Propaganda und Gegenpropaganda im Zweiten Weltkrieg im Hinblick auf Kinder und Jugendliche


Seminararbeit, 2006

17 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Propaganda und Gegenpropaganda im Zweiten Weltkrieg im Hinblick auf Kinder und Jugendliche

1. Einleitung

2. Propaganda im Nationalsozialismus

3. Die „Weiße Rose“

4. Disney’s Trickfilmpropaganda in den USA
4.1. Jack Kinney: „The Fuehrer’s Face“ (1943)
4.2. Norm McCabe: “Ducktators” (1942)

5. Bibliographie
5.1. Internetquellen

Propaganda und Gegenpropaganda im Zweiten Weltkrieg im Hinblick auf Kinder und Jugendliche

1.Einleitung

Die folgende Arbeit wird sich damit beschäftigen, auf welche Art und Weise Kinder und Jugendliche im Zweiten Weltkrieg Propaganda ausgesetzt waren. Dieser Aspekt wird sowohl aus Sicht der NS-Propaganda, als auch im Hinblick auf die Propagandamethoden des Widerstands im Dritten Reich und der amerikanischen Gegenpropaganda beleuchtet. Ich gehe in meiner Arbeit von der These aus, dass Jugendliche leichter beeinflussbar sind, da sie stets auf der Suche nach Vorbildern oder Helden sind und diesen von ihnen zu „Idealmenschen“ erhobenen Personen auch entsprechen wollen.

Im ersten Teil der Arbeit werde ich mich mit der Propagandamaschinerie Adolf Hitlers beschäftigen und im Hinblick darauf das Dritte Reich als „Erziehungsregime“ untersuchen. Die Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen durch Literatur, Lieder und Filme spielt hier eine dominante Rolle.

Der zweite Teil fokussiert auf die deutsche Widerstandsbewegung „Weiße Rose“. Die Entstehung der Widerstandsbewegung, ihre Hintergrundmotive und Methoden stehen hier im Zentrum der Diskussion.

Im dritten und letzten Teil möchte ich auf die US-Propaganda im Zweiten Weltkrieg zu sprechen kommen. Da auch dies ein sehr breit gefächertes Feld darstellt, möchte ich mich hier auf die Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen durch den Gebrauch von Trickfilmen zu ideologischen, patriotischen und militärischen Zwecken konzentrieren.

2.Propaganda im Nationalsozialismus

„Er war der Künstler, das Volk das Material, das er formte.“[1] Hitler wusste, wie wichtig es für seine Diktatur war, sich ein solides Volk heranzuziehen, das willens war, ihm vollend zu gehorchen und seinen Idealen nachzustreben. Zu diesen Zwecken bemühte er sich vor allem um die Jugend, die in Jugendorganisationen sowie in den Schulen zu Anhängern Hitlers heranerzogen wurden. Ab 1939 war die Hitlerjugend (HJ) die größte Jugendorganisation der Welt. 98% aller Deutschen zwischen zehn und 18 Jahren gehörten ihr an.[2]

Hitler war bestrebt, den Jugendlichen das Gefühl zu vermitteln, dass die Zukunft des Reiches vor allem von ihnen abhänge. Diese Suggestion spiegelte sich auch in Hitlers Ansprache auf dem Reichsjugendtag der HJ in Potsdam wider:

„Ihr, meine deutschen Jungen und Mädel, sollt es in der nationalsozialistischen Bewegung wieder lernen, euch als Brüder und Schwestern einer Nation zu fühlen. Ihr sollt über die Berufsstände und Gesellschaftsschichten hinweg über alles, was euch zu zerreißen droht, die deutsche Gemeinsamkeit suchen und finden. (…) Nicht früh genug kann die deutsche Jugend dazu erzogen werden, sich zu allererst deutsch zu fühlen. Die nationalsozialistische Jugenderziehung soll nicht einer Partei, sondern dem deutschen Volk zum Wohl gereichen […]. Mögen die anderen spotten und lachen, ihr werdet einmal Deutschlands Zukunft sein. Ihr seid das kommende Volk und auf euch ruht die Vollendung dessen, um das wir heute kämpfen.“[3]

Es gab eine Vielzahl an Schlüsselthemen, die als Hauptziele der Indoktrination der Kinder und Jugendlichen im Nationalsozialismus angesehen wurden. An oberster Stelle standen hier das Deutschtum und die Solidarität mit allen Deutschen. Die Pflege des Deutschtums beinhaltete die Verinnerlichung deutscher Traditionen, deutschen Brauchtums, der deutschen Geschichte und des deutschen Wesens. Ziel war, die Kinder und Jugendlichen dahin zu bringen, dass sie ihr Volk liebten.[4]

Des weiteren standen die Erziehung zur Gemeinschaft mit Intensivierung des Gemeinschaftssinnes und Dezentralisierung des Individuums, die Erziehung zur Gefolgschaftstreue und das Erwecken und Stärken des Elitebewusstseins im Mittelpunkt nationalsozialistischer Propaganda. Auch auf Begeisterung der Jugendlichen für den Kampf, die körperliche Auseinandersetzung und den Umgang mit Waffen, die Rassenpflege, der Ahnenkult und der Mutterkult spielten entscheidende Rollen in der Erziehung der Jugend.[5]

Im Hinblick auf meine These der Jugendlichen, die nach Vorbildern suchen und deren Idealen nacheifern, ist besonders die Orientierung an Vorbildern von großer Bedeutung. Die Instanzen des nationalsozialistischen Regimes, die mit der Erziehung der Jugend betraut waren, waren bemüht, den Jugendlichen Persönlichkeiten vorzustellen, die diese als Vorbilder ansehen sollten. Solche Persönlichkeiten waren unter anderen Parteigrößen wie Hermann Göring, Rudolf Hess oder Baldur von Schirach, aber auch erfolgreiche deutsche Sportler oder, bereits zu Kriegszeiten, ruhmreiche Offiziere der deutschen Wehrmacht.[6]

Auch Figuren aus der deutschen Geschichte und Literatur, wie zum Beispiel Friedrich der Große, Hindenburg oder der Hitlerjunge Quex dienten den Jungendlichen im Dritten Reich als Vorbilder. Das größte Vorbild unter allen war aber Adolf Hitler selbst. Seiner Person begegnete man in Form von Bildern und Fotos in jedem öffentlichen Gebäude und in den meisten Privathaushalten. Auch in Literatur, Liedern und Hymnen war er stets vertreten.[7]

Das Stichwort „Literatur“ führt mich zu der Frage der Medien, mit Hilfe derer die nationalsozialistische Weltanschauung an die deutsche Jugend im Dritten Reich herangetragen wurde. Das wichtigste Medium, das zu diesem Zwecke eingesetzt wurde, war das Buch. Wilhelm Fronemann schrieb in seinem Aufsatz „Buch und Jugend“ über die entscheidende Rolle, die Bücher in der Entwicklung eines Jugendlichen einnehme:

„Das Buch bedeutet im Leben des Jugendlichen eine ungeheure Lebensmacht, es vermag die Formung seiner Persönlichkeit entscheidend zu beeinflussen. Deshalb bedeutet es schwere Verantwortung für die Schule und Eltern, an was für Literatur die jungen Menschen herangeführt werden, und wie die Einführung in das Schrifttum geschieht. (…) Neben der persönlichen Bedeutung der Buchwelt steht sein Gewicht als Faktor für die nationale Kulturgemeinschaft. (…) Die Stellung des Werdenden zu seinem Volk hängt also letzten Endes von seinem persönlichen Verhältnis zu den nationalen Kulturgütern ab.“[8]

Diese Verantwortung der Auswahl der Literatur, die sich die Jugendlichen zu Gemüte führen sollten, sowie die damit verbundene Macht, die Kinder und Jugendlichen zu beeinflussen und zu treuen Anhängern des Nationalsozialismus zu erziehen, riss Hitlers Erziehungsapparat an sich. Die Literatur wurde somit zum Grundstock der nationalsozialistischen Propaganda erhoben. 1934 wurde von Hans Schemm die „Dietrich-Eckart-Bücherei“ gegründet, die sich im Besonderen der Pflichtlektüre verschrieb, also den Büchern, die laut Anweisungen der NSDAP von allen deutschen Jugendlichen im Laufe ihres Erwachsenwerdens zumindest einmal gelesen werden sollten. Zu den „Top Ten“ dieser literarischen Werke zählten:

„ 1. Adolf Hitler: MEIN KAMPF
2. Alfred Rosenberg: DER MYTHOS DES 20. JAHRHUNDERTS
3. Hans Günther: KLEINE RASSENKUNDE
4. Otto Dietrich: MIT HITLER AN DIE MACHT
5. Benedikt Lochmüller: HANS SCHEMM
6. Karl Aloys Schenzinger: HITLERJUNGE QUEX
7. Erhard Wittek: DURCHBRUCH ANNO ACHTZEHN

[...]


[1] Gudrun Brockhaus, Schauder und Idylle, München 1997, S. 247, zit. nach: Pausewang, S. 26.

[2] vgl. Pausewang, S. 26.

[3] Baldur von Schirach, Hitlerjugend, Leipzig 1936, S. 183-186, zit. nach: Pausewang, S. 26-27.

[4] vgl. Pausewang, S. 39.

[5] vgl. Pausewang, S. 40-42.

[6] vgl. Pausewang, S. 43.

[7] vgl. Pausewang, S. 43.

[8] Pausewang, S. 47.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Propaganda und Gegenpropaganda im Zweiten Weltkrieg im Hinblick auf Kinder und Jugendliche
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
Veranstaltung
Fachdidaktikseminar Geschichte
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V62345
ISBN (eBook)
9783638556064
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Propaganda, Gegenpropaganda, Zweiten, Weltkrieg, Hinblick, Kinder, Jugendliche, Fachdidaktikseminar, Geschichte
Arbeit zitieren
Dagmar Hecher (Autor), 2006, Propaganda und Gegenpropaganda im Zweiten Weltkrieg im Hinblick auf Kinder und Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62345

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