Zu Beginn meiner Arbeit erkläre ich, was das Wort „Okkultismus“ bedeutet und was man im Allgemeinen darunter versteht. Dem folgt ein historischer Überblick von den Wurzeln okkulter Glaubensvorstellungen bis hin zum Okkultismus der Moderne. Anhand der Vorstellung der wichtigsten okkulten Praktiken, versuche ich dann die enorme Bandbreite des Okkultismus zu verdeutlichen und eine Einführung in die Möglichkeiten okkulter Tätigkeiten zu geben. Nachdem ich einige Ergebnisse der Forschung -bezüglich des Glaubens Jugendlicher an Übersinnliches und deren Interesse an der Ausübung okkulter Praktiken- präsentiert habe, wende ich mich der Frage zu, warum sich besonders Jugendliche vom Okkultismus angezogen fühlen. In Abhängigkeit vom Grad der Einbindung in die jeweilige Gemeinschaft, lassen sich drei verschiedene Teilnahmeformen unterscheiden, deren Merkmale ich daraufhin beschreiben werde. Anschließend gehe ich auf die Gefahren ein, denen sich Jugendliche aussetzten, wenn sie sich mit Okkultem beschäftigen. Am Ende meiner Arbeit beschäftige ich mich mit der wohl gefährlichsten Form des Okkultismus, dem Satanismus. Nach einem kurzen Überblick über diesen Bereich wende ich mich den verschiedenen Formen des Satanismus zu, bei denen mein Augenmerk -natürlich entsprechend dem Thema- auf den Jugendsatanismus gerichtet ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Okkultismusboom als Folge gesellschaftlichen Wandels?
2. Okkultismus, was ist das?
3. Die Geschichte des Okkultismus – von den Wurzeln bis zur Gegenwart
4. Okkulte Praktiken im Überblick
4.1 Deutepraktiken
4.2 Spiritistische Praktiken
4.3 Magie
4.4 Satanskulte / Schwarze Messen
4.5 Musikgruppen mit okkult - satanistischem Hintergrund
5. „Jugend und Okkultismus“ im Visier der Forschung
5.1. Glaube an Übersinnliches
5.2. Ausübung okkulter Praktiken : Fakten und Beweggründe
6. Drei Teilnahmeformen – in Abhängigkeit vom Grad des Eingebundenseins in die jeweilige Szene oder Gruppe
6.1. Die Neugierigen
6.2. Die Mitläufer
6.3. Die Insider
7. Die Gefahren des Okkultismus für Jugendliche
8. „In Teufels Küche“ : Satanismus allgemein und unter Jugendlichen
9. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das wachsende Interesse von Jugendlichen an okkulten und satanistischen Phänomenen vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels. Ziel ist es, die Beweggründe für diese Hinwendung zu analysieren, verschiedene Teilnahmeformen zu differenzieren und die damit verbundenen Risiken sowie die Rolle des Satanismus als Jugendkultur kritisch zu beleuchten.
- Gesellschaftliche Ursachen für den Okkultismusboom
- Kategorisierung okkulter Praktiken und ihre Wirkung
- Empirische Einblicke in den Glauben Jugendlicher an Übersinnliches
- Motivanalyse für die Auseinandersetzung mit dem Okkulten
- Typologie der Teilnahmeformen (Neugierige, Mitläufer, Insider)
- Gefahrenpotenziale und die Rolle des Satanismus bei Jugendlichen
Auszug aus dem Buch
4.1 Deutepraktiken
Zunächst gehe ich auf die Deutepraktiken ein, die wohl am meisten verbreitet sind. Beginnen will ich mit dem Tarotkartenlegen. Bei dieser Deutepraktik werden bestimmten Kartenkonstellationen entsprechende Aussagen über Gegenwart und Zukunft zugeordnet. Ein Zusammenhang zwischen Kosmos und Menschenschicksal wird vorausgesetzt.
Beim Handlesen ist die Überzeugung maßgebend, dass statische Eigenschaften der Handinnenseite, der Finger und Nägel einer Person Informationen über deren Charaktereigenschaften und Zukunft geben. Häufig bezeichnet man diese Praktik auch als Chirologie.
Des Weiteren ist das I-Ging zu nennen, welches eine Art der Orakelbefragung ist, bei der sich durch Münzwurf, Mikadospiel oder durch das Ziehen von Schafgarbenstängeln Zahlenkombinationen ergeben. Diesen Zahlenabfolgen sind passende Texte im I-Ging-Buch zugeordnet.
Die wohl bekannteste Deutepraktik ist das Horoskoplesen bzw. –erstellen. Horoskope beruhen auf dem Glauben, dass der Stand der Gestirne zum Zeitpunkt der Geburt einer Person Aussagen über deren Charakter und Schicksal zulässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Okkultismusboom als Folge gesellschaftlichen Wandels?: Diese Einleitung beschreibt die Verunsicherung in der modernen Gesellschaft und stellt die Frage, inwiefern okkulte Angebote als Ersatz für schwindende Werte und religiöse Orientierung dienen.
2. Okkultismus, was ist das?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Okkultismus als Beschäftigung mit verborgenen Erscheinungen und grenzt ihn von der Parapsychologie und dem Spiritismus ab.
3. Die Geschichte des Okkultismus – von den Wurzeln bis zur Gegenwart: Es erfolgt ein historischer Abriss von den frühen Kulturen über das Mittelalter und die Romantik bis zur modernen New-Age-Bewegung.
4. Okkulte Praktiken im Überblick: Der Abschnitt klassifiziert verschiedene Methoden, von Deutepraktiken über spiritistische Rituale und Magie bis hin zu satanistischen Messen und okkult-geprägter Musik.
5. „Jugend und Okkultismus“ im Visier der Forschung: Hier werden empirische Daten über den Glauben an Übersinnliches sowie die Gründe für das Interesse Jugendlicher an okkulten Praktiken vorgestellt.
6. Drei Teilnahmeformen – in Abhängigkeit vom Grad des Eingebundenseins in die jeweilige Szene oder Gruppe: Die Jugendlichen werden in Neugierige, Mitläufer und Insider unterteilt, basierend auf ihrer Intensität der Auseinandersetzung mit dem Okkulten.
7. Die Gefahren des Okkultismus für Jugendliche: Dieses Kapitel thematisiert die psychologischen Risiken, wie den Verlust der Distanz, Manipulation durch Gurus und die Gefahr der sozialen Isolation.
8. „In Teufels Küche“ : Satanismus allgemein und unter Jugendlichen: Die Abgrenzung zwischen philosophischem, ordensbezogenem, kriminellem und jugendlichem Satanismus bildet hier den Schwerpunkt.
9. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit der Einschätzung, dass Jugendsatanismus primär als Ausdrucksform jugendlicher Subkultur zu werten ist und selten eine existenzielle Bedrohung darstellt.
Schlüsselwörter
Okkultismus, Jugend, Satanismus, Spiritualität, Parapsychologie, Deutepraktiken, Identitätssuche, Gruppenzwang, Jugendkultur, Esoterik, New Age, Psychologie, Gesellschaftswandel, Risikoprävention, Rebellion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Okkultismus im Lebenskontext von Jugendlichen und analysiert, warum sich junge Menschen für übersinnliche und satanistische Themen interessieren.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Felder umfassen historische Hintergründe, die Vielfalt okkulter Praktiken, empirische Daten zur Verbreitung unter Jugendlichen sowie die Gefahren und soziologischen Hintergründe der Szene.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Die Arbeit möchte klären, warum Okkultismus als Ersatzreligion oder Orientierungshilfe dient und ob von diesen Interessen tatsächlich eine Gefahr für die psychische Stabilität Jugendlicher ausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse vorhandener Studien (u.a. von Mischo und Vogelgesang), kombiniert diese mit soziologischen Einordnungen und arbeitet mit empirischen Daten aus der Jugendforschung.
Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Übersicht der Praktiken, eine Analyse von Motiven (wie Identitätssuche und Gruppendynamik) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Formen des Satanismus.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Okkultismus, Identitätssuche, Jugendkultur, Satanismus, Gruppendynamik und gesellschaftlicher Wandel.
Welche Rolle spielt das "Glasrücken" in der Untersuchung?
Das Glasrücken wird als spiritistische Praktik beschrieben, die besonders bei Neugierigen beliebt ist, wobei der Autor darauf hinweist, dass die Ergebnisse meist auf unbewussten Muskelbewegungen basieren.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den drei Teilnahmeformen?
Die Einteilung erfolgt nach dem Grad des Engagements: Neugierige experimentieren nur kurzzeitig, Mitläufer nehmen regelmäßig teil, während Insider ihr gesamtes Leben nach der okkulten Ersatzreligion ausrichten.
Warum ordnet der Autor Jugendsatanismus als Randphänomen ein?
Basierend auf den zitierten Quellen stellt er fest, dass der Großteil des Interesses aus einer Phase der Provokation und Identitätsfindung resultiert und nur eine winzige Minderheit der harten Szene zuzuordnen ist.
- Quote paper
- Nadja Drumm (Author), 2005, Jugend und Okkultismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62151