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Der Menschensohn: Eine Auseinandersetzung mit dem Titel und dem Selbstverständnis Jesu

Title: Der Menschensohn: Eine Auseinandersetzung mit dem Titel und dem Selbstverständnis Jesu

Term Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Marcus Weber (Author)

Theology - Biblical Theology
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Der Titel "Menschensohn" wird in der neutestamentlichen Forschung übereinstimmend als einer der wichtigsten christologischen Begriffe angesehen. Allerdings herrscht unter den deutschen Exegeten Uneinigkeit darüber, mit welchem Inhalt der Begriff zu füllen ist und ob er als Hoheitstitel dem Sprachgebrauch des historischen Jesus zugewiesen werden kann. In der vorliegenden Arbeit sollen die Bedeutung, der Inhalt und die Wesensmerkmale des Menschensohnbegriffs untersucht werden. Dazu soll zunächst der Gebrauch des Titels im Neuen Testament untersucht werden. In welchen neutestamentlichen Schriften taucht der Titel überhaupt auf? Gibt es unter diesen Schriften, in denen er besonders häufig verwendet wird? Darüber hinaus ist nach der Verwendung des Titels im Alten Testament zu fragen. Sind für den Menschensohntitel der Ursprung oder zumindest Anklänge im Alten Testament auszumachen? Diese Überlegung leitet weiter zur Frage nach dem Auftreten des Titels in der apokalyptischen Literatur des Judentums zu hellenistischrömischer Zeit. Sind auf diesem Weg die Herkunft des Titels und seine neutestamentliche Verwendung bedacht worden, so kann sich die Frage nach dem Selbstverständnis Jesu anschließen. Zeigt uns der Titel 'Menschensohn' etwas über das Selbstverständnis Jesu? Und - wenn er das tut - was ist das Besondere dieses Titels? Bei diesen Überlegungen sollen unterschiedliche Positionen der neutestamentlichen Wissenschaft zur Sprache kommen und reflektiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Der biblische Befund

1.1 Der Gebrauch des Titels im Neuen Testament

1.2 Der alttestamentliche Hintergrund

1.3 Der Menschensohn in den Nachtgesichten des Daniel

2. Menschensohnerwartungen im Judentum zu hellenistisch-römischer Zeit

2.1 Der Mensch aus der Esra-Apokalypse

2.2 Der Menschensohn im Buch Henoch

2.3 Der Menschensohn: Ein Titel in der jüdischen Apokalyptik?

3. Jesus der Menschensohn

3.1 Eine sprachliche Beobachtung: Der υιος του αθρώπου

3.2 Jesus der Menschensohn: Der Sprachgebrauch beim historischen Jesus

3.3 Jesus der Menschensohn: Die Deutung des Menschensohntitels

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung, den Inhalt und die Wesensmerkmale des Menschensohnbegriffs, um zu klären, inwieweit Jesus diesen als christologischen Hoheitstitel auf sich selbst bezog.

  • Analyse des neutestamentlichen und alttestamentlichen Gebrauchs des Titels
  • Untersuchung der jüdischen Menschensohnerwartungen in hellenistisch-römischer Zeit
  • Philologische Betrachtung der aramäischen Wurzeln
  • Reflexion des historischen Selbstverständnisses Jesu
  • Vergleich exegetischer Positionen zur Messianität Jesu

Auszug aus dem Buch

1.3 Der Menschensohn in den Nachtgesichten des Daniel

Dem Seher Daniel wird in seiner ersten Vision (Dan 7,2-14) ein Bild der Zukunft enthüllt. Mit Hilfe der apokalyptischen Bildersprache gibt Daniel weiter, was er gesehen hat. Die Zukunft zerfällt in zwei große Zeitabschnitte: Die Zeit der Schreckensherrschaften (Dan 7,2-8) und die Zeit der Friedensherrschaft, die allerdings mit einem Gericht beginnt (Dan 7,9-14).

Die Schreckensherrschaften werden durch vier Raubtiere charakterisiert: Ein geflügelter Löwe (Dan 7,4), ein Bär (Dan 7,5), ein geflügelter, vierköpfiger Panther (Dan 7,6) und ein Untier (Dan 7,7). Angesichts des vierten Tieres versagt die bisher verwendete Bildersprache zum Teil: Das Untier kann nicht mehr nur in Anlehnung an Gestalten aus dem Tierreich beschrieben werden ("eiserne Zähne", Dan 7,7). Die Beschreibung der Gestalt des Tieres ist nur noch eingeschränkt möglich; an die Stelle der Beschreibung treten die Bewertung des Tieres ("furchtbar und schrecklich und sehr stark", Dan 7,7) und die Aufzählung seiner Untaten ("fraß um sich und zermalmte, und was übrig blieb, zertrat es mit den Füßen", Dan 7,7). Die vier Tiere steigen aus dem Meer herauf (Dan 7,3). Sie entstammen also der Urflut, die den bedrohlichen Bereich des Chaos rund um Gottes gute Schöpfungsordnung darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Forschungsfrage nach der Bedeutung des Menschensohnbegriffs und dessen Anwendbarkeit auf das Selbstverständnis des historischen Jesus.

1. Der biblische Befund: Dieses Kapitel verortet das Auftreten des Titels im Neuen Testament und sucht nach alttestamentlichen Vorläufern, insbesondere in den Visionen des Buches Daniel.

2. Menschensohnerwartungen im Judentum zu hellenistisch-römischer Zeit: Hier wird analysiert, wie apokalyptische Schriften wie die Esra-Apokalypse und das Henochbuch das Konzept einer endzeitlichen Erlösergestalt prägten.

3. Jesus der Menschensohn: Das Hauptkapitel diskutiert sprachliche Grundlagen sowie exegetische Kontroversen über Jesu Selbstbezeichnung und die Deutung des Titels als Ausdruck seines Sendungsbewusstseins.

Schlüsselwörter

Menschensohn, Christus, Hoheitstitel, historischer Jesus, Judentum, Apokalyptik, alttestamentlicher Hintergrund, Selbstverständnis, Eschatologie, Gottesknecht, Stellvertretung, Exegese, Messianität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Menschensohntitel in seiner historischen Entwicklung vom Alten Testament über die jüdische Apokalyptik bis hin zum neutestamentlichen Befund und seiner Bedeutung für das Selbstverständnis Jesu.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die biblische Exegese, die intertestamentarische Literatur, die philologische Analyse aramäischer Sprachwendungen sowie die christologische Reflexion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Jesus den Menschensohnbegriff als expliziten Hoheitstitel verstand und wie dies sein messianisches Sendungsbewusstsein widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-kritische Analyse angewandt, die exegetische Positionen bekannter Forscher wie O. Cullmann, G. Theißen und A. Merz gegenüberstellt und reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Sprachgeschichte (bar-nascha), der Diskussion um den historischen Sprachgebrauch Jesu sowie der theologischen Deutung des Titels in Bezug auf Leiden und Dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Menschensohn, Apokalyptik, Messianität, Sendungsbewusstsein und stellvertretendes Leiden bestimmt.

Welche Rolle spielen die "Nachtgesichte des Daniel" für die Argumentation?

Sie dienen als entscheidender Hintergrund, da sie die Bildersprache einer endzeitlichen Herrschergestalt einführen, die sowohl menschliche als auch hoheitliche Züge trägt.

Wie unterscheidet der Autor zwischen dem "Mensch"-Verständnis und einem "Titel"?

Der Autor unterscheidet zwischen einem generischen Gebrauch (Mensch als Gattungsbegriff im Alten Testament) und einer titular-hoheitlichen Verwendung in der späteren apokalyptischen Tradition.

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Details

Title
Der Menschensohn: Eine Auseinandersetzung mit dem Titel und dem Selbstverständnis Jesu
College
Bielefeld University
Course
Seminar christologische Hoheitstitel
Grade
1.0
Author
Marcus Weber (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V62301
ISBN (eBook)
9783638555678
ISBN (Book)
9783656806875
Language
German
Tags
Menschensohn Eine Auseinandersetzung Titel Selbstverständnis Jesu Seminar Hoheitstitel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Weber (Author), 2002, Der Menschensohn: Eine Auseinandersetzung mit dem Titel und dem Selbstverständnis Jesu, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62301
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