Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werde ich zuerst die Mead’sche Theorie der Sozialisation darstellen und darauf hin die Konzeption Berger/Luckmanns. Des Weiteren werde ich die Schnittstellen und Abweichungen der beiden Theorien verdeutlichen und aufzeigen, in wieweit B/L das Mead’sche Modell übernommen oder abgeändert haben.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Der Sozialisationsprozess bei George Herbert Mead
1.1 Die Begriffe „Play“ , „Game“ und der „verallgemeinerte Andere“
1.1.1 „Play“
1.1.2 „Game“
1.1.3 Der „verallgemeinerte Andere“
1.2 „I“ und „Me“
2. Der Sozialisationsprozess bei Berger / Luckmann
2.1 „Primäre Sozialisation“
2.2 „Generalisierte Andere“
2.3 „Sekundäre Sozialisation“
3. Schnittstellen und Differenzen der Theorien
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Sozialisationstheorien von George Herbert Mead sowie Peter L. Berger und Thomas Luckmann, um die Schnittstellen und theoretischen Abweichungen in der Identitätsentwicklung und gesellschaftlichen Internalisierung aufzuzeigen.
- Die sozialpsychologische Perspektive nach George Herbert Mead
- Die konstruktivistische Sichtweise von Berger und Luckmann
- Phasen der Sozialisation: Von der Identitätsbildung bis zur gesellschaftlichen Integration
- Bedeutung von Sprache und Kommunikation für den Sozialisationsprozess
- Vergleich von Identitätskonstruktion und Arbeitsteilung in modernen Gesellschaften
Auszug aus dem Buch
1.1.2 „Game“
Ab einem gewissen Alter überschreitet das Kind die Grenze des unorganisierten Spiels („Play“) und nimmt an einem organisiertem Spiel („Game“) teil. Im „Game“ muss das Kind sich mit einem Gruppenziel identifizieren und die Haltung aller anderen Beteiligten innehaben. Dies kann man gut an einem organisiertem Spiel wie dem Fußball verdeutlichen: Wenn ein Spieler im Mittelfeld den Ball bekommt, wird er ihn höchstwahrscheinlich an die Stürmer weiterspielen, da er weiß, dass die anderen Spieler das von ihm erwarten und nur so seine Mannschaft zu einem Sieg kommen kann. Genauso ist er in der Lage zu antizipieren, dass sein Gegenspieler wohl das Selbe vorhat. Der Spieler muss also die Rollen aller Beteiligten in sich tragen um zu wissen, was von ihm erwartet wird. Genauso stellt er fest, dass sein eigenes Handeln das der Anderen beeinflusst und gleichzeitig das eigene Handeln von dem der Anderen abhängt. Er verinnerlicht jedoch nicht nur die Erwartungen, sondern auch eine spezifische Haltung, die ihn zum Teil jener Gruppe macht. Es entwickelt sich also eine organisierte Persönlichkeit, die zu einem „organischen Glied der Gesellschaft“(Ebd.;S.202) wird.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Einführung in den Begriff der Sozialisation und Vorstellung der theoretischen Grundlagen von Durkheim, Mead sowie Berger und Luckmann.
1. Der Sozialisationsprozess bei George Herbert Mead: Darstellung der Identitätsentwicklung durch die Phasen Play und Game sowie die Analyse des Wechselspiels von I und Me.
2. Der Sozialisationsprozess bei Berger / Luckmann: Erläuterung der zweistufigen Sozialisation in primäre und sekundäre Abschnitte unter Einbeziehung der Internalisierung gesellschaftlicher Welten.
3. Schnittstellen und Differenzen der Theorien: Kritischer Vergleich der theoretischen Ansätze unter Berücksichtigung von Gemeinsamkeiten und den unterschiedlichen wissenschaftlichen Schwerpunkten.
4. Schlussfolgerung: Synthese der Erkenntnisse und Einordnung der Theorien im Kontext des Sozialkonstruktivismus.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Identität, George Herbert Mead, Berger, Luckmann, Play, Game, verallgemeinerter Anderer, I, Me, primäre Sozialisation, sekundäre Sozialisation, Sozialkonstruktivismus, Identitätsbildung, Rollenübernahme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologischen und sozialpsychologischen Grundlagen der Sozialisation und vergleicht die Ansätze von Mead mit denen von Berger und Luckmann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Identität, der Prozess der Internalisierung gesellschaftlicher Strukturen und die Bedeutung von Rollen in sozialen Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden theoretischen Modelle darzustellen und aufzuzeigen, wie Berger und Luckmann Meads Konzept weiterentwickelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der die Primärquellen der genannten Autoren gegenübergestellt und vergleichend ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Meads Phasen der Sozialisation sowie das Konzept von Berger und Luckmann zur primären und sekundären Sozialisation detailliert analysiert und anschließend in einer vergleichenden Gegenüberstellung kritisch reflektiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Identität, Sozialisation, Rollenübernahme, I und Me, Generalisierter Anderer sowie der Sozialkonstruktivismus sind die wesentlichen Begriffe.
Wie unterscheidet sich die Entstehung des "generalisieren Anderen" bei Mead und bei Berger/Luckmann?
Bei Mead tritt der generalisierte Andere erst in der Phase des „Game“ auf, während bei Berger und Luckmann die Bildung dieses Konstrukts den zentralen Schritt zum Abschluss der primären Sozialisation darstellt.
Warum betrachten Berger und Luckmann die primäre Sozialisation als wichtiger als die sekundäre?
Da in der primären Sozialisation eine tiefgreifende emotionale Identifikation mit den signifikanten Anderen stattfindet, die das Weltbild des Kindes fundamentiert, während die sekundäre Sozialisation eher rollenspezifisch und weniger identitätsgebunden ist.
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- Valentin Marquardt (Author), 2006, Der Sozialisationsprozess bei Peter L. Berger / Thomas Luckmann und George Herbert Mead, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62544