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Der Weg zum Vertrag über das Doppelkönigtum - Die Auseinandersetzung zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen in den Jahren 1314 bis 1325

Title: Der Weg zum Vertrag über das Doppelkönigtum - Die Auseinandersetzung zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen in den Jahren 1314 bis 1325

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jens Wittig (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Echtheit und vor allem der Wahrheitsgehalt mittelalterlicher Quellen wird zuweilen angezweifelt. Ähnlich häufig sind diese Zweifel wohl auch berechtigt, da die Menschen, die in dieser Zeit die Geschichte niederschrieben und deswegen Chronisten genannt werden, nur allzu häufig ihre eigenen Wahrheiten geschaffen haben, sei es aus Unkenntnis der tatsächlichen Umstände oder mangels ausreichendem Abstand von an den jeweiligen Handlungen beteiligten Personen und daraus resultierender subjektiver Sichtweise. Nicht ganz so häufig allerdings wird die Echtheit besiegelter Urkunden dieses Zeitalters in Frage gestellt, zumal wenn sie einen Vertrag zwischen zwei Königen darstellen.
Genau dies war aber zeitweise der Fall bei dem Vertrag zum Doppelkönigtum von Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen aus dem Jahre 1325. Dessen Inhalt erscheint auf den ersten Blick höchst ungewöhnlich, da man in den damaligen Jahrhunderten in den meisten Fällen daran gewöhnt war, von nur einem König beherrscht zu werden.
Diese Arbeit nun hat zum Ziel, aufzuzeigen, wie es zu besagtem Vertrag gekommen ist. Wie war es überhaupt möglich, dass zur gleichen Zeit zwei verschiedene Personen Anspruch auf den Thron des heiligen römischen Reiches deutscher Nation hatten und, was noch verwunderlicher ist, zusammen ein Dokument aufsetzten und besiegelten, nach dessen Inhalt sie sich den Herrschaftsanspruch über ein- und dasselbe Gebiet teilten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Weg zum Doppelkönigtum

1. Die Doppelwahl von 1314

2. Die Ereignisse bis zur Schlacht von Mühldorf 1322

3. Die Auseinandersetzung Ludwigs mit der Kurie (1323-1325)

4. Der Vertrag zum Doppelkönigtum 1325

III. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den historischen Kontext und die Entstehungsgeschichte des Vertrages zum Doppelkönigtum aus dem Jahr 1325. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie es den Rivalen Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne ermöglicht wurde, trotz ihres konkurrierenden Machtanspruchs auf den Thron des Heiligen Römischen Reiches ein gemeinsames Herrschaftsabkommen zu schließen.

  • Die Doppelwahl von 1314 und ihre politische Legitimität
  • Militärische Auseinandersetzungen bis zur Schlacht von Mühldorf 1322
  • Der Konflikt zwischen Ludwig dem Bayern und Papst Johannes XXII.
  • Analyse von Aufbau und Inhalt des Vertrages zum Doppelkönigtum
  • Bewertung der historischen Bedeutung des Abkommens

Auszug aus dem Buch

4. Der Vertrag zum Doppelkönigtum 1325

Ihr wichtigstes Abkommen schlossen Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne am 5. September 1325. Beide Könige erkannten sich hier gegenseitig als solche an und beendeten damit die Konkurrenz um die Herrschaft im Reich.

Als Aussteller der Urkunde sind eindeutig Ludwig und Friedrich zu erkennen [1], als Ausstellungsort München am 5. September 1325 [121-124]. Der heutige Lageort ist das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien.

Form und Inhalt des Vertrages weisen im Wesentlichen typische Merkmale und den typischen Aufbau einer mittelalterlichen Urkunde auf. Die Invocatio als Anrufung Gottes fehlt, in der Intitulatio verweisen Ludwig und Friedrich auf sich als Aussteller [1]. Es folgt die Inscriptio („Wir [..] tun chunt allen, die disen brief sehent oder horent lesen, [..]“), die Nennung der Empfänger des Dokuments [2-3]. Nach der Arenga [3-6] ist die Dispositio als eigentlicher Kernaussage zu erkennen: „[..] daz wir [..] uns mit ein ander verainet und verbunden haben ewiclich [..]“ [6-7]. Dieser Sachverhalt wird in der Folge noch genauer ausgeführt, um die zukünftige Handlungsweise der beiden Könige näher zu beleuchten und zu konkretisieren. Dabei kommen sowohl rituelle, als auch klare rechtliche Bedingungen zur Sprache. So werden etwa die Regeln für die Siegelsetzung im Schriftverkehr festgelegt und begründet [22-33], die Gleichstellung beider in Bezug auf die Behandlung von Reichslehen [34-51] oder die Anerkennung des damaligen Status quo der Gebietsaufteilung (konkret unter anderem die Vergabe der Mark Brandenburg an Ludwigs Sohn) [54-65]. Außerdem betont der Vertrag nochmals deutlich, dass sowohl Ludwig, als auch Friedrich vollständig gleichrangig sind und in dieser Art und Weise auch ihre Herrschaft ausführen ([..] an allen sachen, wirden und eren [..] sein wir gliches gewaltes und herschaft) [88-98].

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Quellenkritik im Mittelalter und definiert das Ziel, die Entstehung des Doppelkönigtums sowie die Rolle der zentralen Akteure zu analysieren.

II. Der Weg zum Doppelkönigtum: Dieses Kapitel zeichnet den Weg von der Doppelwahl 1314 über die kriegerischen Auseinandersetzungen bis zur Schlacht von Mühldorf und den darauf folgenden Konflikt mit der päpstlichen Kurie nach.

1. Die Doppelwahl von 1314: Es wird die durch den Tod Heinrichs VII. ausgelöste Nachfolgekrisen-Situation und die daraus resultierende gespaltene Wahl von Ludwig und Friedrich beschrieben.

2. Die Ereignisse bis zur Schlacht von Mühldorf 1322: Der Abschnitt dokumentiert die Jahre der militärischen Patt-Situation, in denen verschiedene Feldzüge und Bündnispolitiken keinen endgültigen Sieger hervorbringen konnten.

3. Die Auseinandersetzung Ludwigs mit der Kurie (1323-1325): Hier wird der eskalierende Konflikt mit Papst Johannes XXII. thematisiert, der Ludwig die Anerkennung verweigerte und einen Prozess gegen ihn einleitete.

4. Der Vertrag zum Doppelkönigtum 1325: Der Fokus liegt auf der Analyse der Urkundenstruktur, den rechtlichen Bedingungen der Ko-Regentschaft und der Frage nach der tatsächlichen Machtverteilung.

III. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der Vertrag zwar in seinem ursprünglichen Geiste nie umgesetzt wurde, aber dennoch bedeutende Impulse für die spätere verfassungsrechtliche Entwicklung des Reiches gab.

Schlüsselwörter

Ludwig der Bayer, Friedrich der Schöne, Doppelkönigtum, Schlacht von Mühldorf, 1314, 1325, Heiliges Römisches Reich, Papst Johannes XXII., Kurfürsten, Reichskleinodien, Trausnitzer Sühne, Urkundenwesen, Mittelalter, Thronstreit, Wittelsbacher

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den historischen Prozess, der zum Vertrag über das Doppelkönigtum zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen im Jahr 1325 führte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Doppelwahl von 1314, den militärischen Auseinandersetzungen der Jahre 1314-1322 sowie dem Konflikt mit dem Papsttum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie zwei rivalisierende Thronanwärter nach Jahren der Konfrontation dazu kamen, sich gegenseitig anzuerkennen und den Herrschaftsanspruch vertraglich zu teilen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Primärquellen (dem Vertragstext) und einer kritischen Auseinandersetzung mit der einschlägigen Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Doppelwahl, die Ereignisse bis Mühldorf, den kirchenpolitischen Konflikt mit Avignon und die Analyse der Urkundenmerkmale des Vertrags von 1325.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind das Doppelkönigtum, der Investiturstreit, die Trausnitzer Sühne und die Machtpolitik des Spätmittelalters.

Warum war der Vertrag von 1325 historisch so ungewöhnlich?

Ungewöhnlich war, dass in einer Ära, die auf die Herrschaft eines einzelnen Monarchen ausgerichtet war, zwei Kontrahenten offiziell ein Dokument besiegelten, um die Herrschaft über dasselbe Gebiet zu teilen.

Welche Rolle spielte der Papst in diesem Konflikt?

Papst Johannes XXII. verweigerte Ludwig die Approbation, leitete einen Prozess gegen ihn ein und versuchte durch den Kirchenbann seine eigene Machtposition gegenüber dem römischen König zu festigen.

Was passierte nach der Trausnitzer Sühne?

Die Trausnitzer Sühne scheiterte an der Ablehnung durch Herzog Leopold und dem päpstlichen Verbot, woraufhin nach erneuten Verhandlungen schließlich der Vertrag zum Doppelkönigtum geschlossen wurde.

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Details

Title
Der Weg zum Vertrag über das Doppelkönigtum - Die Auseinandersetzung zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen in den Jahren 1314 bis 1325
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Die Habsburger
Grade
1,7
Author
Jens Wittig (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V62401
ISBN (eBook)
9783638556484
ISBN (Book)
9783638844154
Language
German
Tags
Vertrag Doppelkönigtum Auseinandersetzung Ludwig Bayern Friedrich Schönen Jahren Habsburger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Wittig (Author), 2005, Der Weg zum Vertrag über das Doppelkönigtum - Die Auseinandersetzung zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen in den Jahren 1314 bis 1325, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62401
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