Gefahrenszenarien für den Fall Spanien

5.3 Wesentliche Defizite im spanischen System

5.3.1 Rationaler Überschwang durch perverse Anreize

5.3.1.1 Defizit

5.3.1.2 Handlungsempfehlung

5.3.1.3 Problematik

5.3.2 Das mangelnde Bewusstsein der Vorteilhaftigkeit der Miete

5.3.2.1 Defizit

5.3.2.2 Handlungsempfehlung

5.3.2.3 Problematik

5.3.3 Die fehlende Nachhaltigkeit des Baubooms

5.3.3.1 Defizit

5.3.3.2 Handlungsempfehlung

5.3.3.3 Problematik

5.3.4 Die Wirkung der einheitlichen Geldpolitik

5.3.4.1 Defizit

5.3.4.2 Handlungsempfehlung

5.3.4.3 Problematik

5.3.5 Die künstlich erzeugte Knappheit von Bauland

5.3.5.1 Defizit

5.3.5.2 Handlungsempfehlung

5.3.5.3 Problematik

6 Fazit & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Problematik von Immobilienpreisblasen unter besonderer Berücksichtigung Spaniens. Ziel ist es, das Gefahrenpotential des spanischen Immobilienmarktes zu identifizieren und wirtschaftspolitische Lösungsansätze zu entwickeln, um langfristig stabile Marktverhältnisse zu fördern.

  • Theoretische Grundlagen von spekulativen Blasen und Bubble-Bildung
  • Analyse der Einflussfaktoren auf Immobilienpreise (Angebot, Nachfrage, Kreditmärkte)
  • Untersuchung des spanischen Immobiliensektors und der Rolle der Finanz- sowie Strukturpolitik
  • Diskussion psychologischer und demographischer Faktoren in Spanien
  • Ableitung wirtschaftspolitischer Handlungsempfehlungen zur Vermeidung eines Immobiliencrashs

Auszug aus dem Buch

2.1 Elementare Eigenschaften von Bubbles

Spätestens seit der geplatzten IT-Blase zur jüngst vergangenen Jahrtausendwende ist das Wort ‚Bubble’ ein Begriff, der nicht nur geprellten Börsenanlegern geläufig ist. Die Bezeichnung steht in diesem Fall für sich aufblähende, ins exorbitant Positive schießende Vermögens- bzw. Assetpreise - im umgekehrten Fall spricht man von negativen Blasen. Spekulative Blasen sind allerdings, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, kein Produkt der Neuzeit. Garber stellt fest, dass Bubbles, wie die in Kapitel 2.5 vorliegender Arbeit untersuchte Tulpenmanie Hollands im frühen 17. Jahrhundert, schon seit dem Aufkommen von Finanzmärkten, diese weltweit und in unregelmäßigen Abständen destabilisieren. Sie können insofern nicht als (negative) Begleiterscheinung des Aufkommens der Informations- und Kommunikationstechnologie des 20. Jahrhunderts verharmlost werden. Was aber verbirgt sich genau hinter dem Mysterium der Bubbles und warum werden Volkswirtschaften seit Jahrhunderten immer wieder Opfer dieser Phänomene, ohne dass sich mittlerweile wirkungsvolle Patentrezepte zu deren Bekämpfung etablieren konnten?

In der Literatur wird oftmals auf das philosophische Dilemma der Bubble-Theorie verwiesen. Eine spekulative Blase ist demnach nur ex post identifizierbar, also wenn sie bereits geplatzt ist. Könnte man durch wirtschaftspolitische Maßnahmen das Platzen verhindern, so handelt es sich streng genommen lediglich um einen Boom. Diese Eigenschaft der Irreversibilität ihrer Evolution wirft insofern die Frage nach Identifikationsmöglichkeiten und Handlungsoptionen bei Existenz einer Vermögenspreisblase, und gleichsam die Daseinsberechtigung vorliegender Arbeit, auf. Problematisch ist also generell eine Abgrenzung dessen, was als spekulative Blase und was als lediglich schneller Preisanstieg in Märkten bezeichnet werden kann. „The difficulty in determining asset price bubbles not only exists ex ante, but also ex post.” Man spricht im Allgemeinen von einem Bubble in einem bestimmten Markt, wenn der Buchwert der gebundenen Vermögensgegenstände stark von seinem langfristigen Trend abweicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert Immobilienpreisblasen mit Fokus auf Spanien und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

2 Die Theorie spekulativer Blasen: Es werden die Grundlagen und Entstehungsmechanismen von spekulativen Blasen sowie deren historische Einordnung dargestellt.

3 Die Charakterisierung der Immobilienpreisentwicklung: Das Kapitel analysiert die Angebots- und Nachfrageparameter sowie die zentrale Rolle des Kreditmarktes bei Preisentwicklungen.

4 Der Fall Spanien: Eine detaillierte Analyse der spanischen Immobilienmarktsituation, unterlegt mit ökonomischen Daten, Kreditmarktbesonderheiten und politischer Einflussnahme.

5 Defizite & Handlungsmöglichkeiten: Hier werden die identifizierten Schwachstellen des spanischen Systems aufgeführt und konkrete wirtschaftspolitische Empfehlungen abgeleitet.

6 Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Risiken einer spekulativen Überbewertung in Spanien.

Schlüsselwörter

Immobilienpreisblase, Spanien, Spekulation, Kreditmarkt, Hypothekarkredite, Wohneigentum, Preisentwicklung, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Immobilienmarkt, Vermögenswerte, Bauboom, Rendite, Überbewertung, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entstehung und das Gefahrenpotential von Immobilienpreisblasen mit einem speziellen Fokus auf die Situation in Spanien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Theorie spekulativer Blasen, die Mechanismen des Immobilienmarktes, der Einfluss von Kreditmärkten, die fiskalische Förderung von Wohneigentum sowie die Auswirkungen auf den Konsum und die gesamtwirtschaftliche Stabilität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Problematik der Immobilienpreisblasen aufzuzeigen, das besondere Risiko für Spanien zu identifizieren und wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist verbalökonomisch gehalten und basiert auf einer fundierten Analyse bestehender ökonomischer Literatur sowie empirischer Daten internationaler Organisationen und der spanischen Zentralbank.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Bubble-Bildung, eine Analyse der Immobilienmarkt-Charakteristika und eine detaillierte Fallstudie zu Spanien unter Berücksichtigung von Kreditmärkten, Politik und Psychologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Immobilienpreisblase, Spanien, Spekulation, Kreditmarkt, Hypothekenkredite, Wohneigentum und fiskalische Anreize sind die zentralen Begriffe.

Warum spielt der spanische Kreditmarkt eine so entscheidende Rolle für die Blase?

In Spanien dominiert eine expansive Kreditvergabe mit variabel verzinsten Hypotheken und hohen Beleihungsausläufen (LTV-Ratios), was bei steigenden Zinsen ein enormes Risiko für die Schuldentragfähigkeit der Haushalte darstellt.

Was ist das „Paradoxon“ der spanischen Immobilienpolitik?

Obwohl eine Immobilienblase droht, fördert der spanische Staat durch fiskalische Anreize (wie die steuerliche Absetzbarkeit von Hypothekenzinsen) weiterhin aktiv den Kauf von Immobilien, statt einen funktionsfähigen Mietmarkt zu stärken.

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Details

Title
Immobilienpreisblasen als wirtschaftspolitisches Problem. Der Fall Spanien
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik)
Grade
1,0
Author
Diplomökonom Felix Genze (Author)
Publication Year
2006
Pages
105
Catalog Number
V61910
ISBN (eBook)
9783638552608
ISBN (Book)
9783638709835
Language
German
Tags
Immobilienpreisblasen Problem Fall Spanien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplomökonom Felix Genze (Author), 2006, Immobilienpreisblasen als wirtschaftspolitisches Problem. Der Fall Spanien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61910
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