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Was prägt das Wesen eines Menschen?

Genetische Prädispositionen und deren Relevanz für das menschliche Verhalten

Title: Was prägt das Wesen eines Menschen?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Sonntag (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Es gibt heutzutage noch viele Wissenschaftler, die von der These ausgehen, der Mensch sei zum Zeitpunkt seiner Geburt ein unbeschriebenes Blatt. Dies soll anhand der vorliegenden Arbeit in Frage gestellt werden, denn „in vielen Bereichen unseres Lebens macht es einen Unterschied, ob wir über die ‚angelegten’ Verhaltensdispositionen wissen oder diese ignorieren. Das Wissen um diese Dispositionen ist zum Beispiel von großer Relevanz in der Erziehung“ .

Im ersten Kapitel wird zunächst auf den Forschungszweig der Soziobiologie eingegangen. Dabei werden die Untersuchungen der Zwillingsforschung angesprochen, die in diesem Zusammenhang einige Ergebnisse erzielen konnten. Welche Relevanz hat die Soziobiologie bei der Diskussion um die Frage der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung? Welche Rolle spielt die Evolutionstheorie für die Erklärung menschlichen Verhaltens?
Im zweiten Kapitel werden die Ergebnisse der Soziobiologie erläutert, welche von genetischen Prädispositionen und deren Relevanz für das menschliche Verhalten ausgeht. Was sagt die Wissenschaft, insbesondere die Soziobiologie zum Thema „genetische Prädisposition“?
Daher dient das dritte Kapitel zur Darlegung des sogenannten „Big-Five-Modells“, welches für die fünf universellen und elementaren Persönlichkeitsmerkmale des Menschen steht. Damit wird erörtert, inwieweit unsere Persönlichkeit bereits vorbestimmt ist und inwieweit sie sich durch Umwelteinflüsse beeinflussen lässt.
Im vierten und letzten Kapitel wird die menschliche Persönlichkeit anhand des Phänomens „Aggression“ noch einmal genauer beleuchtet, um der Frage nachzugehen, welche Komponenten dem menschlichen Aggressionsverhalten zugrunde liegen. Sind Menschen von Natur aus aggressiv? Welche Verbindungen lassen sich dabei zum Tierreich ziehen? Im ersten Unterkapitel wird auf vier Aggressions-Hypothesen Bezug genommen, um damit mögliche Ursachen aggressiven Verhaltens zu konstatieren. Anschließend folgt ein Unterkapitel über die Folgen des technokratischen Systems und deren Auswirkungen auf das menschliche Aggressionsverhalten. Es folgt ein drittes Unterkapitel zur Diskussion um die Verwirrung des Menschen und deren mögliche Folgen für unsere Spezies.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Entwicklung zur Soziobiologie

2. Genetische Prädispositionen und menschliches Verhalten

3. Das Big-Five-Modell

4. Aggression

4.1 Vier Aggressions-Hypothesen

4.1.1 Die Frustrations-Hypothese

4.1.2 Die Triebhypothese

4.1.3 Die Reaktions-Hypothese

4.2 Das technokratische System

4.3 Das verwirrte Lebewesen

4.4 Agonistisches Verhalten

5. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Zusammenspiel von biologischen Veranlagungen und Umwelteinflüssen bei der Ausprägung der menschlichen Persönlichkeit und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob der Mensch primär durch Gene determiniert ist oder sich durch äußere Erfahrungen formen lässt.

  • Die Rolle der Soziobiologie und der Evolutionstheorie bei der Erklärung menschlichen Verhaltens.
  • Die genetischen Prädispositionen als Basis der Persönlichkeitsentwicklung.
  • Das Big-Five-Modell zur Beschreibung universeller Persönlichkeitsmerkmale.
  • Die Analyse verschiedener Aggressions-Hypothesen und ihrer Ursachen.
  • Biologisch-psychologische Hintergründe von Gewalt und geschlechtsspezifische Unterschiede.

Auszug aus dem Buch

4.1 Vier Aggressions-Hypothesen

Bereits Anfang der 40er Jahre wurde unter anderem von Dollard die Hypothese aufgestellt, dass aggressives Verhalten aus dem Gefühlszustand der Frustration resultiert. Frustration wird als „Behinderung des Auftretens einer zu erwartenden Zielhandlung (auch die Unerreichbarkeit eines Zieles)“ definiert. Nach dem Konzept von Dollard und seinen Kollegen führt jede Frustration zu Aggression. Dabei hängt die Stärke der Frustration von der Stärke des Antriebs zur behinderten Zielhandlung, dem Ausmaß der Behinderung und der Anzahl der Behinderungen ab.

Die Frustrations-Hypothese wurde im Laufe der Jahre allerdings abgewandelt. Einige Forscher machten beispielsweise die Einschränkung, dass nicht jede Frustration, auch wenn sie aggressive Tendenzen aufweist, zu aggressivem Verhalten führen müsse. Zudem kann Frustration in erster Linie zu unterschiedlichen Emotionen führen. So verwies Berkowitz auf den Zusammenhang zwischen dem durch Frustration ausgelösten Gefühl von Zorn, das wiederum zu aggressivem Verhalten führen kann. Und Denker betonte Anfang der 70er Jahre, dass Frustration zunächst zu Angst führen würde, dass daraus aber nicht automatisch Aggressivität resultieren müsste, sondern auch Flucht oder kontrolliertes Verhalten als Reaktion denkbar wären. In den 80ern ging die Forschung davon aus, dass Frustration einer der Auslöser für Aggression sein kann, es aber nicht automatisch sein muss und in der Regel auch selten zu sein scheint. Auch wenn die Frustrations-Hypothese keinen allgemeingültigen Wert hat, da ausreichende Untersuchungen fehlen oder diese zu mehrdeutig sind, hat sie doch einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Aggression geleistet. Sie zeigt eindeutig, dass Aggression kein einheitlicher Trieb mit eigenen Appetenzen und Endhandlungen ist. Außerdem wurde durch die vorliegende Hypothese bereits das Konzept der „instrumentellen Aggression“ deutlich, das von einem motivationellen Aspekt ausgeht, Hindernisse zu überwinden.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte über die Bestimmtheit des menschlichen Verhaltens ein und stellt die Relevanz der Soziobiologie sowie das Ziel der Arbeit vor.

1. Entwicklung zur Soziobiologie: Dieses Kapitel thematisiert den Konflikt zwischen der „tabula rasa“-These und dem genetischen Determinismus und beleuchtet Ansätze der Zwillingsforschung.

2. Genetische Prädispositionen und menschliches Verhalten: Hier werden die Ergebnisse der Soziobiologie hinsichtlich angeborener Verhaltensdispositionen und der Grenzen der Erziehung diskutiert.

3. Das Big-Five-Modell: Das Kapitel erläutert die fünf universellen Persönlichkeitsmerkmale und deren Messung mittels des NEO-Persönlichkeitsinventars.

4. Aggression: Der Hauptteil analysiert verschiedene Aggressionsmodelle, die Rolle der Biologie und die Auswirkung des technokratischen Systems auf den Menschen.

5. Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass Verhalten keine Rechtfertigung ist, und betont, dass die menschliche Natur auf einer (neuro)biologischen Basis gründet.

Schlüsselwörter

Soziobiologie, Evolutionstheorie, genetische Prädisposition, Persönlichkeitsentwicklung, Big-Five-Modell, Aggression, Frustrations-Hypothese, Triebhypothese, Verhaltensforschung, Neurobiologie, Testosteron, Serotoninspiegel, Anlage-Umwelt-Debatte, Verhaltensgenetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Faktoren, die das menschliche Verhalten bestimmen, und hinterfragt die wissenschaftliche Debatte, ob der Mensch als unbeschriebenes Blatt geboren wird oder durch genetische Prädispositionen geprägt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Soziobiologie, die Persönlichkeitspsychologie mit dem Big-Five-Modell sowie die differenzierte Analyse von Aggressionsverhalten bei Tieren und Menschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Gene und Umwelt gemeinsam die Persönlichkeit formen und welche Rolle die biologische Natur in einer zivilisierten, technokratischen Welt spielt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziobiologischer und psychologischer Forschungsergebnisse, ergänzt durch Vergleiche mit Verhaltensbeobachtungen aus dem Tierreich.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den genetischen Grundlagen das Big-Five-Modell zur Persönlichkeitsbeschreibung sowie detaillierte Hypothesen zur Entstehung und Steuerung von Aggression analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Soziobiologie, genetische Prädisposition, Aggressions-Hypothesen, Persönlichkeitsentwicklung und Anlage-Umwelt-Debatte definiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Erziehung?

Die Arbeit stellt fest, dass Erziehung den Menschen zwar beeinflussen und lenken kann, warnt jedoch davor, den Glauben an eine vollkommene Erziehbarkeit als alleinige Lösung für soziale Probleme zu überbewerten.

Welche Erkenntnisse gibt es zum aggressiven Verhalten?

Aggression ist demnach kein einheitlicher Trieb, sondern ein komplexes biologisch-psychologisches Phänomen, das durch mehrere Gene, Umwelteinflüsse und neurologische Faktoren gesteuert wird.

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Details

Title
Was prägt das Wesen eines Menschen?
Subtitle
Genetische Prädispositionen und deren Relevanz für das menschliche Verhalten
College
Free University of Berlin  (Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie)
Course
Wer oder was bestimmt unser Verhalten?
Grade
1,0
Author
Daniela Sonntag (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V61975
ISBN (eBook)
9783638553100
ISBN (Book)
9783638668330
Language
German
Tags
Wesen Menschen Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Sonntag (Author), 2006, Was prägt das Wesen eines Menschen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61975
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