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Zwischen den Blöcken - Indiens Politik des Non-Alignments von 1947 bis 1964

Title: Zwischen den Blöcken - Indiens Politik des Non-Alignments von 1947 bis 1964

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Bee (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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My essential argument is that while junior members in the international system at times took actions that tried to block, moderate, and end the epic contest, they also took actions that played a key role in expanding, intesifying, and prolonging the struggle between East and West.

Mit dieser These widerspricht der britische Historiker Tony Smith einer konventionellen Auffassung, die den Kalten Krieg primär als eine globale Konfrontation zweier Supermächte beschreibt. Sein „pericentric framework“ begreift das internationale System nach dem zweiten Weltkrieg als ein komplexes Beziehungsgeflecht, das nicht allein von den USA und der Sowjetunion dominiert wurde. Vielmehr sei es lokalen Akteuren gelungen, Washington und Moskau gegeneinander auszuspielen und den weltpolitischen Antagonismus für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Die Regierungen von Staaten wie China, Nordkorea, Deutschland oder Kuba seien in der Lage gewesen, souverän und unabhängig zu handeln, auch wenn sie dabei sowjetische bzw. amerikanische Interessen verletzten. Auf diese Weise hätten sie entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Kalten Krieges genommen und ihn mitunter nach ihrem eigenen Willen gestaltet.

Ich möchte versuchen, diese analytische Prämisse am Beispiel Indiens zu überprüfen. Indien gilt nach dem Erlangen seiner Unabhängigkeit am 15. August 1947 als einer der wichtigsten Staaten in der Bewegung der Blockfreien. Unter maßgeblicher Federführung des indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru verfolgte der indische Subkontinent in den Jahren zwischen 1947 bis 1964 den Anspruch, sich weder in den amerikanischen noch in den sowjetischen Machtblock einzureihen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Konventionelle Beschreibungsmodelle der Internationalen Beziehungen im Kalten Krieg

2.2 „The tail wagging the dog“: Für eine perizentrische Perspektive

3. Indien im Kalten Krieg

3.1 Non-Alignment als außenpolitische Zielkategorie

3.2 Blockfreiheit auf dem Prüfstand

3.3 Die Supermächte und der Subkontinent

4. Exkurs: Die Bewegung der Blockfreien heute

5. Schluss: Zwischen den Blöcken?

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern Indien in der Zeit von 1947 bis 1964 durch seine Politik der Blockfreiheit (Non-Alignment) als souveräner Akteur im internationalen System agieren konnte, anstatt lediglich ein Objekt der Supermächte zu sein. Dabei wird geprüft, ob sich die indische Außenpolitik als Bestätigung für ein „perizentrisches Framework“ eignet, das die Gestaltungsmacht peripherer Staaten im Kalten Krieg betont.

  • Analyse der konventionellen, realpolitischen vs. perizentrischen Sichtweisen auf den Kalten Krieg
  • Untersuchung der Zielsetzungen indischer Außenpolitik unter Jawaharlal Nehru
  • Evaluation der praktischen Umsetzung und der Belastungsproben der Blockfreiheit (z.B. sino-indischer Grenzkonflikt)
  • Untersuchung des Verhältnisses Indiens zu den Supermächten USA und UdSSR
  • Aktueller Exkurs zur Rolle und Relevanz der Bewegung der Blockfreien

Auszug aus dem Buch

2.2 „The tail wagging the dog“: Für eine perizentrische Perspektive

Wie bereits dargelegt rückt eine vom Realismus geprägte Historiographie die Machtzentren internationaler Beziehungen in den Mittelpunkt der Analyse. Die wesentlichen Entscheidungen über den Verlauf des Kalten Krieges stammen aus Washington und Moskau. Ideologische Konzeptionen und militärische Strategien entfalten von dort ihre direkte Wirkung auf die Peripherie der Weltpolitik. Unterstellt wird auf diese Weise, dass die politische Elite der beiden Supermächte bewusst und willentlich zur Expansion des Antagonismus beigetragen hat, somit ‚amerikanischer Imperialismus’ und ‚kommunistische Weltrevolution’ explizit eine ständige Ausdehnung ihrer Machtbereiche verfolgt haben. Tony Smith bezweifelt das historische Erklärungspotential dieser zentristischen Perspektive: „,Pull’ from the periphery, not ‚push’ from the core, usually best describes what happend“, so lautet das wiederkehrende Schema in Konfliktsituationen aus seiner Sicht.

Mittlere und kleine Staaten hätten einen weitaus größeren Einfluss auf Entscheidungsträger in Moskau und Washington ausgeübt, als aus realistischer Sicht angenommen. Geir Lundestads prominent gewordene These des „Empire by Invitation“ zeigt überzeugend auf, dass die USA keineswegs ausschließlich aus eigenem Antrieb heraus die europäische Nachkriegszeit mitgestaltet habe. Vielmehr seien sie von westeuropäischen Regierungen dazu eingeladen worden, ihnen über ihre ökonomische und militärische Schwäche hinwegzuhelfen. Vor allem Großbritannien verstand sich dabei als unermüdlicher Werber für ein US-amerikanisches Engagement in Europa. In ähnlicher Weise reihten sich osteuropäische Staaten wie Polen, Ungarn, Ost-Deutschland und andere auf freiwilliger Basis in den sowjetischen Machtbereich ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die These auf, dass kleinere Staaten während des Kalten Krieges als aktive Akteure den globalen Konflikt beeinflussen konnten, und führt das Ziel der Arbeit ein, dies am Beispiel der indischen Politik der Blockfreiheit zu überprüfen.

2. Theoretische Vorüberlegungen: Das Kapitel kontrastiert die traditionell realistische, bipolare Sicht auf den Kalten Krieg mit dem perizentrischen Ansatz, der lokalen Akteuren mehr Handlungsspielraum zuschreibt.

3. Indien im Kalten Krieg: Dieser Hauptteil analysiert die konkrete indische Außenpolitik unter Nehru, die Spannungsfelder der Blockfreiheit in der Praxis sowie die komplexen bilateralen Beziehungen Indiens zu den Supermächten.

4. Exkurs: Die Bewegung der Blockfreien heute: Der Exkurs beleuchtet die Rolle und die Selbstdarstellung der Bewegung der Blockfreien nach Ende des Kalten Krieges und kritisiert deren mangelnde Relevanz in aktuellen globalen Fragen.

5. Schluss: Zwischen den Blöcken?: Das Fazit resümiert, dass Indien trotz struktureller Probleme und ökonomischer Schwäche erfolgreich Spielräume zwischen den Supermächten nutzen konnte, womit die perizentrische These gestützt wird.

Schlüsselwörter

Indien, Kalter Krieg, Non-Alignment, Blockfreiheit, Jawaharlal Nehru, Perizentrische Perspektive, Internationale Beziehungen, Außenpolitik, Supermächte, Empire by Invitation, Dekolonisation, Südasien, Systemkonfrontation, Realismus, Bewegung der Blockfreien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die indische Außenpolitik zwischen 1947 und 1964 und untersucht, inwieweit das Land als blockfreier Staat seine eigene Politik souverän gestalten konnte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Kalten Krieges, die theoretischen Ansätze der Internationalen Beziehungen, die Rolle Indiens in diesem globalen Konflikt sowie die Entwicklung der Bewegung der Blockfreien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, am Beispiel Indiens zu überprüfen, ob die perizentrische Perspektive – also die Annahme, dass Staaten an der Peripherie den Verlauf des Kalten Krieges aktiv mitgestaltet haben – historisch haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine historisch-analytische Methode, indem sie etablierte realistische Modelle mit alternativen, perizentrischen Theorien kontrastiert und durch die Auswertung zeitgenössischer Primärquellen fundiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der internationalen Beziehungen, die detaillierte Analyse der indischen Politik des Non-Alignments sowie die spezifischen Beziehungen Indiens zu den USA, der Sowjetunion und asiatischen Nachbarstaaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Blockfreiheit (Non-Alignment), Kalter Krieg, perizentrisches Framework, Souveränität, Indien und die Rolle der Supermächte.

Wie bewertet der Autor den Erfolg von Indiens Politik der Blockfreiheit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Indien trotz zahlreicher Herausforderungen und formaler Widersprüche erfolgreich Spielräume nutzen konnte, um sich zwischen den Blöcken zu behaupten und Hilfe von beiden Seiten zu erlangen.

Warum wird im Exkurs auf die aktuelle Situation eingegangen?

Der Exkurs dient dazu, den historischen Wandel und die heutige Relevanz der Bewegung der Blockfreien einzuordnen, die nach Einschätzung des Autors an Reputation eingebüßt hat.

Welche Rolle spielte der sino-indische Grenzkonflikt für das Non-Alignment?

Der Konflikt von 1962 wird als größte Belastungsprobe beschrieben, da er Indien zwang, westliche militärische Hilfe zu suchen, was die theoretische Bündnisfreiheit in der Praxis entlarvte.

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Details

Title
Zwischen den Blöcken - Indiens Politik des Non-Alignments von 1947 bis 1964
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Kalter Krieg
Grade
1,3
Author
Michael Bee (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V62353
ISBN (eBook)
9783638556118
ISBN (Book)
9783656802952
Language
German
Tags
Zwischen Blöcken Indiens Politik Non-Alignments Kalter Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Bee (Author), 2006, Zwischen den Blöcken - Indiens Politik des Non-Alignments von 1947 bis 1964, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62353
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