„Wenn wir die Menschen nur so nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter. Wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“ (Goethe) Fusionen, Pleiten, Neugründungen sind an der Tagesordnung. Überall wird umorganisiert. Unternehmen, Behörden und Institutionen leben von und durch ihre Anpassungsfähigkeit. Märkte waren nie zuvor institutionalisierter, neue Technologien lösten sich niemals zuvor schneller ab. Werte werden neu geordnet, Rituale von heute auf morgen aufgelöst und damit neue, zumeist, größere Anforderungen an den Adressaten gestellt. Auch ein Signal für den Wandel der Wirtschaft, insbesondere für Unternehmen, lässt sich bei den Führungskräften in der Wirtschaft und zum Teil auch in öffentlichen Institutionen und Verwaltungen erkennen. Zunehmend werden sie stärker gefördert und belastet- oft bis an die Grenze des Zumutbaren. Zwölf Stunden Präsenz im Geschäft sind vielerorts schon guter Durchschnitt. Den ganzen Tag über jagt eine Sitzung die andere. Über Mittag Besprechungen, abends Essen mit Kunden. Aktenstudium und Vorlagen erarbeiten: Am Wochenende Mitarbeitergespräche: selten in der folgenden Arbeit werden nun Gründe für diesen Wandel in Wirtschaft und Unternehmen gesucht. Weiterhin werden Vorschläge bzw. Modelle vorgestellt, diesen Wandel zu gestalten. Zum Schluss werden noch 2 Modelle von Unternehmen vorgestellt, die Resultat aus den Überlegungen des so genannten „Change Management“ geworden sind, d.h. traditionelle Unternehmensorganisationen unterliegen einem Wandel hin zu neue Unternehmensorganisationen (vgl. Saamann, 1991). [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen
Die neuen Herausforderungen
3. Wie soll die „neue“ Organisation aussehen? (Design for Change)
4. DEN WANDEL GESTALTEN: Grundsätze des Vorgehens
Denken in Prozessen statt Strukturen
Das Unternehmen auf sein Umfeld ausrichten
Vernetzung durch Kommunikation
Von außen nach innen organisieren
Charta des Managements von Veränderungen
5. Neue Organisationsmodelle
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von Change Management in modernen Unternehmen. Angesichts eines instabilen wirtschaftlichen Umfelds und rascher technologischer Innovationssprünge analysiert der Autor die treibenden Faktoren für den organisatorischen Wandel und leitet daraus Strategien zur strukturellen Neuausrichtung ab.
- Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen für das Management
- Gestaltungsgrundsätze für Veränderungsprozesse im Unternehmen
- Die Netzwerkorganisation als Modell der Zukunft
- Formen der Team- und Kooperationsmodelle
- Bedeutung des organisationalen Lernens und Wissensmanagements
Auszug aus dem Buch
3. Wie soll die „neue“ Organisation aussehen? (Design for Change)
Ganz allgemein lautet die Herausforderung:
Schnellere und wirtschaftlichere Bewältigung
einer zunehmenden Vielfalt
sich rasch ändernder Aufgaben
Darum bewegen sich heute die meisten Großunternehmen weg von der klassischen funktionalen Gliederung, einem hochgradig zentralistischen und arbeitsteiligen Strukturkonzept. Folgende Voraussetzungen muss ein Unternehmen schaffen, um überleben zu wollen:
- Nähe zum Markt und zum Kunden (durch Verkürzung der Wege)
- Rasche Reaktionsfähigkeit und hohe Flexibilität (durch Verlagerung operativer Entscheidungskompetenzen an die Basis)
- Steigerung der Produktivität und der Qualität (durch Motivation, Kommunikation und Kooperation)
- Optimierung der Kosten (durch Straffen der Produktpalette, Reduktion des administrativen Überbaus, Vereinfachung von Abläufen)
Alle diese Konzepte deuten auf eine bestimmte Organisationsform hin: nämlich auf Netzwerkorganisation, die sich durch flache Hierarchie, hohe Selbstständigkeit der einzelnen Organisationseinheiten, hohe Vielfalt lokal unterschiedlicher Organisationsformen und der Gesamtsteuerung über gemeinsame Ziele und Strategien auszeichnet.
Dieses Netzwerk kann sich sowohl auf die Gesamtorganisation etwa eine Konzernstruktur mit einem differenzierten Netz von Tochtergesellschaften und Profi- Centern, als auch auf die Feinstruktur einzelner Betriebe mit dem heutigen Trend hin zu Projekt- Organisation, Fertigungsinseln, teilautonome Arbeitsgruppen und ähnlichen flexiblen Arbeitsorganisationen beziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Innovations- und Leistungsdruck in modernen Unternehmen und führt in die Problematik des notwendigen Wandels hin zu neuen Organisationsformen ein.
2. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel analysiert fünf wesentliche Faktoren wie technologische Sprünge, Zeitdruck und Ressourcenverknappung, die Unternehmen zu einer grundlegenden Anpassung zwingen.
3. Wie soll die „neue“ Organisation aussehen? (Design for Change): Hier wird die Netzwerkorganisation als zielführendes Modell vorgestellt, das durch flache Hierarchien und hohe Selbstständigkeit auf die komplexen Marktanforderungen reagiert.
4. DEN WANDEL GESTALTEN: Grundsätze des Vorgehens: Das Kapitel erläutert acht zentrale Prinzipien des Veränderungsmanagements, darunter die Diagnose von Ist-Zuständen, Prozessorientierung und die aktive Beteiligung der Mitarbeiter.
5. Neue Organisationsmodelle: Abschließend werden konkrete moderne Strukturen wie die Prozessorganisation, diverse Teammodelle, Kooperationsformen wie Joint Ventures sowie das Konzept der lernenden Organisation vorgestellt.
Schlüsselwörter
Change Management, Organisationswandel, Netzwerkorganisation, Prozessorganisation, Teamorganisation, Kooperation, Joint Venture, Wissensmanagement, Führungskräfte, Unternehmenskultur, Innovationsdruck, Prozessketten, Effizienz, Kommunikation, Lernende Organisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und der praktischen Umsetzung von Change Management in Unternehmen, die sich aufgrund des globalen und technologischen Wandels strukturell neu ausrichten müssen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Rahmenbedingungen des wirtschaftlichen Wandels, der Gestaltung von Organisationsstrukturen, modernen Kooperationsmodellen und der Bedeutung von organisationalem Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Strategien und Modelle aufzuzeigen, mit denen Unternehmen ihre Anpassungsfähigkeit erhöhen und den Wandel erfolgreich gestalten können, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema, die auf einer Literaturanalyse zu Managementansätzen und organisatorischen Veränderungsprozessen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Erfolgsfaktoren (Rahmenbedingungen), die Darstellung von Prinzipien der Prozessgestaltung und die Vorstellung konkreter Organisationsmodelle wie Netzwerk- und Teamstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Change Management, Netzwerkorganisation, Prozessorganisation, Kooperationsmodelle und Wissensmanagement.
Was unterscheidet die Netzwerkorganisation von klassischen Modellen?
Im Gegensatz zu zentralistischen und arbeitsteiligen Strukturen zeichnet sich die Netzwerkorganisation durch flache Hierarchien, hohe Selbstständigkeit der Einheiten und eine stärkere Orientierung an Prozessen statt an starren Abteilungen aus.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in Veränderungsprozessen?
Kommunikation fungiert als Alternative zur Hierarchie. Sie ist entscheidend, um Betroffene zu beteiligen, Identifikation zu erzeugen und Informationen ohne Substanzverlust direkt an die Stellen zu leiten, an denen sie benötigt werden.
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- Florian Ellenrieder (Author), 2005, Changemanagement: Organisationen im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62588