Die ständig neuen Anwendungsfelder der Informations- und Kommunikationstechnologien haben bereits und werden noch, wie kaum eine andere Entwicklung, das Personalmanagement von Unternehmen in den nächsten Jahren gravierend verändern.
Noch 1999 nutzten gerade einmal 19 Prozent der Europäer im Alter von über 16 Jahren regelmäßig das Internet, jetzt, 2006 sind es schätzungsweise 67 Prozent, zwei Drittel. Im Jahre 2010 wird aufgrund der weiteren Verbreitung und individuellen Verfügbarkeit des Internets voraussichtlich 90 Prozent der westlichen Bevölkerung im Internet vertreten sein. Vorausgesetzt, dass Arbeit die Existenz des Einzelnen auch zukünftig sichern wird, so ist davon auszugehen, dass bald jeder Erwerbsfähige das Internet als Instrument für die Jobsuche einsetzen wird.
Der Markt für Online-Karrierenetzwerke ist in den letzten Jahren sensationell gewachsen und hat seinen Zenit noch nicht erreicht.
Wir befinden uns folglich mitten in einer digitalen Evolution und das Personalmanagement entwickelt sich vor diesem Hintergrund kontinuierlich weiter. Für die erfolgreiche Personalarbeit werden aktuell komparative Vorteile von Mensch und Technik genutzt. Höchstmögliche Wertschöpfung wird hierbei erreicht, wenn digitalisierbare Aufgaben und Prozesse, die die Aufgabenerfüllung effektiver und effizienter machen, der Technik übertragen werden.
Die Personalrekrutierung als Bestandteil des Personalmanagements verfügt aufgrund der Beschaffenheit der zu verarbeitenden Informationen über ein sehr hohes Virtualisierungspotenzial. Da durch die Digitalisierung und deren Möglichkeiten immer neue Methoden und Instrumente für das Personalmanagement entstehen, zielt diese Entwicklung letztlich auf die ganzheitliche Veränderung des Rekrutierungsprozesses ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problembeschreibung
1.2 Zielsetzung und Vorgehen
2 Einordnung der elektronischen Personalrekrutierung
2.1 Ziele und Aufgaben der Personalrekrutierung
2.2 Anforderungen an Methoden der Personalbeschaffung und Personalwerbung
3 Zum aktuellen Entwicklungsstand der elektronischen Personalrekrutierung
3.1 Methoden und Instrumente auf dem Prüfstand
3.1.1 Die Jobbörse
3.1.2 Die unternehmenseigene Homepage
3.2 Die Digitalisierung des Personalbeschaffungsprozesses
3.2.1 Die digitale Stellenanzeige
3.2.2 Die online – Bewerbung
3.2.3 Das Bewerbungscontrolling
3.2.4 Das Response-Management
3.2.5 Das Workflow – Management
3.2.6 Das digitale Interview
3.2.7 Die Lebenslauf – Datenbank – Recherche
3.3 Unterschiede zwischen traditioneller und elektronischer Rekrutierung
3.4 Exkurs: Zeitarbeitsfirmen im Internet
4 Zur virtuellen Zukunft: Chancen und Grenzen von E-Recruiting
4.1 Blick in das Jahr 2010plus: Entwicklung eines Weltarbeitsmarktes
4.2 Blick in das Jahr 2010plus: Die Jobbörse der Zukunft
5 Schlussfolgerung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Digitalisierung auf den Prozess der Personalrekrutierung, analysiert aktuelle digitale Instrumente und beleuchtet die künftigen Herausforderungen und Potenziale elektronischer Rekrutierungsmethoden.
- Elektronische Personalrekrutierung (E-Recruitment) als Bestandteil des Personalmanagements
- Digitale Instrumente: Jobbörsen, Firmenhomepages und Bewerbungsprozesse
- Gegenüberstellung: Traditionelles Recruiting vs. E-Recruiting
- Zukunftsperspektiven: Arbeitsmarkt 2010plus und virtuelle Arbeitswelt
- Chancen und Risiken digitalisierter Personalbeschaffung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Die unternehmenseigene Homepage
Die Firmenhomepage ermöglicht dem Arbeitssuchenden das Recherchieren nach einem konkreten Bedarf und wird meist aufgrund subjektiver Attraktivitätseinschätzungen gezielt aufgesucht. Sie ist aktuell die meist genutzte digitale Informationsquelle für potenzielle Bewerber. In unserer wie von Scholz beschriebenen darwiportunistischen Arbeitswelt, gekennzeichnet durch die wechselseitige Beeinflussung von individueller Chancensuche und dem kollektiven Aussortieren dessen, was nicht zur Wettbewerbsfähigkeit des Systems beiträgt, üben die Firmenwebsites und darin platzierte Stellenanzeigen eine wichtige Signalfunktion aus. Unternehmen können an dieser Stelle gezieltes Personalmarketing betreiben und klar kommunizieren, wie sie die Arbeitswelt sehen. Im „War for Talents“ können sie sich so gezielt von der Konkurrenz abheben, um qualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Der Einfluss der Qualität der Website auf das gesamte Firmenimage ist daher nicht zu unterschätzen. Das professionelle Website-Recruiting ermöglicht Bewerbern ein Self-Assessment und trägt zur Abweisung nicht geeigneter, aber Bedarfsweckung geeigneter Kandidaten bei. Als Bewertungsmaßstab kann die CUBE – Formel herangezogen werden.
Auf die Website gehören demnach umfassende Informationen (Content), präsentiert über eine intuitive Benutzerführung (Usability) mit dem Ziel, sich als Arbeitgeber-Marke (Branding) gefühlsbetont (Emotion) zu präsentieren. Bisherige Bewertungen nach CUBE verdeutlichen eindrücklich die unterschiedliche Qualität existierender Homepages.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die durch Informations- und Kommunikationstechnologien ausgelösten Veränderungen im Personalmanagement und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Einordnung der elektronischen Personalrekrutierung: Dieses Kapitel verankert das E-Recruitment theoretisch durch die Definition von Zielen, Aufgaben und Anforderungen an die Personalbeschaffung.
3 Zum aktuellen Entwicklungsstand der elektronischen Personalrekrutierung: Hier werden konkrete digitale Methoden und Instrumente wie Jobbörsen und Bewerbungsprozesse analysiert und den traditionellen Methoden gegenübergestellt.
4 Zur virtuellen Zukunft: Chancen und Grenzen von E-Recruiting: Das Kapitel wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes und die Rolle digitaler Plattformen bis zum Jahr 2010plus.
5 Schlussfolgerung und Ausblick: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung des E-Recruitings als zukünftigen kritischen Erfolgsfaktor für Unternehmen.
Schlüsselwörter
Personalrekrutierung, Personalmanagement, E-Recruitment, Digitalisierung, Online-Bewerbung, Jobbörsen, Personalmarketing, War for Talents, Personalbeschaffung, Anforderungsprofil, Bewerber-Screening, Arbeitsmarkt, Workflow-Management, Skill-Portfolio
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Internets auf die Personalrekrutierung und bewertet die Vor- und Nachteile sowie die zukünftigen Entwicklungen digitaler Rekrutierungsprozesse.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen Methoden der Personalbeschaffung, der Einsatz von Online-Medien, die Digitalisierung des Bewerbungsprozesses und Szenarien für den zukünftigen Arbeitsmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Status quo der elektronischen Personalrekrutierung aufzuzeigen und zu untersuchen, wie Unternehmen digitale Medien effektiv zur Personalgewinnung nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Trendanalyse sowie der systematischen Gegenüberstellung traditioneller und elektronischer Beschaffungsinstrumente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung des E-Recruitings, die detaillierte Vorstellung digitaler Instrumente (Jobbörsen, Homepages) und eine umfassende Prozessanalyse der Digitalisierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind E-Recruitment, Personalmarketing, War for Talents, Skill-Portfolio und die Digitalisierung des gesamten Beschaffungsprozesses.
Was besagt die „CUBE-Formel“ für Firmenwebsites?
Die CUBE-Formel dient als Bewertungsmaßstab für die Qualität von Recruiting-Homepages und umfasst die Dimensionen Content, Usability, Branding und Emotion.
Welche Rolle spielen Zeitarbeitsfirmen laut dem Exkurs im Internet?
Zeitarbeitsfirmen nutzen das Internet als Informationsplattform, um die Transparenz zu erhöhen und den Prozess der Personalauswahl durch Zeitunabhängigkeit flexibler zu gestalten.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Psychologin Tina Günther (Autor:in), 2006, Chancen und Grenzen der elektronischen Personalrekrutierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62561