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Handlungs- und produktionsorientierter Lyrikunterricht in der Sekundarstufe I

Title: Handlungs- und produktionsorientierter Lyrikunterricht in der Sekundarstufe I

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Juliane Voigt (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Lyrik nervt! Eine Meinung, die nicht nur unter Schülern breite Zustimmung findet. Nicht wenige Studenten der Germanistik, unter ihnen auch angehende Deutsch-Lehrer, würden ebenfalls behaupten, dass sie kaum oder nur schwer Zugang zu lyrischen Texten finden. Lyrik ist jedoch fester Bestandteil der Rahmenlehrpläne für den Deutschunterricht und unter Didaktikern unumstrittene Ingredienz des Fachcolloquiums. Woher kommt die Antipathie unter den Betroffenen? Und wie kann man ihr entgegenwirken?
Antwort auf die erste Frage gibt ein Blick in die Unterrichtspraxis der letzten Jahrzehnte wie ihn Hilbert Meyer darstellt: Mit rund 77% dominiert der Frontalunterricht unter den Sozialformen, das Unterrichtsgespräch ist dabei mit rund 49% das am häufigsten verwendete Handlungsmuster. Für den Lyrikunterricht bedeutet dies ein rein kognitiv-analytisches Vorgehen im gelenkten Lehrer-Schüler-Gespräch, das Interpretation und Aufschlüsselung des Unterrichtsgegenstandes zum Ziel hat. Ein so strukturierter Unterricht wird von Schülern als trocken und langweilig empfunden, was häufig eine negative Einstellung zur ganzen Gattung zur Folge hat.
Nun ist es jedoch u.a. erklärtes Ziel des Deutschunterrichts, die Lesemotivation der Heranwachsenden zu erhalten und zu fördern, denn nur daraus lasse sich laut Rahmenplan eine Lesekompetenz beim Schüler entwickeln. Darüber hinaus soll Sprache als „Material und Mittel für die individuelle produktive und kreative Gestaltung“ erfahrbar werden. Die Verfolgung dieser beiden Ziele liegt den Vertretern des Konzepts eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts im besonderen Maße am Herzen. Die von ihnen entwickelten Methoden, die immer mehr Eingang in die aktuellen Lehrpläne finden, sollen als Ergänzung zu den kognitiv-analytischen Verfahren im Unterricht eingesetzt werden, um den Schülern den Zugang zu Literatur zu erleichtern.
Diese Arbeit wird sich mit der Frage beschäftigen, was genau hinter dem Konzept eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts steckt. Zunächst sollen dazu die Basis eines handlungsorientierten Unterrichts vorgestellt, um zu erläutern, welche didaktischen Überlegungen und Kriterien die Grundlage eines solchen Literaturunter-richts sind. Anschließend soll das Konzept für den Literaturunterricht im Allgemeinen und den Lyrikunterricht im speziellen vorgestellt werden. Desweiteren wird der Schwerpunkt darauf liegen, die Anwendbarkeit der Konzeption auf den Lyrikunterricht zu prüfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HANDLUNGSORIENTIERTER UNTERRICHT

2.1 BEGRIFFSKLÄRUNG

2.2 BEGRÜNDUNGSANSÄTZE

2.3 DIDAKTISCHE KRITERIEN

2.4 DIE ROLLE DER LEHRKRAFT

2.5 VORBEHALTE UND EINWÄNDE

3. BEDEUTUNG DES KONZEPTS FÜR DEN LITERATURUNTERRICHT

3.1 HANDLUNGS- UND PRODUKTIONSORIENTIERTER LITERATURUNTERRICHT

3.2 LITERARISCHES LESEN ALS PRODUKTIVES HANDELN

3.3 LYRIK ALS DIFFERENZERFAHRUNG

3.4 HANDLUNGS- UND PRODUKTIONSORIENTIERTER UMGANG MIT LYRISCHEN TEXTEN

3.5 GRUNDSÄTZE ZUR LEISTUNGSBEWERTUNG

4. UNTERRICHTSMODELL: EINFÜHRUNG IN DIE VERSLEHRE

4.1 DAS VERSMAß ALS UNTERRICHTSGEGENSTAND

4.2 EINFÜHRUNG DES METRUMS MITHILFE VON KLAPPHORNVERSEN

4.3 ERARBEITUNG: MUSIKALISCHES ERSPIELEN

4.4 SICHERUNG: PARALLELGEDICHT

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, um aufzuzeigen, wie Schüler durch aktive und kreative Methoden einen besseren Zugang zu lyrischen Texten finden können. Dabei wird insbesondere geprüft, wie diese Ansätze konkret im Bereich der Vermittlung von Metrik in der Sekundarstufe I angewendet werden können, um die kognitiv-analytische Textbetrachtung sinnvoll zu ergänzen und die Lesemotivation zu steigern.

  • Grundlagen und Didaktik des handlungsorientierten Unterrichts
  • Methoden zur Überwindung der Antipathie gegenüber Lyrik
  • Verknüpfung von kognitiver Analyse mit sinnlich-affektiven Lernwegen
  • Anwendung handlungsorientierter Verfahren am Beispiel der Verslehre
  • Leistungsbewertung in kreativen Unterrichtskontexten

Auszug aus dem Buch

3.4 Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit lyrischen Texten

Für den handlungs- und produktionsorientierten Umgang mit Gedichten in der Sekundarstufe I schlagen Spinner, Haas und Waldmann verschiedene Methoden vor. Einige ausgewählte davon sollen im Folgenden kurz beschrieben und erläutert werden.

Das sprachliche Gestalten von Gedichten bietet mehr Möglichkeiten als das bloße Vorsprechen eines lyrischen Textes durch den Lehrer bzw. die Schüler. So kann beispielsweise mit verschiedenen Vortragsweisen experimentiert werden. Besonders das spielerische oder parodistische Rezitieren eröffnet einen vergnüglichen Einstieg in ein Gedicht. Diese Experimente können auch eine Hilfe bei der Interpretation sein, wenn z.B. deutlich wird, dass eine wütende Vortragsweise einem Gedicht nicht angemessen ist, das von einer Liebes-Thematik handelt. Zusätzlich kann der Vortrag eines Gedichts mit passender Hintergrundmusik untermalt bzw. das gesamte Werk vertont werden, um die Stimmung zu untermalen.

Auch die szenische Gestaltung eines Gedichts kann zum einen den Zugang zum Text und zum anderen die Interpretation und Analyse erleichtern. Dies bietet sich vor allem bei Gedichten an, die stark auf Handlung und gestische Aktionen zielen (z.B. Balladen). Der Inhalt aber auch die Stimmung eines Gedichts können darüber hinaus auch pantomimisch oder spielerisch (d.h. mit Puppen oder als Schattenspiel) dargestellt und dabei durch die Rezitation des Gedichts begleitet werden.

Eine weitere Möglichkeit zur affektiv-sinnlichen Annäherung und Interpretation eines lyrischen Textes bietet die visuelle Gestaltung. Dafür können Bilder gemalt oder Collagen erstellt werden, die den Inhalt, die Struktur und/oder die Stimmung des Gedichts wiedergeben und unterstützen. Bei der Besprechung der Ergebnisse kann der Blick ebenfalls auf das Textverständnis gelenkt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert die weitverbreitete Abneigung gegenüber Lyrik im Deutschunterricht und stellt das Konzept der Handlungs- und Produktionsorientierung als Ergänzung zur klassischen kognitiv-analytischen Methode vor.

2. HANDLUNGSORIENTIERTER UNTERRICHT: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, didaktischen Kriterien und die Rolle der Lehrkraft im handlungsorientierten Lernen sowie mögliche kritische Einwände.

3. BEDEUTUNG DES KONZEPTS FÜR DEN LITERATURUNTERRICHT: Der Fokus liegt auf der Anwendung der Handlungs- und Produktionsorientierung im Literaturunterricht, insbesondere bei der Auseinandersetzung mit Lyrik und der Bewertung kreativer Schülerleistungen.

4. UNTERRICHTSMODELL: EINFÜHRUNG IN DIE VERSLEHRE: Hier wird ein konkretes Modell präsentiert, wie Schülern das Metrum mithilfe von Klapphornversen, musikalischem Erspielen und der Produktion eigener Gedichte nahegebracht werden kann.

5. FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass handlungs- und produktionsorientierte Zugänge entscheidend dazu beitragen, das Interesse an Lyrik zu wecken und wichtige Schlüsselkompetenzen zu fördern.

Schlüsselwörter

Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Lyrikunterricht, Literaturdidaktik, Lesemotivation, Metrum, Verslehre, Klapphornverse, Kreativität, Schüleraktivierung, Sekundarstufe I, Literaturanalyse, Sinnlich-affektives Lernen, Sprachliches Handeln, Leistungsbewertung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Herausforderung, Schülern der Sekundarstufe I einen motivierenden Zugang zur Lyrik zu ermöglichen, indem traditionelle kognitiv-analytische Verfahren um handlungs- und produktionsorientierte Methoden ergänzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie des handlungsorientierten Unterrichts, der spezifischen Bedeutung dieses Konzepts für die Literaturdidaktik sowie der praktischen Umsetzung in Form eines Unterrichtsmodells zur Einführung in die Verslehre.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch aktives und kreatives Handeln (z.B. durch szenische oder musikalische Arbeit mit Texten) eine tragfähige Lesemotivation entwickeln und die starre Dominanz rein interpretatorischer Unterrichtsgespräche aufbrechen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die auf der Analyse bestehender literaturdidaktischer Theorien und Konzepte (u.a. von Haas, Spinner, Waldmann, Meyer) basiert und diese auf ein konkretes Anwendungsbeispiel im Unterricht überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des handlungsorientierten Unterrichts, die Übertragung auf den Literatur- und Lyrikunterricht sowie die detaillierte Darstellung eines Unterrichtsmodells zur Vermittlung des Metrums anhand von Klapphornversen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Lyrikunterricht, Lesemotivation, Metrum, Verslehre und Schüleraktivierung.

Warum wird im Rahmen des Unterrichtsmodells speziell auf Klapphornverse zurückgegriffen?

Klapphornverse werden gewählt, weil sie inhaltlich leicht zugänglich sind, durch ihre humoristische Wirkung die Schüler ansprechen und zudem ein gut erfassbares metrisches Schema aufweisen, das sich für unterrichtliche Erarbeitungen eignet.

Wie geht die Autorin mit dem Problem der Leistungsbewertung in kreativen Phasen um?

Die Arbeit schlägt vor, Bewertungskriterien und Checklisten in Absprache zwischen Lehrer und Schülern zu entwickeln, um subjektive Benotungen transparent zu machen und den Lernprozess sowie das Endprodukt gleichermaßen zu würdigen.

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Details

Title
Handlungs- und produktionsorientierter Lyrikunterricht in der Sekundarstufe I
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Juliane Voigt (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V61939
ISBN (eBook)
9783638552837
ISBN (Book)
9783638792943
Language
German
Tags
Handlungs- Lyrikunterricht Sekundarstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Voigt (Author), 2006, Handlungs- und produktionsorientierter Lyrikunterricht in der Sekundarstufe I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61939
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