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Eintritt in die Postmoderne: Nietzsche als Drehscheibe

Title: Eintritt in die Postmoderne: Nietzsche als Drehscheibe

Presentation (Elaboration) , 2006 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andreas Schuster (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Man kann auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, eine Geschichte der Moderne zu rekonstruieren und somit zu konstituieren. Es kommt hierbei sowohl auf den Aspekt an, auf den man sich bei einem solchen Versuch konzentriert (wobei der jeweils gewählte niemals isoliert von anderen möglichen Aspekten betrachtet werden kann, so sind hier in etwa begriffsgeschichtliche, philosophietheoretische und ästhetische Betrachtungsweisen zu nennen), als auch auf die Zielsetzung einer solchen Betrachtung, welche deren Fokus bestimmt. Der gewählte Bereich sollte Maßgebliches des Bedeutungskomplexes und dessen Entwicklung beeinhalten, beziehungsweise widerspiegeln, während die Zielsetzung, welche meist ohne dadurch an Einfluss zu verlieren implizit vorgenommen wird, wohl Antrieb eines solchen Unterfangens ist. Die von Jürgen Habermas veröffentlichten Vorlesungen „der philosophische Diskurs der Moderne“ beinhalten als solches Ziel seine Theorie der kommunikativen Vernunft, zu welchem seine geistesgeschichtlichen Betrachtungen, die von Hegel bis zu Foucault reichen, hinstreben.Wie aus dem Titel ersichtlich, ist der Bereich, in welchem er seinen Diskurs der Moderne verortet, der philosophischer Überlegungen. Das Kapitel „Eintritt in die Postmoderne: Nietzsche als Drehscheibe“ nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein. Habermas entwickelt die Beschreibung der Entwicklung einer philosophischen Problemstellung und deren Lösungsansätze. Es entsteht hierbei eine Geschichte der Subjektphilosophie, in welcher dem Verstand durch gesellschaftliche und politische Veränderungen eine zuvor ungeahnte Bedeutung zukommt, in welcher dieser mit der Anforderung, sinnzuschreibende Funktion zu haben, welche zuvor etwa der Religion zuzuschreiben war, konfrontiert wird. Die Rolle des Wirkens Nietzsches wird hierbei als maßgeblicher Impuls dargestellt, der, nach den Versuchen früherer Denker, diese Problematik durch Verstandeskonzepte lösen zu wollen, den Weg zur Postmoderne bereitet. Im Folgenden werde ich versuchen, Habermas’ Ausführungen zur Funktion Nietzsches in diesem Diskurs nachzuvollziehen. Ich halte mich hierbei an die Gliederung der veröffentlichten Vorlesung und werde am Ende jedes Kapitels die Überlegungen Habermas’ mit kritischen Fragestellungen kontrastieren. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Kapitel I

2.2. Kapitel II

2.3. Kapitel III

2.4. Kapitel IV

3. Schlußüberlegung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit setzt sich zum Ziel, Habermas’ Interpretation von Nietzsches Rolle als Bindeglied zwischen Moderne und Postmoderne innerhalb des Werkes "Der philosophische Diskurs der Moderne" kritisch nachzuvollziehen und zu reflektieren.

  • Die philosophische Bedeutung Nietzsches für den Diskurs der Moderne.
  • Die Analyse von Habermas’ Begriff der "Dialektik der Aufklärung".
  • Die Funktion des "Dionysischen" als Gegenentwurf zur subjektzentrierten Vernunft.
  • Die Verbindung Nietzsches zu nachfolgenden Denkern wie Heidegger und Bataille.
  • Kritische Hinterfragung der methodischen Vereinnahmung philosophischer Theorien durch Habermas.

Auszug aus dem Buch

2.1. Kapitel I

Habermas schließt seine Überlegungen zu Nietzsches Philosophie an seine Ausführungen zu Hegel und zu dessen Schülern an, indem er bemerkt, dass diese durch die Irrevisibilität der Aufklärung und deren Ablösung der Religion durch die Vernunft, „ihre Hoffnung auf eine Dialektik der Aufklärung setzen“ (105) müssen. Dialektik der Aufklärung ist hierbei wohl in dem Sinne zu verstehen, dass die Vernunft die Menschen einerseits der Religion als sinnstiftende Macht beraubt, und anderseits die Vernunft gleichzeitg deren Funktion übernehmen soll. Als Versuch, dies zu erreichen, sieht Habermas die Entwicklung unterschiedlicher Vernunftkonzepte von Hegel und dessen Schülern an. Er führt deren Scheitern und, im Anschluss daran, bei Nietzsche einen grundlegenden Wandel in der Art der Argumentation an, indem dieser statt der Entwicklung eines Vernunftbegriffes die Dialektik der Aufklärung zu verabschieden suche.

In diesem Zusammenhang bezieht sich Habermas auf Nietzsches „Unzeitgemäße Betrachtungen II“. Nietzsche nehme hier den Verweis auf die Geschichte vor, um zu zeigen, dass die Moderne aus sich heraus gar nichts habe. Die praktizierte historische Bildung passe nach Nietzsche nicht zum Geist der neuen Zeit und somit wolle Nietzsche den Ursprung der historischen Bildung mit historischen Mitteln zeigen, um aus eben dieser einen Ausweg zu finden. Es gehe hierbei somit darum, hinter die Anfänge der Geschichte zurückzugehen, hierbei beziehe sich Nietzsche auf sein eigenes Werk, „die Geburt der Tragödie“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Jürgen Habermas' philosophische Diskursanalyse Nietzsches kritisch zu begleiten und zu hinterfragen.

2.1. Kapitel I: Es wird Habermas' Deutung von Nietzsches Abkehr von der Dialektik der Aufklärung sowie dessen Einsatz des Dionysischen als utopische Einstellung untersucht.

2.2. Kapitel II: Dieses Kapitel analysiert Habermas' Abgrenzung des dionysischen Motives bei Nietzsche vom Verständnis in der Romantik anhand der Identifizierung von Dionysos und Christus.

2.3. Kapitel III: Hier steht die Untersuchung des dionysischen Phänomens als ästhetische Weltbetrachtung und die Rolle des Willens zur Macht im Kontext der Vernunftkritik im Zentrum.

2.4. Kapitel IV: Das Kapitel betrachtet den Ausblick auf die Fortführung von Nietzsches Denkansätzen bei Heidegger und Bataille und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Vernunftkritik.

3. Schlußüberlegung: Die Schlußüberlegung resümiert die Bedeutung Nietzsches als Übergangsfigur und reflektiert die Stärken und Schwächen von Habermas' methodischem Ansatz.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, Friedrich Nietzsche, Moderne, Postmoderne, Dialektik der Aufklärung, Dionysisches, Subjektzentrierte Vernunft, Vernunftkritik, Heidegger, Bataille, Ästhetik, Mythologie, Subjektphilosophie, Philosophie, Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine Zusammenfassung und kritische Reflektion der vierten Vorlesung von Jürgen Habermas über "Den philosophischen Diskurs der Moderne", wobei der Schwerpunkt auf der Rolle von Friedrich Nietzsche liegt.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die Dialektik der Aufklärung, die Bedeutung des Dionysischen, die Kritik an der Moderne und die philosophischen Verknüpfungen zu Heidegger und Bataille.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie Habermas Nietzsche als "Drehscheibe" zwischen Moderne und Postmoderne verortet und ob diese Darstellung der philosophischen Komplexität gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor orientiert sich eng an der Gliederung der Habermas’schen Vorlesung und kontrastiert dessen Überlegungen durch kritische Fragestellungen und den Rückgriff auf die Originaltexte der Philosophen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Kapitel, die Habermas' Interpretation von Nietzsche in Bezug auf das Dionysische, die Kunst, die Moderne und die nachfolgenden Denker detailliert analysieren.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Vernunftkritik, Subjektzentrierung, Ästhetik, Mythologie und das Dionysische geprägt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem Dionysischen und dem Romantischen eine so große Rolle?

Da Habermas Nietzsches Radikalität als notwendigen Schritt zur Überwindung der Moderne darstellt, muss er sich von der bloß romantischen Rezeption absetzen, um Nietzsche als ernsthaften Vernunftkritiker zu etablieren.

Wie bewertet der Autor Habermas’ Vorgehensweise gegenüber anderen Philosophen?

Der Autor sieht eine Stärke in der Anregung zum Studium der Originaltexte, kritisiert jedoch eine teilweise unkommentierte Vereinnahmung fremder Theorien zur Stützung des eigenen Konzepts der kommunikativen Vernunft.

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Details

Title
Eintritt in die Postmoderne: Nietzsche als Drehscheibe
College
University of Tubingen
Course
"Die Moderne" als Thema philosophischer Theoriebildung
Grade
2,0
Author
Andreas Schuster (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V62360
ISBN (eBook)
9783638556187
ISBN (Book)
9783656790013
Language
German
Tags
Eintritt Postmoderne Nietzsche Drehscheibe Moderne Thema Theoriebildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schuster (Author), 2006, Eintritt in die Postmoderne: Nietzsche als Drehscheibe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62360
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