Das Kloster Wienhausen und das Wienhäuser Liederbuch - Unter der Beobachtung von Einflüssen der Mystik im Wienhäuser Liederbuch


Seminararbeit, 2005

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zur Struktur und methodischem Vorgehen

2. Einführung ins Kloster Wienhausen und dessen Nachlass

3. Das Wienhäuser Liederbuch

4. Definition von Lied und Mystik
4.a Definition von ‚Lied’
4.b Terminologische Problematisierung von ‚Mystik’

5. „Der himmlische Bräutigam“ - eine exemplarische Interpretation

6. Schlussfolgerung

Anhang:
Quellenverzeichnis
Sekundärliteratur:
Bibliographie WorldWideWeb:

1. Zur Struktur und methodischem Vorgehen

Diese Proseminararbeit widmet sich der Aufgabe, mystische Aspekte in Texten des Wienhäuser Liederbuches aufzuzeigen und diese dann in Bezugnahme auf historische und kulturelle Hintergründe auszuwerten. Dazu wird zunächst kurz in Kapitel zwei ein Überblick über das Kloster Wienhausen und dessen Nachlass aus dem Mittelalter gegeben, um dann direkt zum Wienhäuser Liederbuch überzuleiten. In diesem folgendem Paragrafen wird das Liederbuch als Gesamtwerk betrachtet.

Bevor es zu einem direkten Bezug zum Inhalt kommt, ist eine allgemeine terminologische Definition der Begriffe ‚Lied’ und vor allem von ‚Mystik’ notwendig. Da das Verständnis dieser Begriffe im Laufe der Zeit einen terminlogischen Wandel durchgemacht hat, ist es wichtig herauszufinden, wie diese Begriffe im Zeitalter der Abfassung des Wienhäuser Liederbuchs zu verstehen waren. Deshalb wird Abschnitt vier komplett der Erklärung dieser beiden Begriffe gewidmet. Dadurch besteht die Möglichkeit in Kapitel fünf die Grundlage für die entsprechende Interpretation für das Lied „der himmlische Bräutigam“ zu bekommen.

Dieses Lied wurde gewählt, weil es schon der Titel mystische Aspekte zu tragen scheint. Ob dies wirklich der Fall sein wird, ergibt sich aus der näheren Betrachtung desselben.[1] Die Literatur aus dem Mittelalter, insbesondere Literatur aus (Frauen)Klöstern, ist in den meisten Fällen immer ein unzertrennbares Gemisch aus Theologie, Alltag und Literaturwissenschaft. Gerade auch, weil die meisten Frauen schon in Kindertagen in ein Kloster gingen und dort mit dem Glauben erzogen wurden und heranwuchsen, soll versucht werden, inwieweit der Aspekt der Mystik im Wienhäuser Liederbuch auch außerhalb der theologischen Basis eine Rolle spielt und ob dies überhaupt möglich ist. In der Auslegung des Textes ‚Der himmlische Bräutigam’ wird es also vorrangig um eine

literaturwissenschaftliche Analyse des Textes gehen und der daraus resultierenden Deutungsmöglichkeiten.

Die Mystik war das Ergebnis einer persönlichen Frömmigkeit und der Eigeninitiative seinen christlichen Glauben aktiv zu gestalten. Dies wurde nicht nur von Schwestern und Brüdern gelebt, sondern teilweise auch vom gemeinen Volk. Lieder spielten dabei eine sehr große Rolle, weil diese von den meisten Personen, auch ohne Buchstaben- bzw. Lesekenntnisse leicht zu behalten waren, sobald sie mehrmals in einer Gruppe rezitiert wurde.

2. Einführung ins Kloster Wienhausen und dessen Nachlass

Das Kloster Wienhausen wurde Anfang des 13. Jahrhunderts von Herzogin Agnes, zweite Gemahlin des Herzog Heinrichs von Sachsen, in Wienhausen gegründet. Über das genaue Gründungsjahr wird noch diskutiert. Der Chronik Wienhausens zufolge, soll dieses jedoch zuerst in Nienhagen gelegen haben und erst zehn Jahre später, wegen örtlicher, naturbedingter Missstände nach Wienhausen umgesiedelt sein. Die Klosterchronik selbst entstand zwar erst im 17. Jahrhundert, scheint sich aber auf ältere Quellen zu beziehen. Das erste Mal wird das Kloster Wienhausen in einer Urkunde vom 24. April 1233 erwähnt, in welcher Bischof Konrad die Instituierung des Klosters bestätigt.[2]

Heutzutage sind die Bildteppiche und Teppichfragmente wohl die wertvollsten und bekanntesten Kunstschätze, die das Kloster vorzuweisen hat. Sie sind zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert angefertigt worden und weisen neben biblischen Darstellungen auch Legenden auf, die bildlich als Wollstickereien auf Leinen gebracht wurden. Die Tristan-Sage oder die Geschichte der hl. Mutter Anna, zum Beispiel, wurden thematisch auf solchen Wandteppichen verarbeitet. Zu diesen Schätzen, neben Glasfenstern, Schnitzwerken und Altären, gehört auch das Wienhäuser Liederbuch. Das Wienhäuser Liederbuch wurde im Jahre 1934 von Heinrich Sievers[3] unter den Holzdielen des Klosterarchivs gefunden und bearbeitet herausgegeben.[4]

[...]


[1] Es wird sich hier auf die Textsammlung von Peter Kaufhold bezogen, in der das Lied 29 den hochdeutschen Titel ‚der himmlische Bräutigam’ trägt. In der Originalhandschrift, steht das Lied, Paul Alpers zufolge, an Stelle 30 und heißt „ik draghe an mynes herten grund“. Vgl. Sievers, Wienhäuser Liederbuch, S. 55.

[2] Vgl. Germania Benedictina, Band XII, S. 756 f.

[3] *1908 +1999, Professor der Musikwissenschaft an der TH Hannover

[4] Vgl.: Kaufhold, Das Wienhäuser Liederbuch, S.3f

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Kloster Wienhausen und das Wienhäuser Liederbuch - Unter der Beobachtung von Einflüssen der Mystik im Wienhäuser Liederbuch
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Proseminar 'Literatur in zisterziensischen Frauenklöstern'
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V62604
ISBN (eBook)
9783638558174
ISBN (Buch)
9783640364541
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kloster, Wienhausen, Wienhäuser, Liederbuch, Unter, Beobachtung, Einflüssen, Mystik, Proseminar, Frauenklöstern“
Arbeit zitieren
Vanessa Noll (Autor), 2005, Das Kloster Wienhausen und das Wienhäuser Liederbuch - Unter der Beobachtung von Einflüssen der Mystik im Wienhäuser Liederbuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62604

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