Dionysos im hellenistischen Herrscherkult


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2. Allgemeines zum Gott Dionysos

3. Die Rolle des Dionysos im Kult hellenistischer Herrscher

4. Zusammenfassung

5. Bibliographie

1 Einleitung

In der Antike war die Verbindung der Herrscher zu den Göttern nicht nur von religiöser, sondern vor allem auch von politischer Bedeutung. Eine göttliche Abstammung oder gar Gottgleichheit legitimierte den Herrschaftsanspruch. Die Zeit des Hellenismus bildete darin keine Ausnahme, im Gegenteil, hier wurde von vielen Herrschern die göttliche Abstammung zum Kult erhoben und als politisches Mittel der Visualisierung des Herrschers genutzt. Abbildungen der Herrscher auf Münzen, Bildern oder mittels Statuen stellten nicht die wirklichen physiognomischen Eigenschaften des Herrschenden dar, sondern ein Idealbild, das zumeist auch Attribute eines bestimmten Gottes beinhaltete. Dies diente zusammen mit der Anpassung der Gesichtszüge an jene vorangegangener Herrscher, wie z. B. im Falle Alexanders des Großen, zur Verschleierung einer unrechtmäßigen Thronfolge bei Eroberungen.

Die Wahl des Gottes, mit dem sich der Herrscher gleichsetzt, bzw. dessen Attribute er in seiner Darstellung verwendet, kennzeichnen bestimmte Wesensbereiche, mit denen er sich assoziiert sehen will. Die Wahl erfolgt nicht zwingend vom Herrscher selbst, teilweise werden durch dessen Taten Analogien zu Göttern gezogen oder sein Geschick, oft in militärischer Hinsicht, der Abstammung oder Begünstigung eines bestimmten Gottes zugeordnet.

Die folgenden Betrachtungen werden sich mit hellenistischen Herrschern befassen, denen Attribute des Gottes Dionysos zugeordnet wurden, oder die diese verwendet haben.

Die Verehrung des Dionysos gelangte im Hellenismus vor allem in Kleinasien zu großer Popularität, schließlich bediente sich schon Alexander der Große dessen Attribute, ebenso wie die ägyptischen Ptolemäer und schließlich Marcus Antonius, der in der Zeit des zweiten Triumvirats den Osten beherrschte.

2. Allgemeines zum Gott Dionysos

Der griechische Gott Dionysos, im Lateinischen als Liber Pater bezeichnet, ist der Gott des Weines, des Theaters, der Feste, der Frauen, der Musik und des Tanzes, wobei die Assoziationen zum Wein, den Festen und zum Theater besonders im Vordergrund standen. Seine Darstellung und sein Kult waren sehr verbreitet in der antiken Welt, von keinem Gott gibt es mehr archäologische Überreste. Mythisch ist er ein eher untypischer Gott, wohl ein Grund für die Faszination und Begeisterung, die er auslöste. Untypisch deshalb, weil seine rein göttliche Abstammung mythisch nicht zweifelsfrei belegt ist, von seiner Geburt existieren zwei Versionen. Sein Vater ist in jedem Falle Zeus, ein Umstand, der ihn zu den zwölf olympischen Göttern gehören lässt. Seine Mutter hingegen ist in einer Version die sterbliche Semele, was ihn zu einem Halbgott machen würde. Der andere Geburtsmythos nennt die Göttin Persephone als Mutter des Dionysos.[1]

Seine Attribute sind zum einen Trinkgefäße, wie z. B. der Kantharos oder Rhyton (ein antikes Trinkhorn), aber auch Weinlaub und Weingefäße, sowie der Efeukranz und die Stirnbinde. Zudem besitzt er den Thyrsosstab, ein Narthex- oder Fenchelstengel mit einem Pinienzapfen als Spitze. In bildhaften Darstellungen werden ihm bestimmte Figuren zugeordnet, wie etwa Silen und Satyrn, halbtierische Wesen mit Bock-, Pferd- oder Eselsattributen. Ferner tauchen bestimmte Tiere, wie Löwen, Leoparden, Stiere oder Panther in vielen Dionysosdarstellungen auf.[2]

[...]


[1] Der Neue Pauly, Bd. 3, Stuttgart 1998, S. 651

[2] ebd. S. 652

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Dionysos im hellenistischen Herrscherkult
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Veranstaltung
HS Kleopatra
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V62615
ISBN (eBook)
9783638558266
ISBN (Buch)
9783656111634
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dionysos, Herrscherkult, Kleopatra
Arbeit zitieren
Bettina Nolde (Autor), 2004, Dionysos im hellenistischen Herrscherkult, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62615

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