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Die Demoskopie als Lösungsansatz? Möglichkeiten und Grenzen der Demoskopie bei der Nivellierung bestehender Demokratiedefizite

Title: Die Demoskopie als Lösungsansatz? Möglichkeiten und Grenzen der Demoskopie bei der Nivellierung bestehender Demokratiedefizite

Term Paper , 2004 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Blume (Author)

Politics - Methods, Research
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Summary Excerpt Details

Schon seit Jahren ist in Deutschland eine lebhafte und kontroverse Diskussion zu den Demokratie- und Legitimationsdefiziten des politischen Systems der Bundesrepublik zu verzeichnen. Sinkende Vertrauenswerte der Bevölkerung in das politische System und die politische Eliten und der zunehmende Bedeutungsverlust des Politischen im Denken und Handeln der Bevölkerung geben genauso wie die nachlassende Beteiligung an Wahlen immer wieder Anlass zu der Frage nach der demokratischen und legitimatorischen Stabilität der Bundesrepublik. Zurückzuführen auf Veränderungen sozio-struktureller wie politischer Natur, fällt es den intermediären Institutionen Deutschlands immer schwerer, zwischen politischer Elite und Bevölkerung zu vermitteln, um auf diese Weise einen beständigen und intensiven Austausch zwischen beiden Akteursgruppen und damit die für die Stabilität und Legitimität des politischen Systems so elementare Responsivität der politischen Akteure zu gewährleisten.
Zur Behebung dieser Defizite existieren eine Vielzahl von Ansätzen und Entwürfen, die von Reformen der föderalen und bürokratischen Struktur der Bundesrepublik bis hin zu den immer wieder im Vordergrund stehenden Appellen nach einer Ergänzung des repräsentativen Systems um direktdemokratische Partizipationsmöglichkeiten reichen. In dieser Reihe von möglichen Maßnahmen findet sich auch die Forderung nach einer verstärkten Nutzung der demokratischen Potenziale der Demoskopie, welche von ihren Vertretern immer wieder hervorgehoben werden.
Insbesondere die Rufe nach einer Ausweitung der Partizipations- und Einflussmöglichkeiten für Bürger im stark repräsentativ und elitentheoretisch orientierten Deutschland verdeutlichen eine Kontroverse, die sich anhand des Diskurses zwischen „realistischer“ und partizipatorischer Demokratietheorie auch theoretisch verorten lässt.
Auch wenn das weitgehende Fehlen von über Wahlen und hoch verregelte Verfahren hinausgehenden Partizipationsmöglichkeiten im politischen System der Bundesrepublik vornehmlich den spezifischen geschichtlichen Erfahrungen Deutschlands geschuldet ist, scheinen sinkende Zufriedenheitswerte gegenüber dem politischen System und seinen Akteuren, sowie abnehmende Wahlbeteiligungen und der zunehmende Verlust des Politischen im Bewusstsein der Bevölkerung darauf hinzudeuten, dass das repräsentative System der Bundesrepublik nur noch unzureichend in der Lage ist, für seine eigene Stabilität und Legitimität Sorge zu leisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Systematisierung

3. Demokratietheorien – Elitentheorie vs. partizipatorische Theorie –

4. Defizite der repräsentativen Demokratie Deutschland

5. Die Demoskopie als Lösungsansatz

6. Die gegenwärtige Verbreitung und Nutzung der Demoskopie in Deutschland

7. Defizite der Demoskopie

8. Neue Richtlinien für die Demoskopie und ihre Nutzer

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale der Demoskopie als Instrument zur Milderung der Demokratie- und Legitimationsdefizite im politischen System der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit die Meinungsforschung die Kommunikation zwischen den politischen Akteuren und der Bevölkerung verbessern kann, ohne dabei die Grenzen des repräsentativen Systems zu überschreiten oder methodische Standards zu vernachlässigen.

  • Analyse der Demokratietheorien: Kontroverse zwischen Elitentheorie und partizipatorischer Theorie.
  • Identifikation der Defizite der repräsentativen Demokratie in Deutschland.
  • Untersuchung der Demoskopie als Instrument zur Steigerung der Responsivität.
  • Kritische Beleuchtung methodischer Schwächen und der Qualitätssicherung in der Umfrageforschung.
  • Diskussion über neue Richtlinien zur Professionalisierung der Demoskopie.

Auszug aus dem Buch

3. Demokratietheorien – Elitentheorie vs. partizipatorische Theorie –

Der Begriff der Demokratie findet seinen Ausgangspunkt in der griechischen Antike. Zusammengesetzt aus den Bestandteilen „demos“, womit das Volk im Sinne eines Staatsvolks gemeint ist und „kratein“, dem „herrschen“ und „Macht ausüben“, bezeichnet er die legitime Herrschaft, die vom Staatsvolk ausgeht und ausgeübt sowie zu dessen Wohl eingesetzt wird. Betrachtet man diesen Ursprung der demokratischen Idee, so muss klar sein, dass Demokratie in diesem Zusammenhang als eine Direktdemokratie in kleinräumigen Gemeinschaften zu verstehen ist, welche von der „Kleinheit des Raums“ und der „Konkretheit der Begegnung“ geprägt war.

Wenn im Folgenden von den Theorien der Demokratie gesprochen wird, bleibt anzumerken, dass es nicht eine allgemeinverbindliche, sondern verschiedene Demokratietheorien gibt. Sie sind unter anderem bestimmt durch unterschiedliche historische Entstehungshintergründe und Perspektiven, Prämissen und Anliegen sowie Reichweite und Anwendbarkeit. Interessant für die durch die Hausarbeit aufgeworfene Fragestellung und den aktuellen Bezug auf die Jetzt-Zeit sind insbesondere (jedoch nicht nur) die Demokratietheorien, die sich nicht mehr auf Gemeinwesen wie kleine Staaten oder Stadtgemeinden beziehen, sondern diejenigen, die unter der Erfahrung der Umstände großflächiger Nationalstaaten entwickelt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Legitimationskrise des deutschen politischen Systems ein und benennt die Demoskopie als möglichen Lösungsansatz zur Milderung bestehender Defizite.

2. Systematisierung: Das Kapitel legt den theoretischen Rahmen fest, indem es den Diskurs zwischen realistischer und partizipatorischer Demokratietheorie einordnet und eine Analyse der strukturellen Defizite ankündigt.

3. Demokratietheorien – Elitentheorie vs. partizipatorische Theorie –: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der zwei Demokratiemodelle hinsichtlich ihrer Bewertung von Bürgerpartizipation und der Rolle der politischen Elite.

4. Defizite der repräsentativen Demokratie Deutschland: Hier werden Ursachen für die Politikverdrossenheit, den Vertrauensverlust und die mangelnde Responsivität des repräsentativen Systems untersucht.

5. Die Demoskopie als Lösungsansatz: Die Demoskopie wird als Instrument bewertet, das durch eine direktere Kommunikation zwischen Bevölkerung und Politik zur Stabilität des Systems beitragen kann.

6. Die gegenwärtige Verbreitung und Nutzung der Demoskopie in Deutschland: Es wird analysiert, wie stark Meinungsforschung bereits in den politischen Prozess integriert ist und welche strategische Bedeutung sie für politische Akteure hat.

7. Defizite der Demoskopie: Dieses Kapitel thematisiert methodische Probleme sowie die Kritik an der Instrumentalisierung von Umfrageergebnissen durch politische Akteure und Medien.

8. Neue Richtlinien für die Demoskopie und ihre Nutzer: Es werden Vorschläge für eine verbesserte Qualitätskontrolle sowie die gesetzliche Verankerung von Standards diskutiert.

9. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird abschließend beurteilt, ob und in welcher Weise die Demoskopie zur Verbesserung der demokratischen Stabilität beitragen kann.

10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Demoskopie, Demokratie, Partizipation, Politikverdrossenheit, Repräsentation, Elitentheorie, Responsivität, Legitimation, Meinungsumfragen, Qualitätsstandards, politische Kommunikation, Demokratiedefizite, Bundesrepublik Deutschland, Umfrageforschung, politische Steuerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rolle der Demoskopie innerhalb des deutschen politischen Systems und bewertet deren Potenzial, das bestehende Demokratiedefizit durch eine verbesserte Kommunikation zwischen Politik und Bürgern zu mildern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Demokratietheorien (Elite vs. Partizipation), die Defizite des repräsentativen Systems in Deutschland und die methodischen sowie ethischen Herausforderungen der modernen Meinungsforschung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, zu prüfen, ob die Demoskopie als quasi-intermediäre Institution fungieren kann, um die Legitimationsbasis der repräsentativen Demokratie zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die soziologische Erkenntnisse und demokratietheoretische Diskurse verknüpft, um das Potenzial und die Grenzen der Demoskopie in einen wissenschaftlichen Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Gegensätze der Demokratieansätze, beschreibt die Ursachen der aktuellen Politikverdrossenheit und hinterfragt kritisch sowohl den Nutzen als auch die methodischen Schwächen der demoskopischen Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Demoskopie, Demokratie, Partizipation, Responsivität, Legitimationsdefizit und politische Kommunikation bilden den Kernbegriffsschatz der Untersuchung.

Wie bewertet der Autor den Einsatz der Demoskopie auf europäischer Ebene?

Der Autor sieht in der Demoskopie eine Möglichkeit, ein europäisches Bewusstsein und eine Identität zu fördern, was zur Stabilisierung des gesamten politischen Systems beitragen könnte.

Welche Maßnahmen schlägt der Autor zur Verbesserung der Demoskopie vor?

Gefordert werden unter anderem gesetzlich verankerte Qualitätsrichtlinien, eine stärkere universitäre Forschung sowie die Offenlegung von methodischen Informationen bei der Veröffentlichung von Umfrageergebnissen.

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Details

Title
Die Demoskopie als Lösungsansatz? Möglichkeiten und Grenzen der Demoskopie bei der Nivellierung bestehender Demokratiedefizite
College
Humboldt-University of Berlin  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Öffentlichkeit, Umfrageforschung und Demokratie
Grade
1,0
Author
Christian Blume (Author)
Publication Year
2004
Pages
30
Catalog Number
V62161
ISBN (eBook)
9783638554565
ISBN (Book)
9783638668439
Language
German
Tags
Demoskopie Lösungsansatz Möglichkeiten Grenzen Demoskopie Nivellierung Demokratiedefizite Umfrageforschung Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Blume (Author), 2004, Die Demoskopie als Lösungsansatz? Möglichkeiten und Grenzen der Demoskopie bei der Nivellierung bestehender Demokratiedefizite, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62161
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