Jugendliche und Medien - Konsum und Auswirkung von Film und Fernsehen


Hausarbeit, 2001
32 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Jugendliche – Gestern und Heute
1.1 Aufwachsen im Medienzeitalter
1.2 Identität(sprobleme)?

2. Medien – Schädigung oder Bildung?
2.1 Fernsehen/ Video
2.2. Videospiele
2.3. Kin

3. Medien – Flucht vor der Wirklichkeit?

4. Medien und Gewalt

5. Medien – Sinnbild für das 21. Jahrhundert?

6. Zusammenfassung...Fazit...Anfang?

7. Quellen

Einleitung

Eine Hausarbeit über das Thema „Jugendliche und Medien“ zu schreiben, stellte sich als größere Herausforderung heraus, als ich ursprünglich dachte. Nach dem Lesen einiger Literatur, die ich zum Teil nach den ersten Seiten gleich aussortierte und auf den Stapel „nicht brauchbar“ legte, wurde mir allmählich klar, wie umfangreich dieses Thema ist.

So stand ich vor der schwierigen Aufgabe, mich zu entscheiden, welche Themen mir wichtig sind und welche eher nicht. Mit der Zeit und nach einigen Stunden lesen, kristallisierte sich heraus, dass ich gar nicht die Medien im Einzelnen, sondern vielmehr ihre Wirkung im Ganzen aufzeigen möchte.

Natürlich darf die Unterschiedlichkeit der Medien nicht vergessen werden und ich werde auch auf einige eingehen, die mir mit am geläufigsten erscheinen, aber der Grund des Konsums, Art, Dauer und die Auswirkung der Medien auf Jugendliche schienen mir ungleich spannender.

Deshalb geht es in dieser Arbeit mehr um das „Warum“ und die eventuellen Folgen, welche die Benutzung von Medien auf Jugendliche haben.

In die Betrachtung mit einbezogen habe ich Fernsehen/ Video, Videospiele und das Kino. Computer, Handy, etc. habe ich bewusst nicht berücksichtigt, da ich denke, allein diese Medien erfordern sehr gründliche Nachforschung und sind in ihrer Art von Fernsehen etc. zu unterscheiden.

Nach einiger Lektüre stellt sich heraus, dass das Werk von Heinz Moser „Einführung in die Medienpädagogik – Aufwachsen im Medienzeitalter“ so umfassend war, dass es andere von mir gelesene Bücher voll ersetzte. Ich halte es für ein Buch, dass eine gute Einführung in das Thema gewähr-leistet. Deshalb habe ich seine Ausführungen an vielen Stellen berück-sichtigt.

1. Jugendliche – Gestern und Heute

Die Zeiten haben sich geändert. Ein Spruch, so alt wie die Welt. Und immer ist er wahr, denn tatsächlich ändert sich die Gesellschaft und mit ihr bzw. durch sie, die Technik, die Medien.

Früher – und wir brauchen nur 50 Jahre zurückdenken, waren die geläufigen Medien noch Zeitung, Radio und Kino. Fernseher gab es nur vereinzelt in betuchteren Familien.

Mit welcher Umgebung waren die Jugendlichen damals also konfrontiert? Der Familie, den Freunden, der Schule und leider in einigen Familien mit dem wirtschaftlichen Überleben. Die Eltern haben sich mit ihren Kindern beschäftigt und umgekehrt, Gesellschaftsspiele waren an der Tagesordnung und das Spielen im Freien Alltag.

Natürlich ist nicht jeder Jugendliche so aufgewachsen, aber auf den Großteil trifft das sicher zu.

Heute kämpfen viele Familien auch noch um das Überleben. Zum Einen immer noch oder wieder wirtschaftlich und zum anderen persönlich. So sind viele Jugendliche den ganzen Tag alleine daheim, da beide Eltern arbeiten (müssen oder wollen). Sie sind oft sich selbst überlassen, es ist niemand da, den man mal kurz etwas fragen oder dem etwas erzählt werden könnte. Viele Eltern sind oft so sehr mit sich und ihren Problemen beschäftigt, dass die Kinder oft zu kurz kommen.

Aber das war doch früher genauso! Oder?

Was hat sich geändert?

Wie werden Jugendliche heute erwachsen?

1.1. Aufwachsen im Medienzeitalter

Jugendliche wachsen heute umgeben von Medien auf, die schon seit ihrer frühesten Kindheit Teil ihres Lebens sind. Sie haben ein Verständnis von Technik, über die ihre Eltern oft unverständlich den Kopf schütteln.

Einerseits wachsen die Jugendlichen mit Medien auf und werden schon als kleines Kind z. B. vor den Fernseher gesetzt, damit die Eltern ihre Ruhe haben, andererseits schreien die Pädagogen, wie schädlich der Einfluss der Medien auf die Kinder und Jugendlichen sei. Allerdings schreien sie schon solange, wie es sie gibt, denn schon Jean Jacques Rousseau verdeutlichte in seinem „Emil“ die Ansicht, Bücher seien das größte Unglück, die Geisel der Kindheit und das war im Jahre 1762 ( Moser 2000: 9; zit. nach Rousseau 1963: 100).

Aber die heutige Technik im allgemeinen und die Medien im Besonderen existieren nun einmal und sie wurden genau zu der Zeit erfunden, in der ein Mensch bereit war, sie zu entdecken. Das heißt leider nicht, dass wir damit von Anfang an wussten, wie diese verantwortungsvoll einzusetzen wären.

Die heutigen Jugendlichen aber, sind vom Anfang ihres Lebens mit unseren heutigen Medien umgeben und lernen somit auch gleich den Umgang damit.

Nicht? Jetzt gilt es zu differenzieren.

Heinz Moser vermutet, dass die Eltern mit der Kompetenz ihrer Kinder in Sachen Medien nicht zu vergleichen wären, da sie nicht in einer von elektronischen Medien umgebenen Gesellschaft aufgewachsen wären (Moser 2000: 27). Das würde bedeuten, Eltern und Kinder hätten allein schon durch die Medien ein nicht kleines Verständigungsproblem, welches sie miteinander zu bewältigen haben.

Jugendliche sind, so Heinz Moser weiter, in der heutigen Gesellschaft zu kompetenten Medienprofis geworden. Dabei liege die Konzentration nicht nur, wie man meinen könne, im Konsum von Fernsehen, sondern auch in der Nutzung von Videotheken, Spielhallen, Discos, CD-Läden und natürlich dem Kino. Je mehr Jugendliche aus den Familien herauswachsen würden, desto mehr nähmen sie solche Angebote wahr (Moser 2000: 129).

In welcher Zeit wachsen die Jugendlichen denn heutzutage auf? Immer weniger Nestwärme durch den Zerfall vieler Familien, ihnen wird kaum noch von frühester Kindheit an beigebracht, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und jeder hat zu funktionieren, alles ist sehr schnelllebig und die Welt ist durch die Medien „kleiner“ geworden.

Ist das wirklich so? Zum Teil bestimmt aber sind die Medien „die Schuldigen“ oder geht es wieder nur um die Frage der richtigen Nutzung?

Bernd Schorb führt einige wichtige Aspekte diesbezüglich unter dem Punkt der Integrations- und Meinungsbildungsfunktion aus. Er weist darauf hin, dass durch das immer stärkere Wegfallen von Familie, Verein und Gemein-schaft auch jene Orte und Beziehungen nicht mehr gegeben seien, an denen Jugendliche lernen konnten, ihre Meinung zu bilden und sich in eine Gruppe zu integrieren. Früher sei diese Funktion der Massenmedien nicht so stark gewesen, da, je stärker die Gemeinschaftsbande von Familie, Verein etc. und damit die Sozialisationskraft sei, die dort vorherrschenden Einstellungen, Normen und Werte mehr Einfluss hätten. Die Gleichaltrigen seien zwar immer noch entscheidend für die eigene Meinungsbildung, aber andere wichtige Bezugsgruppen seien weggefallen (Schorb 1995:88).

So versuchen die Jugendlichen, ihre so nötigen Wertvorstellungen und Ansichten über sich selbst und die Gesellschaft über die Medien zu beziehen. Je mehr die Jugendlichen also ihren „Input“ von Familie, Freunden oder sonstigen Gemeinschaften erhalten, desto weniger Einfluss haben die Medien auf sie, desto weniger werden die Medien als Integrations- und Meinungsbildungsfunktion gebraucht.

Abschließend möchte ich noch einmal Heinz Moser zu Wort kommen lassen, der mit folgenden Worten verdeutlicht, dass jeder Aspekt, jede Meinung und jedes Ereignis zwei Seiten hat. „Es ist nicht selten, dass Isolation und Passivität dem hohen Fernsehkonsum angelastet werden, während es vielleicht umgekehrt Isolation und Passivität sind, welche erst den Konsum verursachen“ (Moser 2000: 119).

1.2. Identität(sprobleme)?

Ein weiteres großes Thema der nach Hilfe schreienden und vor den Medien warnenden Eltern und Pädagogen ist die anscheinende (oder scheinbare?) Identifikation mit den in den Medien vermittelten Inhalten.

Wie kommt es zu so einer Problematik?

Gibt es überhaupt eine?

Und wenn ja, was ist die Ursache?

Und was ließe sich ändern?

Heinz Moser schreibt in seinem Buch „Einführung in die Medienpädagogik“, dass die äußere Autorität der Eltern abgenommen habe und den Kindern viel mehr als früher eine eigene Meinung zugebilligt würde. Dadurch seien die Eltern nicht mehr ein selbstverständliches Vorbild und die Jugendlichen würden in den Medien Modelle suchen, um Normen und Wertmaßstäbe zu vergleichen (Moser 2000: 79).

Der zunehmende Wegfall der Eltern als Vorbild hängt sicher auch mit der extrem anderen Lebensweise zusammen, mit der die Eltern als Jugendliche konfrontiert waren. Verständnis für den jeweils anderen Generationenpart aufzubringen, fällt sicher oft schwer. Für die Eltern, deren Kinder sich nur noch sehr wenig sagen lassen genauso, wie für die Jugendlichen, die sich von Eltern umgeben sehen, welche ihre Lebenssituation nur teilweise nach-

empfinden können. Wie sollten sie auch, war doch der Unterschied zu ihren Eltern ein viel kleinerer, was die Medien angeht.

Die Frage ist nur, ob die Jugendlichen durch die Medien nicht eher von ihren so dringend benötigten Eltern weggetrieben werden, da „akzeptiert sein wollen“ an erster Stelle steht und die Eltern oft nicht gerade das verkörpern, was in den Medien als „hipp“, „in“ oder „cool“ beschrieben wird.

Dazu möchte ich auf die von Heinz Moser beschriebenen Identifikationsan-

gebote der Daily Soaps und Talkshows sowie auf die Werbung mit Stars eingehen, von denen er schreibt, dass die Jugendlichen Elemente in die eigene Identität übertragen könnten. So sei es im täglichen Leben oft schwierig zu wissen, was einem „eigentlich“ entspräche und was von außenstehenden Modellen und Idolen übernommen wurde (Moser 2000: 24).

Ich denke, dass von dieser Problematik nicht nur die Jugendlichen betroffen sind. Wie viel schwerer aber fällt es dann Jugendlichen, die sich erst noch finden müssen, wenn selbst Erwachsene sich dieser Identifikations- möglichkeit nicht entziehen können. Wenn auch die meisten Menschen sich dessen sicher nicht bewusst sind oder es kaum zugeben würden.

Jugendlichen wird auf vielfältigste Art und Weise in dieser Gesellschaft zu verstehen gegeben, wie sie sein sollen. Ob es die Eltern, die Oma, die Lehrer, die Freunde, der Hollywood-Star oder die Comic-Figur ist, jeder bietet (bestenfalls) und fordert (schlimmstenfalls) diese oder jene Verhaltensweise, um als gutes Kind, braver Enkel, super Schüler oder cooler Freund dazustehen.

Selbstverständlich fordert jeder dieser Personen – außer natürlich dem Star und der Comic-Figur – einen anderen Teil der Identität des Jugendlichen zu sehen und das ist auch ganz natürlich. Schwierig wird es dann, wenn junge Menschen diese oder jene Verhaltensweisen oder –muster von in den Medien verherrlichten Personen übernehmen, obwohl diese mit ihrer persönlichen Eigenart nichts zu tun haben.

Heinz Moser spricht in diesem Zusammenhang von einer Patchwork-Identität, d. h. Jugendlichen erscheine eine instabile Balance des zwischen den eigenen Forderungen und der Umwelt vermittelnden Ichs in vielen Situationen angemessener als ein starres und stabiles Gleichgewicht, das auf die Umwelt erst dann reagiere, wenn die Katastrophe schon vorprogrammiert sei. Es sei eine Identität, die schnell auf verschiedene widersprüchliche Rollenerwartungen reagieren müsse (Moser 2000: 109).

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Jugendliche und Medien - Konsum und Auswirkung von Film und Fernsehen
Hochschule
Fachhochschule Mannheim, Hochschule für Sozialwesen
Veranstaltung
Medienpolitik und Organisation der Massenmedien in der BRD und in der Europäischen Union
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
32
Katalognummer
V62316
ISBN (eBook)
9783638555807
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendliche, Medien, Konsum, Auswirkung, Film, Fernsehen, Medienpolitik, Organisation, Massenmedien, Europäischen, Union
Arbeit zitieren
Silke Stabenow (Autor), 2001, Jugendliche und Medien - Konsum und Auswirkung von Film und Fernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62316

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