Die Nachrichtenwerttheorie - Wie ein Ereignis zur Nachricht wird


Hausarbeit, 2005

33 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geburtsstunde des Nachrichtenwertes in den USA

3. Einar Östgaard: Wegbereiter für Europa

4. Die erste Nachrichtenwerttheorie
4.1. Zwölf Nachrichtenfaktoren
4.2. Fünf Hypothesen
4.3. Diskussion und Kritik

5. Methodologische Kritik

6. Die Konstruktion von Realität in den Mediennachrichten
6.1. Überarbeitung des Nachrichtenfaktorenkataloges
6.2. Unterschiedliche Einflüsse der Nachrichtenfaktoren

7. Kausalmodell vs. Finalmodell

8. Der prognostische Gehalt der Nachrichtenwerttheorie
8.1. Reformulierung
8.2. Analysemodell
8.3. Diskussion und Kritik

9. Zusammenfassung und Ausblick

10. Abbildungsverzeichnis

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die US-Tageszeitung „New York Times“ wirbt bereits seit über 100 Jahren mit dem Slogan „All the news that’s fit to print“ um ihre Leser. Was soviel bedeutet wie „Alle Neuigkeiten, die es wert sind gedruckt zu werden“. Bei genauerer Betrachtung ist dieser Spruch ebenso griffig wie nichts sagend. Denn wann wird ein Ereignis eigentlich zur Nachricht und wann ist sie es wert, gedruckt zu werden? Dies wiederum wirft die Fragen auf, nach welchen Kriterien Journalisten auswählen und welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen. Und letztendlich: Kann die Realität in der journalistischen Berichterstattung überhaupt angemessen wiedergegeben werden? Um diese Fragen zu beantworten, haben sich in der Medienwissenschaft drei Forschungsrichtungen etabliert.

Ein Ansatz ist die Gatekeeper-Theorie. Sie geht davon aus, dass Journalisten und Redakteure als „Torwächter“ eine Art Filterfunktion ausüben und aus einer Flut von Ereignissen einige wenige auswählen, welche dann veröffentlicht werden. Ausschlaggebend für die Selektionsentscheidung sind demnach subjektive Einstellungen der Journalisten. Dieser Forschungsansatz interessiert sich somit für die bewussten oder auch unbewussten Entscheidungsprozesse und impliziert, dass durch die vorangegangene Selektion der Journalisten nur noch eine sehr begrenzte Informationsmenge beim Medienkonsumenten ankommt.[1]

Der zweite Ansatz innerhalb der Medienwissenschaft ist die News-Bias-Forschung. Diese Forschungsrichtung konzentriert sich darauf, Unausgewogenheiten, Einseitigkeiten und politische Tendenzen in der Berichterstattung zu ermitteln und die Gründe dafür zu analysieren. Die Grundüberlegung lautet, dass Massenmedien keineswegs die Realität lediglich reflektieren, sondern dass die Nachrichtenauswahl der Journalisten vielmehr einseitig und politisch motiviert ist.

Die Nachrichtenwerttheorie stellt schließlich den dritten Ansatz dar. Sie geht davon aus, dass Ereignisse über klar bestimmbare Eigenschaften verfügen, die über die Publikationswürdigkeit eines Ereignisses entscheiden. Daraus werden Rückschlüsse über das Selektionsverhalten von Journalisten gezogen. Laut der Nachrichtenwerttheorie bestimmt demnach nicht die subjektive Auswahl des Journalisten, was in der Zeitung steht und was nicht. Vielmehr sind die quasi-objektiven Eigenschaften eines Ereignisses maßgeblich dafür verantwortlich. Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, dass sich die drei Forschungsrichtungen nicht immer klar voneinander trennen lassen. Häufig kommt es zu Überschneidungen und oftmals ergänzen sich die unterschiedlichen Ansätze.

Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht die Nachrichtenwerttheorie. Zunächst verschafft der vorliegende Text einen Überblick über deren Ursprung und historische Entwicklung. Anschließend werden grundlegende theoretische Modelle aufgezeigt. Im weiteren Verlauf werden dann neue Forschungsansätze vorgestellt. Neben einer Darstellung und Würdigung der theoretischen Konstrukte sollen zudem mögliche Schwachstellen analysiert und diskutiert werden.

Am Ende steht ein Resümee über den aktuellen Stand der Nachrichtenwertforschung. Eine Diskussion über zukünftige Forschungsprojekte, die aufgrund neuer wissenschaftlicher Studien möglich werden, rundet diese Arbeit ab.

2. Geburtsstunde des Nachrichtenwerts in den USA

Das Buch „Public Opinion“ von Walter Lippmann (USA 1922, übersetzt ins Deutsche 1964: „Die öffentliche Meinung“) bildet die Grundlage der Nachrichtenwerttheorie. Lippmann geht davon aus, dass die Wirklichkeit nicht vollständig vom Menschen erfasst werden kann, da diese zu komplex ist. Die Realität wird daher auf Stereotypen reduziert wahrgenommen (vgl. Lippmann 1964: 61 ff.). Gleiches gilt laut Lippmann für die Medien:

„Selbst wenn alle Reporter der Welt Tag und Nacht arbeiteten, könnten sie nicht bei allen Ereignissen der Welt dabei sein. Es gibt auch nicht allzu viele Reporter. Und keiner von ihnen hat die Kraft, an mehr als einem Platz gleichzeitig zu sein. Reporter sind keine Hellseher, sie blicken in keine magische Kristallkugel, sie betrachten die Welt nicht nach Wunsch, keine Gedankenübertragung unterstützt sie. Und doch wäre der zahlenmäßige Umfang der Gegenstände, den diese verhältnismäßig wenigen Leute zu bearbeiten verstehen, wirklich ein Wunder, wäre es nicht standardisierte Routine.“ (Lippmann 1964: 230)

Da es demnach unmöglich ist, das komplette Weltgeschehen vollständig zu erfassen, müssen Journalisten ständig selektieren. Unter enormen Zeitdruck prüfen sie die eingehenden Meldungen und entscheiden, aus welchen Ereignissen Nachrichten werden. Laut Lippmann geschieht dies aber nicht zufällig, sondern in einem standardisierten und routinierten Arbeitsprozess unter der Einhaltung von „Konventionen“ (vgl. Lippmann 1964: 241), von denen jeder Journalist eine ähnliche Vorstellung besitzt:

„Jede Zeitung ist im Augenblick, wo sie den Leser erreicht, das Endergebnis einer ganzen Reihe von Auswahlvorgängen, die bestimmen, welche Artikel an welcher Stelle mit wie viel Raum und unter welchem Akzent erscheinen sollen. Dafür gibt es keine objektiven Regeln. Es gibt aber Konventionen.“ (Lippmann 1964: 241)

Das bedeutet, dass Nachrichten in keinem Fall die Realität widerspiegeln. Stattdessen sind sie, laut Lippmann, das Ergebnis von Selektionsentscheidungen. Dementsprechend vermitteln auch Nachrichten nur eine Reihe spezifischer und stereotypischer Realitätsausschnitte.

In diesem Zusammenhang begründet Lippmann im Jahr 1922 eine Denkrichtung in der Publizistikwissenschaft, die sich später einmal zur Nachrichtenwerttheorie entwickeln sollte. Er führt erstmals den Begriff „News Value“, übersetzt „Nachrichtenwert“, ein (vgl. Lippmann 1964: 237) und meint damit die oben angesprochenen Konventionen. Lippmann sieht in dem jeweiligen Nachrichtenwert die Publikationswürdigkeit eines Ereignisses. Diese Publikationswürdigkeit steigt, je mehr Aspekte bei einem Ereignis zusammenkommen. Diese sollen beim Leser Interesse wecken und ihn emotional berühren. Zu diesen Aspekten gehören Eindeutigkeit des Geschehens, Überraschung, Konflikt, persönliche Betroffenheit und räumliche Nähe sowie zeitliche Begrenzung, Konsequenzen, Bezug zu bereits eingeführten Themen, Einfachheit und die Beteiligung einflussreicher und bekannter Personen (vgl. Lippmann 1964: 62 ff.).

Am Beispiel eines Streiks soll exemplarisch belegt werden, wie der Nachrichtenwert laut Lippmann ansteigt und welche Aspekte dazu beitragen. Schlechte Arbeitsbedingungen in einem Unternehmen sind demnach noch keine Nachricht. Erst wenn sich Arbeiter organisieren und ein Streik droht, steigt der Nachrichtenwert. Dann spielt der Aspekt „Konflikt“ eine wichtige Rolle. Zudem könnte ein „Bezug zu bereits eingeführten Themen“ entstehen, falls vor kurzem bereits ähnliche Aktionen gegeben hat. Auch die Beteiligung „einflussreicher und bekannter Personen“ ist nun gegeben, da plötzlich die prominente Arbeitgeberseite betroffen ist. Noch größer wird der Nachrichtenwert, wenn durch eine tatsächlich eingetretene Arbeitsniederlegung die Zeitungsleser direkt betroffen sind. Dann spielt auch die „persönliche Betroffenheit“ eine wichtige Rolle. Dies könnte bei einem öffentlichen Verkehrsunternehmen der Fall sein, wenn tausende Pendler nicht zur Arbeit kommen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Lippmann 1922 noch keine vollständige Theorie oder wissenschaftliche Hypothesen veröffentlicht hat. Mit seinen Gedanken und Überlegungen gilt er jedoch als Wegbereiter für die Nachrichtenwerttheorie, die sich ab 1965 in Europa etablieren sollte.

3. Einar Östgaard: Wegbereiter für Europa

Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete Einar Östgaard. Er gilt als Begründer der europäischen Forschungstradition. In seinem 1965 veröffentlichten Aufsatz „Factors influencing the flow of news“ untersucht er Faktoren, die den Nachrichtenfluss negativ beeinträchtigen und somit für eine Verzerrung in der Berichterstattung sorgen. Östgaard unterteilt diese in externe und interne Faktoren. Zu den erstgenannten zählen zum Beispiel politische und ökonomische Einflüsse (vgl. Östgaard 1965: 43). Auf diese soll jedoch nicht näher eingegangen werden, da nur die internen Faktoren für die Fragestellung der vorliegenden Arbeit relevant sind.

Eine Begründung, warum es überhaupt interne Faktoren gibt, die den Nachrichtenfluss beeinträchtigen, ist laut Östgaard von vielen Verantwortlichen in der Medienbranche schnell gefunden:

„Usually such factors are explained by the necessity of making the news ‘newsworthy’, ‘interesting’ or ‘palatable’ to the public.” (Östgaard 1965: 45)

Daraus erschließt sich auch seine grundlegende Annahme, dass Nachrichten publikumsorientiert sind. Ansonsten wäre es schließlich unnötig, diese künstlich „interessant“ oder „schmackhaft“ zu machen. Anhand dieser Ausgangslage erläutert Östgaard drei Faktoren, die aus seiner Sicht für eine Verzerrung auf dem Weg vom ursprünglichen Ereignis hin zum Bild, welches dem Rezipienten vermittelt wird, sorgen. Dabei handelt es sich um „Vereinfachung“, „Identifikation“ und „Sensationalismus“ (vgl. Östgaard 45 ff.).

Beim ersten Faktor „Vereinfachung“ unterscheidet Östgaard, ob es darum geht, den Inhalt so zu vereinfachen, dass die Reportage verständlich wird, oder ob mit einfachen Worten und klaren Sätzen versucht wird, die Kernaussage verständlich an den Leser zu bringen. Letzteres sei nicht zu beanstanden, da in diesem Fall „Vereinfachung“ nichts weiter hieße als „Klärung“ oder „Verdeutlichung“. Wenn jedoch ein komplexer Vorgang in einem Bericht als weniger komplex, und das was passiert ist, als unkomplizierter als es in Wirklichkeit war, dargestellt wird, liegt laut Östgaard eine Verzerrung in der Berichterstattung vor. Diese Art der Vereinfachung verschlechtert den Nachrichtenfluss, da es dem Publikum nur ein vereinfachtes Bild von dem zeigt, was wirklich passiert ist (vgl. Östgaard 1965: 45f.).

Auch der zweite Faktor „Identifikation“ beruht auf der Annahme, dass Nachrichten publikumsorientiert sind. Die Hypothese lautet:

„The greater the possibilities of identification with the news, the greater will be the news flow, and conversely, […] the less the possibilities of identification, the more the news flow will be hampered.” (Östgaard 1965: 46)

Darauf aufbauend, dass räumliche Nähe bei der Berichterstattung ein wichtiges Element ist, um das Interesse des Lesers zu wecken, führt Östgaard den Begriff der “kulturellen Nähe” ein (vgl. Östgaard 1965: 46). Sind sich zwei Länder kulturell ähnlich, so hat es ein Bericht über das jeweils andere Land leichter, in einer Zeitung zu erscheinen, als wenn es kaum kulturelle Übereinstimmungen geben würde. Während „kulturelle Nähe“ den Nachrichtenfluss also eher beschleunigt, kann ein ähnlicher „Rang“ oder eine ähnliche „soziale Position“ den Nachrichtenfluss bremsen. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht unbedingt, dass weit auseinander liegende Positionen automatisch auf einen reibungsfreien Nachrichtenfluss schließen lassen. Vielmehr kommt es hier darauf an, welchen Rang der „Sender“ und welchen der „Empfänger“ inne hat (vgl. Östgaard 1965: 47). Östgaard spricht von einem „one-way-flow“, bei dem der Sender in der Hierarchie weiter oben und der Empfänger weiter unten steht. Dies belegt er anhand empirischer Studien, in welchen die Zeitungsberichterstattung in den USA und in Südamerika über das jeweils andere Land ausgewertet wurde.

Auch innerhalb einzelner Länder lässt sich ein Nachrichtenfluss von höheren zu niedrigeren Rängen nachweisen (vgl. Östgaard 1965: 47). So stehen Politiker, Spitzensportler und Schauspieler auch dann in der Zeitung, wenn ihre momentanen Aktivitäten nicht unbedingt wichtig für den Rest der Bevölkerung sind. Dabei geben sie, laut Östgaard, Menschen in unteren sozialen Positionen die Möglichkeit, sich mit ihnen zu identifizieren.

Dieser Identifizierungsprozess, egal ob zwischen Menschen in verschiedenen Ländern oder zwischen den Angehörigen eines Landes, hat weit reichende Konsequenzen. Denn um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, steigt die Tendenz, Nachrichten immer öfter an Einzelschicksalen festzumachen. Je weiter diese Personifizierung voranschreitet, desto geringer wird gleichzeitig die Chance für den Leser, Zuschauer oder Hörer, etwas von unpersönlichen oder weit entfernten Ereignissen mitzubekommen. Und je größer die Neigung zu „Big Names“ wird, desto weniger Berichte wird es über den „kleinen Mann“ geben (vgl. Östgaard 1965: 47). Die Konsequenz lautet: Je höher der Personalisierungsgrad, desto größer ist die Beeinträchtigung des Nachrichtenflusses und diese Art der Berichterstattung führt wiederum zu einem verzerrten Bild beim Rezipienten.

Zum dritten Faktor „Sensationalismus“, welcher den Nachrichtenfluss negativ beeinträchtigt, stellt Östgaard fest:

„The picture of the world as it has been and is presented is often distorted by sensationalism, because the news is presented only when it is ‘sufficiently exciting’.” (Östgaard 1965: 50 f.)

Die Folge sei, dass die Leser weder einen intelligenten Einblick noch Verständnis dafür bekommen, wie die Menschen in den Nachbarländern tatsächlich leben. Ebenso würde die Politik in diesen Ländern völlig außer acht gelassen, es sei denn, dass etwas Sensationelles, wie zum Beispiel eine Krise oder gewalttätige Ausschreitungen, stattfindet (vgl. Östgaard 1965: 51). Die Berichterstattung konzentriert sich also auf Momentaufnahmen, auf punktuelle und kurzfristige Ereignisse und verfälscht daher das Bild, welches der Leser von dem betroffenen Land bekommt.

Um seine dritte These empirisch zu unterstützen, führt Östgaard US-Studien an, welche sich mit der Berichterstattung amerikanischer Tageszeitungen befasst haben (vgl. Östgaard 49 f.). Darin wird nachgewiesen, dass speziell aktuelle Krisen einen hohen Anteil der Berichterstattung einnehmen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass die entsprechende Berichterstattung oft maßlos übertrieben oder stark vereinfacht ist. Einen anderen interessanten Aspekt liefert der US-Medienforscher Lincoln B. Bloomfield, wonach sich nicht nur Zeitungen, sondern auch die Vereinten Nationen nach dem Faktor „Sensationalismus“ richten. Denn auch die U.N. berichtet nur dann, wenn es schlechte, mit Einschränkungen also sensationelle, Entwicklungen in einem Land gibt: Krisen, Konflikte, Blutvergießen… (vgl. Östgaard 1965: 49)

Östgaards Thesen lassen sich also wie folgt zusammenfassen: Je einfacher eine Meldung strukturiert ist, je mehr sich der Leser mit ihr identifizieren kann und je sensationeller ihr Inhalt ist, um so größerer ist ihre Chance, in den Massenmedien veröffentlicht zu werden. Gleichzeitig findet durch diese Art der Selektion auf Seiten der Journalisten eine Verzerrung statt. Das „was wirklich geschah“ (Östgaard 1965: 46) wird nur noch verzerrt wiedergegeben.

Mit diesem Ansatz hebt sich Östgaard deutlich von Lippmann ab. Denn dieser hatte „Nachrichtenwerte“ 1922 eher als eine Entscheidungshilfe für Journalisten gesehen, um „berichtenswertes“ zu erkennen. Die These einer daraus resultierenden verzerrten Berichterstattung war neu. Wichtig ist zudem, dass Östgaard stets nur Hypothesen, aber keine wissenschaftliche Theorie aufgestellt hat. Dies sollten noch im selben Jahr Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge tun. Sie griffen seinen Ansatz auf, entwickelten ihn weiter und formulierten 1965 die erste Nachrichtenwerttheorie.

4. Die erste Nachrichtenwerttheorie

Der Aufsatz „The Structure of Foreign News“ stellt auch heute noch das Grundgerüst der Nachrichtenwertforschung dar. Durch die Veröffentlichung der ersten Nachrichtenwerttheorie 1965 wurde die Basis für weitere Forschungsansätze und Publikationen geschaffen. Im Mittelpunkt steht auch hier die Frage: „How do events become news?“ (Galtung/ Ruge 1965: 65)

Grundlage der Studie ist die Analyse der Berichterstattung über die Kongo-, Kuba- und Zypernkrise in vier norwegischen Tageszeitungen. Aufgrund empirisch ausgewerteter Daten haben Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge zwölf Nachrichtenfaktoren ermittelt, die ein Ereignis „berichtenswert“ machen (vgl. Galtung/ Ruge 1965: 66 ff.). Die Entscheidung zur Veröffentlichung einer Nachricht wird demnach auf bestimmte Eigenschaften von Ereignissen zurückgeführt. Darüber hinaus stellten Galtung und Ruge fünf Hypothesen zur Wirkung der Nachrichtenfaktoren auf.

[...]


[1] Den Grundstein zur Gatekeeper-Theorie legte David Manning White 1950 mit seinem Aufsatz „The Gate Keeper: A Case Study in the Selection of News“. Dabei übertrug er das von Kurt Lewin entwickelte Konzept des „Gate-Keepers“ auf den Prozess der Nachrichtenauswahl. White beobachtete eine Woche lang die Arbeit eines Zeitungsredakteurs in einer amerikanischen Kleinstadt. Dieser war für die Auswahl, Bearbeitung und Weiterleitung von Agenturmeldungen zuständig. White wies mit seiner Studie erstmals subjektive Kriterien bei der Selektionsentscheidung von Journalisten nach (vgl. White 1950: 383 ff).

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Die Nachrichtenwerttheorie - Wie ein Ereignis zur Nachricht wird
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
33
Katalognummer
V62097
ISBN (eBook)
9783638554121
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachrichtenwerttheorie, Ereignis, Nachricht
Arbeit zitieren
Kai Olschewski (Autor), 2005, Die Nachrichtenwerttheorie - Wie ein Ereignis zur Nachricht wird, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62097

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