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Das Weltwährungssystem von Bretton Woods

Title: Das Weltwährungssystem von Bretton Woods

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Diplom Kaufmann Alexander Backhaus (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Schon während des zweiten Weltkrieges wurden erste Versuche unternommen, ein Weltwirtschaftssystem aufzubauen. Dazu gab es zwei Vorschläge. Der White-Plan, als amerikanischer Entwurf und der Keynes-Plan, als britischer Entwurf bildeten die Grundlage für das "Joint Statement by Experts on the Etablishment of an International Monetary Fund", welches seinerseits die Basis für die internationale Regierungskonferenz vom 1. bis 22. Juli 1944 im amerikanischen Bretton Woods war . Die Konferenz legte den Grundstein für das internationale Währungssystem nach dem zweiten Weltkrieg, welches als das Bretton-Woods-System in die Geschichte einging.
Die Bemühungen um ein solches freies, multilaterales und stabiles Währungssystem ohne den Kreislauf kompetitiver Abwertungen der nationalen Währungen lagen in den Erfahrungen aus dem Zusammenbruch des Goldstandards und der Zwischenkriegszeit begründet. Daher erscheint es im Rahmen dieser Arbeit sinnvoll auch den Goldstandard und die Zeit der zwanziger und dreißiger Jahre, in denen es keine internationalen Organisationen im Bereich der Währungs- und Handelspolitik gab, zu behandeln.
Um die teilweise unterschiedlichen Auffassungen der britischen und amerikanischen Entwürfe erklären zu können, müssen die historischen und politischen Hintergründe, die in den beiden Ländern zu dieser Zeit vorlagen, mit einbezogen werden. Diese liegen vor allem in der unmittelbaren Situation des jeweiligen Landes zum Ende des zweiten Weltkrieges verborgen.
Die ersten Aktivitäten für die Errichtung eines Weltwährungssystems begannen in den besagten Ländern bereits 1941, da man der Auffassung war, daß Frieden auch eine Folge eines internationalen Währungssystems und freien Welthandels ist.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Die Währungssysteme bis Ende des 2. Weltkrieges

2.1. Der Goldstandard

2.2. Die Währungs- und Handelspolitik zwischen 1. und 2. Weltkrieg

3. Das System von Bretton Woods

3.1. Bestrebungen nach einem neuen Weltwährungssystem

3.2. Der Keynes-Plan

3.2.1. Historischer und politischer Hintergrund

3.2.2. Maßnahmen und ihre Ausgestaltung

3.3. Der White-Plan

3.3.1. Historischer und politischer Hintergrund

3.3.2. Maßnahmen und ihre Ausgestaltung

3.4. Betrachtung der Pläne im Kontext

3.5. Das Abkommen von Bretton Woods als Kompromiß zwischen beiden Plänen

4. Die Entwicklung des Weltwährungssystems

4.1. Das System in der Zeit zwischen 1946 und 1967

4.2. Scheitern des Bretton-Woods-Systems und die Gründe

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert die Genese und den Aufbau des Weltwährungssystems von Bretton Woods. Ziel ist es, die unterschiedlichen nationalen Interessen der USA und Großbritanniens durch die Gegenüberstellung der Keynes- und White-Pläne aufzuzeigen und die Gründe für das spätere Scheitern des Systems zu untersuchen.

  • Historische Entwicklung der Währungsordnung bis 1945
  • Gegenüberstellung des Keynes-Planes und des White-Planes
  • Kompromissbildung im Abkommen von Bretton Woods
  • Entwicklungsphasen und Liquiditätsproblematik des Systems
  • Analyse der Ursachen für den Zusammenbruch (Liquiditäts-, Vertrauens- und Anpassungsprobleme)

Auszug aus dem Buch

3.2.2. Maßnahmen und ihre Ausgestaltung

Grundsätzlich war man in Großbritannien an der Ausgestaltung eines kooperativen, internationalen und multilateralen Finanzsystems interessiert. Dieses System mußte aber auch Raum für die Verfolgung nationaler, wirtschaftlicher Interessen lassen, denn der britischen Administration waren sehr daran gelegen die nationalen Volkswirtschaften vor ausländischen Störungen abzuschirmen. Neben einer Währungsordnung war ebenso die internationale Handelspolitik, eine Lenkung von Produktion und Verteilung, sowie die bewußte bzw. dosierte Bereitstellung von Entwicklungshilfen und internationaler Liquidität von Bedeutung. Den Ausarbeitungen von Keynes standen einige Leitsätze voraus. So sollte in erster Linie eine allgemein anerkannte Festsetzung des Wechselkurses erfolgen, jedoch sollten Anpassungen möglich sein um Druck auf Defizit- und Überschußländern ausüben zu können, ebenso sollten alle Länder Währungsreserven eingeräumt bekommen. Das gesamte System sollte von einer vor allem unabhängigen Institution geführt werden, welche sich jedoch nicht in nationale Politik einmischen sollte.

Ein solche Einrichtung, die sich vor allem um Währungsfragen kümmern sollte, war der Mittelpunkt des Keynes-Planes und bekam in seinem Entwurf den Namen "International Clearing Union" (ICU). Sie sollte als eine Art supranationale Zentralbank agieren und die Abrechnungen zwischen den Zentralbanken im internationalen Zahlungsverkehr, im Rahmen eines Saldensystems, regeln. Im Zusammenhang mit der ICU schlug Keynes die Schaffung einer ihr eigenen Reservewährung namens Bancor vor, die jedoch nur als Buchgeld fungieren sollte. Der Wert des Bancor wäre im Verhältnis zum Gold festgesetzt worden. Man sollte gegen Gold Bancorguthaben erhalten können, jedoch nicht Gold gegen Bancor eintauschen können. Jedes Land sollte den Wert seiner Währung am Bancor ausrichten, also eine feste Parität bestimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der internationalen Währungsordnung und Darstellung der Notwendigkeit einer historischen Betrachtung der Nachkriegszeit.

2. Die Währungssysteme bis Ende des 2. Weltkrieges: Untersuchung des klassischen Goldstandards und der krisenhaften Währungs- und Handelspolitik der Zwischenkriegszeit.

3. Das System von Bretton Woods: Detaillierte Analyse der britischen (Keynes) und amerikanischen (White) Entwürfe sowie deren Zusammenführung im Bretton-Woods-Abkommen.

4. Die Entwicklung des Weltwährungssystems: Erläuterung der Systemphase zwischen 1946 und 1967 sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung der Scheiterungsfaktoren.

Schlüsselwörter

Bretton-Woods-System, Weltwährungssystem, Goldstandard, Keynes-Plan, White-Plan, Internationaler Währungsfonds, Bancor, Zahlungsbilanz, Wechselkurse, Liquiditätsproblem, Vertrauensproblem, Anpassungsproblem, Goldfenster, Konvertibilität, Protektionismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entstehung, Struktur und das Ende des Bretton-Woods-Weltwährungssystems nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung der Währungsordnung, die gegensätzlichen Ansätze von Keynes und White sowie die ökonomischen Ursachen für den Zerfall des Systems Anfang der 70er Jahre.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die nationalen Interessenunterschiede der USA und Großbritanniens bei der Ausgestaltung des neuen Finanzsystems zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte historische und ökonomische Analyse sowie eine komparative Gegenüberstellung politischer Entwürfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem Goldstandard, den Expertenplänen zur internationalen Finanzverfassung, dem Abkommen von Bretton Woods und der Entwicklung bis zum Zusammenbruch 1973.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Bretton-Woods-System, Weltwährungssystem, Goldstandard, Keynes-Plan, White-Plan und IWF.

Was unterscheidet den Keynes-Plan vom White-Plan?

Der Keynes-Plan zielte auf eine supranationale Zentralbank (ICU) mit eigener Buchwährung, während der White-Plan primär eine Stabilisierung basierend auf dem US-Dollar und Gold favorisierte.

Was war der Hauptgrund für das Scheitern des Systems?

Der Zusammenbruch wird auf drei Hauptfaktoren zurückgeführt: das Liquiditätsproblem der US-Zentralbank, das Vertrauensproblem hinsichtlich der Dollar-Gold-Bindung und ein Anpassungsproblem durch mangelnde Bereitschaft zu Wechselkurskorrekturen.

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Details

Title
Das Weltwährungssystem von Bretton Woods
College
University of Leipzig  (Wirtschaftspolitik)
Course
Hauptseminar Weltwährungsordnung nach 1945
Grade
2,3
Author
Diplom Kaufmann Alexander Backhaus (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V6236
ISBN (eBook)
9783638138543
ISBN (Book)
9783638911702
Language
German
Tags
Weltwährungssystem Bretton Woods Hauptseminar Weltwährungsordnung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Kaufmann Alexander Backhaus (Author), 2002, Das Weltwährungssystem von Bretton Woods, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6236
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