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Gleichschaltung und Führerprinzip - Zur Rolle des DFB in der Zeit des Nationalsozialismus in der Zeit von 1933-1945

Title: Gleichschaltung und Führerprinzip - Zur Rolle des DFB in der Zeit des Nationalsozialismus in der Zeit von 1933-1945

Diploma Thesis , 2006 , 146 Pages , Grade: 14,00 Punkte (sehr gut -)

Autor:in: Diplom-Verwaltungswirt Marco Blume (Author)

Sport - Sport History
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„Die Welt zu Gast bei Freunden“ -
unter diesem Motto lädt Deutschland im Jahr 2006 zur Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land ein. Zu erwarten ist weit mehr als nur ein bloßes Medienspektakel - dieses Ereignis steht seit jeher, einmal völlig bereinigt von ökonomischen Aspekten, für überstaatliche Werte wie Völkerverständigung, interkulturelle Kommunikation und - dies lässt sich wohl ohne Hang zur Übertreibung behaupten - für die Ausprägung des kulturellen Selbstverständnisses einer Nation. So erscheint die Wahl des Mottos zur FIFA Fußballweltmeisterschaft nur prägnant gewählt, denn Deutschland will vor allem gastfreundlich, fröhlich, weltoffen, modern und tolerant. Eine nicht nur sportliche Maßgabe, sondern gleichwohl auftreten
auch eine politische - Deutschland präsentiert sich als Ganzes -und so findet ein derartiges Ereignis nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch außerhalb der Stadien und nicht zuletzt in den Köpfen der Menschen statt.
„Aber ist Fußball in seinem Wesen nicht per se unpolitisch?“
Grundsätzlich wird man hier wohl zunächst einmal konstatieren müssen, dass sich der Fußball als Sportart naturgemäß immer dann auch im politischen Raum bewegen wird, wenn es um ganz konkrete existenzielle Interessen geht. So sind es doch spätestens erforderliche Subventionen für den Bau neuer Sportstätten oder für die Förderung der Jugendarbeit und des Breitensports, die der politischen Unterstützung und somit der entsprechenden Lobbyarbeit von Sportfunktionären bedürfen und einen Schulterschluss zwischen Sport und Staat erfordern.
In seinem Wesen ist der Fußball allerdings kein Politikum; er besitzt keinen objektiven Wert, sondern nur jenen subjektiven für den einzelnen Sportler oder Sportbegeisterten. Außerdem weist er keine Tendenz auf, eine politische Gemeinschaft zu bilden und so Der muss er letztlich im Geist verändert, um politisch zu werden. Sport im Allgemeinen und der Fußball im Besonderen können also nur durch die Beeinflussung von außen einen politischen Sinn erhalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fußball – Mehr als nur eine Sportart

2.1 Von den Anfängen in Deutschland zum Massenphänomen

3 Nationalsozialismus in Deutschland und seine gesellschaftlichen Folgen

3.1 Gesellschaftliche Entwicklung vom Ersten Weltkrieg bis 1933

3.2 Gesellschaftsprogrammatik des Nationalsozialismus

3.2.1 Die Gleichschaltung

3.2.2 Das Führerprinzip

4 Der DFB im NS-Regime – Zwischen Gefolgschaft, Angepasstheit und Insubordination

4.1 Geburtsstunde und Aufstieg des Verbandes

4.1.1 Die Anfänge des Deutschen Fußballbundes (1900-1912)

4.1.2 Im Zeichen von Militarismus und Nationalismus (1912-1918)

4.1.3 Die Weimarer Republik (1918-1933)

4.2 Aufstieg des Nationalsozialismus und Restrukturierung des Fußballsports

4.2.1 Die Unterordnung und Auflösung des DRA im Rahmen der ersten Gleichschaltung des deutschen Sports

4.2.2 Die Folgen der ersten Gleichschaltung und die Legitimation des DFB durch den Nationalsozialismus

4.3 Die ‚Vereinnahmung’ des DFB im Zeichen der Olympischen Spiele 1936

4.3.1 Der internationale Aufstieg des deutschen Fußballs – Länderspiele und die deutsche Nationalmannschaft

4.3.2 Die Person Otto Nerz

4.3.3 Die Olympiade von 1936 – Der Wendepunkt

4.4 Verlust der Privilegien – der DFB als Opfer der zweiten Gleichschaltung des deutschen Sports

4.4.1 Der Streit um den Nachwuchs – Fußballverein oder Hitlerjugend

4.4.2 Die Person Sepp Herberger

4.4.3 Der DFB verliert sein Gesicht – von der personellen Ausblutung zur Auflösung des Verbandes

4.5 Exkurs

4.5.1 Fußball und Krieg – Zwischen Wahn und Tragödie

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945). Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern der Verband versuchte, seine Autonomie zu wahren, wie er auf die totalitäre Gleichschaltung reagierte und inwieweit er sich als Instrument nationalsozialistischer Propaganda instrumentalisieren ließ.

  • Die Entwicklung des Fußballs vom bürgerlichen Sport zum Massenphänomen.
  • Die gesellschaftspolitische Ausrichtung des Nationalsozialismus und das Prinzip der Gleichschaltung.
  • Das Spannungsfeld zwischen DFB-Funktionären, sportlicher Autonomie und staatlicher Kontrolle.
  • Die Rolle prominenter Persönlichkeiten wie Otto Nerz und Sepp Herberger im NS-System.
  • Die Bedeutung der Olympischen Spiele 1936 als Wendepunkt für den organisierten Fußballsport.

Auszug aus dem Buch

Die Person Otto Nerz

Das Jahr 1935 für die deutsche Nationalmannschaft – 17 Länderspiele, 13 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen – eine solche Siegesserie sollte dem deutschen Fußball ein Jahr vor den Olympischen Spielen 1936 international großes Ansehen verleihen. Einen wesentlichen Anteil an diesem sportlichen Erfolg hatte Reichstrainer Otto Nerz, der mit dem sog. ‚WM-System’ den Systemfußball in der deutschen Nationalmannschaft einführte.

Neben den neuen sportlichen Maßstäben, die Nerz setzen konnte, erscheint es aber vor allen Dingen noch aus einem anderen Grund sinnvoll, sich mit seinem Werdegang ein wenig genauer auseinanderzusetzen: Nerz war nämlich als DFB-Repräsentant ein prädestinierendes Beispiel dafür, wie persönlicher sportlicher Erfolg und die Freiheit, etwas gestalten zu können, ursächlich waren für politische Anhängerschaft und Treuebekenntnisse gegenüber dem nationalsozialistischen Regime.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die politische Instrumentalisierung des Fußballs im Nationalsozialismus und stellt die kritische Aufarbeitung der Rolle des DFB in den Fokus.

2 Fußball – Mehr als nur eine Sportart: Dieses Kapitel erläutert die kulturelle Bedeutung des Fußballs in Deutschland und dessen Entwicklung zum Massenphänomen vor 1933.

3 Nationalsozialismus in Deutschland und seine gesellschaftlichen Folgen: Es erfolgt eine Analyse der gesellschaftlichen Umbrüche, der Gleichschaltung und des Führerprinzips unter dem NS-Regime.

4 Der DFB im NS-Regime – Zwischen Gefolgschaft, Angepasstheit und Insubordination: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht detailliert die strukturelle und personelle Anpassung des DFB an das NS-Regime sowie die Auswirkungen der Gleichschaltung auf den Spielbetrieb.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die schrittweise Instrumentalisierung des DFB und dessen letztliche Auflösung als eigenständiger Verband bis 1940.

Schlüsselwörter

Deutscher Fußball-Bund, DFB, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, Führerprinzip, Sportpolitik, Massenbegeisterung, Drittes Reich, Otto Nerz, Sepp Herberger, Olympische Spiele 1936, Sportgeschichte, Vereinswesen, Reichssportführer, Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und die Verhaltensweisen des Deutschen Fußball-Bundes während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Anpassungsprozesse des DFB, die Instrumentalisierung des Fußballs durch das NS-Regime sowie das Spannungsfeld zwischen sportlicher Eigenständigkeit und politischer Kontrolle.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es zu klären, inwieweit der DFB versuchte, seine Machtposition zu behaupten und wie der Verband auf die Programmatik und den Totalitätsanspruch des NS-Staates reagierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine sporthistorische Aufarbeitung durch, die auf einer fundierten Auswertung der einschlägigen Fachliteratur und zeitgenössischer Dokumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufstiegsgeschichte des DFB, die gesellschaftspolitischen Folgen des Nationalsozialismus und die schrittweise (schleichende) Transformation des Verbandes in ein staatliches Instrument.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Akteur (DFB) sind Begriffe wie Gleichschaltung, NS-Sportpolitik, Propaganda und die Rolle der Verbandsführung für das Verständnis der Arbeit essentiell.

Warum wird die Rolle der Juden im Fußballsport explizit ausgespart?

Der Autor weist darauf hin, dass die Sensibilität und Komplexität dieses Themas eine eigenständige, weitaus breitere Darstellung erfordern würde, um dem Anspruch der Differenziertheit gerecht zu werden.

Welche Bedeutung hatten die Olympischen Spiele 1936 für den DFB?

Die Spiele werden als entscheidender Wendepunkt markiert, nach dem der schrittweise Transformationsprozess des DFB in eine rein staatliche Institution massiv vorangetrieben wurde.

Wie bewertet der Autor das Verhalten von Sepp Herberger?

Die Arbeit zeichnet ein differenziertes Bild von Herbergers opportunistischer Anpassung, die primär von einem starken Karrierewillen und dem Wunsch nach Absicherung getrieben war, anstatt von einer festen ideologischen Überzeugung.

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Details

Title
Gleichschaltung und Führerprinzip - Zur Rolle des DFB in der Zeit des Nationalsozialismus in der Zeit von 1933-1945
College
Federal University of Applied Administrative Sciences
Grade
14,00 Punkte (sehr gut -)
Author
Diplom-Verwaltungswirt Marco Blume (Author)
Publication Year
2006
Pages
146
Catalog Number
V62133
ISBN (eBook)
9783638554350
Language
German
Tags
Gleichschaltung Führerprinzip Rolle Zeit Nationalsozialismus Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Verwaltungswirt Marco Blume (Author), 2006, Gleichschaltung und Führerprinzip - Zur Rolle des DFB in der Zeit des Nationalsozialismus in der Zeit von 1933-1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62133
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