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Aufstand des Volkes, Affirmation der Monarchie - Die ideologische Perspektive von Fuente Ovejuna

Title: Aufstand des Volkes, Affirmation der Monarchie - Die ideologische Perspektive von Fuente Ovejuna

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anita Müller (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Lope de Vega war einer der bedeutendsten Literaten des Siglo de Oro. Mit seinem Werk Fuente Ovejuna hat er noch lange nach seiner Lebenszeit für Furore in ganz Europa gesorgt. Nach der Theatertheorie von Aristoteles Ort-Zeit-Handlung 1 grenzt Lope in seinem Stück verschiedene Darstellungsebenen klar ab: Monarchen, Adel und das Volk bewegen sich in den ihnen gegebenen Lokalitäten. Wir haben es hier mit einem Ehrendrama zu tun, in dem sich die Tragödie mit Elementen der Komödie vermischt. 2 Die komödialen Elemente sollen jedoch in dieser Arbeit nicht behandelt werden. Lope arbeitet mit dem Dreischritt - der erzählerische Aufbau gliedert sich in drei Bereiche: der bestehenden Ordnung, dem Bruch der Ordnung und der Wiederherstellung der Ordnung. 3 In ideologischer Hinsicht sollen in Fuente Ovejuna auf Basis dieser Erzählstruktur Beobachtungen über die Aussage des Stückes gemacht werden. In dem Stück kann man deutlich zwei zentrale Themen erkennen: das der Liebe und das der Freiheit. In dieser Arbeit wird das weitläufige Thema der Freiheit im Mittelpunkt stehen. Der zentrale Punkt besteht in dem Volksaufstand, in dem sich das Dorf Fuente Ovejuna gegen ihre Obrigkeit stellt und dadurch seine Freiheit erhält. Es scheint widersinnig, daß die Bewohner des Dorfes sich einerseits gegen einen Unterdrücker auflehnen, sich zugleich aber ihrer oberen Institution verbunden fühlen und deren Legitimation durch ihren Freiheitsdrang zugleich bestärken. Die ideologische Perspektive des Stückes dürfte sich für Lope de Vega als ein zentrales Thema dargestellt haben - es soll in dieser Arbeit nicht versucht werden, Lopes persönliche Intentionen des monarchischen Systems zu analysieren. Vielmehr soll es sich hier um eine Analyse der Verhältnisse seiner im Dramen eingesetzten Figuren untereinander handeln und auch, inwiefern der Leser bzw. Zuschauer diese Verhältnisse als legitimiert ansieht und welche Mittel Lope einsetzt um den Rezipienten die Sicht auf die „richtige“ Seite zu ermöglichen. Im Zentrum stehen hier die drei Fronten und inwiefern sie ihre eigenen Weltanschauungen durchzusetzen versuchen und welchen Grund es hat, daß in seinem Drama der Volksaufstand von Fuente Ovejuna seine Bewohner letztlich zur Freiheit führt. Genauer wird auch betrachtet, inwiefern die Monarchen ihre Position stärken können und welche Rolle dabei das Volk spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung des Themas

1. Einbettung des Dramas

1.1. Politische Situation im historischen Kontext

1.2. Machtverhältnise

2. Darstellungen der Hierarchien

2.1. Monarchen

2.2. Adel bzw. Klerus

2.3. Bauern

3. Herausstellung des politischen Mißstandes und der Übergang zum Idealzustand

3.1. Die Folgen des Aufstandes

3.2. Die Positionierung des Komturs und sein politisches Fehlverhalten

3.3. Königstreue des Volkes

Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologische Perspektive von Lope de Vegas Drama "Fuente Ovejuna", wobei der Fokus insbesondere auf der Darstellung der monarchischen Machtstruktur und dem Verhältnis zwischen den gesellschaftlichen Schichten liegt. Dabei wird analysiert, wie der Volksaufstand innerhalb des Stückes als legitimes Mittel zur Wiederherstellung einer durch den Adel gestörten Ordnung dargestellt wird und welche Rolle die Monarchie dabei einnimmt.

  • Die politische Einbettung des Dramas im Spanien des 15. Jahrhunderts.
  • Die Analyse der Hierarchien zwischen Monarchie, Adel (Ritterorden) und Bauern.
  • Der Einfluss des politischen Fehlverhaltens einzelner Adliger auf den sozialen Frieden.
  • Die Legitimation des Volksaufstandes durch die absolute Autorität der Krone.
  • Die Versöhnung und Wiederherstellung der gesellschaftlichen Ordnung im Sinne des Zentralstaats.

Auszug aus dem Buch

2.1. Monarchen

Selbst wenn die Monarchen in Fuente Ovejuna als Personen nicht gerade oft auftreten, so soll dies nicht bedeuten, daß sie eine untergeordnete Rolle spielten. Im Gegenteil: dadurch, daß sie in der Rahmenhandlung nur geringfügig auftreten und zunächst scheinbar keinen Einfluß auf die Haupthandlung haben, wird nur mehr ihre Erhabenheit unterstrichen.

Die Könige treten erst gegen Ende des ersten Aktes im Palast auf. Das Gespräch eröffnet Isabel, die mit Ferdinand über das weitere strategische Vorgehen gegen Alfonso spricht. Unmittelbar werden sie in die Handlung um Cuidad Real mit einbezogen; zwei Ratsherren berichten über die Vorgänge in der Grenzstadt. Der Ratsherr drückt seine Loyalität zum König aus („...humildes nos presenamos, el real amaro pidiendo“, Vers 662), was sein Vertrauen in das Königspaar und die Anerkennung ihrer in den Erbstreitigkeiten deutlich macht. Die Problematik einer möglichen militärischen Vereinigung zwischen Alfonso und dem Großkomtur bringt der Ratsherr deutlich als unloyales Verhalten von Fernán Gómez hervor, woraufhin das Königspaar ein Eingreifen plant. Deutlich werden hier die katholischen Könige als einzige und oberste Instanz in innenpolitischen Fragen herausgestellt und die Einnahme von Ciudad Real als versuchter Schlag gegen die Königstreue angesehen. Die Macht des Adels wird hier deutlich beschnitten: alleine die Könige verfügen über ihr Volk; ihre Macht darf nicht durch den Klerus untergraben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Abgrenzung des Themas: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die ideologische Aussage von "Fuente Ovejuna" unter Berücksichtigung der dramatischen Struktur und des Themas der Freiheit zu untersuchen.

1. Einbettung des Dramas: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext des ausgehenden 15. Jahrhunderts in Spanien sowie die strukturellen Machtverhältnisse, die das politische Umfeld des Dramas prägen.

2. Darstellungen der Hierarchien: Hier werden die Rollen und Charaktereigenschaften von Monarchen, Adel (insbesondere der Klerus/Ritterorden) und Bauern in ihrer jeweiligen politischen Bedeutung analysiert.

3. Herausstellung des politischen Mißstandes und der Übergang zum Idealzustand: Die Untersuchung befasst sich mit den Ursachen des Aufstandes, der Rolle des Komturs als Störfaktor sowie der entscheidenden königlichen Instanz für die Wiederherstellung der Ordnung.

Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass das Drama die Monarchie als harmonisierende Zentralgewalt idealisiert, welche die Interessen des Volkes gegenüber einem fehlerhaften Adel schützt.

Schlüsselwörter

Fuente Ovejuna, Lope de Vega, Monarchie, Volksaufstand, Siglo de Oro, politische Machtverhältnisse, Katholische Könige, Feudalismus, Gesellschaftsstruktur, Ideologie, Ritterorden, Legitimation, Freiheit, Ordnung, Dramentheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ideologische Perspektive in Lope de Vegas Drama "Fuente Ovejuna" im Kontext der spanischen Gesellschaft des 15. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Machtstrukturen zwischen dem Königspaar, dem Adel (speziell dem Calatrava-Orden) und der Dorfgemeinschaft sowie deren Einfluss auf den Volksaufstand.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie das Drama den Aufstand der Bauern gegen einen einzelnen Tyrannen legitimiert, um letztlich die uneingeschränkte Autorität der Monarchie zu bekräftigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine struktur- und ideologieanalytische Methode an, um die Rollenverteilung der Figuren und deren politisches Handeln im Dramenkontext zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Einbettung des Stückes, die detaillierte Charakterisierung der beteiligten gesellschaftlichen Schichten sowie die Analyse des Aufstandes und seiner ideologischen Folgen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Monarchie, Volk, Aufstand, Legitimation, Feudalherrschaft und die spezifische historische Epoche des Siglo de Oro.

Warum wird der Komtur im Stück als negativ dargestellt?

Der Komtur wird als Tyrann inszeniert, der durch sein gewissenloses Verhalten und den Missbrauch seiner Privilegien die soziale Harmonie im Dorf stört und sich gegen die königliche Ordnung stellt.

Welche Rolle spielt das Symbol des Kreuzes in der Argumentation?

Das Kreuz des Calatrava-Ordens dient dem Komtur zunächst als Rechtfertigung, wird jedoch durch die Dorfbewohner entlarvt, da sein tatsächliches Handeln im krassen Widerspruch zur christlichen Symbolik steht.

Wie wird das Ende des Stückes im Kontext der Monarchie gedeutet?

Das Eingreifen des Königspaares, welches den Mord am Komtur verzeiht, dient als Symbol für die Wiederherstellung einer rechtmäßigen Ordnung, in der die Monarchie als einziger Garant für Freiheit und Gerechtigkeit anerkannt wird.

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Details

Title
Aufstand des Volkes, Affirmation der Monarchie - Die ideologische Perspektive von Fuente Ovejuna
College
University of Bonn  (Romanisches Seminar)
Course
Proseminar: Spanisches Barocktheater
Grade
2,3
Author
Anita Müller (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V62548
ISBN (eBook)
9783638557658
ISBN (Book)
9783656789895
Language
German
Tags
Aufstand Volkes Affirmation Monarchie Perspektive Fuente Ovejuna Proseminar Spanisches Barocktheater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anita Müller (Author), 2005, Aufstand des Volkes, Affirmation der Monarchie - Die ideologische Perspektive von Fuente Ovejuna, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62548
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