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Eine sozialpsychologische Informationsverarbeitungstheorie, das Elaboration-Likelihood-Modell

Titel: Eine sozialpsychologische Informationsverarbeitungstheorie, das Elaboration-Likelihood-Modell

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 17 Seiten , Note: 1

Autor:in: Maximilian Riegl (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Einstellungsforschung 1 ist seit jeher Gegenstand der Sozialpsychologie gewesen, getragen von der Erwartung, daß die Kenntnis von Einstellungen gute Verhaltensvorhersagen ermöglichen würde, was sich jedoch seinerzeit nicht bestätigte. Diese Erkenntnis verbunden mit einer auf dem Gebiet der Einstellungsforschung in der Sozialpsychologie enorm hohen Vielfalt von Theorien und sich einander widersprechenden Daten, führte dazu, daß das Forschungsinteresse der 30er-60er Jahre deutlich sank. Den aus vielerlei Forschungsprojekten entspringenden Daten fehlten regelmäßig ein theoretischer Bezugsrahmen, der bestimmte Vorhersagen u.U. ermöglicht hätte. Einen solchen Bezugsrahmen lieferten Petty und Cacioppo mit dem Elaboration-Likelihood-Modell (dt.. Modell der Wahrscheinlichkeit der (tiefen) Verarbeitung (einstellungsrelevanter) Informationen). Mit diesem Modell wird versucht, die Vielzahl der angesprochenen Forschungsergebnisse zu integrieren.

Demnach können Informationen auf zwei Wegen verarbeitet werden. Der jeweilige Verarbeitungsweg läßt verschiedene Rückschlüsse (z.B. hinsichtlich der Nachhaltigkeit der daraus entwickelten Einstellung) zu, was im folgenden Kapitel, dem Theorieteil zum Elaboration-Likelihood-Modell, erläutert wird. Weiterhin sollen die Faktoren, die auf die Art und Weise der Informationsverarbeitung wirken bzw. diese beeinflussen beleuchtet werden. Nach Abschluß der Theorievorstellung wird in Kapitel 2 das Elaboration-Likelihood-Modell im Anwendungsbereich einer Computersimulation, gemäß der enstprechenden Modellierung durch Mosler (2000), dargestellt und erklärt. Vor der abschließenden Schlußbetrachtung wird diese Simulation, des Elaboration-Likelihood-Modells, anhand diverser Zwei-Personen-Experimente veranschaulicht.

In der Folge wird Elaboration-Likelihood-Modell mit „ELM“ verkürzt ausgedrückt. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Elaboration-Likelihood-Modell

1.1 Zentraler und peripherer Weg der Verarbeitung

1.2 Postulate

1.3 Fazit

2. Das ELM als Computersimulation

2.1 Modellierung des ELM

2.2 Zwei-Personen-Experimente

Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Elaboration-Likelihood-Modell (ELM) als theoretischen Rahmen zur Erklärung von Einstellungsänderungen und analysiert dessen Umsetzung in einer Computersimulation, um komplexe psychologische Prozesse visualisierbar und verständlich zu machen.

  • Grundlagen des Elaboration-Likelihood-Modells und seiner zwei Verarbeitungswege.
  • Detaillierte Analyse der sieben von Petty und Cacioppo formulierten Postulate.
  • Methodik der Computersimulation sozialpsychologischer Theorien nach Mosler.
  • Anwendung des Modells auf Zwei-Personen-Interaktionen zur Simulation von Einstellungsänderungen.
  • Kritische Würdigung des Modells hinsichtlich seiner Anwendbarkeit und Vereinfachung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Zentraler und peripherer Weg der Verarbeitung

Der zentrale Weg steht für die tiefe Verarbeitung von Informationen bzw. Argumenten (genaue Prüfung, Hinterfragung). Hieraus resultierende Einstellungen sind vorrangig geprägt von der inhaltlichen Qualität von Argumenten und der den Informationen innewohnenden Überzeugungskraft. Allerdings ist eine tiefe bzw. zentrale Verarbeitung nur möglich, wenn der Rezipient hierfür ausreichend in der Lage bzw. fähig und motiviert ist, die Informationen entsprechend zu verarbeiten.

Ist der Rezipient jedoch nicht ausreichend zur zentralen Verwertung von Informationen bzw. Argumenten motiviert und/oder fähig, werden äußere Reize (z. B. der Faktor des Status des Kommunikators; Hinweis: Diese Faktoren werden im Rahmen der Postulatvorstellung in 1.2 beispielhaft erklärt) ausschlaggebender bzw. wird der periphere Weg der Verarbeitung begangen. Das heißt, daß nicht die Qualität der Informationen die Einstellungsänderung bewirkt, sondern vielmehr o.g. äußere Reize die Annahme des Botschaftsinhalts ermöglichen.

Wie eingangs angesprochen zielen Petty und Cacioppo auf die Ermittlung derjenigen Faktoren, die die Verarbeitungsweise bestimmen und prägen. Weiterhin erlaubt diese Theorie Vorhersagen über die Folgen für Einstellungsänderungen, die auf dem zentralen oder peripheren Weg gewonnen werden, zu formulieren.

Diese Faktoren sowie die Folgen der Art, der einer Einstellungsänderung zugrunde liegenden Informationsverarbeitung, werden in der Folge, im Rahmen der Erläuterung der sieben von Petty und Cacioppo formulierten Postulate, verdeutlicht. Diese Postulate stellen eine Zusammenfassung der vorgestellten Grundannahmen ihrer Theorie dar (vgl. Stahlberg & Frey, 1993).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entwicklung der Einstellungsforschung und führt das ELM als notwendigen Bezugsrahmen zur Integration widersprüchlicher Forschungsergebnisse ein.

1. Das Elaboration-Likelihood-Modell: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen des Modells, insbesondere die Unterscheidung zwischen zentraler und peripherer Verarbeitung sowie die sieben zentralen Postulate.

1.1 Zentraler und peripherer Weg der Verarbeitung: Hier werden die beiden unterschiedlichen Verarbeitungswege in Abhängigkeit von Motivation und Fähigkeit des Rezipienten definiert.

1.2 Postulate: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auflistung und Erklärung der sieben theoretischen Grundpfeiler des ELM, wie z.B. das Streben nach Korrektheit und das Verarbeitungskontinuum.

1.3 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Aspekte des Modells zusammen und bereitet den Übergang zur Anwendung in der Computersimulation vor.

2. Das ELM als Computersimulation: Hier wird der Ansatz von Mosler vorgestellt, das ELM durch eine Computersimulation methodisch umzusetzen und so psychologische Prozesse zu dynamisieren.

2.1 Modellierung des ELM: Dieses Kapitel beschreibt die operative Umsetzung der ELM-Variablen in der Simulation, wie beispielsweise Einstellung, Betroffenheit und Überzeugungskraft.

2.2 Zwei-Personen-Experimente: Anhand konkreter Simulationsszenarien werden die Auswirkungen verschiedener Variablenkonstellationen auf die Einstellungsänderung von zwei interagierenden Personen demonstriert.

Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung reflektiert den Nutzen der Modellierung gegenüber sprachlichen Beschreibungen und diskutiert die Grenzen der Vereinfachung durch das Modell.

Schlüsselwörter

Elaboration-Likelihood-Modell, ELM, Sozialpsychologie, Einstellungsforschung, Informationsverarbeitung, zentraler Weg, peripherer Weg, Computersimulation, kognitive Verarbeitung, Einstellungsänderung, Motivation, Fähigkeit, Argumentationsqualität, psychologische Modellierung, Variablen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Elaboration-Likelihood-Modell (ELM), einer sozialpsychologischen Theorie, die erklärt, wie und unter welchen Bedingungen Menschen Einstellungen bilden und ändern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des ELM, die Unterscheidung zwischen zentraler und peripherer Informationsverarbeitung sowie die methodische Umsetzung dieses Modells in einer Computersimulation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das ELM als ordnungsstiftenden Rahmen zu präsentieren und mittels einer Computersimulation aufzuzeigen, wie komplexe, nicht direkt beobachtbare psychologische Prozesse dynamisch dargestellt und analysiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des ELM nach Petty und Cacioppo sowie einer anwendungsorientierten Analyse einer Computersimulation nach Mosler (2000).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die sieben Postulate des ELM theoretisch hergeleitet und anschließend die Operationalisierung dieser Variablen in der Computersimulation sowie deren praktische Anwendung in Zwei-Personen-Experimenten erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das Elaboration-Likelihood-Modell, zentrale und periphere Informationsverarbeitung, kognitive Motivation und Fähigkeit sowie Computersimulation als Forschungsmethode.

Wie unterscheiden sich zentraler und peripherer Weg der Verarbeitung?

Beim zentralen Weg findet eine intensive, kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt statt, während beim peripheren Weg äußere Reize (z. B. der Status des Kommunikators) entscheidend für eine Einstellungsänderung sind.

Welchen Vorteil bietet die Computersimulation gegenüber der reinen Theorie?

Die Computersimulation ermöglicht die Visualisierung von innerpsychischen Prozessen und deren Dynamik, wodurch das Zusammenwirken verschiedener Variablen deutlich besser nachvollziehbar wird als durch rein sprachliche Formulierungen.

Warum spielt die Variable "Betroffenheit" eine so wichtige Rolle?

Die Betroffenheit ist ein entscheidender Faktor, der darüber bestimmt, ob ein Individuum genügend motiviert ist, den zentralen (intensiven) Verarbeitungsweg einzuschlagen, oder ob es eher oberflächliche Reize nutzt.

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Details

Titel
Eine sozialpsychologische Informationsverarbeitungstheorie, das Elaboration-Likelihood-Modell
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Simulationen in der Psychologie
Note
1
Autor
Maximilian Riegl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
17
Katalognummer
V62106
ISBN (eBook)
9783638554176
ISBN (Buch)
9783656800255
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine Informationsverarbeitungstheorie Elaboration-Likelihood-Modell Simulationen Psychologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Riegl (Autor:in), 2001, Eine sozialpsychologische Informationsverarbeitungstheorie, das Elaboration-Likelihood-Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62106
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Leseprobe aus  17  Seiten
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