Der eigenverantwortliche Unterricht (Klippert) und der Wandel der Lernkulturen (Arnold): Was können neue reformpädagogische Konzepte leisten?


Seminararbeit, 2001

25 Seiten, Note: 1,75


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Der Wandel vom toten / mechanistischen Lernen zum lebendigen Lernen

3.) Das Dreieck des lebendigen Lernens
3.1) Der Kopf
3.2) Das Herz
3.3) Die Hand
3.3.1) Learn – Mapping
3.3.2) Lernschleife
3.3.3) didaktisches Sechseck
3.3.4) offen gestaltbare Medien
3.3.5) Lernermethoden

4.) Sozialkundeunterricht – ein Paradebeispiel für die neue Lernkultur?

5.) Seminardurchführung und –ergebnisse
5.1) Arbeitsgruppe Kugellager
5.2) Arbeitsgruppe Fishbowl

6.) Zusammenfassung

7.) Anhang

8.) Literatur

1. Einleitung

Durch den Wandel in der Gesellschaft und Technologie ist es laut Rolf Arnold erforderlich, dass sich auch das Lernen in unseren Bildungseinrichtungen wandelt. Dies bedeutet, dass es immer weniger nur auf die Inhalte des Lernens ankommen wird. Wichtiger wird es sein, dass Lernen ein aktiver Prozess des Aneignens ist, den alle Menschen erfahren müssen. Nicht das Nachsprechen von Vorgetragenem (Papageiendidaktik), sondern das selbsttätige Lernen ist für die Zukunft von großer Bedeutung.

Seiner Meinung nach können Fach-, Methoden- sowie Sozialkompetenzen nicht mehr isoliert voneinander getrennt betrachtet werden, da sie eine Einheit bilden, die integrierend von jedem Individuum entwickelt werden müssen.

Hierzu muß sich die Lernkultur in den Bildungseinrichtungen ändern. Notwendig ist eine Lernkultur, die nicht selbst dementiert, was sie ermöglichen sollte. Notwendig ist ein Ende der Kultur fremdorganisierten Lernens und eine stärkere Berücksichtigung von Formen eines selbstorganisierten und selbstgesteuerten Lernens.

Ebenso betont Arnold, dass nicht allein das Ziel entscheidend ist, sondern auch der Lernweg. Dies bedeutet für Lehrende, dass bei der Planung gerade die Prozeßorientierung mit einbezogen werden muß.

Mit diesen Grundannahmen begründet Arnold seinen Wandel der Lernkulturen. Um diesen Wandel zu beschreiben, ist es aber notwendig, die Unterscheidung zwischen der „alten“ und der „neuen“ Lernkultur zu machen. Dies erfolgt auf den folgenden Seiten.

Danach erfolgt die Vorstellung des Dreiecks des lebendigen Lernens von Arnold, die seine neue Lernkultur begründet. Hier unterscheidet er zwischen Kopf, Herz und Hand, welche das Dreieck bilden. Inwieweit er sich dabei auf Gedanken der Reformpädagogik beruft, wird zu analysieren sein.

Schließlich erfolgt eine Analyse, ob diese Vorstellung des Lernens auch auf den Sozialkundeunterricht übertragen werden kann. Hier ist vor allem der Bezug auf das Thema Werteerziehung und Rechtsradikalismus genauer zu betrachten. Inwiefern ist es mit den Methoden von Arnold möglich beziehungsweise umsetzbar, Werteerziehung in den Schulen zu leisten.

Danach erfolgt eine Zusammenfassung der im Seminar vorgestellten Methoden von Klippert in Bezug auf die von Arnold vorgestellten Thesen. Hier sollen vor allem die Umsetzungsmöglichkeiten analysiert werden. Handelt es sich um rein theoretische Konstrukte oder ist eine praktische Umsetzung möglich?? Dies soll durch das Vorstellen von Gruppenarbeiten belegt beziehungsweise widerlegt werden.

Abschließend soll geklärt werden, ob diese von Arnold publizierten Thesen wirklich neu sind oder ob es sich nicht „nur“ um eine Neuauflage reformpädagogischer Ideen handelt. Denn viele Vorschläge von Rolf Arnold sind bei genauer Betrachtung nicht neu, sondern stammen aus der Zeit der Reformpädagogik aus den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts.

2. Der Wandel vom toten / mechanistischen Lernen zum lebendigen Lernen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Rolf Arnold stellt in der oben gezeigten Graphik die Gegensätze der verschiedenen Lernkulturen dar.[1]

So war seiner Meinung nach ein Merkmal der mechanistischen Lernkultur, dass bloße Präsentation von Information automatisch zum Lernen führt. Mittlerweile aber ist durch Untersuchungen bestätigt worden, dass relevantes lernen stets die Veränderung der eigenen Person mit ein bezieht. Dies wird durch Untersuchungen aus der Psychologie bestätigt. So nimmt der Mensch durch reines Hören im Durchschnitt 10% auf, die restlichen 90% gehen verloren. Wird die Präsentation aber durch visuelle Medien unterstützt, steigt die Behalterate auf über 30%. Durch das Ansprechen aller Sinne (hören, sehen, fühlen,...) ist eine Rate von über 90% zu erreichen. In der lebendigen Lernkultur wird von einem reinen präsentieren von Information abgesehen. Das exemplarische Lernen und die damit folgende Veränderung der Person stehen im Vordergrund.

Des weiteren bemängelt Arnold, dass in der mechanistischen Lernkultur dem Lernenden keine Verantwortung für den Lernprozeß übertragen wurde. Allein der Lehrende trug diese Verantwortung und war auch meist nicht beriet, diese abzugeben, da er als Professioneller allein zu entscheiden hatte, was gut war und was auch nicht. Im Gegensatz dazu sieht die neue Lernkultur die Verantwortung des Lernenden als unabdingbar mit einzubeziehen. Jeder besitzt ein natürliches Potential zum Lernen, was bedeutet, jeder Mensch und vor allem jedes Kind, will von sich aus lernen, die Umwelt entdecken und erfahren. Die Aufgabe des Lehrenden ist es dann, dieses Potential zu entfalten und zu fördern und Möglichkeiten anzubieten, inwiefern diese ausgebaut werden können.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Sichtweise der Lehrenden in Bezug auf die Lernenden. In der toten Lernkultur wurden sie als manipulierbare Objekte gesehen, und nicht als Individuen beziehungsweise als ganze Person. In der neuen Lernkultur hingegen wird laut Arnold die Person als Ganzes betrachtet, als Mensch mit Intellekt, aber auch als empfindsames Wesen. Und nur durch Einbeziehen des Menschen als Ganzes kann der gewünschte Lernerfolg eintreten. Wird der Mensch in seiner Ganzheitlichkeit beim Lernen angesprochen, hält der Lerneffekt auch am längsten an.

Als letzten Punkt nennt Rolf Arnold das Problem der punktuellen Abfrage von Lernerfolgen, wie es in der mechanistischen Lernkultur gehandhabt wird. Damit kein seiner Meinung nach der Lernerfolg nicht gemessen werden. Nur, wenn der Lernende das Erlernte als für seine Zwecke nützlich ansieht, ist ein Lernerfolg zu bemerken. Dies kann nicht durch einen Test oder eine Prüfung festgelegt sein. Erst durch den Prozess des Lernens, während dem sich der Lernende weiterentwickelt, kann festgestellt werde, ob sich der Einzelne das für ihn benötigte Wissen aneignen konnte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Arnold zwei Theorien gegenüberstellt. Die der alten Lernkultur zeigt auf, welche Mißverständnisse es gab und inwiefern sich diese lange Jahre durchgesetzt haben. Bei der neuen Lernkultur zeigt er auf, welche Ansätze vergessen wurden, um ein effektives Lernen zu gewährleisten, dass nicht nur den Lernenden, sondern auch den Lehrenden entlastet.

[...]


[1] Graphik aus: Arnold/Schüßler: Wandel der Lernkulturen. Ideen und Bausteine für ein lebendiges Lernen. Darmstadt 1998

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Der eigenverantwortliche Unterricht (Klippert) und der Wandel der Lernkulturen (Arnold): Was können neue reformpädagogische Konzepte leisten?
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Neue fachdidaktische Konzepte in der politischen Bildung
Note
1,75
Autor
Jahr
2001
Seiten
25
Katalognummer
V6207
ISBN (eBook)
9783638138376
ISBN (Buch)
9783638742887
Dateigröße
624 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inkl. dreiseitigem Handout. 227 KB
Schlagworte
Arnold, Klippert, Reformpädagogik, Sozialkunde, Unterricht, Konzepte
Arbeit zitieren
Thomas Fey (Autor), 2001, Der eigenverantwortliche Unterricht (Klippert) und der Wandel der Lernkulturen (Arnold): Was können neue reformpädagogische Konzepte leisten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6207

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