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Ausdruck von Frömmigkeit in der russischen Kultur - Religiöse Zeichen und ihre Legitimation

Titel: Ausdruck von Frömmigkeit in der russischen Kultur - Religiöse Zeichen und ihre Legitimation

Hausarbeit , 2001 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Friesen (Autor:in)

Russistik / Slavistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll nun versucht werden, das Wesen eines religiösen Zeichens überhaupt zu umreißen und die Geschichte religiöser Symbole in der russisch- orthodoxen Kirche im Zusammenhang mit der Geschichte der übrigen christlichen Konfessionen zu beleuchten. Im Verlauf der verschiedenen Kirchengeschichten gab es ähnliche Probleme und Konflikte um den wahrhaften Ausdruck des Glaubens. So hatte z.B. die protestantische Bewegung im 16. Jahrhundert ähnliche Schwierigkeiten mit der Legitimation ihrer religiösen Praxis wie die Anhänger des Staroobrjadčestvo im 17. und 18. Jahrhundert. Da die Legitimation des materiellen Ausdrucks einer Religion ein wesentliches Moment für ihr Bestehen ist, geht diese Arbeit vor allem auf das Problem der Legitimation von religiösen Zeichen und Riten in der Geschichte der russisch- orthodoxen Kirche, aber auch in den anderen christlichen Konfessionen, ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kapitel Das Wesen eines religiösen Zeichens

2. Kapitel Legitimation von religiösen Zeichen bei den christlichen Glaubensrichtungen

3. Kapitel Moskau: das „dritte Rom“

3. Kapitel Die Hundertkapitelsynode 1551

4. Kapitel Konservativismus der russisch- orthodoxen Kirche

5. Kapitel Raskol

6. Kapitel Legitimationsprobleme und die Aufspaltung der Raskol´niki

7. Kapitel Absolutheit des religiösen Zeichens?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht das Wesen religiöser Zeichen sowie deren Legitimation innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche, wobei sie diese in den breiteren Kontext christlicher Konfessionsgeschichte stellt. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen religiöser Frömmigkeit und ihren materiellen Manifestationen – wie Riten, Symbolen und Bräuchen – zu analysieren und zu klären, welche Rolle die Wahrhaftigkeit dieser Zeichen für das Glaubensverständnis spielt.

  • Definition und semiotisches Wesen religiöser Zeichen
  • Legitimation durch apostolische Tradition und Sukzession
  • Die historische Rolle Moskaus als „drittes Rom“
  • Einfluss der Hundertkapitelsynode auf kirchliche Normen
  • Ursachen und Auswirkungen des Schismas (Raskol)
  • Das Spannungsfeld zwischen Traditionsbewahrung und Reform

Auszug aus dem Buch

1. Kapitel Das Wesen eines religiösen Zeichens

Wie schon in der Einleitung dargelegt, ist Frömmigkeit als die Bereitschaft eine Religion anzunehmen und auszuüben zu definieren.

Dabei ist für das Wesen aller Religionen das Herausbilden von Bräuchen und Ritualen kennzeichnend. Ein Ritual aber ist nichts Anderes als eine symbolische Handlung.

Ein Symbol oder eine symbolische Handlung repräsentiert stets etwas. Seine aüßere Form hat immer einen bestimmten Inhalt, eine Bedeutung und nach Meinung Florenskijs auch immer eine Funktion.

An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, ob religiöse also kultische Zeichen sich von anderen nichtreligiösen Zeichen unterscheiden. Und wenn ja, in welcher Weise? Wenn man in der Tradition de Saussures die Unterscheidung des arbiträren Zeichens im Gegensatz zum motivierten Symbol annimmt, entsteht die Schwierigkeit der Zuordnung des religiösen Zeichens zu einem von beiden. Ist die äußere Form eines religiösen Zeichens willkürlich oder ist seine Form durch seinen Inhalt bestimmt. Und, verändert sich der Inhalt, wenn sich die äußere Form verändert? Nimmt man, wie Florenskij, an, dass die äußere Form eines religiösen Zeichens nicht willkürlich sein kann, ansonsten sei es keines, ist die logische Schlussfolgerung, dass das religiöse Zeichen ein Symbol, also durch sein Referenzobjekt motiviert, ist, d.h. Analogien mit ihm aufweist. Nach Meinung Florenskijs in Hinsicht auf die Ikone und der Luthers in Hinsicht auf das Abendmahl ist das religiöse Zeichen gleichzeitig sein Referenzobjekt und verweist nicht nur darauf. Das Vorhandensein des religiösen Zeichens ist auch immer die Anwesenheit des Göttlichen, des Heiligen. Nach dieser Auffassung kann ein reliogiöses Zeichen also kein Symbol sein, dessen Form zwar durch sein Referenzobjekt motiviert ist, auf dieses jedoch nur verweist und nicht identisch mit ihm ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird der Begriff der Frömmigkeit geklärt und als materielle Manifestation in Form von Symbolen und Ritualen definiert, die den Kern der Untersuchung bildet.

1. Kapitel Das Wesen eines religiösen Zeichens: Dieses Kapitel erörtert die semiotische Beschaffenheit religiöser Zeichen und diskutiert die Frage, ob diese Symbole durch ihr Referenzobjekt motiviert sind oder ob sie eine eigenständige Identität besitzen.

2. Kapitel Legitimation von religiösen Zeichen bei den christlichen Glaubensrichtungen: Hier wird untersucht, wie die Wahrhaftigkeit von Ritualen durch die apostolische Tradition und Sukzession garantiert wird und welche Legitimationskrisen bei Abspaltungen entstehen.

3. Kapitel Moskau: das „dritte Rom“: Das Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund des russisch-orthodoxen Selbstverständnisses als Bewahrerin des wahren Glaubens nach dem Fall von Konstantinopel.

3. Kapitel Die Hundertkapitelsynode 1551: Es wird dargelegt, wie die Synode byzantinisches Recht an russische Verhältnisse anpasste und dabei dem eigenen Brauchtum den Vorzug gab.

4. Kapitel Konservativismus der russisch- orthodoxen Kirche: Dieses Kapitel analysiert die Reformunwilligkeit der Kirche als konsequente Folge der Überzeugung, den apostolischen Glauben in seiner Fülle bewahren zu müssen.

5. Kapitel Raskol: Es wird beschrieben, wie sich ein bedeutender Teil des Kirchenvolkes aus Widerstand gegen die nikonianischen Reformen von der Mutterkirche abspaltete.

6. Kapitel Legitimationsprobleme und die Aufspaltung der Raskol´niki: Das Kapitel thematisiert die Folgen der fehlenden priesterlichen Sukzession bei den Altgläubigen und die daraus resultierenden radikalen inneren Spaltungen.

7. Kapitel Absolutheit des religiösen Zeichens?: Abschließend wird diskutiert, inwiefern die Wahrhaftigkeit eines religiösen Zeichens an der Form oder der inneren Geisteshaltung des Gläubigen hängt.

Schlüsselwörter

Frömmigkeit, Religiöse Zeichen, Russische Orthodoxie, Staroobrjadcy, Raskol, Legitimation, Apostolische Sukzession, Symbolik, Ritual, Hundertkapitelsynode, Nikon, Altgläubige, Christentum, Wahrhaftigkeit, Glaubenspraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Ausdruck der Frömmigkeit in der russischen Kultur, insbesondere mit der materiellen Manifestation des Glaubens durch religiöse Symbole, Riten und deren Legitimation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die semiotische Bedeutung religiöser Zeichen, die kirchengeschichtliche Entwicklung in Russland, das Schisma der Altgläubigen und die Frage nach der Bewahrung des „rechten“ Glaubens.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Wesen des religiösen Zeichens und untersucht, wie eine Kirche ihre religiöse Praxis legitimiert und wie mit Konflikten um den „wahrhaften“ Ausdruck des Glaubens umgegangen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die kirchenhistorische Dokumente, religiöse Schriften und semiotische Ansätze kombiniert, um den Zusammenhang zwischen Form und Inhalt religiöser Riten zu erörtern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der russisch-orthodoxen Kirche, den Einfluss der Hundertkapitelsynode, die nikonianischen Reformen sowie die daraus resultierenden Legitimationsprobleme der Raskol-Bewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Frömmigkeit, Altgläubige (Staroobrjadcy), Raskol, apostolische Sukzession und die Spannung zwischen Tradition und Reform charakterisiert.

Warum war die Sukzession für die Altgläubigen so problematisch?

Da die Altgläubigen die offizielle Kirche nach den Reformen von Nikon ablehnten, unterbrachen sie die apostolische Sukzession. Ohne ordnungsgemäß geweihte Priester konnten sie viele Sakramente nicht mehr in der tradierten Form vollziehen.

Was war der radikalste Ausdruck des Raskol-Konflikts?

Die radikalen Gruppen der Altgläubigen, die die Welt und die offizielle Kirche als vom Bösen befallen ansahen, praktizierten die Selbstverbrennung als vermeintliche Heldentat und Opfergabe im Namen des wahren Glaubens.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ausdruck von Frömmigkeit in der russischen Kultur - Religiöse Zeichen und ihre Legitimation
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Slawische Fakultät)
Veranstaltung
Russisches Mönchtum
Note
1,0
Autor
Katharina Friesen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
27
Katalognummer
V62578
ISBN (eBook)
9783638557931
ISBN (Buch)
9783638677653
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausdruck Frömmigkeit Kultur Religiöse Zeichen Legitimation Russisches Mönchtum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Friesen (Autor:in), 2001, Ausdruck von Frömmigkeit in der russischen Kultur - Religiöse Zeichen und ihre Legitimation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62578
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Leseprobe aus  27  Seiten
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