Der Sarbanes-Oxley-Act als Instrument der Risikopolitik


Hausarbeit, 2005
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Enron und seine Folgen

III. Inhalte des Gesetzes
1. Public Accounting Oversight Board
2. Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer
3. Unternehmensverantwortlichkeit
4. Erweiterung der Offenlegungspflichten

IV. Auswirkungen auf europäische Wirtschaftsprüfer

V. Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I. Einleitung

„Ich glaube an Gott und die freien Märkte, deklamierte Kenneth Lay, CEO (Geschäftsführer) des amerikanischen Energiekonzerns Enron, am 2.2.2001, und sein Vorgänger Jeff Skilling sekundierte: Wir haben die Engel auf unserer Seite“.1 Mit diesen Worten überzeugten die Geschäftsführer von Enron ihre Anleger eine gute Investition getätigt zu haben, bevor sie im Jahr 2001 zugaben, Milliarden Gewinne zu hoch ausgewiesen zu haben, somit im gleichen Jahr Insolvenz anmelden mussten, und damit zu einem der größten Wirtschaftsskandale der amerikanischen Geschichte wurden.

Aufgrund dieser und weiterer Ereignisse wurde das Vertrauen der Anleger in die Richtigkeit der veröffentlichten Finanzdaten von Unternehmen stark gestört, und um dieses Vertrauen wieder zu gewinnen, kam es zur Einführung des „SarbanesOxley-Act of 2002“(im Folgenden: Sarbanes-Oxley-Act oder SOA).2

Aber was ist dieser Sarbanes-Oxley-Act? Und welche Auswirkungen hat er auf die Wirtschaft? Das Ziel dieser Arbeit ist es diese Fragen zu beantworten, und auf wichtige Details genauer einzugehen.

Hierzu möchte ich zunächst eine kleine Zusammenfassung des Enron-Skandals geben (II.), um dann das Gesetz an sich genauer zu betrachten (III.). In den Unterpunkten werde ich mich auf wichtige (nicht alle) Abschnitte des Gesetzes beziehen. Dabei gehe ich auf grundlegende Maßnahmen die der Sarbanes-Oxley-Act der Risikopolitik liefert näher ein.

Ich werde die Auswirkungen auf europäische Wirtschaftsprüfer darstellen (IV.), um zuletzt kritisch auf die Einführung des Sarbanes-Oxley-Act einzugehen.

II. Enron und seine Folgen

Der Energiekonzern Enron gehörte zu den zehn größten Konzernen der USA und beschäftigte weltweit über 20.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen, welches hauptsächlich als Gaspipeline-Betreiber tätig ist, entstand 1985 aus der Fusion der US-Unternehmen Houston Natural Gas und Internorth.3

Im Oktober 2001 begann durch die US-Börsenaufsicht SEC eine Voruntersuchung, infolge dessen heraus gefunden wurde, dass Enron in den Jahren zuvor seine Gewinne um 1,2 Mrd. $ zu hoch ausgewiesen hatte. Im Dezember 2001 musste der Konzern Insolvenz anmelden, da die Übernahme eines Konkurrenten gescheitert war.

Es wurde bekannt, dass Enron-Manager kurz vor der Insolvenz Bonus-Zahlungen erhalten, und der Wirtschaftsprüfungskonzern Arthur Andersen4 die Ermittlungen der Justiz behindert hatte.

Bei der Verurteilung der Mitglieder des ehemaligen Enron-Verwaltungsrats im Januar 2005, die zu einer Entschädigungssumme von 168 Mio.$ verklagt wurden, entschied das Gericht, dass diese, 13 Mio.$ unmittelbar aus ihrem Privatvermögen zu zahlen hätten. Dadurch sollte die persönliche Verantwortung der Verwaltungsräte an dem Zusammenbruch des Konzerns verdeutlicht werden.5

Um nach diesem Skandal das Vertrauen der Anleger zurück zu gewinnen, wurde der Sarbanes-Oxley Act eingeführt. Er wurde benannt nach seinen Verfassern, dem Abgeordneten Michael Oxley und dem Senator Paul. S. Sarbanes, und sollte das Vertrauen in die Richtigkeit der veröffentlichten Finanzdaten wiederherstellen. Er wurde am 30 Juli 2002 von Präsident George W. Bush unterschrieben, und trat am selben Tag in Kraft.6

III. Inhalte des Gesetzes

Da in erster Linie massives Fehlverhalten des Managements zu der Enron Krise geführt hat, versucht der Sarbanes-Oxley-Act zum einen, die Verantwortlichkeit des Managements für Unternehmensberichte zu stärken, und zum anderen die interne Überwachung im Unternehmen sicherzustellen. Er gilt für alle Unternehmen, die bei der SEC7 registrierungspflichtig sind, und somit deren Aufsicht unterstehen. Auch für ausländische Unternehmen, die an US-Börsen und der NASDAQ gelistet sind, sowie für ausländische Tochterunternehmen amerikanischer Gesellschaften, ist er verpflichtend. Der SOA sieht Maßnahmen mit Auswirkungen gegenüber dem Unternehmen, seinem Management und deren Wirtschaftsprüfern vor. Diese werden in elf Abschnitten erläutert.8

Hier zunächst eine kurze Übersicht über die Abschnitte aus dem Sarbanes-Oxley- Act und der Übersetzung aus dem Buch von Christof Menzies (Sarbanes-Oxley- Act S.15-16):

Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB)

- Festlegung von Organisation und Aufgabenbereichen des Aufsichtsgremiums, über die Rechnungslegung der in den USA gelisteteten Unternehmen
1. Auditor Independence

- Bestimmungen zur Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer

2. Corporate Responsibility

- Erläuterungen und Erweiterung der Verantwortlichkeiten der einzelnen Unternehmen

3. Enhanced Financial Disclosures

- Festlegung von erweiterten Veröffentlichungspflichten für Finanzinformationen.

4. Analyst Conflicts of Interests

- Vorschriften zur Verhinderungen von Interessenkonflikten bei Finanzanalysten

5. Commission Resources and Authority

- Einzelregelungen bezüglich Finanzierung und Befugnissen der SEC

6. Studies and Reports

[...]


1 vgl. Kalverbenden (2002). http://home.t-online.de/home/tonikal/enron.htm (20.05.05 - Dokument 1 auf der CD).

2 vgl. o.V. http://de.wikipedia.org/wiki/Sarbanes-Oxley_Act . (16.05.2005 - Dokument 2 auf der CD).

3 vgl. o.V., Enron. http://de.wikipedia.org/wiki/Enron . (16.05.2005 - Dokument 3 auf der CD).

4 Arthur Andersen war der größte der Big-Five-Prüfungsgesellschaften und verrichtete. Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung u. Unternehmensberatung.

5 vgl. o.V., Enron. http://de.wikipedia.org/wiki/Enron . (16.05.2005 - Dokument 3 auf der CD).

6 vgl. o.V., Sarbanes-Oxley-Act. http://de.wikipedia.org/wiki/Sarbanes-Oxley_Act. (16.05.2005 - Dokument 2 auf der CD).

7 U.S. Securities and Exchange Commission -U.S.- amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde.

8 vgl. Menzies (2004), S. 14.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Sarbanes-Oxley-Act als Instrument der Risikopolitik
Hochschule
Hochschule RheinMain
Veranstaltung
Risikomanagement
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V62099
ISBN (eBook)
9783638554145
ISBN (Buch)
9783638779623
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sarbanes-Oxley-Act, Instrument, Risikopolitik, Risikomanagement
Arbeit zitieren
Christoph Kolanowski (Autor), 2005, Der Sarbanes-Oxley-Act als Instrument der Risikopolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62099

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