Das Buch Ezechiel


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Aufbau und Inhalt des Ezechiel-Buches
1.1. Gliederung der Kapitel 1-

2. Die Person Ezechiel

3. Der geschichtliche Hintergrund der Verkündigung Ezechiels

4. Die Verkündigung Ezechiels

5. Literaturverzeichnis

1. Aufbau und Inhalt des Ezechiel-Buches

Es lässt sich bei dem Buch Ezechiel durch einen sehr einheitlichen Stil nicht leicht sagen, inwiefern es sich um ursprüngliches Material handelt, oder um sekundäre Bearbeitungen. Obwohl auch Ezechiel Schriftsteller war, war er durch sein Wort und seine symbolischen Handlungen in der Öffentlichkeit präsent. So muss hier die Frage gestellt werden, inwieweit seine Botschaften bewahrt und direkt niedergeschrieben wurden und an welchen Stellen sein Wort verändert wurde. Auch ist im Ezechiel Buch eine bis dahin noch unbekannte Gestaltung erkennbar, wie die Ichrede und die genauen Datierungen. Dies ist ein weiterer Grund, die Authentizität des Buches kritisch zu hinterfragen.

Von Kritikern wird das Buch auch, gestützt auf die Unterscheidungen zwischen poetischen und prosaischen Texten, als ein vielschichtiges Redaktionswerk verstanden, also ein Werk, in dem verschiedene Autoren vermutet werden. Denn nach dieser Auffassung, stellen die Visionen und Gedichte Ezechiels (nach Luther Hesekiel) nur den Kern des Werkes dar.

Es wird in der Forschung aber auch die Meinung vertreten, dass Ezechiel sein Buch als schriftstellerische Einheit geschrieben hat und darin seine Gesamtauffassung der damaligen Lage Israels sowie die Zukunft und Vergangenheit darstellt.

Die Niederschrift des Buches lässt sich ungefähr auf das Jahr 401 datieren.

Es lässt sich abschließend nach aktuelleren Forschungs-meinungen sagen, dass : „zwar nicht mehr in der alten Weise von der geschlossenen Einheit des Buches Ez geredet werden könne, daß aber die Arbeit an diesem Buche zunächst durchaus von den Selbstangaben desselben über Zeit und Ort der Wirksamkeit Ezechiels auszugehen habe.“[1]

Vorweg ist zum Aufbau des Ezechielbuches die Dreigliederung in:

1. Unheil über das eigene Volk
2. Unheil über fremde Völker
3. das Heil

nennenswert, denn sie erfolgt sehr streng und wird, wenn auch nicht ausnahmslos, eingehalten.

Das Buch beginnt mit einem in der ersten Person geschilderten (vom Propheten selber) Berufungsbericht. Hier berichtet der Prophet von seiner Begegnung mit Gott, der einer Sendung und einem Auftrag an Ezechiel folgt. Nach einer weiteren Herrlichkeitserscheinung Jahwes erhält der Prophet den Auftrag zur Durchführung einiger Zeichenhandlungen, in denen er die Belagerung Jerusalems und das anschließende Exil ankündigen soll. Auch ruft in diesem Abschnitt Ezechiel das Gericht über Berge und Täler Israels und das nahegekommene Ende aus.

Beginnend mit einer neuen Datierung wird in den nach-folgenden Versen von der großen Visionserfahrung berichtet. In dieser Vision wird dem Prophet die Entrückung nach Jerusalem und die damit verbunden Vergehen im dortigen Tempel, die einen Weggang der Gottesherrlichkeit aus dem Tempel zur Folge hat. Auch hier findet sich im Anschluss zwei Zeichenhandlungen, die zum einen den Weg der Bewohner Jerusalems in die Verbannung, und zum anderen: „ das schaudernde Erschrecken vor der bevorstehenden Verödung des Landes“[2] symbolisieren soll.

In Kapitel 15 beginnt eine reihe von Bildreden, in denen Jerusalem mit `unnützem Rebholz´ und einer `untreuen Frau´ verglichen wird. In diesem Kapitel werden auch konkrete Vergleiche zu zeitgeschichtlichem Geschehen gezogen, wie der Abfall Zedekias von seinem babylonischen Oberherrn, oder das Ende des judäischen Königshauses. Im weiteren kann man einen häufigen Wechsel in der Form erkennen, der von den Bildreden über eine lehrhafte Erörterung über die Freiheit zur Umkehr, hinzu einer datierten Darstellung der Sündengeschichte Israels geht. Dieser mehrfache formale Wandel gipfelt in einer Reihe von Gerichtsansagen, über die Verheißung des neuen Exodus bis zur Ständepredigt, die die Verderbtheit des Landes Israel zum Abschluss noch eine mal deutlich machen soll.

In Kapitel 24 wird dann von der beginnenden Belagerung Jerusalems berichtet. Der plötzliche Tod der Frau Ezechiels wird zur Verkündigung des nun bevorstehenden Ende Jerusalems.

In den Kapiteln 25-32 kommt dann nach dieser bisher deutlichsten Drohung verschieden lange Abschnitte von Gerichtsworten, in denen sieben Völker angeredet werden, bevor erst in Kapitel 33 die Nachricht übern den Fall Jerusalems erfolgt. Hier ist in den Gerichtsworten gegen Ägypten immer wieder sehr deutlich der Fremdvolkgegner zu erkennen.

Das Kapitel 33 greift noch einmal auf das bereits genannte Schicksal Jerusalems in Kapitel 24 zurück, indem erneut mit genauer Datierung von dem Fall der Stadt und die Kenntnis des Propheten darüber berichtet wird. Dieses geschieht ohne Verkündigungsworte, sondern wird in einer rein erzählenden Einheit mitgeteilt. In Kapitel 33 trifft man zum ersten Mal auf eine deutliche Entsprechung mit dem Eingangsteil des Buches Ezechiel, was in der lehrhaften Ausführung über die Freiheit zur Umkehr (vgl. Kap. 18) deutlich wird.

[...]


[1] Vgl. W. Zimmerli, Ezechiel (BK XIII,1), S. 11*.

[2] Vgl. W. Zimmerli, Ezechiel (BK XIII,1), S. 1*.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Buch Ezechiel
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Hauptseminar: Träume von einer besseren Welt
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V62157
ISBN (eBook)
9783638554527
ISBN (Buch)
9783656621218
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buch, Ezechiel, Hauptseminar, Träume, Welt
Arbeit zitieren
Nina Löhmer (Autor), 2006, Das Buch Ezechiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62157

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