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Die Bedeutung der Teilrevision des Militärgesetzes für die Schweizer Teilnahme an Peace Support Operations

Title: Die Bedeutung der Teilrevision des Militärgesetzes für die Schweizer Teilnahme an Peace Support Operations

Seminar Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 6 = hervorragend, Höchstnote C

Autor:in: Dominik Winter (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Summary Excerpt Details

Ab 1. Oktober 2002 sollen 220 bewaffnete Angehörige der Schweizer Armee inklusive fünf PIRANHA-Radschützenpanzer mit deren Bordwaffen ihren Dienst im Camp Casablanca in Suva Reka beginnen. Eine Schweizer Expeditionsstreitkraft im Kosovo? Nein. Vielmehr handelt es sich um das erste Kontingent der SWISSCOY, das seine Dienstzeit nach den Bestimmungen des abgeänderten Militärgesetzes vom 1. September 2001 leisten wird.

Das Militärgesetz sollte mit dieser Abstimmung neue Möglichkeiten in der internationalen Zusammenarbeit der Schweizer Armee eröffnen. Einerseits ging es um die Erweiterung der Zusammenarbeit in der Ausbildung, andererseits sollte eine Bewaffnung der schweizerischen Kontingente bei Auslandseinsätzen möglich werden. Gegen diese Teilrevision des Militärgesetzes wurde von linker wie auch von rechter Seite das Referendum ergriffen. In einem sehr emotional geführten Abstimmungskampf wurden anhand der Vorlage viele altbekannte und wenig neue Ansichten zur schweizerischen Sicherheitspolitik thematisiert. Die Armee soll zwar anerkannterweise den internationalen Standards genügen, doch eine Zusammenarbeit mit anderen Staaten um diese Standards zu erreichen oder das Ausbildungsniveau zu testen soll nicht möglich sein. Abstimmungen zur Sicherheitspolitik erregen immer wieder die Gemüter, sind doch gerade die Sicherheitspolitik und die Armee mit vielen Idealen behaftet, welche die Identifizierung vieler Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Land stark fördern. Auf der anderen Seite argumentieren pazifistische Kreise grundsätzlich gegen alles was mit Landesverteidigung im weitesten Sinne zu tun hat und tragen von ihrer Seite her zu einem turbulenten Geschehen während solcher Wahlkämpfe bei. Diese Arbeit widmet sich der Beantwortung folgender Frage: Welche Bedeutung hat die Teilrevision des Militärgesetzes für die schweizerische Teilnahme an einer Peace Support Operation? Diese Fragestellung wird in folgende Teilaspekte zerlegt: In welchem Umfeld finden friedenserhaltende Missionen heute statt? Unter welchen Rahmenbedingungen kam der erste schweizerische Beitrag im Kosovo zustande? Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich für die Schweiz nach der Annahme der Teilrevision des Militärgesetzes.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Peace Support Operations: Das Umfeld für einen schweizerischen Beitrag im Kosovo

1.1 Begriffe

1.2 Die Geschichte der Peace Support Operations

1.3 Das KFOR-Mandat

1.4 Bewaffnung als Voraussetzung für PSO – Internationale Standards

2 Der Einsatz der SWISSCOY vor der Revision des Militärgesetzes

2.1 Die Rahmenbedingungen für schweizerische PSO vor 2001

2.2 Die schweizerische Lösung: Ein unbefriedigender Kompromiss

3 Die neuen Möglichkeiten nach der Revision des Militärgesetzes

3.1 Das revidierte Militärgesetz

3.2 Die neuen Möglichkeiten

3.3 Würdigung der neuen Situation

Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Teilrevision des Militärgesetzes für die schweizerische Teilnahme an internationalen Peace Support Operations (PSO). Ziel ist es, den historischen und sicherheitspolitischen Kontext der schweizerischen Auslandeinsätze zu analysieren und aufzuzeigen, wie die rechtlichen Anpassungen die Möglichkeiten und die Wirksamkeit des Schweizer Kontingents im Kosovo verändern.

  • Historische Entwicklung und Einordnung von Peace Support Operations
  • Analyse der Rahmenbedingungen für die Schweizer Armee vor der Gesetzesrevision
  • Bewertung des Mandats der KFOR und internationaler Standards
  • Untersuchung des revidierten Militärgesetzes und der neuen Einsatzmöglichkeiten für die SWISSCOY
  • Diskussion der sicherheitspolitischen Auswirkungen und der Rolle der Neutralität

Auszug aus dem Buch

1.4 Bewaffnung als Voraussetzung für PSO – Internationale Standards

Die Bedrohungslage für Peacekeeper hat sich also in den vergangenen Jahren verändert. Bei der täglichen Arbeit haben die Blauhelme – wie auch die zivilen Helfer – einer Vielzahl von Gefahren zu begegnen. Soldaten sind sich gewöhnt, einer genau definierten Gefahr (dem Feind) in einem Gefecht mit aller Waffengewalt zu begegnen. Diese Aktion hat zum Ziel die Gefahr zu eliminieren, also den Feind mindestens zurückzudrängen. In PSO beginnt das Problem bereits bei der Erkennung der Gefahr. In immer stärkerem Masse sind Kriminalität, Mafia-Ähnliche Organisationen, Minen, die Ablehnung durch Teile der Zivilbevölkerung oder schon allein der Strassenverkehr ernst zu nehmende Bedrohungen für die Angehörigen der Armee.

All diesen Gefahren muss mehr mit den Mitteln einer Polizei und weniger mit denjenigen einer Militärstreitmacht begegnet werden. Ein Polizist als exekutive Kraft der Staatsgewalt muss nach unserem rechtsstaatlichen Verständnis mindestens die Prinzipien der Gesetzmässigkeit und der Verhältnismässigkeit befolgen. Jede seiner Handlungen muss also erstens eine gesetzliche Grundlage haben und zweitens darf er nur dasjenige Mittel einsetzen, das zur Erfüllung seines Auftrages notwendig ist, aber am wenigsten stark in die Rechte des betroffenen Bürgers eingreift. Soldaten sind solche Überlegungen zum Beispiel im Bereich des Schusswaffengebrauchs naturgemäss fremd. Trotzdem müssen sie im Einsatz als Peacekeeper diese Überlegungen machen, was ein Umdenken auf jeder Stufe und eine Anpassung von Doktrin und Ausbildung für solche Einsätze erfordert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der SWISSCOY im Kosovo und die Bedeutung der Militärgesetz-Teilrevision für die Schweizer Armee.

1 Peace Support Operations: Das Umfeld für einen schweizerischen Beitrag im Kosovo: Klärung grundlegender Begriffe, der Geschichte von Friedensoperationen und der internationalen Rahmenbedingungen am Beispiel des KFOR-Mandats.

2 Der Einsatz der SWISSCOY vor der Revision des Militärgesetzes: Analyse der restriktiven Rahmenbedingungen und des unbefriedigenden Status quo schweizerischer Auslandseinsätze bis zum Jahr 2001.

3 Die neuen Möglichkeiten nach der Revision des Militärgesetzes: Untersuchung der gesetzlichen Änderungen durch Artikel 66, die neue Bewaffnung und die daraus resultierenden erweiterten Einsatzmöglichkeiten.

Schlussfolgerungen: Fazit zum Nutzen von Echtzeiteinsätzen für die Schweizer Armee und die Bedeutung der internationalen Öffnung unter Wahrung der Neutralität.

Schlüsselwörter

Peace Support Operations, SWISSCOY, Militärgesetz, Schweiz, Neutralität, KFOR, Friedensförderung, Auslandseinsatz, Sicherheitspolitik, Armee XXI, Bewaffnung, Interoperabilität, UNO, Mandat, Kosovo.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitische und rechtliche Lage der Schweizer Armee im Kontext ihrer Auslandseinsätze (Peace Support Operations), speziell im Hinblick auf das Kosovo-Kontingent SWISSCOY.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Friedensoperationen, die rechtlichen Voraussetzungen nach dem Schweizer Militärgesetz, die Herausforderungen der Neutralität sowie die notwendige Ausbildung für internationale Einsätze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie die Teilrevision des Militärgesetzes im Jahr 2001 die Handlungsfähigkeit und die internationale Anerkennung der Schweiz bei Peace Support Operations konkret verbessert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung offizieller Grundlagendokumente der UNO, NATO und der Schweizer Bundesverwaltung sowie ergänzender Fachliteratur und sicherheitspolitischer Berichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der internationalen Standards, den Status quo vor der Gesetzesrevision und die neuen Möglichkeiten sowie praktischen Konsequenzen der Teilrevision für das Kontingent.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Peace Support Operations (PSO), SWISSCOY, Militärgesetz-Teilrevision, Neutralität und Interoperabilität.

Warum war der SWISSCOY-Einsatz vor 2001 für Partnerarmeen problematisch?

Aufgrund fehlender Bewaffnung und restriktiver gesetzlicher Vorgaben wurden die Schweizer Soldaten von anderen Kontingenten oft nicht als vollwertige, integrierbare Partner wahrgenommen, was zu Spannungen bei der gemeinsamen Auftragserfüllung führte.

Welche Rolle spielt die Neutralität in der Argumentation des Autors?

Der Autor argumentiert, dass eine aktive Teilnahme an Friedensoperationen nicht im Widerspruch zur Neutralität steht, sondern für einen Staat mit humanitärer Tradition sogar eine Verpflichtung darstellt, um international glaubwürdig zu bleiben.

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Details

Title
Die Bedeutung der Teilrevision des Militärgesetzes für die Schweizer Teilnahme an Peace Support Operations
College
Swiss Federal Institute of Technology Zurich  (Departement für Geistes-, Sozial- und Staatswisswenschaften)
Course
Proseminar für Berufsoffiziere
Grade
6 = hervorragend, Höchstnote C
Author
Dominik Winter (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V6225
ISBN (eBook)
9783638138499
Language
German
Tags
Bedeutung Teilrevision Militärgesetzes Schweizer Teilnahme Peace Support Operations Proseminar Berufsoffiziere
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Winter (Author), 2002, Die Bedeutung der Teilrevision des Militärgesetzes für die Schweizer Teilnahme an Peace Support Operations, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6225
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