Die aktuelle finanzielle Lage der Kommunen ist trotz strikter Sparmaßnahmen mehrheitlich von einer ansteigenden Verschuldung geprägt.
Vermeintliche „Einsparungen“ im Bereich der Gebäudeinstandhaltung haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass erforderliche Instandhaltungsaufgaben an öffentlichen Immobilien nicht bzw. nicht im erforderlichen Umfang durchgeführt wurden.
Da die mögliche Umsetzung von Ansätzen des Facility Managements einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung dieser Situation, zur langfristigen Kostenreduzierung und zur Sicherung des Immobilenvermögens liefern kann, wird dieses Thema in den nächsten Jahren vermehr in den Kommunen diskutiert werden.
Die vorgelegte Arbeit zeigt nach einer Beschreibung des Facility Management Ansatzes die Entwicklung mögliche Optimierungspotentiale und Chancen für eine zukünftige Konzeption der Gebäudewirtschaft der Stadt Ronnenberg auf um die Bewirtschaftung der im Bestand befindlichen Gebäude und deren Dienste zu optimieren.
In der Arbeit wird zunächst anhand wissenschaftlicher Fachliteratur die Notwendigkeit und die Problemstellung für ein umfassendes Facility Management systematische aufgezeigt.
Im Anschluss werden die Grundsätze des Facility Managements mit den derzeitigen kommunalen Reformansätzen verknüpft und die Nutzenpotentiale am Beispiel der Stadt Ronnenberg aufgezeigt.
Facility Management wird im Rahmen der Arbeit als ganzheitlicher, strategischer Rahmen für koordinierte Programme um Gebäude, ihre Systeme und Inhalte angesehen welcher durch die drei Grundsätze Ganzheitlichkeit, Lebenszyklus und Transparenz geprägt wird. Ziel ist es hierbei die Funktionen der Gebäude sowie die Verfügbarkeit bestimmter Dienste für eine optimale Umsetzung des Kerngeschäftes sicherzustellen.
Die Arbeit zeigt auch die notwendigen Schritte der Implementierung des Facility Managements in der Stadt Ronnenberg und die sich für den gesamten Reformprozess ergebenen Synergien, Verknüpfungen und Potentiale.
Hierbei wird auf mögliche organisatorische Modelle, auf pragmatische Rechtsformen, Wissensmanagement, Kostenrechnung, Controlling, Prozessoptimierung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Grundlagen Facility Management
2.1 Definition und Konzeption
2.2 Drei Säulen des FM
2.2.1 Ganzheitlicher Ansatz
2.2.2 Gesamtlebenszyklus
2.2.3 Transparenz
2.3 Erwartungen und Ziele
2.4 Aufbau von FM
2.4.1 Strategisches FM
2.4.1.1 Informationsmanagement
2.4.1.2 Controlling
2.4.1.3 Benchmarking
2.4.2 Operatives FM
2.4.2.1 Kaufmännisches FM
2.4.2.2 Technisches FM
2.4.2.3 Infrastrukturelles FM
2.5 Nutzen / Potential von FM
2.6 Kommunales Facility Management
3 Gebäudewirtschaft der Stadt Ronnenberg
3.1 Entwicklung
3.2 Aufgaben
3.3 Aufbauorganisation
4 Chancen und Optimierungsstrategien
4.1 Organisationsentscheidung
4.1.1 Eigentümermodell
4.1.2 Mieter-Vermieter-Modell
4.1.3 Managementmodell
4.1.4 Umsetzungsempfehlung
4.2 Betriebsformen / Rechtsformen
4.2.1 Regiebetrieb / Amt
4.2.2 Eigenbetrieb
4.2.3 Privatrechtliche Organisationsformen
4.2.4 Umsetzungsempfehlung
4.3 Geschäftsprozessoptimierung
4.4 Interne Organisation
4.4.1 Aufbauorganisation
4.4.2 Handlungsfelder / Portfolio
4.5 Wissensmanagement
4.5.1 Ermittlung und Bereithaltung aktueller Daten
4.5.2 Softwareunterstützung / CAFM
4.6 Infrastrukturelles FM
4.6.1 Flächenmanagement
4.6.2 Reinigungsmanagement
4.6.3 Weitere Infrastrukturelle Dienste
4.7 Kaufmännisches FM
4.7.1 Kostenrechnung
4.7.2 Leistungsvereinbarungen
4.7.3 Leistungsverrechnung
4.7.4 Budgetierung
4.7.5 Steuerung
4.7.6 Controlling
4.7.7 Berichtswesen
4.7.8 Benchmarking
4.7.9 Outsourcing
4.8 Technisches FM
4.8.1 Wartungsmanagement
4.8.2 Instandhaltungsmanagement
4.8.3 Energiemanagement
4.8.3.1 Nutzer-, Bedienerverhalten
4.8.3.2 Anlagentechnik
4.8.3.3 Gebäudesanierung / Gebäudehülle
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Potenziale und Strategien zur Einführung eines kommunalen Facility Managements (FM) in der Stadt Ronnenberg. Das primäre Ziel ist es, den Gebäudebestand effizienter zu bewirtschaften, Lebenszykluskosten nachhaltig zu senken und die Qualität der städtischen Gebäudebewirtschaftung unter Berücksichtigung knapper Haushaltsmittel zu optimieren.
- Grundlagen und Definitionen des Facility Management-Ansatzes
- Status quo und organisatorische Entwicklung der Gebäudewirtschaft in Ronnenberg
- Analyse und Bewertung verschiedener Organisationsmodelle (z. B. Mieter-Vermieter-Modell)
- Optimierungsstrategien für kaufmännische, technische und infrastrukturelle Prozesse
- Bedeutung von Wissensmanagement und CAFM-Software für die Datentransparenz
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Ganzheitlicher Ansatz
Eine entscheidende Säule des FM ist die ganzheitliche Betrachtung. Im FM werden bereichsübergreifend Informationen zum optimalen Einsatz von Ressourcen eingesetzt. Vom Objekt/Gebäude ausgehend werden sämtliche Daten erfasst und zur Verfügung gestellt. Das sprichwörtliche „über den Tellerrand schauen“ wird somit praktiziert.
Die Vielfältigkeit der Verknüpfungspunkte innerhalb der Sachressourcen erfordert eine ganzheitliche Betrachtung. Bedingt durch die Komplexität der Beziehungen untereinander kann isoliert nicht sinnvoll gearbeitet werden.
Anhand der Vielzahl der an der Bewirtschaftung der Sachressourcen beteiligten Bereiche, wie aus der folgenden Abbildung ersichtlich, ist es offensichtlich, dass eine Koordination nur durch eine ganzheitliche Betrachtung erzielt werden kann.
Einen weiteren wichtigen Punkt für den ganzheitlichen Ansatz liefert der Wandel von der funktionalen zur prozessorientierten Organisationsform innerhalb der Verwaltung. Nicht mehr der Einzelprozess innerhalb einer Unternehmensabteilung steht im Vordergrund, sondern der „Gesamtprozess“ ist für die Produktivität und Effektivität entscheidend.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Die Arbeit beleuchtet die prekäre finanzielle Lage der Kommunen und die daraus resultierende Notwendigkeit, durch effizientes Gebäudemanagement Einsparpotenziale zu erschließen.
2 Grundlagen Facility Management: Dieses Kapitel definiert die Konzepte des FM, betont die Wichtigkeit der Lebenszyklusbetrachtung und erläutert die strategischen sowie operativen Ebenen des Managements.
3 Gebäudewirtschaft der Stadt Ronnenberg: Hier wird der organisatorische Rahmen der Stadtverwaltung Ronnenberg analysiert und die bisherige Entwicklung des „Team Gebäudewirtschaft“ aufgezeigt.
4 Chancen und Optimierungsstrategien: Dieses umfangreiche Kapitel diskutiert konkrete Handlungsfelder wie Organisationsmodelle, Prozessoptimierung, Wissensmanagement und die spezifische Ausgestaltung von technischem sowie kaufmännischem FM.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung, das Mieter-Vermieter-Modell sowie eine datengestützte Bewirtschaftung konsequent weiterzuentwickeln, um das kommunale Gebäudevermögen nachhaltig zu sichern.
Schlüsselwörter
Facility Management, Kommunale Verwaltung, Gebäudewirtschaft, Lebenszyklus, Kostentransparenz, Mieter-Vermieter-Modell, Gebäudebewirtschaftung, CAFM, Prozessoptimierung, Haushaltskonsolidierung, Instandhaltungsmanagement, Energiemanagement, Benchmarking, Controlling, Gebäudemanagement.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundsätzliche Anliegen der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie die Stadt Ronnenberg durch die Einführung moderner Facility Management-Methoden ihr Gebäudevermögen effizienter verwalten und langfristig Kosten einsparen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die strategische Ausrichtung der Gebäudewirtschaft, die Einführung von Kosten- und Leistungsrechnung sowie die Verbesserung der technischen und infrastrukturellen Gebäudebetreuung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Etablierung eines ganzheitlichen organisatorischen Rahmens, der eine wirtschaftliche Bereitstellung von Gebäuden und die Erhaltung deren Funktionsfähigkeit sicherstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zum Facility Management mit einer praktischen Analyse der Organisationsstruktur und Datenhaltung der Stadt Ronnenberg.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert die strategische Organisationsentscheidung (insbesondere Mieter-Vermieter-Modell) sowie die Prozessoptimierung in den Bereichen Gebäudetechnik, Energie und Finanzen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Die Kernaspekte sind Kommunales Facility Management, Lebenszykluskosten, Kostentransparenz und die Professionalisierung der kommunalen Gebäudeverwaltung.
Warum ist das Mieter-Vermieter-Modell für Ronnenberg relevant?
Es bietet die Chance, ein echtes Kostenbewusstsein bei den Nutzern der städtischen Gebäude zu schaffen und eine klare Abgrenzung zwischen Vermieter (Gebäudewirtschaft) und Mieter (Fachbereiche) zu definieren.
Welche Rolle spielt die CAFM-Software in dieser Arbeit?
Sie wird als notwendiges Hilfsmittel für die zentrale Datenverwaltung und transparente Auswertung von Betriebskosten und Gebäudezuständen identifiziert, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
- Quote paper
- Dieter Bohn (Author), 2006, Kommunales Facility Management. Entwicklung, Konzeption und Chancen für die Gebäudewirtschaft der Stadt Ronnenberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61964