Nicht nur ständig ansteigende Anforderungen an die OP-Dokumentation (Diagnosis Related Groups, Qualitätssicherung), sondern auch die Notwendigkeit in einem verstärkt konkurrierenden Gesundheitsmarkt, Teilprozesse im Krankenhaus zeitnah steuern, evaluieren und somit optimieren zu können, erfordert den Einsatz von OP-Abteilungssystemen, die in einem Krankenhausinformationssystem integriert sind. Eine flächendeckende Einführung konnte bisher wegen mangelnden Verständnisses für Informations- oder Abteilungssysteme und deren Vorteile nicht erfolgen. Die Auswahl nach einer geeigneten Software und deren Integration gestalten sich in der Praxis schwierig, denn Funktionalität und Angemessenheit der Softwarekomponenten schwanken noch erheblich.
Gewisse komplexe, interdisziplinäre Aufgaben bedürfen einerseits der stärkeren Abstimmung von unterschiedlichen Abteilungen und zugleich kürzerer Informations- und Entscheidungswege. Deshalb empfiehlt man die Anwendung von Projektmanagement, wenn die derzeitige Leitungs- und Organisationsstruktur in Unternehmen die Erledigung der Aufgaben nicht sicherstellt. Projektarbeit wird auch deshalb bevorzugt eingesetzt, um das Risiko für die Investitionen in Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnik zu minimieren. Ein wichtiges Managementwerkzeug für neue Vorhaben im Krankenhausbereich ist eben das Projektmanagement.
Vom Autor wird umfassend und praxisbezogen ein EDV-Projekt im OP-Bereich dargestellt. Diese Arbeit wurde mit der Note 1,7 bewertet und dient somit als beispielhafte Vorlage für Hausarbeiten. Diese Arbeit soll Studenten Anregungen geben bzw. als Hilfestellung dienen, die bspw. im Fach Methoden und Techniken (Projektmanagement) an der HFH Hamburger Fern-Hochschule eine Hausarbeit absolvieren müssen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Vorbemerkungen
2 Krankenhausinformationssystem und elektronische Patientenakte
3 Externe und interne Anforderungen an ein Krankenhaus
3.1 Grundlegende juristische Aspekte der Dokumentation des Behandlungsprozesses
3.2 Juristische Aspekt der OP-Dokumentation
3.3 OP-Steuerung
3.4 Umstellung der Finanzierungsform
3.5 Datenübermittlung, Abrechnung, Verhandlung und Qualitätssicherung
3.6 Betriebswirtschaftliche Aspekte
4 Entstehung und Anstoß des Projekts
4.1 Probleme - Ursachen der Projektauslösung
4.2 Ziele
4.2.1 Begriff „Ziel“ und seine Bedeutung
4.2.2 Klinikumsziele - eine weitere Ursache der Projektauslösung
4.3 Projektauftrag
5 Planung und Organisation des Projekts
5.1 Situationsanalyse – interne und externe Faktoren
5.1.1 Technische Voraussetzungen
5.1.2 Personelle und organisatorische Voraussetzungen
5.1.3 Analyse weiterer Aspekte – Grundlage der Softwareanforderungen
5.2 Zusammenstellung des Projektteams
5.3 Organisationsmodell des Projekts
5.4 Festlegung der Projektziele
5.5 Strukturplanung des Projekts
5.6 Ablauf und Terminplanung
5.7 Sollkonzeption
5.7.1 Entwicklung und Zweck des Sollkonzepts
5.7.2 Sollkonzept als Grundlage für ein Auswahlverfahren
5.7.3 Einfluss des Sollkonzepts und der Softwarefunktionalität auf die Arbeitsorganisation und -teilung
5.8 Kostenplanung
5.9 Informationswesen und Projektdokumentation
6 Phase der Softwareeinführung
7 Begleitung der frühen Echt-Betriebsphase
8 Risikomanagement
9 Projektcontrolling und Projektsteuerung
10 Rückblick und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit reflektiert das Projekt „Integration von Hardware und Software im OP-Bereich“. Das Ziel besteht darin, die Gründe für die Projektinitiierung, die Planung und Umsetzung sowie den Verlauf und die Ergebnisse kritisch zu analysieren und im Hinblick auf den Erfolg und die Herausforderungen im klinischen Umfeld zu bewerten.
- Analyse der externen und internen Anforderungen an ein Krankenhaus (z.B. Dokumentationspflichten, DRG-Finanzierung).
- Methodik des Projektmanagements im Kontext einer „Expertenorganisation“.
- Planung und Einführung einer OP-Software zur Verbesserung der Prozessqualität.
- Reflektion über Erfolgsfaktoren und Konfliktpotenziale bei der Implementierung neuer IT-Systeme.
Auszug aus dem Buch
5.2 Zusammenstellung des Projektteams
Die Größe des Projektteams (13 Personen) entsprach den Empfehlungen, denn „… an anderer Stelle wird vor einer Teamgröße von über 15 Mitarbeitern gewarnt…“ (vgl. KATZENBACH/SMITH 1993, zit. n. LITKE 2004, 180). Eine Teilgruppenbildung wurde von der Projektleitung abgelehnt, um im Vorhinein einer unkontrollierbaren Autonomie und Verzögerung des Projekts entgegenzuwirken. Ein Berater der Fa. GWI war ein externes temporäres Projektteammitglied. Dieser Mediziner hatte jahrelange Projekterfahrung im Bereich der Softwareintegration. Die internen Projektbeteiligten wurden aufgrund ihrer EDV-Kenntnisse ersucht, mitzuwirken. Die Vorteile einer Ausschreibung, nämlich dass nur solche mitarbeiten, „die selbst beitragen wollen“ (ROSENTHAL/WAGNER 2004, 303), fanden keine Anwendung. Jedoch wurde berücksichtigt, dass, wie auch von HAAS empfohlen (vgl. HAAS 2005, 608), ausgesuchte Vertreter der betroffenen Abteilungen das Projektteam bildeten.
Der Pflegedirektor bat auch den Verfasser dieser Hausarbeit (OP-Pfleger, Student Pflegemanagement, 2. Semester), an diesem Projekt mitzuwirken. Dieser willigte vorausschauend ein, da eine Projektarbeit Teil seines Studiums ist. Es bot sich die Gelegenheit, „sich selbst beruflich weiterzuentwickeln…“, oder „… etwas Neues zu lernen…“ (ROSENTHAL/WAGNER 2004, 257).
Wie in anderen Projekten kam es auch bei diesem zu „…Macht und Rangkonflikten …“ auf der Führungsebene. Auch „…Missgunst – oder Neid Konflikte…“ (ebd., 238) können in Projekten entstehen, welche sich auch bei diesem Projekt zwischen OP-Pflegekräften abzeichneten. Für das Projektteam wurde bei projektbezogenen Tätigkeiten kein Ersatz organisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung und Vorbemerkungen: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Bedeutung von EDV-Systemen im Gesundheitswesen und begründet den Einsatz von Projektmanagement für IT-Investitionen.
2 Krankenhausinformationssystem und elektronische Patientenakte: Es werden die Grundlagen eines KIS und der Stellenwert der elektronischen Patientenakte für den Behandlungsalltag beschrieben.
3 Externe und interne Anforderungen an ein Krankenhaus: Dieses Kapitel erläutert den rechtlichen und ökonomischen Druck, insbesondere durch Dokumentationspflichten und das neue Fallpauschalen-System.
4 Entstehung und Anstoß des Projekts: Hier werden die konkreten Probleme des Krankenhauses und die daraus abgeleiteten strategischen sowie operativen Projektziele dargelegt.
5 Planung und Organisation des Projekts: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung der Situationsanalyse, der Projektstrukturplanung und des Sollkonzepts sowie der Kosten- und Terminplanung.
6 Phase der Softwareeinführung: Das Kapitel beschreibt den Prozess der Stammdatenermittlung, Schulungen und die Hürden bei der Parametrierung der Software.
7 Begleitung der frühen Echt-Betriebsphase: Der Start des Systems wird als „Big Bang“-Einführung reflektiert, begleitet von Akzeptanzproblemen und technischen Herausforderungen.
8 Risikomanagement: Die Arbeit kritisiert das Fehlen eines aktiven Risikomanagements, das bei den aufgetretenen Problemen hätte helfen können.
9 Projektcontrolling und Projektsteuerung: Es wird die Rolle der Projektleitung bei der Überwachung der Meilensteine und der Budgeteinhaltung untersucht.
10 Rückblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über den Teilerfolg des Projekts und die strukturellen Herausforderungen in Expertenorganisationen.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Krankenhausinformationssystem, OP-Dokumentation, Fallpauschalen, DRG, Softwareeinführung, Sollkonzept, Projektstrukturplan, Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement, Klinikum, EDV, Schnittstellenprobleme, Expertenorganisation, Change Management
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Einführung und Integration von Hardware und Software zur OP-Dokumentation in einem Krankenhaus und analysiert die dabei auftretenden organisatorischen und technischen Prozesse.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Anforderungen an moderne Krankenhaus-IT, das Vorgehen bei IT-Projekten im Gesundheitswesen sowie die Auswirkungen solcher Projekte auf die Arbeitsorganisation und das Personal.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die kritische Reflexion des Projekts „Integration von Hardware und Software im OP-Bereich“ anhand wissenschaftlicher Projektmanagement-Methoden, um Erfolgsfaktoren und Defizite aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die Ist-Analyse des Projektverlaufs, gleicht diesen mit gängiger Fachliteratur zum Projektmanagement ab und nutzt eigene Erfahrungen als Projektmitglied zur Fallstudien-Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt den gesamten Projektzyklus ab: von der Bedarfsermittlung und Planung über die Softwareeinführung und Begleitung der Betriebsphase bis hin zur Steuerung und dem Controlling.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Projektmanagement, OP-Dokumentation, Krankenhausinformationssystem (KIS), DRG-Abrechnung und Change Management in Expertenorganisationen.
Warum war das Projekt laut Autor nur teilweise erfolgreich?
Der Autor führt dies auf fehlende Akzeptanz beim Personal, mangelnde EDV-Grundkenntnisse, fehlende Standardisierung der OP-Eingriffe und unzureichende Kommunikation von Unternehmenszielen zurück.
Welche Rolle spielt die „Matrix-Projektorganisation“?
Das Modell der Matrix-Organisation wird als häufig genutzte, aber konfliktträchtige Organisationsform beschrieben, da die Mitarbeiter bei diesem Projekt zwischen der fachlichen Leitung und ihren Linienvorgesetzten standen.
Welchen Einfluss hatte das DRG-System auf das Projekt?
Die Umstellung auf Fallpauschalen erforderte eine höhere Transparenz und Qualität bei der OP-Dokumentation, was den administrativen Druck zur Einführung der neuen Software maßgeblich erhöhte.
- Quote paper
- Andreas Draxinger (Author), 2005, Integration von Hardware und Software im OP-Bereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62502