Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Newer History, European Unification

Wandel der Beschäftigungsstruktur in der Bundesrepublik Deutschland von 1960 bis 1970 - von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft?

Title: Wandel der Beschäftigungsstruktur in der Bundesrepublik Deutschland von 1960 bis 1970 - von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Baltz (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Aktuell wird kontrovers diskutiert, ob Deutschland auf dem Weg ist, eine Wissensgesellschaft bzw. Informationsgesellschaft zu werden, oder ob wir uns nicht schon in einer Solchen befinden. In ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos weist die Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf hin, „dass wir heute in einer Zeit leben, in der sich die Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft wandelt,“ und „dass dieser Wandel schon weit fortgeschritten ist“. Auch BGA-Präsident Anton F. Börner sieht einen „Strukturwandel in Deutschland hin zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft“. Einer der sogenannten Wirtschaftsweisen, Peter Bofinger, sieht Deutschland noch mitten im „Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft“. Norbert Lossau, Ressortleiter Wissenschaft bei der Berliner Morgenpost, vertritt wiederum die Auffassung, dass „Deutschland seinen Wohlstand keinesfalls als Dienstleistungsgesellschaft wird halten können“ und impliziert damit eine anstehende Ablösung der Dienstleistungsgesellschaft. Noch weiter geht der Soziologe Ulrich Beck mit seiner Aussage von 1997, dass eine Weltordnung zusammengebrochen sei und wir in das Zeitalter einer "zweiten Moderne" eingetreten wären. Den Beginn des Umbruchs zur „zweiten Moderne“ ordnet er in die 60er und 70er Jahre ein.
Schon 1962 charakterisierte Ralf Dahrendorf die Bundesrepublik als „neue Gesellschaft“, die einen volkswirtschaftlichen und sozialen Strukturwandel durchläuft. Zeitgenössische Auslegungen von Daniel Bell und Jean Fourastié sahen die Industriegesellschaft „auf dem Weg in die postindustrielle Gesellschaft“. Aus heutiger Perspektive sieht Axel Schildt den volkswirtschaftlichen und sozialen Strukturwandel der 60er Jahre in „einer Entwicklungslinie, die durch das gesamte 20. Jahrhundert führt“, welche schließlich in den 70er Jahren in die Dienstleistungsgesellschaft mündete. Wolfgang Zapf schrieb 1978, dass die ersten Zechenstilllegungen und die zunehmende „Automation“ zu Beginn der Sechzigerjahre „einen tiefgreifenden Strukturwandel“ ankündigten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung und Zielsetzung

1.2. Aufbau der Arbeit

2. Die Entwicklung des gesellschaftlichen Strukturwandels

2.1. Die Drei-Sektoren-Theorie nach Fourastié

2.2. Charakterisierung der Industriegesellschaft

2.3. Charakterisierung der Dienstleistungsgesellschaft

3. Die BRD in den Sechzigerjahren – auf dem Weg zur Dienstleistungsgesellschaft?

3.1. Strukturwandel und Beschäftigungsstruktur

3.2. Die Erwerbsstruktur als Indikator

3.3. Das Bruttoinlandsprodukt als Indikator

3.4. Zusammenfassung

4. Interpretation und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland bereits einen Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft markierten oder ob dieser Zeitraum den Höhepunkt der Industriegesellschaft darstellte. Ziel ist es, durch die Analyse ökonomischer Indikatoren wie der Erwerbsstruktur und des Bruttoinlandsprodukts nachzuzeichnen, ob die Grundlagen für diesen Transformationsprozess bereits in den Sechzigerjahren gelegt wurden.

  • Analyse des gesellschaftlichen Strukturwandels mittels der Drei-Sektoren-Theorie.
  • Untersuchung der Beschäftigungsstruktur in der BRD während der 1960er Jahre.
  • Evaluation des Bruttoinlandsprodukts als Indikator für den sektoralen Wandel.
  • Vergleich der historischen Entwicklung mit theoretischen Prognosen, insbesondere nach Fourastié.
  • Identifikation von Ansätzen für intrasektoralen und regionalen Strukturwandel.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Drei-Sektoren-Theorie nach Jean Fourastié

In der Soziologie, aber auch in der Geschichts- und Wirtschaftswissenschaft, basieren Überlegungen zu einzelnen Gesellschaftskonzepten oft auf der sogenannten Drei-Sektoren-Theorie, welche der französische Ökonom Jean Fourastié in seinem 1949 veröffentlichten Buch „Le Grand Espoir Du XXe Siecle“, zu Deutsch „Die große Hoffnung des zwanzigsten Jahrhunderts“16, ausgeführt hat. Mit seiner Theorie prognostizierte Fourastié schon vor rund 57 Jahren grundlegende und langfristige Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Sie bezieht sich auf den ökonomischen und damit auf den gesamtgesellschaftlichen Strukturwandel17. Der Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft kann also am anschaulichsten über die ökonomische Ebene anhand dieser Drei-Sektoren-Theorie nachgezeichnet werden. Fourastié unterteilte in seiner Theorie das Wirtschaftssystem in drei Produktionssektoren (sektorale Gliederung):

1. in einen primären Sektor der Rohstoff- und Produktionsgewinnung (vor allem Land und Forstwirtschaft, Bergbau und Fischerei)

2. in einen sekundären Sektor der Produktverarbeitung (Industrie und Handwerk, sowie Baugewerbe)

3. und in einen tertiären Sektor der Dienstleistungen (Handel und Verkehr, Informationen, Verwaltung, Kommunikation, Bildung und Wissenschaft, freie Berufe, Dienstleistungsberufe)18

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Debatte über den Strukturwandel Deutschlands ein und definiert die zentrale Fragestellung sowie den Aufbau der Untersuchung.

2. Die Entwicklung des gesellschaftlichen Strukturwandels: Hier werden die theoretischen Grundlagen durch die Drei-Sektoren-Theorie von Jean Fourastié sowie die Merkmale der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft erläutert.

3. Die BRD in den Sechzigerjahren – auf dem Weg zur Dienstleistungsgesellschaft?: Das Kapitel analysiert anhand von Beschäftigungsdaten und dem Bruttoinlandsprodukt, ob in der Bundesrepublik der 1960er Jahre bereits ein Strukturwandel stattfand.

4. Interpretation und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und ordnet die 1960er Jahre als Ursprungsphase des Wandels in der Bundesrepublik ein.

Schlüsselwörter

Strukturwandel, Dienstleistungsgesellschaft, Industriegesellschaft, Drei-Sektoren-Theorie, Jean Fourastié, BRD, Sechzigerjahre, Beschäftigungsstruktur, Bruttoinlandsprodukt, Arbeitsproduktivität, Technischer Fortschritt, Wirtschaftsgeschichte, Transformation, Wirtschaftswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel in der Bundesrepublik Deutschland während der 1960er Jahre und dessen Einordnung zwischen Industriegesellschaft und Dienstleistungsgesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Drei-Sektoren-Theorie nach Fourastié, der Entwicklung der Erwerbsstruktur, der Analyse des Bruttoinlandsprodukts und dem historischen Vergleich von Wirtschaftsdaten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Bundesrepublik in den Sechzigerjahren bereits auf dem Weg zur Dienstleistungsgesellschaft war oder ob dieser Zeitraum den Höhepunkt der Industriegesellschaft bildete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen deskriptiven und analytischen Ansatz, bei dem theoretische Konzepte (Drei-Sektoren-Modell) auf statistische Indikatoren (Beschäftigtenzahlen, BIP, Produktivitätskennzahlen) der 1960er Jahre angewendet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Strukturwandels und eine detaillierte empirische Untersuchung der deutschen Wirtschaftsdaten der 1960er Jahre unter Verwendung verschiedener Indikatoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Strukturwandel, Dienstleistungsgesellschaft, Drei-Sektoren-Theorie und wirtschaftliche Transformation der 1960er Jahre beschreiben.

Welche Bedeutung kommt der Drei-Sektoren-Theorie für die Argumentation zu?

Sie dient als theoretisches Gerüst, um die Verschiebung der wirtschaftlichen Schwerpunkte von der Landwirtschaft über die Industrie hin zu Dienstleistungen nachvollziehbar zu machen.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor bezüglich der "Reisefertigkeit" der BRD?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Bundesrepublik in den 1960er Jahren zwar noch nicht in der Dienstleistungsgesellschaft angekommen war, aber die strukturellen Voraussetzungen dafür bereits gelegt hatte.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Wandel der Beschäftigungsstruktur in der Bundesrepublik Deutschland von 1960 bis 1970 - von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft?
College
University of Flensburg  (Institut für Geschichte und ihre Didaktik)
Course
Die Sixties - kultureller und gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Wandel im internationalen Vergleich
Grade
1,0
Author
Sebastian Baltz (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V62448
ISBN (eBook)
9783638556873
ISBN (Book)
9783638668071
Language
German
Tags
Wandel Beschäftigungsstruktur Bundesrepublik Deutschland Industriegesellschaft Dienstleistungsgesellschaft Sixties Wandel Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Baltz (Author), 2006, Wandel der Beschäftigungsstruktur in der Bundesrepublik Deutschland von 1960 bis 1970 - von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62448
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint