Mit Norwegen assoziieren noch immer sehr viele Menschen Fjorde, Angeln, Pullover, abgelegene Blockhütten und das Königshaus. Es scheint so, als ob dieses Land, welches flächenmäßig beinahe so groß ist wie die Bundesrepublik Deutschland, aber nur einen Bruchteil von dessen Bevölkerung beheimatet, seit Jahrzehnten in romantischer Naturidylle dahinschwebt. Doch der Schein trügt. Norwegen hat seit dem Zweiten Weltkrieg einen enormen Strukturwandel erlebt. Ziel dieser Arbeit ist es, diesen Transformationsprozess näher zu beleuchten und wesentliche Merkmale und Auswirkungen herauszukristallisieren. Dabei richtet sich der Fokus im Folgenden zunächst auf den ökonomischen Wandel, da dieser Erklärungsmuster für Veränderungen in der Sozial- und Siedlungsstruktur bietet. Im Anschluss daran wird der demographische Wandel untersucht, weil sich an ihm eine Beziehung zur ökonomischen Entwicklung illustrieren lässt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil: Strukturwandel in Norwegen
2.1 Ökonomischer Wandel
2.1.1 National
2.1.2 Primärer Sektor
2.1.2.1 Fischfang und Fischaufzucht
2.1.2.2 Land- und Forstwirtschaft
2.1.3 Sekundärer Sektor
2.1.4 Tertiärer Sektor
2.2 Demographischer Wandel
2.2.1 Natürliche Bevölkerungsbewegung
2.2.2 Bevölkerungswanderung
2.3 Folgen des Strukturwandels
3 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, den ökonomischen und demographischen Transformationsprozess in Norwegen seit dem Zweiten Weltkrieg zu beleuchten, die wesentlichen Merkmale des Strukturwandels zu identifizieren und dessen Auswirkungen auf die Sozial- und Siedlungsstruktur zu analysieren.
- Analyse des ökonomischen Wandels und der Entwicklung der primären, sekundären und tertiären Wirtschaftssektoren.
- Untersuchung der demographischen Entwicklung inklusive natürlicher Bevölkerungsbewegung und Wanderungsprozessen.
- Beleuchtung der Korrelation zwischen ökonomischer Prosperität und demographischer Dynamik.
- Diskussion der Folgen des Strukturwandels für die norwegische Peripherie und deren Robustheit.
- Einordnung der norwegischen Entwicklung in den Kontext des Wohlfahrtsmodells.
Auszug aus dem Buch
2.1.2.1 Fischfang und Fischaufzucht
Norwegen gehört seit Jahrzehnten zu den größten und erfolgreichsten Fischfang-Nationen weltweit. Die produktiven Gewässer vor der norwegischen Küste, um Jan Mayen und Svalbard sowie die enge Verzahnung der ausgedehnten Küstenlinie des Festlandes und tausender von Inseln mit dem Meer ermöglichen eine reiche Fangfischerei und eine höchst profitable Aquakultur (vgl. Gläßer et al. 2003, S. 98). Die Fangmengen stiegen von 0,7 (1945) auf 2,7 Mio. Tonnen (2002) (vgl. Kristiansen 2003, S. 39 und Abb.2). Allerdings wird diese Leistung von einer immer geringeren Anzahl von Fischern generiert. Betrug die Zahl der Fischer unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg noch 100.000, nahm sie bis 1980 auf 35.000 ab und lag 2001 bei 19.000. Unter ihnen befinden sich immer mehr Vollerwerbsfischer, also solche, deren alleiniger Erwerb der Fischfang ist. 1956 waren dies 33 Prozent aller Fischer, 1972 48 Prozent, 1980 56 Prozent und 2004 sogar 81 Prozent (vgl. Lindemann 1986, S. 85 u. Kristiansen 2003, S. 39).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, den ökonomischen und demographischen Strukturwandel Norwegens seit dem Zweiten Weltkrieg zu untersuchen.
2 Hauptteil: Strukturwandel in Norwegen: Dieses Kapitel analysiert detailliert den ökonomischen Wandel in den verschiedenen Wirtschaftssektoren, den demographischen Wandel sowie die Folgen dieser Prozesse.
2.1 Ökonomischer Wandel: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entwicklung der norwegischen Wirtschaft auf nationaler Ebene sowie spezifisch im Primär-, Sekundär- und Tertiärsektor.
2.1.1 National: Hier wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung anhand des Bruttoinlandsprodukts und des Human Development Index dargestellt.
2.1.2 Primärer Sektor: Dieses Kapitel behandelt den Strukturwandel in der Fischwirtschaft sowie in der Land- und Forstwirtschaft.
2.1.2.1 Fischfang und Fischaufzucht: Der Abschnitt beschreibt den Übergang von einer traditionellen Kombinationswirtschaft hin zu einer industriell geprägten Fischerei und die Bedeutung der Aquakultur.
2.1.2.2 Land- und Forstwirtschaft: Hier wird der Schrumpfungs- und Spezialisierungsprozess in der Land- und Forstwirtschaft sowie die damit verbundene Mechanisierung thematisiert.
2.1.3 Sekundärer Sektor: Dieses Kapitel analysiert die späte Industrialisierung Norwegens und die Bedeutung neuer Industrien wie dem Öl- und Erdgasbereich.
2.1.4 Tertiärer Sektor: Der Fokus liegt hier auf dem starken Wachstum des Dienstleistungssektors und der Dominanz des öffentlichen Sektors im Rahmen des Wohlfahrtsstaates.
2.2 Demographischer Wandel: Dieses Kapitel untersucht die Bevölkerungsentwicklung unter Berücksichtigung natürlicher Bewegungen und Wanderungsprozesse.
2.2.1 Natürliche Bevölkerungsbewegung: Der Abschnitt befasst sich mit Geburten- und Sterberaten sowie dem Wandel der Altersstruktur.
2.2.2 Bevölkerungswanderung: Hier werden Wanderungsbewegungen und die zunehmende Bevölkerungskonzentration in wirtschaftlich prosperierenden Regionen analysiert.
2.3 Folgen des Strukturwandels: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen des Wandels auf die Peripherie und die Robustheit dünn besiedelter Gemeinden.
3 Fazit: Das Fazit fasst den wirtschaftlichen Transformationsprozess zusammen und hinterfragt die langfristige Aufrechterhaltung des regionalpolitischen Konsenses.
Schlüsselwörter
Strukturwandel, Norwegen, Ökonomischer Wandel, Demographischer Wandel, Primärer Sektor, Sekundärer Sektor, Tertiärer Sektor, Dienstleistungsgesellschaft, Wohlfahrtsstaat, Bevölkerungsentwicklung, Peripherie, Regionalentwicklung, Aquakultur, Ölsektor, Wirtschaftswachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den wirtschaftlichen und demographischen Strukturwandel, den Norwegen seit dem Zweiten Weltkrieg durchlaufen hat, und untersucht dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und die regionale Siedlungsstruktur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Transformation der einzelnen Wirtschaftssektoren (Primär-, Sekundär- und Tertiärsektor), die Bevölkerungsentwicklung, der Einfluss des Wohlfahrtsstaates sowie die regionale Entwicklung der norwegischen Peripherie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Transformationsprozess Norwegens zu beleuchten, wesentliche Merkmale und Auswirkungen herauszukristallisieren und zu verstehen, wie sich die Beziehung zwischen ökonomischer Entwicklung und demographischem Wandel darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse, die auf der Auswertung statistischer Daten, volkswirtschaftlicher Kennzahlen (wie BIP und HDI) sowie der Heranziehung bestehender Literatur zur Wirtschafts- und Sozialgeographie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des ökonomischen Wandels (unterteilt in National, Primär-, Sekundär- und Tertiärsektor), des demographischen Wandels (natürliche Bewegung und Wanderung) sowie der sozioökonomischen Folgen des Strukturwandels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Strukturwandel, Wirtschaftssektoren, Wohlfahrtsstaat, regionale Disparitäten, Demographie und Bevölkerungsentwicklung.
Wie hat sich die Fischwirtschaft in Norwegen gewandelt?
Die Fischwirtschaft hat sich von einer traditionellen, kleinbetrieblichen Kombinationswirtschaft hin zu einer ganzjährigen, professionellen und industriell orientierten Fischerei entwickelt, wobei die Aquakultur mittlerweile ein wesentliches Standbein bildet.
Welche Rolle spielt der Ölsektor für den Strukturwandel?
Der Ölsektor ist ein zentraler Treiber der wirtschaftlichen Prosperität seit den 1970er Jahren, der es Norwegen ermöglichte, sich weitgehend von europäischen Konjunkturschwankungen abzukoppeln, obwohl er nur einen kleinen Anteil der Beschäftigten direkt bindet.
Sind die peripheren Gebiete durch den Strukturwandel vom Aussterben bedroht?
Entgegen der intuitiven Annahme erweisen sich die dünn besiedelten Gebiete als erstaunlich robust, was maßgeblich auf regionale Stützungsmaßnahmen und einen gesellschaftlichen Konsens zur Förderung der Peripherie zurückzuführen ist.
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- Simon Pietschmann (Author), 2006, Ökonomischer und demographischer Strukturwandel in Norwegen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62477