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Der Willehalm Wolframs von Eschenbach als Beispiel für eine christliche Islamperspektive - Darstellung und Würdigung im Kontext der Entstehungszeit

Title: Der Willehalm Wolframs von Eschenbach als Beispiel für eine christliche Islamperspektive - Darstellung und Würdigung im Kontext der Entstehungszeit

Term Paper (Advanced seminar) , 1995 , 42 Pages , Grade: 2

Autor:in: Lutz Eisele (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit betrachtet zunächst Publikum und Quellen des „Willehalm“, um sich dann der historischen Schlacht um Orange zuzuwenden.
Ein Schwerpunkt liegt dann auf der genauen Analyse, welche Islam-Vorstellungen sich bei Wolfram finden (das muslimische „Reich“, Lebensstandard und Wissenschaft, Religion, Kultus und Ethik der Muslime im „Willehalm“) dies wird jeweils mit den Ergebnissen historischer Forschung verglichen.
Der zweite Schwerpunkt beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Christen und Heiden im Willehalm und untersucht, inwiefern und auf welchen Grundlagen (z. B. Minne, Sippe, „hantgetat“- und Kinder-Gottes-Motiv) Wolfram zu toleranten Aussagen kommt. Das Religionsgespräch zwischen Gyburg und Terramer wird im Rückgriff auf den Prolog und im Vergleich zur Kaiserchronik interpretiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Religionsgeschichtliche Rezeptionsbedingungen des Willehalm

1. Wolframs von Eschenbach Willehalm - zur Entstehung des Werks

2. Das höfische Publikum

3. Das Quellenproblem des Willehalm

3.1. Die Quellen des Willehalm

3.2. Implikationen für die Interpretation

III. Die Schlacht um Orange

1. Die Darstellung im Willehalm

2. Guillaume von Orange und das christliche Geschichtsbild

3. Das islamische Geschichtsbild

3.1. Die beginnende Reconquista (die Zeit Willehalms)

3.2. Die Kreuzzüge (die Zeit Wolframs)

4. Zusammenfassung

IV. Sicht des Islams im Willehalm: Staat, Religion und Lebensweise

1. Ausbreitungsgebiet, Staat und Verfassung

1.1. Das muslimische „Reich“ und seine ethnische Zusammensetzung

1.1.1. Die Darstellung im Willehalm

1.1.2. Bezug zum zeitgenössischen christlichen Geschichtsbild

1.1.3. Die Ausbreitung des Islams im Hochmittelalter

1.2. Regierungsform, Organisation und Verfassung des muslimischen Reiches

1.2.1. Die Darstellung im Willehalm

1.2.2. Bezug zum zeitgenössischen christlichen Geschichtsbild

1.2.3. Der muslimische Staat im Mittelalter

2. Lebensstandard und Wissenschaft

2.1. Wohlstand und Lebensweise

2.1.1. Die Darstellung im Willehalm

2.2.2. Bezug zum Urteil der christlichen Zeitgenossen Wolframs

2.2.3. Muslimischer Wohlstand

2.2. Wissenschaft

3. Religion, Kultus und Ethik des Islams

3.1. Die islamischen Götter und ihre Macht

3.1.1. Die Darstellung im Willehalm

3.1.2. Bezug zum Urteil der christlichen Zeitgenossen Wolframs

3.1.3. Islamische theologische Entwürfe der Zeit

3.2. Der Koran

3.3. Frömmigkeit und Kultus im Islam

3.3.1. Die Darstellung im Willehalm

3.3.2. Bezug zum Urteil der christlichen Zeitgenossen Wolframs

3.3.3. Frömmigkeit und Kultus im Islam

3.4. Ethos und Forderungen der islamischen Religion

3.4.1. Die Darstellung im Willehalm

3.4.1.1. Treue zu Religion und Volk - Rache

3.4.1.2. Sippe

3.4.1.3. Minne

3.4.1.4. Rittertugend und Verhalten im Krieg

3.4.1.5. Zusammenfassung

3.4.2. Bezug zum Urteil der christlichen Zeitgenossen Wolframs

3.4.3. Bezug zur islamischen Wirklichkeit

4. Zusammenfassung: Die Islam-Kenntnisse im Willehalm und im westlichen Europa des Hochmittelalters

4.1. Die Genauigkeit der Kenntnisse

4.2. Die Herkunft der Kenntnisse

V. Das Verhältnis von Christen und Heiden im Willehalm

1. Wertungen der Muslime

1.1. Hindernisse, die einer Annäherung entgegenstehen

1.2. Momente der Annäherung

1.2.1. Wertungen und Erzählweise

1.2.2. Ethische Disqualifizierung der Kampfhandlungen

1.3. Zeitbezug und Zusammenfassung

2. Die Grundlage für Momente der Annäherung

2.1. Minne und Rittertugend

2.2. Sippe

2.3. Das Religiongsgespräch

2.3.1. Zeitgenössische Religionsgespräche am Beispiel der Kaiserchronik

2.3.2. Das Religionsgespräch zwischen Gyburg und Terramer

2.3.3. Vergleich und Zusammenfassung

2.4. Klage und Glaubensgewißheit im Willehalm

2.4.1. Perspektive des Erzählers

2.4.2. Der Weg Gyburgs

2.4.3. Der Weg Willehalms

2.5. Zusammenfassung

3. Gottes hantgetat und Gottes Kinder im Willehalm im Vergleich zur Theologie der Zeit

4. Geschichtliche Wirklichkeit und Gottes helfendes Eingreifen

V. Würdigung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Christen und Muslimen in Wolfram von Eschenbachs "Willehalm". Dabei steht im Zentrum, inwieweit der Roman ein spezifisch christliches Islambild widerspiegelt, wie dieses bewertet wird und in welcher Beziehung es zur zeitgenössischen historischen Wirklichkeit sowie zu anderen mittelalterlichen Werken, wie dem Rolandslied, steht.

  • Analyse der Darstellung des Islams im Willehalm (Staat, Religion, Lebensweise).
  • Vergleich der literarischen Darstellung mit dem christlichen Geschichtsbild des Hochmittelalters.
  • Untersuchung der Rolle von Rache, Sippe und Minne als Handlungs- und Wertkategorien.
  • Erörterung der ethischen Haltung gegenüber dem "Fremden" und der Frage nach einer möglichen Annäherung.
  • Untersuchung des Religionsgesprächs als Mittel zur Darstellung theologischer Konflikte.

Auszug aus dem Buch

1. Wolframs von Eschenbach Willehalm - zur Entstehung des Werks

Über Wolfram von Eschenbach, den Dichter des Willehalm ist wenig mehr als nichts bekannt. Scheinbar selbstbiografische Notizen wie 219-22 sind nur mit allergrößter Zurückhaltung auszuwerten. Aller Ton liegt z.B. in diesen Fall auf der Überlegenheit der inspirierten Dichtung gegenüber des bloß gelehrten Vortrags. Das impliziert aber nicht unbedingt, daß Wolfram selbst ungebildet war. Er könnte aus dem fränkischen Eschenbach stammen, besaß ziemlich sicher keine lateinische Schulbildung und war sicher Hofdichter.

Der Willehalm wurde, wie die Anspielung auf die Kaiserkrönung Ottos IV. (39330f.) nahelegt, nach 1209 geschrieben. Außerdem wird vermutlich auf den Tod des Landgrafen Hermann von Thüringen zurückgeblickt (1217, vgl. 41722-26), der zugleich der Auftraggeber Wolframs war (vgl. noch 38f.). Er hat an zwei Kreuzzügen teilgenommen und war „einer der mächtigsten Reichsfürsten“.

Mit Sicherheit reichen diese spärlichen Informationen nicht hin, um den Willehalm in irgendeiner Weise autobiografisch zu interpretieren. Es kann auch nicht gesagt werden, ob und wie sein Verfasser mit Muslimen und ihrer Religion in persönliche Verbindung gekommen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das durch aktuelle politische Spannungen geprägte Interesse am mittelalterlichen Islambild und führt in die zentrale Forschungsfrage ein: Was weiß der Willehalm über den Islam und wie wird dies bewertet?

II. Religionsgeschichtliche Rezeptionsbedingungen des Willehalm: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsbedingungen des Werks, die Bedeutung des höfischen Publikums sowie die Quellenproblematik, insbesondere den Bezug zu altfranzösischen Epen und dem Rolandslied.

III. Die Schlacht um Orange: Hier wird analysiert, wie Wolfram die Kämpfe als religiös motivierte Weltenschlachten bzw. Kreuzzüge stilisiert und wie dies mit dem zeitgenössischen christlichen Geschichtsbild korrespondiert.

IV. Sicht des Islams im Willehalm: Staat, Religion und Lebensweise: Dieses Kapitel untersucht detailliert die Darstellung des muslimischen Machtbereichs, der Staatsstruktur, der Lebensweise sowie des islamischen Kultus und Glaubens im Vergleich zur historischen Realität.

V. Das Verhältnis von Christen und Heiden im Willehalm: Der letzte Hauptteil widmet sich den Hindernissen und Momenten der Annäherung zwischen Christen und Heiden, wobei besonders das Religionsgespräch und das Konzept der Gotteskindschaft beleuchtet werden.

Schlüsselwörter

Willehalm, Wolfram von Eschenbach, Islam, Christentum, Mittelalter, Kreuzzug, Reconquista, Religionsgespräch, Gotteskindschaft, Minne, Rache, Sippe, Rittertugend, Rolandslied, Geschichtsbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Islambild im mittelalterlichen Roman "Willehalm" von Wolfram von Eschenbach und analysiert, wie dieses Bild im christlichen Kontext bewertet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Darstellung der muslimischen Welt (Staat, Religion, Alltag), das christliche Geschichtsbild, ethische Motive wie Rache und Minne sowie die interreligiöse Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welches Wissen über den Islam im Willehalm vorhanden ist und wie dieses Wissen im Vergleich zur zeitgenössischen Wahrnehmung und zur historischen Realität zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung des historischen Kontextes, des Quellenvergleichs (besonders mit dem Rolandslied) und der Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schlacht um Orange, die Sicht des Islams auf Staat und Religion im Willehalm sowie die Dynamik im Verhältnis zwischen Christen und Heiden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Willehalm, Islam, Christentum, Kreuzzüge, Gotteskindschaft, Religionsgespräch und interkulturelle Wahrnehmung.

Wie unterscheidet sich Wolframs Sicht des Islams von der im Rolandslied?

Wolfram zeigt sich deutlich weniger polemisch; während das Rolandslied den Islam als rein dämonisch und zu vernichtenden Feind darstellt, lässt Wolfram dem "Fremden" menschliche Züge und ritterliche Tugenden zu.

Warum spielt das "Religionsgespräch" im Werk eine wichtige Rolle?

Das Religionsgespräch zwischen Gyburg und ihrem Vater Terramer dient Wolfram dazu, die gängigen Kreuzzugsideale in Frage zu stellen und die Möglichkeit einer humaneren Sicht auf die "Gegenseite" zu eröffnen.

Warum wird die Gotteskindschaft der Heiden thematisiert?

Das Konzept der Gotteskindschaft wird als schöpfungstheologische Begründung genutzt, um das Leid der Kriege zu hinterfragen und die moralische Pflicht zur Schonung der Feinde zu begründen.

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Details

Title
Der Willehalm Wolframs von Eschenbach als Beispiel für eine christliche Islamperspektive - Darstellung und Würdigung im Kontext der Entstehungszeit
College
University of Tubingen
Grade
2
Author
Lutz Eisele (Author)
Publication Year
1995
Pages
42
Catalog Number
V62379
ISBN (eBook)
9783638556347
ISBN (Book)
9783638668620
Language
German
Tags
Willehalm Wolframs Eschenbach Beispiel Islamperspektive Darstellung Würdigung Kontext Entstehungszeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lutz Eisele (Author), 1995, Der Willehalm Wolframs von Eschenbach als Beispiel für eine christliche Islamperspektive - Darstellung und Würdigung im Kontext der Entstehungszeit , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62379
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