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Tristanstoff vs. Artusstoff

Title: Tristanstoff vs. Artusstoff

Term Paper , 2006 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Runkel (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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In dieser Arbeit geht es vornehmlich um die Frage, in welchem Verhältnis der Tristan- und der Artusstoff zueinander stehen. Sind es gegensätzliche, miteinander konkurrierende oder miteinander zu vereinbarende, nebeneinander stehende Stoffe?
Wenn ich vom Tristanstoff gesprochen habe, dann meine ich diesen in der Verarbeitung durch Gottfried von Straßburg, teilweise auch durch Thomas. Das gilt gleichermaßen für den Artusstoff, da ich hier hauptsächlich auf Chrétien de Troyes referieren möchte. Er ist der berühmteste Autor, der dem Tristanstoff sehr kritisch gegenüberstand.
Dass es ein Verhältnis der Konkurrenz zwischen den beiden Stoffen gibt, ist unumstritten. Jedoch gehen die Meinungen in der Forschung spätestens bei der Frage auseinander, wie ausgeprägt diese Konkurrenzrelation ist und auf welcher Ebene sie sich abspielt.
Um eine Lösung für dieses Problem zu finden, möchte ich zunächst die verschiedenen Standpunkte der Forschung darstellen. Danach sollen zwei für unsere Fragestellung wichtige Punkte behandelt werden. Es handelt sich hierbei um die Minnekonzeption im jeweiligen Stoff und ferner um den Raum der Unhöfischkeit, der im Artusroman durch den Bereich des Waldes ausgefüllt wird. Schließlich möchte ich mich noch mit dem Cligès beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die verschiedenen Interpretationen

2.1. Die Konkurrenzbeziehung der Stoffe

2.1.1. Joan M. Ferrante

2.1.2. William C. McDonald

2.1.3. Eckhard Höfner

3. Die Minnekonzeption im jeweiligen Stoff

3.1. Die Minnekonzeption im Artusstoff

3.2. Die Minnekonzeption im Tristanstoff

4. Die Transformation des unhöfischen Bereiches

5. Der Cligès – ein Anti-Tristan?

6. Schluss

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Verhältnis zwischen dem Tristanstoff (Gottfried von Straßburg) und dem Artusstoff (Chrétien de Troyes), insbesondere im Hinblick auf deren Konkurrenzbeziehung, unterschiedliche Minnekonzeptionen und die Darstellung des unhöfischen Raums.

  • Analyse der wissenschaftlichen Forschungsdebatte zum Konkurrenzverhältnis beider Stoffe.
  • Gegenüberstellung der normativen höfischen Liebe im Artusroman und der zwanghaften Minne im Tristanstoff.
  • Untersuchung des "unhöfischen Bereichs" und dessen Transformation, beispielhaft dargestellt an der Minnegrotte.
  • Kritische Prüfung der These des "Cligès" als "Anti-Tristan" im Kontext der höfischen Normendiskussion.
  • Reflexion über die Funktion mittelalterlicher Literatur als Unterhaltungsmedium vs. Werteträger.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Konkurrenzbeziehung der Stoffe:

Zunächst wenden wir uns dem Erec zu. Hier findet man zum ersten Mal bei Chrétien de Troyes eine Anspielung auf den Tristanstoff. Deutlichstes Beispiel ist wohl die Bemerkung anlässlich der Hochzeitsnacht Enides:

„Bei dieser ersten Vereinigung wurde Enide nicht geraubt und keine Brangäne an ihre Stelle gebracht“.

Chrétien setzt an dieser Stelle der Liebe von Isolde und Tristan – welche zwangsläufig zum Ehebruch führen muss - eine Liebe entgegen, die teleologisch in die Ehe überführbar ist.

Somit wird hier der Tristan als Gegensatz zur höfischen Welt empfunden, speziell die Minnekonzeption. Allerdings ist dieser Gegensatz im Erec noch relativ unterentwickelt, eher kommentierend.

Im Cligès tritt die Konkurrenz der beiden Stoffe dann deutlich zutage, weshalb dieser Roman auch häufig als Anti-Tristan bezeichnet wird. Anders als im Erec sind es hier nicht einzelne Textstellen, die negative Anspielungen auf den Tristanstoff enthalten, sondern der Roman orientiert sich inhaltlich an diesem und übernimmt sogar ganze Strukturelemente.

Jedoch werden gerade die Punkte, die im Tristan der höfischen Welt entgegenstehen, so verarbeitet, dass sie scheinbar in das Bild der klassischen, intakten höfischen Welt integrierbar sind. Hierauf soll aber später noch genauer eingegangen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition der Forschungsfrage nach dem Verhältnis von Tristan- und Artusstoff und Eingrenzung auf die Autoren Gottfried von Straßburg und Chrétien de Troyes.

2. Die verschiedenen Interpretationen: Darstellung und kritische Würdigung unterschiedlicher wissenschaftlicher Positionen zur Konkurrenzrelation der beiden Stoffgruppen.

3. Die Minnekonzeption im jeweiligen Stoff: Gegenüberstellung der normativen, auf Beständigkeit und Ehe ausgerichteten Artus-Minne mit der durch den Minnetrank erzwungenen, schicksalhaften Tristan-Minne.

4. Die Transformation des unhöfischen Bereiches: Analyse der semantischen Umdeutung des Waldes bzw. der Minnegrotte als Ort, der trotz seiner Unhöfischkeit Raum für die Liebe bietet.

5. Der Cligès – ein Anti-Tristan?: Kritische Hinterfragung der These, dass der Cligès den Tristanstoff polemisch als "Anti-Tristan" dekonstruiert, unter Einbezug struktureller Parallelen.

6. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse und Fazit, dass zwischen den Stoffen sowohl ein Konkurrenzverhältnis als auch eine komplexe Verflechtung im Sinne eines literarischen Spiels besteht.

7. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Textausgaben und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Tristanstoff, Artusstoff, Gottfried von Straßburg, Chrétien de Troyes, Minnekonzeption, Konkurrenzbeziehung, Cligès, Anti-Tristan, höfische Gesellschaft, Minnegrotte, Literaturspiel, Ehebruch, unhöfischer Bereich, Normendiskussion, mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das gegenseitige Verhältnis zwischen dem Tristan- und dem Artusstoff in der mittelalterlichen Literatur, insbesondere bei den Autoren Gottfried von Straßburg und Chrétien de Troyes.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die unterschiedlichen Konzepte von Minne, die Interpretation des "unhöfischen Raums" sowie die Frage nach der literarischen Funktion der Texte als Normen- oder Unterhaltungsmedium.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob die Stoffe als gegensätzlich und konkurrierend oder als vereinbar zu betrachten sind, unter besonderer Berücksichtigung der "Anti-Tristan"-These.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf dem Vergleich von Textpassagen, der Auswertung bestehender Forschungsmeinungen und der Untersuchung von Erzählstrukturen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion der Interpretationsansätze, die Differenzierung der Minnekonzeptionen sowie die Untersuchung von Transformationsprozessen in unhöfischen Bereichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Tristanstoff, Artusstoff, Minnekonzeption, Konkurrenzbeziehung, Cligès, höfische Gesellschaft und Literaturspiel.

Warum wird der "Cligès" häufig als "Anti-Tristan" bezeichnet?

Die Forschung nennt ihn so, weil er sich inhaltlich an Tristan-Motiven orientiert, diese jedoch so transformiert, dass sie scheinbar in die höfische Welt integrierbar sind, um ein Gegenmodell zur "falschen" Liebe Tristans zu bieten.

Welche Funktion hat die Minnegrotte im Vergleich zum Wald im Artusroman?

Während der Wald im Artusroman als Ort der Entbehrung und Unhöfischkeit gilt, wird die Minnegrotte bei Gottfried von Straßburg zu einem Ort transformiert, an dem die Liebe fernab der Normen Freude ermöglicht.

Zu welchem Ergebnis kommt der Autor bezüglich des Konkurrenzverhältnisses?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Stoffe in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen, dieses jedoch nicht auf eine einfache Entgegensetzung reduziert werden kann, da beide eine komplexe literarische Vermischung von Unterhaltung und Normdiskurs darstellen.

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Details

Title
Tristanstoff vs. Artusstoff
College
University of Constance  (Fachbereich Literaturwissenschaft)
Course
Der 'Tristan' Gottfrieds von Straßburg
Grade
2,0
Author
Sebastian Runkel (Author)
Publication Year
2006
Pages
14
Catalog Number
V62326
ISBN (eBook)
9783638555906
ISBN (Book)
9783638863612
Language
German
Tags
Tristanstoff Artusstoff Gottfrieds Straßburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Runkel (Author), 2006, Tristanstoff vs. Artusstoff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62326
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