Unterrichtsstunde: Leichtathletik - Einführung des Dreisprungs (13. Klasse, Leistungskurs)


Unterrichtsentwurf, 2006
13 Seiten, Note: 13

Leseprobe

1. Lernziele

1.1 Grobziel

Die Schülerinnen und Schüler[1] sollen den Grundrhythmus des Dreisprungs mit anschließender beidbeiniger Landung in Grobform erlernen und durchführen.

1.2 Feinziele

1.2.1 Motorische Lernziele

Die Schüler sollen:

- die Sprungfolge des Dreisprungrhythmus (re-re-li bzw. li-li-re) richtig ausführen,
- die Fußsohle bei den Absprüngen aktiv und greifend aufsetzen,
- jeweils eine vollständige Absprungstreckung bis in die Zehenspitzen vornehmen,
- bei allen drei Teilsprüngen eine aufrechte Oberkörperhaltung einnehmen,
- das Schwungbein jeweils bis in die Waagerechte anziehen,
- die ersten beiden Teilsprünge (Hop, Step) flach und weit und den letzten Teilsprung (Jump) etwas höher und weit gestalten,
- die koordinativen Fähigkeiten (Kopplungs-, Rhythmisierungs- und Orientierungsfähigkeit) und die konditionellen Fähigkeiten verbessern (langfristiges Ziel).

1.2.2 Kognitive Lernziele

Die Schüler sollen:

- die zentralen Bewegungsmerkmale des Dreisprungs erkennen, beschreiben und erklären (vgl. fachwissenschaftliche Bemerkungen),
- die Schwierigkeit und Hauptproblematik des Dreisprungs nennen und begründen,
- die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Weitsprung aufführen,
- Fehler in der Technik erkennen und verbessern,
- ihre Fähigkeit der Bewegungsbeobachtung erweitern.

1.2.3 Sozial-affektive Lernziele

Die Schüler sollen:

- in Anlehnung an das Konzept der Handlungsfähigkeit im Sport nach Kurz[2] 1992 langfristig zu außerschulischem Sporttreiben animiert werden,
- selbständig und verantwortungsbewusst üben, sich gegenseitig helfen und aufeinander Rücksicht nehmen,
- Freude am Dreisprung entwickeln.

2. Bemerkungen zum Kurs

2.1 Eigene Tätigkeit

Der Leistungskurs Sport der Jahrgangsstufe 13 ist mir schon aus dem vorangegangen Schulhalbjahr bekannt, wo ich in diesem Kurs zunächst einige Stunden hospitiert und unter anderem eine Stunde zum Thema „Kugelstoßen“ unterrichtet habe. Seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 unterrichte ich den Kurs zwei Stunden pro Woche selbst. Da Frau … aufgrund einer Klassenfahrt in den letzten zwei Wochen verhindert war, habe ich die Vertretung für fünf Stunden in jeder Woche übernommen. Die Lehrprobenstunde ist die insgesamt neunte Stunde die ich in diesem Kurs unterrichte.

2.2 Bild des Kurses

Der Leistungskurs besteht aus sieben Schülerinnen und neun Schülern im Alter von 17 bis 18 Jahren. Der Kurs erweist sich insgesamt als heterogen, sowohl in Bezug auf das Leistungsvermögen als auch hinsichtlich der koordinativen Fähigkeiten. Dabei kommt es auch innerhalb der Geschlechtergruppen zu deutlichen Unterschieden. Dies hat allerdings auf die Lehrprobenstunde keine Auswirkungen und wird im Folgenden nicht weiter berücksichtigt. Das Leistungsniveau im Weitsprung ist für einen Leistungskurs Sport für den Großteil des Kurses gerade noch durchschnittlich. In dem Kurs gibt es keine aktiven Vereinsleichtathleten. Der Großteil der Lerngruppe steht den leichtathletischen Disziplinen positiv gegenüber und zeigt eine engagierte Lern- und Leistungsbereitschaft. Hierbei ist eine gute Zusammenarbeit zwischen den Schülern aber auch zwischen Schülern und Lehrkraft zu beobachten. Global- und Individualkorrekturen werden offen angenommen und umgesetzt. Allerdings erweist sich der Kurs in Kognitionsphasen träge, wodurch es zu langatmigen Lehrgesprächen kommen kann. Insgesamt herrscht ein angenehmes Lernklima, wodurch es mir viel Freude bereitet, die Schüler zu unterrichten.

2.3 Stand des Kurses

Mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 beschäftigt sich der Kurs in Hinblick auf das vorgezogene Praxis-Abitur mit den leichtathletischen Disziplinen aus den Bereichen Wurf, Sprung und Lauf. Dabei wurde der Schwerpunkt neben einer Verbesserung der Technik vor allem auf eine Leistungssteigerung gelegt. Die letzte Einheit, die bis zur heutigen Stunde vier Stunden umfasste, stand unter dem Thema „Weitsprung“ und verlief parallel zu den Übungsstunden „Leichtathletik“. Hierbei wurde in der ersten Stunde zum Schrittweitsprung hingeführt, indem die Schüler Steigesprünge mit und ohne Absprunghilfe nach bis zu neun Anlaufschritten mit unterschiedlichen Landungen (Schwungbein-, Telemark-, Sprungbein- und Beidbeinlandungen) durchführten. In einer anschließenden Theorie-Stunde erfolgte eine gemeinsame Erarbeitung der Einflussgrößen der Weitsprungweite in Form einer Deduktionskette, sowie deren Einflusshöhe auf die jeweiligen Zielgrößen. Dabei wurde der leichtathletische Weitsprung physikalisch als schiefer Wurf charakterisiert. Die darauf folgenden zwei Praxis-Stunden befassten sich schwerpunktmäßig mit der Wiederholung und Verbesserung des Schrittweitsprungs und der Verbesserung der Anlauf-Absprung-Koordination, die mit neun Schritten Anlauf vom Großteil des Kurses erreicht wurde. Die Gesamtkoordination des Schrittweitsprungs wurde lediglich von zwei Schülern realisiert. Die geplanten Methoden, Arbeitsweisen und Organisationsformen sind den Schülern aus vorangegangenen Stunden bekannt.

2.4 Äußere Voraussetzungen

Bei gutem Wetter findet die Lehrprobenstunde im …stadion der Stadt . statt. Für die Durchführung der Stunde stehen zwei Weitsprunganlagen, sechs Tartanbahnen und die Rasenfläche zur Verfügung. Da die Rasenfläche aufgrund von Regen oder Bewässerung des Öfteren nass ist, wird im Sinne der Unfallverhütung (Ausrutschen) auf deren Benutzung verzichtet. Sollte es vor Beginn der Stunde regnen, so wird die Stunde in der Leichtathletik-Halle unterhalb des Stadions stattfinden, wo ähnliche Voraussetzungen vorliegen und die Stunde somit im wesentlichen wie die geplante Stunde im Stadion verlaufen kann (siehe Unterrichtsverlaufsplan B). Für das Sammeln der Schüler und für Kognitionsphasen eignet sich der Platz vor den Weitsprunganlagen, wobei Lehrbildreihen am Zuschauerzaun so befestigt werden können, dass die Schüler die Sonne im Rücken haben und nicht geblendet werden.

3. Fachwissenschaftliche Bemerkungen

Der Dreisprung lässt sich in folgende Phasen gliedern: Anlauf, Hop, Step, Jump und Landung. Die Sprungfolge ist in internationalen Wettkampfbestimmungen festgelegt, wonach die beiden ersten Sprünge mit demselben, der letzte Sprung mit dem noch nicht eingesetzten Bein gesprungen werden müssen. Es ergibt sich der Dreisprungrhythmus re-re-li bzw. li-li-re. Die einzelnen Sprünge unterscheiden sich durch unterschiedliche Weite, verschiedene Abflugwinkel, geringer werdende Abfluggeschwindigkeit und unterschiedliche Flughöhe (vgl. Schmolinsky 1974, 276).

Die Ziele des Anlaufs sind die Erreichung einer optimalen Anlaufgeschwindigkeit und die Vorbereitung des Absprungs. Der Anlauf unterscheidet sich nur geringfügig von dem des Weitsprungs. Angelaufen wird mit einer möglichst hohen Anlaufgeschwindigkeit, wobei es auf den letzten drei Schritten zu einem leichten Rhythmuswechsel (Schritte etwas verkürzt und beschleunigt) kommt. Mit dem Absprung zum Hop sollte ein möglichst weiter Sprung bei geringstem Verlust der Horizontalgeschwindigkeit erzeugt werden (vgl. Bauersfeld/Schröter 1998, 255). Hierzu setzt das fast gestreckte Sprungbein aktiv mit der ganzen Fußsohle auf dem Balken auf, um eine Stemmbewegung zu vermeiden und die Absprungzeit entsprechend zu verkürzen. Es folgt eine vollständige Streckung in Hüft-, Knie- und Fußgelenk in der letzten Phase des Absprungs. In der Flugphase des Hop wird das Schwungbein in die Waagerechte gebracht und von einer gegengleichen Armbewegung unterstützt. Sodann erfolgt ein Beinwechsel, bei dem das Sprungbein nach vorn-oben und gleichzeitig das Schwungbein nach hinten-unten geführt werden, um den anschließenden Step vorzubereiten. In allen drei Teilsprüngen sollte eine aufrechte Körperhaltung eingenommen werden. Beim Step setzt das fast gestreckte Bein etwas vor der senkrechten Projektion des KSP aktiv greifend mit ganzer Sohle auf, um auch hier die Bremswirkung so gering wie möglich zu halten. Es kommt zu einer aktiven Absprungstreckung, einem nach vorn Drücken der Hüfte und einem schnellen Schwungbeineinsatz bis zur Waagrechten, der im Vergleich zum Hop mit etwas größerem Kniewinkel erfolgt. Der Springer nimmt in dieser Flugphase die für den Dreisprung charakteristische Step-Haltung ein, um die Landung und den Absprung zum Jump vorzubereiten. Die Bewegungsmerkmale des Jump gleichen denen des Step, allerdings sollte hier ein vergrößerter Abflugwinkel und eine hohe Vertikalgeschwindigkeit erreicht werden, um eine größtmögliche Teilweite zu erzielen. Bei der Gestaltung der letzten Flugphase sind alle Weitsprungtechniken möglich. Die Landung soll eine optimale Ausnutzung der Flugparabel und ein weiches Abfangen der Körpers ermöglichen. Um den Landeverlust zu minimieren, muss der Springer sofort nach der Bodenberührung in den Knien nachgeben und die Hüfte schnell vorschieben, wobei der Oberkörper zur Seite genommen werden kann, um ein Zurückfallen zu vermeiden.

[...]


[1] Im Folgenden wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur der Begriff Schüler verwendet.

[2] Vgl. Pohl, R.: Grundriss der Sportpädagogik, Wiebelsheim 1999, S.109f

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Leichtathletik - Einführung des Dreisprungs (13. Klasse, Leistungskurs)
Note
13
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V62343
ISBN (eBook)
9783638556040
ISBN (Buch)
9783638925419
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Leichtathletik, Einführung, Dreisprungs, Klasse, Leistungskurs)
Arbeit zitieren
Steffen Nöhrbaß (Autor), 2006, Unterrichtsstunde: Leichtathletik - Einführung des Dreisprungs (13. Klasse, Leistungskurs), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62343

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